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"Oh whoa...
My body's saying let's go
Oh whoa...
But my heart is saying no (no)"
www.Christina Aguilera - genie in a bottle + lyrics.com
"If you wanna be with me, baby"
Als wäre der Text geschrieben ohne zu wissen, daß seine Interpretin Verlangen und Begehren projizieren soll.
Soll sie es? Tut sie es?
Warum tut sie es? Wer sagt ihr, daß sie soll?
Das war die Ausgangssituation für die Eintragsreihe
"Neu! Geister in Flaschen!! Nur 9,90!!!"
Inwieweit sie es tut und auch, soweit ohne ausfürliche Beschäftigung mit der Biographie der Interpretin möglich, warum sie es tut war Inhalt des vorigen Eintrags.
Sie selbst ist in jedem Fall jemand, die verlangt und begehrt. Aber auf keinen Fall jemand, die sich aus dem blossen Impuls des Verlangens und Begehrens herraus das einverleibt, was sie verlangt und begehrt.
Weitestgehend unberücksichtigt blieben dabei die Mechanismen die sie zur Projektion nutzt.
Handelt es sich dabei tatsächlich um Projektionsmechanismen?
Oder werden selbige möglicherweise erst zu solchen, wenn jemand mit in's Spiel kommt, der ihr sagt, daß sie projizieren soll?
Um der ersten Frage auf den Grund zu kommen eignet sich der Text nicht. Er beschreibt das Spiel der Attraktionen als eines, das auf einer Gegenseitigkeit beruht die das rein Körperliche übersteigt.
Rein körperlich hätte sie nichts dagegen sich dem Spiel der Attraktionen hinzugeben; allerdings machte ihr Herz da nicht mit. Insofern ist die Attraktion wohl nicht attraktiv genug. Im Bild der Projektion ausgedrückt: Projektion und Projiziertes passen nicht zusammen.
Körperlich wäre sie bereit sich der Illusion der Kongruenz hinzugeben. Ihr Herz allerdings würde sich - auf Dauer - darüber nicht täuschen lassen.
Und: sie hat bereits erfahren, daß Wünsche wahr werden können, wenn Körper und Herz sich einig sind.
Das ist zunächst einmal ihrs; ihr 'geistiges Eigentum', ihre Erfahrung, ihre Esoterik, ihr Wissen von sich und der Welt das sie in einem fast mystisch codierten Text zum Ausdruck bringt.
Damit trifft sie auf Interessen und Gesetzmäßigkeiten des Marktes. Die Frage, ob sie ohne Hilfe eines bereits etablierten Marktes die Erfahrung, über die sie berichtet und die sie, zusammen mit ihrer Fähigkeit sie auszudrücken, für den Markt qualifiziert, ebenfalls hätte machen können soll an der Stelle mal eine andere sein. Methoden, sich auf dem Weg zu Gründen dem dort immer drohenden endlosen Regress zu entziehen, lassen sich an anderen Beispielen anschaulicher verdeutlichen.
Die beiden Thesen aus dem ersten Teil lauteten:
a) Seinen eigenen Gesetzen folgend war es absehbar, daß das Produkt mit dem Namen "Chistina Aguielra" 'rauskommen wird. Und
b; a kritsch betrachtend) Genaugenommen handelt es sich hierbei lediglich um eine Verpackung. Das eigentliche Produkt ist unsichtbar und so schon viele Male erfolgreich auf dem Markt gewesen.
Christina Aguilera ist die Inkarnation eines Produktes, das unsichtbar ist und sich als Produkt als solches auch nicht anfassen lässt. Indem sie es verkörpert, inkarniert, spielt sie das Spiel des Marktes mit und suggeriert dem Konsumenten, daß es sich dabei um ein Produkt handelt, was sich anfassen lässt. Es steht aber zu keinem Zeitpunkt ausser Frage, daß es sich bei dem Produkt nicht um sie selbst sondern um etwas handelt, was sie erlebt, erfahren hat.
Sie ist nicht käuflich in dem Sinne, sie lässt sich lediglich ihre Erfahrung bezahlen indem sie sie mit allen zu teilen bereit ist, die das wollen. Je mehr das wollen um so besser für's Geschäft, um so besser für die Produzenten und um so besser schlussendlich für sie.
