In der Nacht sind alle Katzen grau
Ich bin mal wieder – gegen jede Vernunft – mit dem eigenen Auto in Kiew. Es gibt gute Gründe die gegen eine Autofahrt nach Kiew sprechen. Der Weg ist lang (von München nach Kiew sind es etwa 1850 Kilometer) und die Straßen in der Ukraine alles andere als eine Einladung. Nur wenige Teilstücke bis Kiew sind als Autobahn (im Sinne von 4 Spuren) ausgebaut. Aber ein echtes Problem sind die zum Teil total kaputten Straßen. So viele Ersatzreifen kann man gar nicht mitführen, wie man es verfehlt, kapitale Schlaglöcher zu umgehen.
Nur einmal „Rumpel“, „Donner“, „Krach“ und ein erster Reifenwechsel ist fällig. Glück, wenn wenigstens die Felge nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde. Alufelgen in der Ukraine ... schön aber echt schade drum. Ja nun und weiter? Nix weiter, lediglich würde ich mal folgende Frage aufwerfen: Wer von uns hat eigentlich einen zweiten Ersatzreifen an Bord? Das Problem hatte ich nämlich mal vor zwei Jahren, als ich Nachts die Karparten überwinden wollte. Nach dem Winter sah die Straße aus wie nach einem Bombenangriff. Schlaglöcher ohne Ende! Erster Reifenwechsel ... mit viel Fluchen ... überstanden. Aber als ich mir dann kurze Zeit später beide Vorderreifen aufgerissen und die Felgen total verbogen hatte ... konnte ich erahnen, was Einsamkeit für ein großes Wort ist. Nun gut, zurück in die Gegenwart – denn schließlich habe ich auch diese besagte Fahrt überlebt.
Bei Nacht in der Ukraine kann so eine Fahrt zum russischen Roulett werden. Es ist einfach dunkel, nein falsch ... es ist schwarz. Einfach nur Pechschwarz. Nur das eigene Licht steht zur Verfügung. Aber keine weißen Begrenzungsstreifen oder Mittelstreifen reflektieren das Licht. Als Westeuropäer ist man da anderes gewohnt und so ist doppelte Konzentration von Nöten, um nicht in Schlaglöcher zu fahren oder abseits der eigentlichen Straße zu landen.
Einen besonderen Kick hatte ich auch auf dieser Fahrt. Ich düse mit etwa 120 Sachen durch die schwarze Nacht in Richtung Kiew. Von einer Sekunde auf der anderen macht sich auf meiner Spur ein Hauch von Umriss bemerkbar. Im letzten Augenblick kann ich die Spur wechseln und rausche an einen Lastwagen ohne Rückbeleuchtung vorbei. Sagen wir mal so: In diesen Sekunden ist Bungee-Jumping ein vergleichsweise bescheidener Kick. |
Comments on 'In der Nacht sind alle Katzen grau'
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ähnlich gut sind die total besoffenen zeitgenossen, die nachts im dunkel am strassenrand über die landstarssen nach hause torkeln ... ich habe auch schon den ein oder anderen km auf solchen strassen in osteuropa hinter mir;)
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Ja, Du hast recht! Vor allem auf dem Dorf hast Du schnell mal eine Wodkaleiche auf der Motorhaube. Nicht so schlimm ... solange Du keinen Hund überfährst. Denn dann bekommst Du so richtig Ärger. "Sabaka" ist heilig!
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ausser, du findest schnell einen chinesen, der ihn dir verschwinden lässt ... äh, veredelt;))
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Du meinst einen Chinesen, der auf der ukrainischen Dorfstraße für einen verschwundenen Hund gerade steht? Naja, wenn das der Parteigenosse im Dorf akzeptiert, dann bist Du natürlich fein raus ...
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mmh, nein, so habe ich das nicht gemeint;))
ich möchte ja nicht den chinesen opfern ... ich habe gedacht, der chinese könnte das corpus delicti, und quasi den einzigen beweis des unfalls, verschwinden lassen, in dem er ihn als einlage zu einem loeckeren nudelgericht serviert;))
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OK verstanden ... wie auch immer, das wirft so oder so die Frage auf: Wo bekommt man in einer solchen Situation einen Chinesen her?
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und das in der ukraine;))
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