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Fiji-Inseln

Hallöchen,

nachdem ich mich heute auf völlig ungeräumten Gehwegen mit dem Rad zur Arbeit gequält, 8 Stunden geackert und dann wieder zurück gekämpft habe, liegt es nahe, als Entspannungsübung den nächsten (oder auch übernächsten) Urlaub zu planen.

Diesmal: Fiji-Inseln. Das wäre schon mal ein Traum von mir. Man muss zwar extrem lange fliegen, aber ich denke, es lohnt sich. Das muss schon ein kleines Paradies auf Erden sein.

Für heute hat's den Zweck erfüllt -- mir wird's ganz warm um's Herz :-)

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Comments on 'Fiji-Inseln'
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drb drb
2006/03/06
bei solch einem bild kann ich dir nur ein sternchen geben ... das ist doch unverschämt ... ich arbeite seit heute früh, bin jetzt langsam müde, aber bis eben ging´s mir relativ gut ... aber jetzt!?
da denkt man sich doch unwillkürlich, was komplett falsch im leben zu machen ... und besser mit thomas D zu sagen:
ich packe meine sachen und bin raus, mein kind ... ;)))

spaetzle spaetzle
2006/03/07
Naja, um ehrlich zu sein ist nur sehr wenigen Menschen dieses Glück zuteil, sich dauerhaft oder zumindest häufig an solch paradiesischen Orten aufzuhalten -- nämlich Anwohnern oder Millionären.

Da wir uns ja schon zu den Privilegierten dieser Welt zählen dürfen, die Arbeit, Essen im Überfluss, ein schönes Dach über dem Kopf, Gesundheitsversorgung etc. haben, dürfen wir uns nicht beschweren....

Träumen darf man trotzdem :-)

drb drb
2006/03/07
locker machen ... war ein witz ;)))

also ... habe dir auch ein paar sterne mehr gegeben ... 6 sterne an der zahl für das bild ...
schliesslich freu ich mich doch über solche bilder ;)))

helgesmutter helgesmutter
2006/03/07
Hi spaetzle, planst du wirklich einen Trip dahin? Ich kann's nur empfehlen. Ist aber nicht nur wie das Paradies auf deinem Foto. Hier meine Eindrücke von dort:

Bula aus FIJI
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Nach 2 Wochen auf der Hauptinsel von Fiji (Viti Levu) moechte ich euch nun endlich wieder an meiner Weltreise teilhaben lassen. Internet gibt es hier nur in den groesseren Staedten zu vernuenftigen Preisen und dann auch noch sehr langsam, sodass die Unmengen Fotos nur schleppend zu sehen sein werden. Fiji ist wirklich in jeder Beziehung