Zumindest finanziell; es wird ja immerhin nach den Regeln des Marktes gespielt. Und da ist die Währung nun mal Geld und nicht das Zusammenbringen von Körper und Herz o.ä..
Für den Markt ist lediglich entscheident, ob das, was sie inkarniert, genügend Käufer findet; ob das Bedürfnis beim Konsumenten nach dem, was sie an Esoterik und 'geistigem Eigentum' mitbringt, groß genug ist.
Was es inhaltlich genau ist, ist dem Markt so lange egal wie es sich vermarkten, verkaufen lässt. Der Markt lehrt: frage nicht: "Was ist es?" - frage auch nicht nach dem Wert, frage einfach: "Wieviel bringt es ein?".
Im Fall von Christina Aguilera's 'Genie in a bottle' handelt es sich um einen Popsong, genauer einen Lovesong. Noch genauer: um einen Popsong, der über ein bislang unerfülltes Liebesbedürfnis und bestimmte Schwierigkeiten auf dem Weg der Befriedigung jenes Bedürfnisses berichtet.
Die Executive des Marktes dürfte sich in diesem Fall ziemlich sicher gewesen sein, daß solch' ein Produkt, mit solch einer Verpackung obendrein, kein Ladenhüter wird. Woher aber bezieht die Executive des Marktes in dem Fall ihre Sicherheit?
Da eine Reise auf der Spur dieser Frage erwartungsgemäß etwas länger ausfallen dürfte möchte ich sie gerne zunächst einmal vertagen. Read entry » |
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"Oh whoa...
My body's saying let's go
Oh whoa...
But my heart is saying no (no)"
www.Christina Aguilera - genie in a bottle + lyrics.com
Um c) an der Stelle konsequent verfolgen zu können, ließe sich ein interpretatorischer Kunstgriff anwenden; Deduktion:
die Biographie steht ohne größeren Rechercheaufwand nicht zur Verfügung.
Das Lied, mit all den Phänomenen am Rande seiner Erscheinung,
genauer: dessen Text soll in dem Fall als Teil der Biographie dienen.
Es wäre ein weiterer Erzählstrang auf die Gültigkeit bzw. Ungültigkeit dieses Kunstgriffs einen genaueren Blick zu werfen.
Dazu möglicherweise später mehr.
"You're licking your lips and blowing kisses my way
But that dont mean I'm gonna give it away
Baby, baby, baby"
''But that don't mean I'm gonna give it away.''
Was 'it'? Zudem ist sie, so wie sie die Szene schildert, ohnehin nicht diejenige,
die etwas weggibt.
''YOU are licking your lips and blowing kisses my way"
Mit anderen Worten:
du bist derjenige, der mir etwas gibt. Aber erwarte nicht, daß ich dir 'es' auch gebe.
Auch wenn ich das deine annehme.''
Drückt sich darin der pure, gierige Egoismus aus?
''Baby, baby, baby''
Baby, so weiß ich - nur nicht mehr woher, ist - deswegen: angeblich - das meistgebrauchte Wort in Popsongs. Iinwiefern die folgende Interpretation einen abstrakten Charakter für sich in Anspruch nehmen könnte, bliebe zu prüfen.
Im Zusammenhang mit der Egoismus-these sehe ich zwei Möglichkeiten zur Interpretation.
Der erste ist ein extrovertiert misantropischer.
Der zweite ein introvertiert unschüchterner.
Extrovertiert wäre die Anrede 'baby' deswegen, weil sie im gegebenen Kontext in gewisser Weise dazu auffordert sich einer kindlichen, unschuldigen Gier hinzugeben.
Misantropisch wäre sie deswegen, weil sie dem menschlichen Wesen per se, in Form eines 'unschuldigen' Säuglings, die Eigenschaft der Gier zuschreibt.
Da es sich beim ausgewählten Song um einen Popsong handelt lässt sich diese Interpretationsmöglichkeit ruhigen Gewissens ausblenden.
Um nicht zu unkritisch zu werden genügt es hier, diese Interpretationsebene im Hinterkopf zu behalten. Sie könnte, gerade durch ihren 'Hintersinn', Gegenstand weiterer Überlegungen sein.
