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Die Überschrift ist zugegebenerweise nicht sooo originell und auch schon ein bisschen abgenutzt, aber sie passt trotzdem ganz gut...
Frollein Red, dieser Tage noch winterlich dunkelbeschopft kämpft nach wie vor gegen grausliche Drachen und die Sonne, wobei es bereit ist, sich mit Letztgenannter zu arrangieren (Clärchen meint es ja nicht böse), während es der Erstgenannten weiterhin mit unverminderter Herzlichkeit eine Bettpfanne um die Ohren hauen möchte. Was es nicht darf, denn das Hauen von Drachen mit Bettpfannen ist verboten. Obwohl das so eigentlich nirgendwo geschrieben steht...

Für all jene, die sich an Frollein Red und dessen Chef-Drachin erinnern, sei erwähnt, dass der Drachenkampf langsam aber doch bemerkbar Fortschritte macht. Die Drachin droht mit ihrem Anwalt, die Chef-Etage hat die interne Drachenangelegenheit an höhere Instanzen weitergeleitet und das niedrige Fussvolk hält tapfer die Hoffnung am Leben, die ja bekanntlich immer zuletzt stirbt...

...denen, die das hier lesen und nicht wissen, was es bedeuten soll, sei gesagt: macht nix.

Und allen, den Wissenden wie den Ahnungslosen wünsche ich einen schönen Sonntag. Mit Betonung auf Sonn(e)...

Man liest sich...
herzlich Red


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Krank

2007/02/09
| Category: twillightzone: Leben und so | Comments: 3
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Ich bin krank. Jawohl. Schon wieder oder immer noch, wie auch immer, auf jeden Fall war ich beim Arzt.
Erwähnte ich eigentlich schon meinen niegelnagelneuen Hausarzt? Gesehen habe ich IHN ja noch nie, aber ich durfte mich schon davon überzeugen, dass er ein wirklich nettes Praxisteam hat. Als ich das letzte Mal da war, behandelte mich eine grosse dunkelhaarige Ärztin, die ich ein paar Tage zuvor beim Bereitschaftsärtzlichen Notdienst kennengelernt und die mich gefragt hatte: "Sie suchen nicht zufällig einen Hausarzt?" Und ob ich einen suchte, schliesslich war ich bei der fröhlichen Griechin meines Lebens nicht mehr sicher...oder doch zumindest meiner Gesundheit nicht. Tja.
Die grosse Dunkelhaarige ist aber nicht mehr da. Dafür aber nun eine kleine Blonde. Die schien unendlich viel Zeit für mich zu haben, kam von selbst drauf, mich zu fragen, ob ich am Wochenende Schichtdienst hätte und schenkte mir ein Bonbon. Hach! Wie in ganz alten Zeiten, als Red noch klein war und sich vor Ärzten fürchtete...wie schön. Nicht das Fürchten, sondern das mit dem Bonbon.

Auf dem Heimweg habe ich die ganze Zeit darüber nachgedacht, wie ich nur drauf komme, dass der Name des Medikaments, das sie mir verschrieben hat, irgendwie so klingt wie der Name für ein Küken. Oder für ein Huhn...