unglaublich! Ich habe so viele Erlebnisse und Eindruecke schon in dieser kurzen Zeit und ohne ueberhaupt auf eine der anderen 320 Inseln gekommen zu sein - bis jetzt. Schon als ich von Neuseeland hier auf dem Flughafen ausgestiegen bin, war es so schoen mollig tropisch warm und eine 3-Mann-Kombo hat in Roecken fuer die Neuankoemmlinge am Gate ein Gitarrenstaendchen gespielt. Von da an hatte ich dieses breite Grinsen im Gesicht, was man hier automatisch den ganzen Tag hat, weil alles in Fiji so entspannt ist. Die Begruessung heisst ganz laut "Bula" mit eben diesem breiten Grinsen. Jeder, der einem auf der Strasse entgegenkommt, gruesst. Das Leben ist hier, mal abgesehen von angenehmen Temperaturen zw. 25-30 Grad, super bequem und relaxed. Ein typischer Ausdruck hier, der den Nagel auf den Kopf trifft, ist "Fiji-Time", d.h. die Uhren gehen hier anders! Es gibt fuer nichts wirklich feste Zeiten und alles braucht eine Weile. Normalerweise kann man so etwas als Deutscher nicht lange ertragen, aber wenn man schon eine ganze Weile unterwegs ist (sorry), dann ist man wirklich sehr entspannt dem allen gegenueber :-)
Die Natur hat neben dem Bombenwetter wirklich sehr viel zu bieten: Traumstraende, Palmen, Cocosnuesse & Papaya am Strassenrand, Berge, trop. Urwald, Baeche, Fluesse, Wasserfaelle, Korallenriffe usw.
Mein erstes Hostel war etwas ausserhalb der Stadt Nadi, welche selbst ziemlich dreckig und laut ist, aber interessant und viele Maerkte hat. Das Hostel liegt genau am Strand. Die Nacht kostet unglaubliche 5 EUR und das beinhltet schon ein kleines Fuehstueck! Am Ufer liegt ein Katamaran vor Anker, dessen Besitzer ich gleich am ersten Abend kennenlernte: ein Schweizer namens Hans, der schon seit 15 Jahren die Welt umsegelt und hier und da Gueter kauft und wieder verkauft oder ein paar Leute fuer einen Segeltrip mit an Board nimmt, um zu leben. Ein sehr relaxter Typ, mit dem ich mich auf Anhieb prima verstanden habe und er hat mich gefragt, ob ich mit ihm segeln wolle. Ich wollte erstmal die Insel kennenlernen, also haben wir uns fuer irgendwann spaeter verabredet (Fiji-Time) , damit wir fuer 1 Woche zu ein paar unbewohnten Inseln segeln koennen und ich wuerde dann fuer den gleichen Hostelpreis auf dem Boot mit leben. Darauf freue ich mich schon. Hoffe, das es noch klappt. Wenn nicht, ergibt sich schon was anderes Interessantes.