Introvertiert wäre die Anrede 'baby' deswegen, weil der Angeredete sich selbst, um auf Augenhöhe mit der Anredenden zu kommen, sich als natürlich und kulturell gewachsenes Wesen weitestgehend zurücknehmen müsste um säuglinggleiches Erleben von bislang Unerlebtem zu er-leben.
Unschüchtern wäre sie deswegen, weil sie ihrem Inhalt nach schon darauf verweist, daß hier unbeschrittene Wege begangen werden wollen die eine gewisse Vorsicht gebieten, dies aber mit solch einer Offenheit getan wird, daß von wirklicher Schüchternheit und Zurückhaltung eigentlich keine Rede sein kann.
Der zweite Ansatz scheint mir hier der erfolgversprechendere zu sein. Immerhin haben die paar wenigen Zeilen ausgereicht um glaubhaft verständlich zu machen, daß es sich hierbei um einen waschechten Popsong handelt. Die wiederum handeln nahzu immer von zwischenmenschlicher Nähe und Beziehung. Und sehr oft wählt jene Thematik die kristalline Ausdrucksform; in dem Moment wird der Popsong auch Lovesong.
Der Text spricht offen und unmißverständlich aus, daß es sich dabei vordergründig um pure körperliche Attraktion handelt:
''My body's saying let's go
but my heart is saying no''
Demnach ist es keine reine Attraktion. Genauer:
die Anziehung ist rein körperlicher Natur. Aber das zwischen diesen beiden Menschen Stattfindende ist nicht ausschließlich gegenseitig anziehender Natur.
Es gibt, von Seiten der Akteurin, ebenso eine Abstoßende Komponente innerhalb der Begegnung: but my heart is saying no!
An der Stelle versagt der Kunstgriff seinen Dienst. Lediglich ein Blick in die Biographie der Interpretin könnte Klarheit darüber verschaffen, welche Bedeutung für sie die Einheit zwischen Körper und Herz hat. Unreflektiert und allgemein gesprochen ließe sich sagen, daß sie Basis für ein gesundes Leben ist.
Warum aber die Interpretin an dieser Stelle Herz und Körper als Konfliktpartien sehen wollte und nicht etwa Körper und Geist oder Körper und Seele oder gar Seele und Geist, bleibt hier so ohne weiteres im Verborgenen.
Ähnlich wenig Auskunft gibt sie über die abstoßende Komponente der Begegnung. Wäre das Gemeinsamkeit genug um hier einen Zusammenhang zu sehen?
Zunächst eine Spur zur Begründung ihrer Ablehnung:
''I feel like I've been locked up tight
For a century of lonely nights
Waiting for someone
To release me''
Dem ersten Teil dieser Aussage lässt sich entnehmen, daß sie deswegen vor der Begegnung zurückschreckt, weil sie sich fühlt als wäre sie ein Jahrhundert lang in einsamen Nächten eingesperrt gewesen. Im Verbund damit, daß sie dort auf jemanden gewartet hat, der sie befreit, von ihrer Einsamkeit erlöst.
Die englische Grammatik erlaubt der Interpretin hier sich ebensogut als Wartende zu
schildern. Sie fühlt sich eingesperrt, wartend.
Der weitere Textverlauf macht deutlich, daß sie bereits bereit ist Signale und Kontaktangebote von ausserhalb ihres eingesperrt-Seins zu empfangen.
Sie tut es auch. Ist sich lediglich unsicher darüber, was sie mit den Signalen anstellen will. Ihr Körper sagt:
''let's go!'' Aber ihr Herz sagt:
''no!''
So wie sie die Situation, die ihrer Entscheidung zu grunde liegt, schildert lässt sie damit wieder den ersten Interpretationsansatz in's Gedächtnis zurückkehren.
Für einen kurzen Moment leuchtet die Möglichkeit auf, die Interpretin ahne etwas von dieser Unheil verheißenden Möglichkeit die Welt zu schauen. Die Möglichkeit leuchtet einen kleinen Moment länger auf wenn deutlich wird, daß im weiteren Verlauf des Textes die Möglichkeit besagten ersten Modus des Schauens zum Einsatz zu bringen völlig fehlt.