Und dann kam ich drauf. Das ist nicht der Name für ein Huhn. Aber ich war doch ziemlich nah dran.
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Vor einer Stunde hat es an unserer Tür geläutet. An der Wohnungstür. Und mein Mitbewohner hat natürlich aufgemacht. Ohne vorher durch den Spion zu schauen, der ja eigens dafür gemacht ist, dass man hindurch schaut, wenn es an der Wohnungstür läutet. Vor allem, wenn man in einem Haus wohnt, dessen Haustür abgeschlossen und daher nur von schlüsselinnehabenden Mietern zu öffnen ist. Ein Haus, das mit einer Gegensprechanlage versehen ist. Ein Haus, in dem ein unerwartetes Läuten an der Wohnungstür bedeutet, dass jemand draussen steht, den man vermutlich nicht sehen möchte. Zum Beispiel Nachbar san von über uns, der militanter Nichtraucher ist und sich von meinem Rauchen belästigt fühlt, seit er davon Kenntnis erhalten hat. Oder ein Auftragskiller. Mein Mitbewohner, der ohne vorher nachzusehen die Tür öffnete, hatte Pech, denn es war weder der Nachbar san noch ein Auftragskiller, sondern die Zeugen Jehovas.
Auf die waren wir heute irgendwie nicht vorbereitet. Normalerweise beschützt der Gott des Metal dieses Heim. Heute nicht. Mieses Timing.
Was ich immer wieder so faszinierend an den Zeugen Jehovas finde, ist ihre Eloquenz. Sie sagen nicht etwa: "Hallo, wir sind von den Zeugen Jehovas und...", denn sie wissen, dass sie in den meisten Fällen eben nicht weiter kämen bis zu jenem "und". Sie fallen einem auch nicht mit der Tür ins Haus, indem sie einem sofort die Worte "Gott" und "Sünde" und "bessere Welt" um die Ohren schlagen. Vermutlich, weil sie damit rechnen müssen, dass unsereiner zurück schlägt. Oder eben ihnen die Tür vor der Nase zu. Nein, sie holten tief Luft und meilenweit aus, und obwohl du genau weisst, worauf sie hinaus wollen (denn schliesslich hast du sie ja längst erkannt), wartest du mit einer Mischung aus unendlichem Genervtsein und gequälter Neugier darauf, dass sie zur Sache kommen.
Die heutigen waren wirklich gut. Vor allem waren sie alt. Und sowohl ich als auch mein Mitbewohner sind Altenpfleger. Niemals würden wir einem alten Menschen ins Wort fallen, wenn dieser gerade bemüht ist, sich mitzuteilen. Selbst dann nicht, wenn uns das, was er mitzuteilen hat, so sehr interessiert wie der Wasserstand der Isar vom April 2003. Während wir also immer noch geduldig warteten, wann der männliche Part des greisen Pärchens nun endlich seinen Schachtelsatz zu Ende bringen würde, konnten wir aus den übrigen Wohnungen auf unserer Etage unmissverständliche Verbarrikadierungs-Geräusche vernehmen, denn die Nachbarn hatten natürlich durch den Türspion geschaut...
Mein Mitbewohner schaffte es, die Zeugen Jehovas ohne Beschimpfungen oder Androhung von Gewalt loszuwerden, indem er ihnen erklärte, dass der Zeitpunkt ausgesprochen ungünstig sei:
Unser Kind, der Antichrist, sei noch so klein, dass ihn der Kontakt mit anderen Glaubenslehren ausser der einen, wahrhaftigen, möglicherweise verwirren und beunruhigen könnten. Das Risiko eines Traumas sei einfach zu hoch. Der Kleine wäre schliesslich noch so anfällig, zumal er ja auch noch gar nicht im Vollbesitz seiner Kräfte sei. Einem alles andere als wehrhaften Kind solch eine Konfrontation zuzumuten, wäre einfach unverantwortlich. In ein paar Jahren vielleicht, ja. Aber im Augenblick doch eher nicht.
Die beiden Alten waren sehr verständnisvoll. Natürlich hielten sie uns für komplett wahnsinnig, aber ach: der Zweck heiligt schliesslich die Mittel...

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Schnee, Schnee, Schnee...

