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All Blog entries from category auslandsjournal

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Störfall

2006/08/03
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Das Kernkraftwerk Forsmark ist eines von vier Kernkraftwerken in Schweden und verantwortlich für die Erzeugung von 1/6 der schwedischen Elektrizität. Als Reaktoren werden drei Siedewasserreaktoren eingesetzt. “Forsmark”-Betreiber ist die Forsmark Kraftgrupp AB, eine Tochtergesellschaft der auch in Deutschland als Stromlieferant tätigen Firma Vattenfall.

Am 25. Juli 2006 ereignete sich ein ernster technischer Vorfall, als ein Kurzschluss, der bei Arbeiten an einer Schaltanlage entstand, das Kraftwerk vom Netz trennte. Daraufhin wurde eine automatische Reaktorschnellabschaltung ausgelöst. Anders als vorgesehen sprangen jedoch die Notstromaggregate nicht an und die Kontrollinstrumente und Regelmöglichkeiten waren ebenfalls abgeschaltet, da auch der Batteriekreis nicht ordnungsgemäß funktionierte. So war es nicht möglich, die Notkühlaggregate in Gang zu setzen. Erst 23 Minuten nach der Abschaltung gelang es, zwei der vier Notstromaggregate zu starten und so eine Kernschmelze zu verhindern.

Die schwedische Strahlensicherheitsbehörde SKI bewertete den Fehler als “Störfall” Stufe zwei auf der bis sieben reichenden International Nuclear Event Scale (INES).

Nach den Worten des früheren Forsmark-Direktors Lars-Olov Höglund sei es jedoch “reines Glück gewesen, dass es nicht zu einer Kernschmelze gekommen” und kein Unfall wie 1986 in Tschernobyl eingetreten sei. Diese Einschätzung wurde von Forsmark-Sicherheitschef Ingvar Berglund zurückgewiesen: “Es war zwar ein Unfall mit ernsten Risiken. Aber es ist völlig falsch, ihn zum ernstesten Zwischenfall seit Tschernobyl zu erklären”, wird Berglund von UPI (United Press International) zitiert. Der Störfall blieb in den deutschen Medien daher bis zum heutigen Tag weitgehend unbemerkt.

Als Konsequenz aus dem Vorfall wurden die beiden betroffenen Reaktorblöcke in Forsmark bis auf weiteres abgeschaltet und ebenfalls zwei baugleiche Reaktorblöcke im Kernkraftwerk Oskarshamn. Die Strompreise in Schweden stiegen dadurch auf Rekordniveau. Schweden deckt rund 50 Prozent seines Elektrizitätsbedarfs mit Atomenergie.

Durch die empfindlichen Instrumente des Kernkraftwerks war Forsmark am 27. April 1986 einer der ersten Orte außerhalb der Sowjetunion, an denen Anzeichen der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl bemerkt wurden.

Es wurde damals bei Arbeitern des Kernkraftwerks eine erhöhte Radioaktivität festgestellt. Bei der Suche nach der Ursache innerhalb des Kernkraftwerks Forsmark stellte sich bald heraus, dass die erhöhte Strahlung von außerhalb kam.
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Typisch Usbekistan!

2006/08/03
| Comments: 1
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Kürzlich sagte jemand zu mir "typisch Amerika", weil dort jeder Kleinkram mit der Kreditkarte bezahlt wird. Sogar der Kaffee bei Starbucks. Bargeld ist dort irgendwie out. Offenbar haben die Amis mehr Vertrauen in Plastikkarten, als zum eigenen Papiergeld. Naja, so unpraktisch ist das Plastikgeld ja nicht und dazu kann ich folgende Geschichte erzählen:

Sowohl heuer im Winter, als auch im Herbst letzten Jahres, war ich in Tashkent, der Hauptstadt von Usbekistan. Die Stadt hat über 2 Millionen Einwohner. Aber Kreditkarten sind dort absolut unüblich. Die einheimische Währung nennt sich "Sum". Ein Euro entsprechen ungefähr 1400 Sum. Der größte Schein = 1000 Sum.

Nun könnt ihr mal rechnen, was ich für einen Packen Papier mitschleifen musste, als ich 300 Euro in "Sum" gewechselt habe. Das war echt nicht lustig, total umständlich und ich konnte nix mit Kreditkarte bezahlen. Kein Hotel, kein Taxi, kein Flugticket. Ich konnte nicht einmal Bargeld aus dem Automaten ziehen.