Unter Berücksichtigung dessen, daß sie sich als Mensch in einer Situation befindet die ihr die Möglichkeit gibt interpretatorisch eine solche Entscheidungssituation zu schildern, scheint diesen Ansatz noch etwas zu verstärken.
''If you wanna be with me, baby
There's a price you pay
I'm a genie in a bottle
You gotta rub me the right way
If you wanna be with me
I can make your wish come true
You gotta make a big impression
I gotta like what you do''
Sie konzentriert stattdessen verstärkt ihre texterische Kraft darauf, zu behaupten daß sie in der Lage ist Wünsche wahr werden zu lassen wenn sie auf die richtige Weise 'angepackt' wird. Als Bewegung gedacht flieht sie vor der besagten, Unheil verheißenden ersten Möglichkeit des Schauens. Sie mobilisiert ihre Erfahungen von eigentlich Unerfahrbaren.
Sie kann sich möglicherweise deswegen soweit vorwagen und das Versprechen geben, Wünsche wahr werden zu lassen, weil sie selbst schon einmal erlebt hat daß und wie Wünsche wahr werden. Nämlich:
wenn sie bloss auf die richtige Weise angepackt werden.
An dieser Stelle wäre es an der Zeit, a) und b) vom vorherigen Eintrag wieder zu berücksichtigen und sich das Verhältnis zwischen Interpret, Produzent und Markt etwas genauer anzuschauen.
Als Zwischenergebnis von Ansatz c) bleibt zunächst stehen, daß die Interpretin textlich auf das Thema zwischenmenschliche Nähe und Beziehung, Liebe, anspielt; selbigem einen persönlichen Ausdruck gibt.
Sie schildert eine persönliche Situation, welche Schwierigkeiten sie damit hat und gibt spurenhafte Andeutungen von den Ursachen ihrer Schwierigkeiten.
Ungeklärt bleibt hier, ob es sich bei dem Text um einen aus innerer Notwendigkeit selbstverfassten, einen unter Anleitung geschriebenen oder einen kühl vorgesetzten handelt.
Um den Glauben nicht gänzlich zu verlieren und um sich dem so andeutungshaft offenbahrenden Sachverhalt mit mäßigem Respekt zu nähern wäre es ratsam, zweiteres anzunehmen. Aus einer weiteren Betrachtung wie oben geschildert würde sich ohnehin ergeben, was ersteres bzw. letzteres genau zu bedeuten hätte.
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Oh whoa...
But my heart is saying no (no)"
www.Christina Aguilera - genie in a bottle + lyrics.com
"If you wanna be with me, baby"
Als wäre der Text geschrieben ohne zu wissen, daß seine Interpretin Verlangen und Begehren projizieren soll.
Soll sie es? Tut sie es?
Warum tut sie es? Wer sagt ihr, daß sie soll?
Was steckt dahinter? scheint eine unpassende Frage zu sein um zunächst einmal herraus zu finden, wie sich jene Aktion -zu sich selbst- verhält.
Mögliche Antworten darauf könnten sein:
a) der Markt will es so! Seinen eigenen Gesetzen folgend war es absehbar, daß das Produkt mit dem Namen "Chistina Aguielra" 'rauskommen wird.
b; a kritsch betrachtend) Genaugenommen handelt es sich hierbei lediglich um die Verpackung. Das eigentliche Produkt ist unsichtbar und so schon viele Male erfolgreich auf dem Markt gewesen.
c) würde behaupten, daß sich ein wesentlicher Anteil jener Aktion mit der Biographie der Akteurin bestimmen ließe; der Wert, der da verkauft wird, kommt mit der Akteurin.
Worin der Markt den Wert sieht bliebe so weitestgehend unberücksichtigt.
d) könnte sich bemühen, a), b) und c) mit Werzeugen wie
hard-, soft,- und netware-scans, flashboostern und kontextstabiliatoren unter viele Hütchen zu denken; mit diesen in Fussgängerzonen vor touristen spielen und sich für flinke Fähigkeiten bezahlen zu lassen.
e), f), g), h) usw. würden in ständiger Wachsamkeit d) und sich selbst auf Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten hin beobachten und weiterentwickeln.