2007/01/26
| Category: twillightzone: Leben und so | Comments: 3
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Nachdem das frühlingsmilde Wetter noch vor ein paar Tagen unseren armen Slayer ziemlich verwirrte, sollte ich vielleicht mal erwähnen, dass der auch von mir so sehr vermisste Schnee inzwischen bei uns eingetroffen ist. Jawoll ja. Und zwar jede Menge davon.
Ich weiss, "jede Menge" ist relativ, aber ich wohne in der Stadt. Jedenfalls so ziemlich. Ich meine, so ziemlich im Sinne von "an einem Ort, an dem drei einzelne Schneeflocken bedeuten: nix geht mehr". Auch im Winter. Also, im Sommer vermutlich sowieso. Sollten sich hier so Mitte August drei einzelne Schneeflocken frech irgendwo hinsetzen und nicht augenblicklich vor lauter Scham und Schande über ihr mieses Zeitgefühl schmelzen, dann wird die Stadt vermutlich evakuiert. Aber im Winter, wenn man doch mit dem einen oder anderen Schneeflöckchen rechnen muss, auch wenn das Zeug inzwischen zunehmend seltener vom Himmel bröselt, dann, wie gesagt, geht nur eben nix mehr.
Vor allem, wenn man, so wie meinereine, zwecks Erreichen der Arbeit nicht IN die Stadt will, sondern AUS ihr HERAUS.
Obwohl ich mich äusserst ungern vor dem unvermeidlichen Aufstehen aus dem Bett quäle, habe ich es gestern doch irgendwie geschafft, einen Bus früher zu nehmen. Zumindest glaube ich, dass es ein Bus früher war. Es könnte auch der Bus davor mit Verspätung gewesen sein. Oder der von vor einer Stunde. Fakt ist, da kam ein Bus. Vermutlich kam danach für lange Zeit keiner mehr. Denn den einzigen Bus der selben Linie in Gegenrichtigung entdeckte ich so ungefähr vierzig Minuten später...als ich immer noch in MEINEM Bus sass. Ich hätte auch draussen nebenher laufen können, aber zum einen war es mir dafür zu kalt, zum anderen hätte das der Busfahrer vielleicht nicht so toll gefunden.
Wenn man für die Strecke, die man normalerweise in gut zehn Minuten zurücklegt, auf einmal die fünffache Zeit braucht, dann hat das auf jeden Fall einen Vorteil: danach hast du einfach alle Zeit der Welt. Jawohl. Denn deine Bahn ist vor einer halben Ewigkeit abgefahren, also wirst du deinen Anschluss-Bus nicht kriegen. Warum also Eile?
Ich bin trotzdem pünktlich in die Arbeit gekommen. Denn mein Anschluss-Bus war vielleicht weg, vielleicht aber auch nicht, auf jeden Fall kam grad einer, als ich aus der U-Bahn-Station stapfte. Der stand irgendwie in keinem Fahrplan, aber unter den gegebenen Umständen war es nicht angebracht, pingelig zu sein und darauf zu bestehen, dass der Bus noch mal zurückfährt und pünktlich wiederkommt.
Beim Blick aus dem Busfenster hinaus ins Winterwunderland wäre ich beinahe desertiert. Beinahe.
Schnee! Juchu!!!
Vielleicht sollte ich mir ein paar Tüten Schnee raufholen und einfrieren...?

Na...Foto tut es vielleicht auch...
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Filosofisches: Needful Things

2007/01/17
| Category: Filosofisches | Comments: 3
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Ich liebe Stephen King's "Needful Things". Ich mag auch das Buch, aber vor allem liebe ich die Geschichte. Ich habe schon als Kind darüber nachgedacht. Über den Preis der Dinge im Leben.
Die Geschichte handelt von einem neu eröffneten Laden in einer kleinen Stadt. Er nennt sich: "Needful Things". Notwendige Dinge. Dinge, die man braucht. Dinge, die man haben will. Ein Laden voller Obsessionen. Denn in dem Laden findet jeder, der hineingeht, so ziemlich das, was er sich am meisten wünscht und wovon er meint, es unbedingt haben zu müssen. Und der Preis scheint immer überraschend günstig. Der Kauf ist nie eine Frage des Geldes, denn der Ladenbesitzer fordert daneben immer noch eine Kleinigkeit: eine Gefälligkeit. Zu erbringen bei Bedarf. Und irgendwie sind es auch immer nur harmlose Streiche, die dafür begangen werden sollen. Bettlaken mit Schlamm beschmieren, Fenster mit Steinen zerwerfen. Autoreifen zerstechen. Briefe einstecken. Naja, und einen Hund erstechen. Nichts Weltbewegendes.
Ein kleiner Junge namens Brian findet in diesem Laden eine seltene Baseball-Sammelkarte, die für ihn so ziemlich das Wunderbarste auf der Welt ist. Er will diese Karte und er zahlt den ausgemachten Preis. Ein bisschen Kleingeld und zwei kleine Streiche. Am Ende erkennt er lange vor den Erwachsenen, die alle genau wie er ihre Seele in diesem Laden verkauften, dass es das nicht wert war (und dass diese Karte noch nicht einmal das ist, was er in ihr zu sehen glaubte, denn alle Dinge in diesem Laden sind nur wertloser Krempel)- und bringt sich um, weil er damit nicht leben kann. Kurz darauf drehen in der Stadt alle durch, weil sie sich natürlich alle gegenseitig Streiche gespielt haben und kleine Dinge bekanntlich grosse Auswirkungen haben können. (Wenn man zum Beispiel die Fenster der einen Frau einschlägt und den Hund der anderen absticht, und sich beide Frauen nicht abkönnen und die jeweils andere verdächtigen, dann verarbeiten sich die beiden eben gegenseitig zu Ragout)
So in etwa ist die Handlung der Geschichte.