Hier leben ja die Haelfte Fijianer und die andere Haelfte Inder (in der 4.-5. Generation). So kommt es auch, dass ich oft indisch esse.

Busse verkehren ueberall und nirgends. Fahrplan gibt es nicht wirklich und Haltestellen auch nicht. Man haelt die Busse ohne Fenster einfach irgendwo an, wie es gerade passt. Ganz oft wird man aber auch von Leuten hinten auf dem Pickup oder LKW mitgenommen. Da sitzen dann meist schon jede Menge Schwarze und begruessen einen ganz lautstark "BULA" und schon kommt man ins Gespraech. Die sprechen ja alle Fijian oder Indisch, aber die offizielle Sprache ist Englisch und das kann ich ja ein bisschen ;-)

Nachdem ich also die Umgebung, Hans' Schiff und die Stadt angeguckt hatte, wollte ich dann irgendwann weiter, wusste aber nicht wohin und wie. Die meisten Touristen hier sind zw. 20-30 Jahren und nur auf einem kurzen Zwischenstopp zw. Neuseeland und USA fuer ein paar Tage Strandgammeln und Saufen (Englaender) hier und buchen irgendwelche teuren Insel-Hopping-Bootstouren mit ein paar Uebernachtungen. Das ist nicht so mein Ding. Da kann ich auch nach Ibiza fahren. Wie es der Zufall will, lernte ich spaeter eine Israelin kennen (Eshchar), die auch ueber 1 Monat in Fiji bleibt. Also haben wir beschlossen vom ueblichen Tourismus weg aufs Geradewohl mit einem dieser klapprigen, stinkenden, ueberfuellten Busse auf die Nordseite der Hauptinsel zu fahren. Nach 2 Tagen in einem Ort dort haben wir uns ein paar Gastgeschenke besorgt und sind am nexten Tag ins Landesinnere gefahren und sind einfach irgendwo im Urwald, wo die Strasse nicht mal mehr asphaltiert und nur noch einspurig war, in einer Ansammlung von Huetten rausgesprungen und haben uns vorgestellt. Da waren wir naturelich sofort der Mittelpunkt. Im Reisefuehrer stand alles beschrieben: Man soll dem Dorfoberhaupt bzw. Dorfaeltesten um Erlaubnis bitten, in der Siedlung zu bleiben und ihm ein Geschenk (sevusevu) vorlegen. Das sind zermahlene Wurzeln, die sie in einer Zeremonie als Getraenk den ganzen Abend (oder sonst auch bei wichtigen Entscheidungen) schluerfen. Wenn er das Geschenk akzeptiert, bekommt man eine Gastfamilie. Das alles war viel unkomplizierter als gedacht und imm Handumdrehen waren wir bei einer Familie willkommen. Eigentlich nur Vater, Mutter und Baby, aber am nexten Tag war ein Fest, so eine Art nachtraeglicher Hochzeit mit einem etwas weiter entfernten Dorf, wo die Frau (21) herkommt und deshalb war die ganze bucklige Verwandtschaft schon anwesend, um alle Vorbereitungen zu treffen und es wurde eine lange Nacht. Die haben kein Strom und kein fliessendes Wasser. Sie erzaehlen sich gern "Geschichten" und quatschen einfach nur gesellig. Alle luemmeln in dem Hauptraum der Huette auf selbstgeknuepften Matten aus Palmenblaettern herum. Wir waren natuerlich eine willkommene Informationsquelle und Abwechslung aus der westlichen Welt und mussten viel erzaehlen...
Dann spaeter nachts wurde ich zum Sohn des Oberhaupts in seine Huette gerufen und er hat das Geschenk angenommen und wir haben das Zeug mit eben dieser Zeremonie heruntergespuelt. Das fuehre ich euch mal vor, wenn ich wieder da bin. Leider wird man von dem Zeug nicht benebelt, man bekommt nur eine etwas taube Zunge und Mund, deshalb rauchen sie nebenbei noch Selbstangebautes. Fuer Alk sind sie nicht so, ist auch viel zu teuer und der nexte Laden waere eh 2 Stunden mit dem Bus entfernt.

Mein schwarzer Bruder (Gastbruder) Amini hatte uns schon am Nachmittag mit seinen Freunden und Cousins an den Fluss nah der Siedlung genommen und waehrend 2 von ihnen mit Macheten Bambusbaeume gefaellt und ein Floss (Billibilli) gebaut haben, waren wir scwimmen, haben uns zeigen lassen, wie man Krabben mit der Hand faengt und sie dann in einer halben Cocosschale geroestet und gegessen und bissl was geraucht. Dann mit dem Floss zurueck ueber ein paar kleine Stromschnellen ins Dorf (siehe Fotos).
In dem Fluss wird auch jeden Morgen anstelle eine Dusche gebadet, natuerlich Maenner und Frauen getrennt. Ueberhaupt machen sie viel in Grueppchen die Maenner fuer sich und die Frauen.

Am nexten Tag war das grosse Fest. Das ganze Dorf ist ins andere Dorf gezogen und hat Unmengen an Geschanken in Form von Matten, Kerosin fuer Lampen und Wahlzaehne (ihr Heiligtum) mitgenommen. Das Fest erklaere ich bei den Fotos dann naeher. Gegipelt hat es dann in einem grossen Festessen von allen moeglichen traditionellen Speisen. Erzaehl ich auch alles mal spaeter, was es da so zu essen gab...