Usw. usf....
Es lässt sich mit Bestimmtheit also beides beschreiben:
daß sie etwas treibt und daß sie dazu getrieben wird.
Von wem oder was getrieben? Wohin und von wo weg?
Ich folge Ansatz c) mit Ansatz a) und b) im Hinterkopf. Und Ansatz d) am Horizont.
Auf zum Ungrund Horizont....
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"hallo kinder
bitte glaubt mir
erwachsensein ist nicht so witzig
seid vernünftig
lasst die finger
vom erwachsensein"
http://www.japanischekampfhoerspiele.de/texte.php
Die Vorstellung von erwachsen-Sein wie sie im Dritten Reich gepflegt, idealisiert, propagiert und umgesetzt wurde, war eine, die unter den gegebenen Umständen und Vorzeichen durchaus als durchdacht und konsequent beschrieben werden kann.
Die glücklicherweise ebenfalls zu diagnostizierende Crux dieses Verständnisses wird deutlich, wenn man sich vergegenwärtigt, daß die in ihrem eigenen Sinne als erwachsen geltenden Propagandisten, Akteure und zum erwachsen-Sein Anleitenden ihrer eigenen Infantilität blind gegenüber standen.
Das mit dieser Blindheit Hand in Hand gehende Radikalisieren infantiler Impulse und der daraus folgende Fanatismus hatte primär das zur Folge, was als Dritter Weltkrieg und Holocaust als trauriges Kapitel in die Menschheitsgeschichte Einzug gefunden hat.
Der sekundäre Effekt davon ist, daß die zwei politische Ära später geborenen Kinder als erwachsener betrachtet werden können, als die Erwachsenen, die das während des Dritten Reiches als gültig betrachtete Ideal von erwachsen-Sein umzusetzen gewillt waren. Offen bliebe hierbei allerdings, inwieweit das lediglich dann als zutreffend erscheint, wenn die damals gesetzten Ideale weiterhin als gültig betrachtet werden; und sei es lediglich teilweise.
Die Gemeinsamkeit der Kinder von heute mit den Erwachsenen von damals ist, daß beide nicht mehr zu einem Modus von Kindlichkeit zurückkönnen und konnten, der noch vor dem Dritten Reich Gültigkeit hatte. Es ist davon auszugehen, daß sich mit dem Wandel des Verständnisses von erwachsen-Sein das Verständnis von Kindlichkeit ebenfalls verändert hat.
Jener Veränderung wird bei derzeitigen bildungsolitischen Fragen und Entscheidungen zu wenig bis garkeine Rechnung getragen.
Sollte die moderne Pädagogik hierzu weiterführende Erkenntnisse bereithalten ließe es sich als ihre Pflicht betrachten, sie in den derzeit stattfindenden Diskurs über Bildung und Familienpolitik klarer und entschiedener einzubringen.
Man könnte den über die Nazi-Zeit Deutschlands aufklärenden Strömungen nicht ohne Grund bescheinigen, daß sie sich bei ihrem Bemühen die Schrecken von Damals zu verarbeiten zu sehr auf den fremdenfeindlichen und rassischen Aspekt dieser Form von Staatlichkeit zugewendet haben. Mit dem sichtlichen Erfolg, daß die Angst vor dem Anderen und Fremden besser verstanden wird und als Triebkraft einer Kultur deutlicher in's Blickfeld gerückt ist.
Inwieweit jene Herrangehensweise -einerseits- dazu beigetragen hat, die Angst vor dem Eigenen zu verstehen und -andererseits- zu einer weniger manischen Umgangsweise mit dem Eigenen befähigt muss an dieser Stelle offen bleiben.
Die Unterdrückung der eigenen Infantilität und der daraus resultierende Fanatismus jedenfalls wurden im Bemühen, das zu Begreifen, was damals wirklich passiert ist, bislang überhaupt nicht oder zumindest entscheident zu wenig berücksichtigt. Im öffentlichen Diskurs finden solche Aspekte überhaupt keinen Platz.
So betrachtet wäre es illusorisch zu erwarten, daß sich über kleine und kleinste Anzeichen eines herrannahenden Vierten Reiches nicht gewundert wird.
K. Atze Read entry » |
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