Nokia und Subventionen
Eines vorweg: Ich hatte noch nie ein Nokia-Handy und werde wohl auch nie eines haben. Mein erstes Handy war eines von Motorola, ab dann nur noch Ericsson und später natürlich Sony-Ericsson. Ich hab mich schon zu sehr an die Menü-Führung dieser Marke gewöhnt und nur aus diesem Grund werde ich wohl nie ein Nokia-Handy mein Eigen nennen.
Nun, Peter Struck (SPD) will nun sein Nokia-Handy abgeben, Horst Seehofer (CSU) macht dies wohl auch. Somit praktizieren zumindest diese zwei prominente Herren, was ich schon immer mache (aber aus anderen Beweggründen als ich): Nicht mit Handies von Nokia telefonieren.
Beiden Herren haben wohl auch schon ihre Siemens BenQ-Handies abgegeben. Dann wird es ja langsam eng auf dem Markt...
Also zum Punkt: Nokia schliesst seinen Produktionsstandort in Bochum und verlegt ihn nach Rumänien.
Sinngemäß funktionierte das so: Nokia streicht Subventionen ein, um sich am Standort Bochum mit seiner Produktion niederzulassen. Nun sind die Subventionen ausgelaufen und die Herren aus Finnland haben sich nach einer schnellen Rechnung dazu entschlossen, das Werk zu schliessen und in einen billigeren Produktionsstandort zu verlegen. In diesem Fall ist es Jucu, Rumänien.
Standort schliessen heisst in diesem Fall: 2.300 Mitarbeiter entlassen. Möglicherweise zieht das weitere Kreise. Z.B. sind wohl weitere 200 Arbeitsplätze bei der DHL in Gefahr, weil DHL eben die Produkte von Bochum in die weite Welt versendet.
Na ja, wir haben es alle mitbekommen: Diese Nachricht hat hohe Wellen geschlagen und ein bisschen sind wir auch im Wahlkampf. Da muss man schon einmal so richtig auf die Kacke hauen dürfen!
Aber: Was ist daran so verwerflich? Nokia bekommt vom Staat/der EU Subventionen um sich in Bochum anzusiedeln. Hierbei gibt es eine Sperrfrist. Nach der Sperrfrist ist Nokia frei und kann das tun, was das Unternehmen für wirtschaftlich erachtet. Hierbei geht es bestimmt nicht nur um das vergleichsweise super hohe Lohnniveau bei uns im Vergleich zu Rumänien. Möglicherweise sind Kosten für Transport, Energie, Steuern oder Verwaltung (Stichwort Bürokratie) in Rumänien ganz andere.
Möglicherweise hat sich die Produktion in Deutschland für Nokia eben nur mit der Subvention gelohnt. Mal ehrlich: Das sollte doch niemanden mehr verwundern. Wie viele namhafte Unternehmen der Elektronik-Industrie produzieren in Deutschland?
Am Endes des Tages ist dieses aktuelle Beispiel ein sehr gutes Beispiel um zu zeigen, dass Subventionen den Wettbewerb verzerren und unsere Wirtschaft belasten. Ohne Subventionen hätte sich Nokia in Bochum nicht angesiedelt. Mit Subventionen machen sie es, fällt die Subvention wieder weg, gehen sie. Das Problem hier ist das System der Subventionen.
Wenn wir Deutsche (bzw. in Deutschland lebende) die Subventionen aus unseren Steuergeldern zahlen und am Ende des Tages mit den selben Steuergelden ggf. auch wieder Anreize für eine Ansiedelung in Rumänien geben, ist wirklich (wirklich, wirklich, wirklich) was ganz Elementares falsch an unserem volkswirtschaftlichem System: Subventionen sind pures Gift!
Anstatt darüber nachzudenken Nokia-Produkte zu boykottieren, sollten wir alle drüber nachdenken die richtigen Wahlprogramme zu wählen! Es gibt bestimmt auch ganz viele, gute Beispiele für Subventionen. Aber wenn die Politik in eine Volkswirtschaft quasi wie in einer Planwirtschaft eingreift, dann wird das meiner Meinung sehr, sehr gefährlich. Die Leidtragenden sind wir all: Die Steuerzahler (und die betroffenen des Nokia-Werkes in Bochum).
P.S.: Was glaubt ihr wie lange Nokia in Rumänien verweilen wird. Dort steigen die Löhne um geschätzte sechs bis zehn Prozent pro Jahr. Fünf Jahr und Nokia lässt in Nepal produzieren. Es wird dort bestimmt auch ein paar Subventionen geben…
Es grüßt euch euer Slayer! |
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Comments on 'Nokia und Subventionen'
Refresh
wo es um gewinne geht, spielt die moral höchstens eine nebenrolle, das war immer so. der verbraucherotto könnte zwar solche produkte boykottieren, doch hat er meiner ansicht nach auch keine bessere moral als die unternehmen selbst. geiz ist geil, was glaubt ihr, wo und zu welchen bedingungen das zeugs hergestellt wird?
so weit so schlecht. mich überrascht nur ein wenig das verlogene pseudo-betroffene hype der medien.
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ich wusste bis vorgestern nicht mal, dass nokia ein werk in bochum hat ^^
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Gut! Dann musst du dir diese Information auch gar nicht merken ;) Vergiss es einfach, weil ab jetzt hat Nokia kein Werk mehr in Bochum. Jetzt hat Nokia das Werk in Jucu. Das ist in Rumänien. Das kannst du dir merken, denn Nokia ist bestimmt zwei Jahr dort. Dann wandern sie irgenwo in die Malachei, weil es dort neue Subventionen von bekloppten Politikern gibt :)
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Jucu kann ich mir merken ^^ wer kennt diesen ort nicht? bald zieht übrigens siemens nach kambodscha um und ich übernehme den laden!
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So, einen Nachtrag habe ich dann noch: Nokia verbucht einen sensationellen Gewinn von 7,205 Milliarden (vs. 4,3 in 2006) - dies entspricht einem Plus von schlappen 67% (in EINEM Jahr). [Quelle..] Und: Nokia bietet Mitarbeitern aus Bochum an, nach Rumänien zu ziehen - dort würde es einen Job geben. Immerhin - hoffentlich zu einem Deutschen Gehalt. Das könnte in Rumänien echt interessant sein!
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