Am nexten Tag war es dann auch wieder viel ruhiger, weil die Verwandten wieder weg waren. Etwas mehr Zeit, um ihr Leben besser kennenzulernen. Sie leben sehr einfach und einfach anderes. Essen auf einer Art Tischdecke auf dem Boden (fast alles selbstangebaute Gemuese, Wurzeln und Fruechte) , kochen ueber dem offenden Feuer, kein TV, kein Telefon. Sie sind richtig schoen abgekapselt. Er arbeitet allerdings fuer das Busunternehmen, was jeden Tag durch das Dorf kommt und faehrt also oft in die Stadt, d.h. sie lesen auch Zeitung und wissen, was los ist, kennen alle neuen Errungenschaften, haben auch einige Sachen wie Radio, batteriebetriebenes Keyboard usw. Viel lernen sie aus Buechern und von Reisenden und anderen Dorfmitbewohnern Mund-zu-Mund.
Die meisten Fijianer laufen barfuss auch in den Staedten. Sie haben extrem breite, ausgelatschte, verhornte Fuesse, sodass es ihnen nichts ausmacht, wo unsereiner dahinstakselt.
Sobald wir im Dorf Durst hatten, brauchten wir nur einen Ton zu sagen und sie haben uns sofort eine Cocosnuss vom Baum geholt und sie mit der Machete aufgehackt. Sie wissen, dass ihr Wasser dort fuer uns nicht so gut ist. Normalerweise haben sie im Dorf eine Wasserleitung, aber die wurde vor 4 Wochen bei der grossen Ueberschwemmung dort unten zerstoert. Ich weiss nicht, ob man das in Europa ueberhaupt mitbekommen hat. Als ich noch in Neuseeland war, war es jedenfalls steandig in den Nachrichten. Es wird einige Zeit dauern, um die Leitung wieder in Stand zu setzen (Fiji-Time), aber sie brauchen sie ja auch nicht wirklich dringend. Auf dem kleinen separaten von Wellblech umkleideten Klo wird mit einem Eimer Regenwasser nachgespuelt. Das erinnerte mich an unseren ersten Garten.
Sie sind so gastfreundlich, sie haben immer wieder gesagt, das wir es sofort sagen sollen, wenn wir etwas wollen. Meist haben sie auch beim gemeinsamen essen gewartet, bis wir gegessen hatten und dann haben sie erst zugelangt. Das war schon komisch, weil man sich da nicht traut, wirklich viel zu essen.Einmal sah es so aus, als waere nicht genug da. Ein anderes mal gab es dann aber wieder reichlich.

Die Fijianer sind allesamt sehr religioes und zwar christlich. Erst vor ca. 150 Jahren kamen Missionare hier her und haben ihnen Cannibalismus abgewoehnt, Englisch und Schreiben beigebracht und sie bekehrt. Es ist unglaublich, mit jemandem zu sprechen, der mit soviel Nachdruck und Glauben, Ruhe und Zuversicht dir Auge in Auge versichert, dass das, was in der Bibel geschrieben steht, tatsaechlich wahr ist und genauso passieren wird. Die haben damals wirklich ganze Arbeit geleistet!

Die Sterne sind hier weit ab der Zivilisation wieder umwerfend. Man sieht die Milchstrasse wie einen gewaltigen breiten Teppich, eine unheimliche Masse an Sternen.

Nach 2 Tagen (sie wollten uns gar nicht mehr gehen lassen) wollten wir dann wieder mal eine heisse Dusche, etwas Grossstadtluft schnuppern und auch mal wieder Privatsphaere haben. Sie sind wirklich sehr nett, aber die Kultur und das Dorfleben ist eben so, dass sie staendig um einen herumhaengen auch beim Umziehen. Das ist bissl ungewohnt.
Solche warmherzigen einfachen ehrlichen Menschen habe ich echt noch nie kennengelernt. Alleine ihre Gesichter sprechen Baende zu dir und man sieht, dass es nicht gekuenstelt ist. Sie haben alles mit uns geteilt, Haus, Essen, Leben und uns sehr viel von ihrer Sprache beigebracht, womit man an anderer Stelle jetzt wieder schnell einen Verbuendeten hat z.B. auf dem Markt, weil sie merken, dass du wirklich interessiert bist und kein Pauschali bist.

Wenn ich am Ende meines Fiji-Aufenthalts noch Zeit habe, gehe ich sie nochmal besuchen. Ist ein paar Stunden mit dem Bus, aber das ist sehr billig. Auf jeden Fall musste ich ihnen verpsrechen, ihnen alle Fotos zu schicken, die ich dort geschossen habe. Das ist fuer sie das Groesste.