Jedanfalls hatte ich meine charmante Übersetzerin dazu verdammt, das Geld zu tragen und zu verwalten. Alleine die Zählerei in der Wechselstube ... 30 Minuten im Eimer ... über 500 einzelne Sum-Scheine (500er und 1000er) ... nee, das macht mich kirre. Smile! Eigentlich wollte ich Präsident Karimov einen Brief schreiben, mit dem Vorschlag 10.000er und 50.000er Scheine drucken zu lassen. Aber vielleicht liest ja der Diktator aus Usbekistan meinen Blog.
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Monopoly auf Russisch

2006/07/14
| Comments: 2
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In letzter Minuten will Yukos den Börsengang des staatlich kontrollierten russischen Ölkonzerns Rosneft gerichtlich verhindern. Am kommenden Mittwoch sollen die Aktiien von Rosneft erstmals an der Börse gehandelt werden. In der Hoffnung, das das gesuch angenommen wird, hat Yukos bereits einen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen den Rosneft-Börsengang bei einem britischen Gericht gestellt.

Sollte das Gericht den Börsengang blockieren, würden alle Aktiengeschäft von Rosneft vor dem ersten Handelstag ungültig, erklärt die Londoner Börse in einer ersten Reaktion auf das gerichtliche Gesuch von Yukos. Bei Rosneft zeigt man sich bisher allerdings unbeeindruckt: Yukos werde den Börsengang nicht beeinträchtigen können.

Yukos indess droht den neuen Aktionären „lebenslange“ Klagen. Eine Yukos-Sprecherin sagte in London: "75 Prozent des Wertes dieses Börsengangs gründen auf gestohlenem Besitz. Es ist illegal, dies an Aktionäre im Zuge eines offenen Börsengangs zu verkaufen. Gestohlene Sachen kann man nicht verkaufen".

Nur durch die Zerschlagung (Rosneft übernahm das Kerngeschäft von Yukos) des ehemaligen Rivalen Yukos und der Entmachtung des mittlerweile inhaftierten Yukos-Chef Michail Chodorkowski gelang Rosneft der Aufstieg zu eines der größten Öl-Produzenten weltweit.

Rosneft setzte am Freitag – ungeachtet der Gegenwehr von Yukos – den Ausgabepreis für seine Aktien mit 7,55 US$ am oberen Ende der Bookbuilding-Spanne fest und sammelt so vorausichtlich10,4 Millarden US$ bei seinen Anlegern ein. Rosneft ist damit einer der weltweit größen Börsengänge in der jüngeren Vergangenheit. Die Käufer stehen Schlange und Rosneft-Aktien werden am Grauen Markt über dem Emissionspreis gehandelt. Am kommenden Mittwoch soll der offizielle Handel der neuen Aktien an den Börsen London und Moskau beginnen.

Auch nach dem Börsengang wird der russische Staat mit rund 86 Prozent Hauptanteilseigner an der Gesellschaft – mit einen Börsenwert von rund 75 Milliarden US$ - bleiben. Nach Angaben von Rosneft teilen sich vier Investoren die Hälfte der angebotenen Aktien. So bekam der britische BP-Konzern nach eigenen Angaben Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar zugeteilt. Der führende chinesische Energiekonzern China National Petroleum erhielt Rosneft-Papiere im Wert von 500 Millionen Dollar, obwohl Aktien im Wert von drei Milliarden Dollar bestellt wurden.
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Teil 1 der TV-Reportage von Klaus Bednarz
26.06.2006 um 22:15 auf Phönix

Der Baikal ist der älteste, tiefste und sauberste See der Welt - zugleich einer der schönsten und geheimnisvollsten. Die Einheimischen nennen ihn "Heiliges Meer", "Perle Sibiriens", "Brunnen des Planeten". Der Baikal enthält mehr Wasser als die fünf großen nordamerikanischen Seen zusammen und 1000 Mal mehr als der Bodensee - ein Fünftel des gesamten Süßwasservorrats der Erde. Klaus Bednarz hat den Baikal mehrere Monate im Winter und im Sommer bereist. Er sprach mit Bauern, Fischern, Jägern, mit Förstern, Wissenschaftlern und Ökologen. Im Winter jagen die einheimischen Völker an den Küsten des Baikalsees die Süßwasserrobben, die hier heimisch sind. Oder sie fahren auf das Eis, um durch Löcher zu fischen. Man muss dem See mit Respekt begegnen, wissen sie. Der Grund des Sees ist ein Friedhof - auch von Lkws und Pkws, die jeden Winter dort im Eis versinken. Aufs Geratewohl über das Eis zu fahren, bedeutet immer Lebensgefahr. Es gibt bestimmte Gebiete auf dem See, wo sich unterirdische warme Strömungen befinden. Oder wenn man einen Riss im Eis übersieht und nicht mehr rechtzeitig bremsen kann. Kurzum, wenn man glaubt, man könne sich über das Gesetz des Sees hinwegsetzen, kann es sein, dass man dafür mit dem Leben bezahlt. Seit 1996 steht der Baikalsee als "Weltnaturerbe" der UNESCO unter dem Schutz der gesamten Menschheit. Doch ob ihm dieser Schutz wirklich helfen kann, sich gegen die Gefahren der fortschreitenden Umweltzerstörung zu wehren, wird sich erst herausstellen.

