Drei-Schluchten-Damm
Neun Monate früher fertig, volle Inbetriebnahme erst ab 2009.
Peking (pte). Was die Gigantomanie Chinas angeht, scheint es als jage ein Weltrekord den nächsten. Eines der umstrittensten Bauwerke, das das Reich der Mitte mit Energie versorgen und die Menschen am Jangtse vor den gefürchteten Hochwassern bewahren soll, wird nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua am 20. Mai vollendet werden. Damit ist das größte Wasserkraftwerk neun Monate vor dem ursprünglichen Zeitplan fertig.
1993 wurde mit dem Bau des Kraftwerkes begonnen. Das inzwischen mehr als 70 Mrd. Dollar teure Projekt - die Kosten wurden ursprünglich mit 25 Mrd. Dollar beziffert - stand seit der Veröffentlichung der Baupläne im Kreuzfeuer der Kritik. Mehr als eine Mio. Menschen wurden umgesiedelt, der Jangtsekiang musste durch einen Kanal umgeleitet werden, ehe mit dem eigentlichen Bau der 185 Meter hohen und 2.309 Meter langen Staumauer begonnen werden konnte. "Es sind weniger als 3.000 Kubikmeter Beton, die wir noch verarbeiten müssen", erklärte Cao Guangjing von der China Yangtze River Three Gorges Project Development Corporation.
Mit dem Bauwerk will China auch seine Stärke als Technologie-Großmacht demonstrieren. Schließlich wird der Damm sehr oft mit der chinesischen Mauer verglichen. Die chinesische Regierung geht jedenfalls davon aus, dass durch den Damm jährlich 40 Mio. Tonnen Kohle weniger verfeuert werden müssen. Im Jahr 2009, wenn alle Turbinen ans Netz gehen, werden in Spitzenzeiten bis zu 18 Gigawatt Strom produziert. Gerade hier haken die Kritiker ein: Der Jangtsekiang, der im Tibetischen Hochland entspringt, führt eine derart große Menge an Sedimenten und Schlamm mit sich, dass die Spitzenleistung fast nie erreicht werden kann. Zudem kommt noch die stark schwankende Wasserführung als Problem hinzu.
Das Regierungs-Argument, dass der Damm 15 Mio. Menschen vor Flutkatastrophen schützen werde, treffe nicht zu, denn ein Hochwasserschutz im Oberlauf sei durch den Staudamm nicht gegeben. Eines der größten Probleme betrifft nach Ansicht von Umweltorganisationen wie etwa Greenpeace die veränderte Ökologie. Durch den Dammbau wurde ein einzigartiges Naturdenkmal unwiederbringlich zerstört. Die geologischen Auswirkungen sind zudem unklar. Ebenso die Gefährdung der Umwelt durch Abwässer. Ein weiterer Kritikpunkt der Umweltexperten betrifft die Vernichtung von wertvollen landwirtschaftlichen Flächen durch die Überflutung. Die umgesiedelten Bauern würden keinen Ersatz für den Verlust erhalten. Äußerst fraglich bleibt auch die Beantwortung der Frage nach dem Schiffbar machen des Flusses. Kritiker argumentieren damit, dass die zahlreichen Schleusen zeitintensiver wären, als das Ausbaggern einer Schifffahrtsrinne.
Quelle: pressetext Deutschland |
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Falsch, die Quelle ist ein Presseverteiler:
www.pressetext.de
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