Nach ein paar Tagen rumhaengen in der Hauptstadt Suva, sind wir an der suedlichen Korallenkueste zum tauchen gefahren. Esh hat auch am Anfang ihrer Reise den Tauchschein gemacht. Im allgemeinen habe ich bisher extrem viele Israelis unter den Reisenden getroffen. Die scheinen alle Kohle zu haben ;-) Sie hat schon 20 Tauchgaenge, ich erst 10. Das Tauchen war wieder super! Eigentlich ist die Stelle vor einer kleinen Insel namens Beqa fuer Haie bekannt, aber wir haben leider (oder zum Glueck ;-) keine zu Gesicht bekommen. Dafuer sind wir in 22m Tiefe zu einem Schiffswrack getaucht, das schon mit kleinen Korallen ueberwachsen war und wo sich schon alle moeglichen bunten Fische dran getummelt haben. Die Sicht ist bei dem guten Wetter hier selbst in dieser Tiefe sehr gut, teilweise 50m weit. Allerdings war sehr starker Sehgang an der Oberflaeche und mir war schon auf dem kleinen Tauchboot bis dahin zu der Tauchstelle in der Lagoon ziemlich uebel. Im und unter Wasser ging es dann auch wieder weg. Hatte aber auch etwas Respekt, da mein letzter Tauchgang schon wieder 3 Monate in Australien her war und ich noch nie mit anderem Equipment als dem von der Tauchschule getaucht bin. Aber der Tauchfuehrer ist immer da und checkt dich und fragt unter Wasser, ob alles ok ist. Der 2.Gang am Nachmittag nach einem kurzen Mittagessen auf dem Boot war dann viel entspannter.
Heute sind wir weiter westlich und uebermorgen wollen wir gleich nochmal tauchen gehen. Am Freitag fliegt Esh ab. Es ist immer ganz gut, jemanden als Reisekumpan fuer eine Weile zu haben.
Am WE will ich dann sehen, ob ich Hans treffen kann oder ich fahre mit einem Fischerboot oder eine Faehre selbst zu einer anderen Inselgruppe.


Heute ist es mal wieder Zeit fuer ein neues Update meiner Reise. Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell die Zeit in Fiji vergangen ist.

Als ich wieder zurueck in Nadi ankam, war ich gleich noch 2x tauchen. Die beiden Tauchgaenge waren noch viel besser als die anderen beiden ein paar Tage zuvor an der Beqa Lagune. Diesmal haben wir sogar einen Hai gesehen (Riffhai mit weisser Spitze an der oberen Flosse). Zuerst hat er ganz ruhig auf dem Meeresgrund in etwa 30m Tiefe geschlafen und dann ist er aufgewacht und gemuetlich unter uns durchgeschwommen. Er war ungefaehr 2m lang. Das war ein irre guter Tauchgang, bei dem wir noch einen Haufen andere coole Fische gesehen haben u.a. natuerlich Nemo, der ist ueberall. Mein Lieblingsspruch beim Tauchen ist glaube ich, wenn man in die Taucherbrille spuckt, damit sie nicht beschlaegt: "The greener, the cleaner!" Ein Tagesausflug mit 2x Tauchen und kleinem Lunch kostet hier ca. 60 EUR, also Schnaeppchen.

Ich hatte dann noch einen super Sonntag mit Hans in der Stadt und auf seinem Boot. Nach ein paar Tagen im Hostel in Nadi hatte ich dann aber die Nase wieder voll von den ganzen Paar-Tage-Touristen, meist saufende englische 20Jaehrige und bin deshalb mit dem nexten Bus die Suedkueste wieder zurueck in die Hauptstadt Suva gefahren. Suva ist mit 170 000 Einwohnern die groesste Stadt im Suedpazifik, aber bei weitem nicht so touristisch wie Nadi nahe dem Flughafen und somit viel angenehmer. Im Bus hat mal wieder jemand sein Fruehstueck hochgebracht, sodass es im ganzen Bus ziemlich gestunken hat und ich auch kurz davor war. Irgendwie hat bis jetzt bei jeder Busfahrt hier jemand gegoebelt. Die Fijis koennen das anscheinend auch net ab.