Teil 2 der TV-Reportage von Klaus Bednarz
27.06.2006 um 22:15 auf Phönix

Im Sommer ist der Baikalsee zauberhaft. Sichelförmig erstreckt er sich über eine Länge von 636 Kilometer. Seine Breite reicht bis 80 Kilometer, seine tiefste Stelle misst mehr als 1.500 Meter. Der Baikalsee liegt im Herzen Sibiriens, im Sommer gibt es dort mehr Sonnentage als auf Norderney. Während das Thermometer im Winter auf minus 40 Grad fällt, pendeln sich die Temperaturen im Sommer bei 25 bis 30 Grad plus ein, nur der See erwärmt sich nicht wirklich. Viele Dörfer leben Sommer wie Winter vom Fischfang. Zur warmen Jahreszeit ist die Jagd auf Omul, Renken und Äschen wesentlich einfacher. Die Fischer müssen keine Löcher in die fast Meter dicke Eisschicht hacken, sondern nur das Netz ins Wasser gleiten lassen. Bis zu 12 Stunden sind sie im Sommer auf dem Baikal unterwegs und können bis zu 250 Kilogramm pro Boot fangen. Früher waren sie bei einer Kolchose angestellt, heute ist es ein Privatbetrieb, eine Aktiengesellschaft. Die Fischer verdienen durchschnittlich 2,50 Euro pro Tag. Doch Bargeld haben sie seit Jahren nicht mehr gesehen. Der Lohn wird ihnen in Fisch und Holz "ausgezahlt". Trotzdem fahren sie jeden Tag auf den Baikal hinaus. "Was sollen wir denn machen? Zu Hause rumsitzen?" Der Baikal - er ist ihr Leben. Unzählige Lieder sind ihm gewidmet, seinem Farbenspiel und den sich darin spiegelnden blaugrünen Bergen. "Der Baikal", sagen die Einheimischen, "ist Teil der besten Schöpfung Gottes. Er ist stärker als der Mensch. Und was auch immer geschehen mag: Der Baikal wird überleben." Die Fischer werden wohl recht behalten: Den Sozialismus hat der Baikal fast unbeschadet überstanden und auch dem Kapitalismus scheint er gleichgültig gegenüber zu stehen. Nur die Umweltverschmutzung macht ihm zu schaffen.

Teil 3 der TV-Reportage von Klaus Bednarz
28.06.2006 um 22:15 auf Phönix

"Wir werden wiederkommen", hatte Klaus Bednarz am Ende des zweiten Teils der "Ballade vom Baikalsee" versprochen. Nun hat er dieses Versprechen eingelöst. Noch einmal ist er im Winter und Sommer 1999 mit seinem Team nach Sibirien gereist. Er ist noch einmal auf das Eis des gefrorenen Baikalsees gefahren, hat den Robbenjäger Jura auf der Jagd begleitet und die Fischer besucht, die er ein Jahr zuvor bei ihrer seit Generationen unveränderten Art des Eisfischens beobachtet hatte. Die Försterin Ludmilla hat er auch wieder besucht, für die Bednarz eine Spendenaktion ins Leben gerufen hatte. Mit dem Geld konnte inzwischen das marode Feuerwehrauto des Dörfchens Goloustroje am Westufer wieder flott gemacht werden. Mit den Familien sprach Bednarz über die Veränderungen in ihrem Leben, über ihren Kampf um die bloße Existenz und gegen die zunehmende Umweltverschmutzung. Industrieanlagen wie ein riesiges Papierkombinat werden zur Gefahr für die einzigartige Natur des Sees. Einer, der mehr ökologisches Verantwortungsbewusstsein für das sibirische Gewässer fordert, ist der 77 Jahre alte Bildhauer Jurij Panow, der zehn Jahre in Stalins Zwangslagern zugebracht hat und dann freiwillig am Baikal blieb. Sterben, so meint er, werde der See wohl nicht. Aber er sei schwer krank. Bednarz besuchte auch die Fischer am See wieder: Was wurde aus den Kindern, deren Eltern kein Geld hatten, um sie auf die weit entfernten Schulen zu schicken? Er hat viele Menschen wieder getroffen, die schon in den beiden ersten Filmen zu sehen waren. Noch einmal sind Bilder von einzigartiger Schönheit und Intensität entstanden, poetische Schilderungen von Landschaften und Menschen, die niemand so schnell vergessen wird.
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Der Baikal: Das heilige Meer Sibiriens

2006/05/15
| Comments: 2
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Das „Heilige Meer“ - so nennen die Burjaten ihren Baikal-See. Das weltweit größte Süßwasserreservoir ist Bestandteil des UNESCO-Weltnaturerbes und ein Sinnbild für Russlands faszinierende Natur und schier endlose Weite. Seine Ufer sind zur Hälfte fast menschenleeres und wegeloses Naturschutzgebiet. Ursprünglich wurde das Gebiet am Baikalsee hauptsächlich von den Burjaten besiedelt, die zu den mongolischen Völkern gezählt werden. Viele Kultstätten rund um den Baikalsee zeugen von der uralten Schamanen-Kultur, die sich seit der Zarenzeit mit den Einflüssen von Buddhismus und Christentum vermischt hat.

Mit 1.637 Meter ist der Baikal der tiefste See der Erde . 650 Kilometer streckt sich der See in Nord-Süd-Richtung, in der Breite sind es im Mittel 50 Kilometer. Von über 25 Inseln im Baikalsee ist die Olchon-Insel die größte. Einziger Abfluss des Baikalsees ist die Angara, einer der großen Flüsse Sibiriens, die über den Jenisseij das Wasser in Richtung Nordmeer transportiert.

Der See, in dem ein Fünftel der weltweiten Süsswasser-Reserven gespeichert sind, hat eine eigene Flora und Fauna entwickelt: Von den mehr als 2.000 bekannten Arten sind 1.500 endemisch, das heißt, sie kommen nur in diesem Gebiet vor. Bekannt sind in diesem Zusammenhang die Baikal-Robbe, die einzige Süßwasserrobbe der Welt, und der Omul, ein zur Gattung der Lachse gehörender Speisefisch.

Bedroht wird die Baikal-Region durch die Industrialisierung, die Abholzung der Wälder und die exzessive Fischerei . Besondere Negativ-Schlagzeilen nicht nur in Russland machte das Papier- und Zellulose-Werk in Baikalsk am Südufer des Sees. Auch die zunehmende Besiedlung, die mit dem Bau der Transsibirischen Eisenbahn und zu Sowjetzeiten der der Baikal-Amur-Magistrale (BAM) erleichtert wurde, belastet die Umwelt. Das Ökosystem ist dennoch weitgehend intakt. Der Baikalsee verfügt über einen sehr ausgeprägten Selbstreinigungs-Mechanismus: Unzählige Kleinstlebewesen befreien das Wasser von Verunreinigungen und Verschmutzungen, so dass der Baikal glasklar und in weiten Teilen Trinkwasserqualität hat.

Quelle: Russland-Aktuell
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Leben und Arbeiten in China

2006/05/13
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Wer etwas darüber lesen möchte, wie Deutsche sich in China einrichten und zurecht finden, dem empfehle ich folgende Blogs zun lesen:

Xian-China-Blog

Der-kleine-Chinaladen-Blog
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Drei-Schluchten-Damm

2006/05/10
| Comments: 2
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Neun Monate früher fertig, volle Inbetriebnahme erst ab 2009.

Peking (pte). Was die Gigantomanie Chinas angeht, scheint es als jage ein Weltrekord den nächsten. Eines der umstrittensten Bauwerke, das das Reich der Mitte mit Energie versorgen und die Menschen am Jangtse vor den gefürchteten Hochwassern bewahren soll, wird nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua am 20. Mai vollendet werden. Damit ist das größte Wasserkraftwerk neun Monate vor dem ursprünglichen Zeitplan fertig.