In Suva war ich dann laenger als ich eigentlich geplant hatte. Es war einfach schoen, dort etwas Zeit zu verbringen. Dann hab ich mich aufgerafft, zu einer anderen kleinen Insel zu fahren, die westlich der Hauptinsel liegt, Ovalau. Fuer eine relativ kleine Entfernung musste ich fast eine ganze Tagesreise unternehmen – Bus, Faehre, Bus. Auf dem Weg dorthin habe ich Sabine aus Wien getroffen. Sie war schon 2 Monate in Fiji und hatte die letzten 5 Wochen auf einer anderen Insel fuer einen sagenhaften Preis ihre Dive-Master Ausbildung gemacht. Die Stadt oder vielmehr Ort, wo wir hin wollten, ist Levuka, die ehem. Hauptstadt von Fiji. Die aufregenden Tage sind dort laengst Vergangenheit und es ist nunmehr ein kleiner beschaulicher Ort mit einer uralten Ladenstrasse und einer Fischfabrik. Ein Muss ist das aelteste Hotel von Fiji - The Royal Hotel, 1860. Das hatte echt ein cooles Flair und die Dormbetten waren wieder nur 5,50 EUR pro Nacht. Im Inneren die Insel ist ein alter Vulkankrater in dem ein legaendaeres Dorf liegt, Lovoni. Es galt ueber Jahrhunderte als unbesiegbar und wurde nur durch eine List ueberwunden. Ein Dorfbewohner macht eine 4stuendige Tour durch den Urwald zum Dorf hin und erklaert dabei die Heilkraefte der verschiedenen Pflanzen am Weg, u.a. gibt es da eine Heilpflanze gegen AIDS und Brustkrebs. Man lernt also selbst nach 6 Jahren Medizinstudium noch etwas Banhbrechendes dazu :-) Naja, sicherlich gibt es viele Sachen, die die koerpereigene Abwehr bei kleinen Infekten und Unwohlsein unterstuetzen. Dann gab es ein traditionelles Fijian Essen in seiner Huette. Apropos Unwohlsein. In der nexten Nacht wache ich auf und mir ist kalt und heiss und ich kippe auf dem Klo fast um. Dann hab ich mir die Seele aus dem Leib gekotzt. Leider war es damit nicht vorbei, sondern ich bin stuendlich wieder aufgewacht und hatte Hitzewellen, dann kamen die Kopf- und Gliederschmerzen. Den ganzen nexten Tag habe ich mit Fieber im Bett gelegen und die Damen vom Hotel sagten, dass im Radio gesagt wurde, dass ein Virus in Fiji umgeht und dass es auch noch 2 andere Gaeste haben. Na wenigstens war es keine der schrecklichen Krankheiten, die im Reisefuehrer stehen. Das war das erste Mal auf meiner ganzen Reise, dass ich wirklich krank war. Zwei Tage spaeter war es wieder gut und nur eine verstopfte Nasennebenhoehle ist noch geblieben. Deshalb konnte ich auch nicht mit auf die Lost Island fahren. Naja, es hatte eh geregnet. Ja, das gibt es hier auch.

Auf dem Rueckweg zur anderen Insel und in die Naehe des Flughafens hab ich dann nochmal eine Nacht in dem Dorf uebernachtet, wo mein Fijian Bruder wohnt. Die haben sich natuerlich voll gefreut und ich hatte ein Foto fuer sie entwickelt und sie haben mir eine dieser Matten aus Blaettern geschenkt, die sie in den Huetten als “Teppich” haben. Ich hatte mir schon vorgenommen, in Nadi vor meiner Abreise noch eine grosse Holzmaske zu kaufen und hab dann prompt auf dem Markt eine Handgeschnitzte fuer einen gut ausgehandelten Preis bekommen (siehe Fotos).