1993 wurde mit dem Bau des Kraftwerkes begonnen. Das inzwischen mehr als 70 Mrd. Dollar teure Projekt - die Kosten wurden ursprünglich mit 25 Mrd. Dollar beziffert - stand seit der Veröffentlichung der Baupläne im Kreuzfeuer der Kritik. Mehr als eine Mio. Menschen wurden umgesiedelt, der Jangtsekiang musste durch einen Kanal umgeleitet werden, ehe mit dem eigentlichen Bau der 185 Meter hohen und 2.309 Meter langen Staumauer begonnen werden konnte. "Es sind weniger als 3.000 Kubikmeter Beton, die wir noch verarbeiten müssen", erklärte Cao Guangjing von der China Yangtze River Three Gorges Project Development Corporation.

Mit dem Bauwerk will China auch seine Stärke als Technologie-Großmacht demonstrieren. Schließlich wird der Damm sehr oft mit der chinesischen Mauer verglichen. Die chinesische Regierung geht jedenfalls davon aus, dass durch den Damm jährlich 40 Mio. Tonnen Kohle weniger verfeuert werden müssen. Im Jahr 2009, wenn alle Turbinen ans Netz gehen, werden in Spitzenzeiten bis zu 18 Gigawatt Strom produziert. Gerade hier haken die Kritiker ein: Der Jangtsekiang, der im Tibetischen Hochland entspringt, führt eine derart große Menge an Sedimenten und Schlamm mit sich, dass die Spitzenleistung fast nie erreicht werden kann. Zudem kommt noch die stark schwankende Wasserführung als Problem hinzu.

Das Regierungs-Argument, dass der Damm 15 Mio. Menschen vor Flutkatastrophen schützen werde, treffe nicht zu, denn ein Hochwasserschutz im Oberlauf sei durch den Staudamm nicht gegeben. Eines der größten Probleme betrifft nach Ansicht von Umweltorganisationen wie etwa Greenpeace die veränderte Ökologie. Durch den Dammbau wurde ein einzigartiges Naturdenkmal unwiederbringlich zerstört. Die geologischen Auswirkungen sind zudem unklar. Ebenso die Gefährdung der Umwelt durch Abwässer. Ein weiterer Kritikpunkt der Umweltexperten betrifft die Vernichtung von wertvollen landwirtschaftlichen Flächen durch die Überflutung. Die umgesiedelten Bauern würden keinen Ersatz für den Verlust erhalten. Äußerst fraglich bleibt auch die Beantwortung der Frage nach dem Schiffbar machen des Flusses. Kritiker argumentieren damit, dass die zahlreichen Schleusen zeitintensiver wären, als das Ausbaggern einer Schifffahrtsrinne.

Quelle: pressetext Deutschland
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Fast jeder zweite User publiziert im WWW

Peking (pte). Am zweitgrößten Internet-Markt der Welt (China) boomen Weblogs. Bis Ende dieses Jahres wird die Anzahl der Online-Tagebücher die 60 Millionen-Marke überschreiten, berichtet das IT-Portal Cnet unter Berufung auf einen bericht der Universität Tsinghua. Derzeit gibt es in China rund 37 Mio. Weblogs, die von rund 16 Mio. Menschen betreut werden, insgesamt nutzen über 110 Mio. Chinesen regelmäßig das Internet.

Die Blogger-Seite Bokee, die seit 2002 in Betrieb und nach eigenen Angaben das größte chinesische Weblog-Portal ist, erstellt 100.000 neue Weblogs täglich. "Wenn 60 Mio. Chinesen bloggen, würde das bedeuten, dass jeder zweite Internet-Nutzer in China im Web publiziert", so der Direktor des Bereichs strategische Entwicklung von Bokee, Zhang Xiaorong. Laut dem Bericht der Universität soll die 100 Millionen-Grenze 2007 überschritten werden. Nur neun Prozent aller Blogger veröffentlichen täglich, 35 Prozent schreiben vier bis sechs Mal pro Woche und 35 Prozent nur ein bis zwei Mal wöchentlich, so das Ergebnis einer Untersuchung der Internet Society of China.

Obwohl die Betreiber der Weblog-Portale kräftig in die Technologie investieren, würde laut dem Universitätsbericht keiner damit Profit machen. Die konstant wachsende Zahl von Bloggern in China lockt neben lokalen Unternehmen auch ausländische Giganten wie Microsoft, Google und Yahoo. Die Kommunistische Partei fürchtet durch so viel öffentliche Meinung um ihre Macht und hat zahlreiche Weblogs gesperrt. Chat- und Nachrichten-Foren werden regelmäßig nach heiklen Worten wie "Freiheit" oder "Demokratie" gescannt und bei Bedarf zensiert.

Quelle: pressetext Deutschland
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