Das einzige, was mir in Fiji mit der Zeit auf den Nerv gegangen ist, war das Essen. Leider gibt es in den Hostels nicht wie in Australien oder NZ die Moeglichkeit, selbst zu kochen, d.h. man muss staendig was bestellen oder auf die Suche gehen und dann findet man meist nur indisch, Burger oder Fish’n’Chips, also sehr einseitig und nicht grad gesund. Ich haette echt sterben koennen fuer eine frische Gemuesepfanne. Selbst wenn man haette kochen koennen, haette man auf dem Markt auch nicht wirklich etwas Schmackhaftes oder eine wirkliche Auswahl bekommen.

Fiji war trotzdem eines der Highlights meiner Reise, das kann ich jetzt sagen. Es gibt wahnsinnig viel su sehen und zu unternehmen. Und wenn man nicht irgendwelche vorgefertigten ueberteuerten Touri-Trips bucht, kommt man richtig preiswert davon. Ich habe in 1 Monat genau die Haelfte von dem ausgegeben, was ich mir als Limit gesetzt hatte und dafuer war ich auch noch 4x Tauchen und habe ein grosses Souvenier gekauft (Kannibalenmaske siehe Fotos).


Ich bin 3 Tage eher von Fiji nach L.A. geflogen, damit es mit Scott's Plaenen zusammenpasst. Um Daten meines Flugtickets waehrend der Reise zu veraendern, zahlt man jedesmal mind. 25 US$ plus sonstige Gebuehren des jeweiligen Landes. Also sollte ich in Fiji dann, wenn ich am Flughafenterminal einchecke und mein geaendertes Ticket in Empfang nehme, 50Fiji$ zahlen (ca.25EUR). Naja, wie die Fijis halt so sind (Fiji-Time), haben die das natuerlich total vergessen und mich nicht abkassiert, hehe :-)

Etwas ist mir in Fiji noch extrem aufgefallen: Alle Einheimischen (Fijians und Inder) haben super weisse schoene Zaehne. Ist schon wahnsinn, wie man sich die Beisserchen in unserer Zivilisation durch Zuckergenuss kaputt macht, der ja quasi ueberall drin ist!

Hier noch eine kurze Anekdote vom Flughafen bei der Abreise. Normalerweise nehme ich immer alle spitzen und scharfen Gegenstaende aus dem Handgepaeck heraus und stecke sie in die grosse Tasche, weil man sie sonst weggenommen bekommt. Diesmal hatte ich aber 2 Nagelfeilen, ein kleines schweizer Taschenmesser und eine groessere Schere im Handgepaeck. Nachdem sie dreimal meinen kleinen Rucksack durchleuchtet hatten, musste ich schliesslich die Schere abgeben. Die feilen haben sie mir gelassen und das Taschenmesser gar nicht erst bemerkt!!! Mit diesen "Waffen" durfte ich dann an Bord des 2 etagigen Jumbo-Jets nach L.A.! Soviel zum Thema Sicherheit am Flughafen in Nadi/Fiji.

Hier noch fix mein kleiner Wortschatz Fijiisch ( so, wie man es ausspricht), fuer alle, die mal hier herkommen:

Bulaaaa - Hallo, Willkommen
winaka (wakalewu) - Danke (schoen)
tu loh - Entschuldigung (wenn man vorbei will)
sota tale - bis bald
morthey - Auf Wiedersehen
timbi - Dealer
kana - essen
kana lewu - iss mehr!
ijo - ja
wara winaka - nein danke (ich hab bereits genug vom Joint gehabt ;-)
jandra - Moin
bongih - N'Abend
bumbu - Oma
billibilli - Floss
sulu - trad.Rock (Kleidung!)
sewusewu - Geschenk fuer Chief (meist Kava)
tanjabat - Danke auf indisch

Fotos aus Fiji auf www.mitulsky.de

spaetzle spaetzle
2006/03/09
Wow, ich würde sagen dieser Kommentar bietet genug Stoff für einen eigenen Blog :-)

helgesmutter helgesmutter
2006/03/11
...gibts auch schon!

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