Mir kommt das Leben manchmal wirklich wie solch ein Laden vor. Ein Laden voller "Notwendiger Dinge"

Du kommst hinein und findest so ziemlich alles, was du dir nur vorstellen kannst. Und eine Menge Dinge, die du dir nicht hast vorstellen können, weil du nie auf den Gedanken gekommen wärst, dass es so etwas geben könnte. Aber es gibt einfach alles. Und irgendwie ist alles so toll und bunt verpackt und schreit: "KAUF MICH!" Man kann gar nicht anders, als mit grossen Augen über das Angebot zu staunen, und wenn man erst einmal eine Weile da ist und sich umschaut, dann findet man eine ganze Menge "needful things"

Das Glück in allen nur erdenklichen Varianten, z.B. als "beruflich", "privat" "deluxe" oder "NEU! Jetzt auch mit REICHTUM!!" und in den Formaten "klein", "gross" und "XXL" steht aufgestapelt neben den Seitensprüngen, die einzeln oder auch in der praktischen Mehrfachpackung angeboten werden und, wenn man der Verpackung Glauben schenkt, so ziemlich keinen Wunsch offen lassen. Gleich nebenan türmen sich die kleinen und grossen Dummheiten in schriller Aufmachung. Ein wenig diskreter, jedoch durch den in Grossbuchstaben aufgedruckten Vermerk:"ABSOLUT UNGEFÄHRLICH" nicht weniger verführerisch, kommen die Gedankenlosigkeiten daher. Nimmst du von denen drei, dannn bekommst du einen Leichtsinn umsonst dazu, weil gerade Abenteuer-Aktionswoche ist. Vom Erfolg findest du ganze Regale voll, und natürlich stehen die Versionen der Firma "Betrayal&Corruption" in Augenhöhe, während du dich für die Marke "ehrlich" ziemlich krumm machen musst, denn die findest du ganz unten. Vergeltung, Rache und Genugtuung liegen durcheinander auf dem Wühtisch zwischen Intrigen (da gibt es jetzt übrigens in jeder Packung eine Gratis-Lüge dazu), Schikanen und Verrat. Die Bosheiten und grossen wie kleine Grausamkeiten haben jetzt noch hübschere Aufmachungen und sind auch im Jumbo-Vorratspack oder zusammen mit den Gemeinheiten in der praktischen Kombi-Packung zu bekommen.
Weiter hinten findest du alles von Totschlag bis hin zum Völkermord. Perversionen aller Art gibt es auch, natürlich etwas abseits, aber das Schild "Ab 18" nimmt keiner so wirklich ernst. Jeder kann hier alles haben. Die meisten Leute gehen da gar nicht hin, weil sie auch so schon alles finden, was sie brauchen, und auch, weil sie sich in der Abteilung sehr unwohl fühlen und das Angebot da nicht mögen, und manch einer regt sich auch immer mal wieder auf, weil man sowas überhaupt nicht kaufen können sollte. Aber es gibt für alles jemanden, der es will. Immer.
Sicher, es gibt auch wirklich nette Dinge. Zum Beispiel Liebe und Zuneigung. Es gibt soviele Varianten von Liebe und Zuneigung, und alle sehen sie absolut wunderbar aus. Und überall steht drauf "echt" oder "wahr". Man kann sich überhaupt nicht entscheiden, so gross ist das Angebot, und viele stehen ratlos vor den Auslagen und nehmen schliesslich irgendwas, auch wenn sie nicht wissen, ob ihre Wahl richtig ist. Wenn du nach Freundschaft suchst, die befindet sich genau zwischen Bewunderung und Heuchelei, und du musst schon genau hinschauen, weil sich die Verpackungen verteufelt ähnlich sehen. Bei der Anerkennung ist es ähnlich, da musst du aufpassen, die auf der einen Version steht zwar drauf: "Hergestellt von FALSCH und SCHEIN", aber das ist so kleingedruckt, das sieht man gar nicht! Am Ende vertust du dich da noch! Hier haben sie natürlich auch noch diesen kleinen Bereich, in dem sie die ewigen Ladenhüter anbieten. Zum hundertsten Mal herabgesetzt. Ziemlich verstaubt. Aber manchmal kommt ja doch noch jemand, der nach Wahrheit sucht. Nach Anstand und solchem Kram wie Menschlichkeit, Vertrauen und Güte. Das Zeug ging aber noch nie besonders gut, ich glaube, da hat manches schon antiquarischen Wert. Naja, hätte.

Das Verrückte ist, dass viele Menschen irgendwie von so vielen Dingen glauben, sie würden sie unbedingt BRAUCHEN. Entweder, weil sie Leute kennen, die irgendetwas haben und damit so glücklich und zufrieden zu sein scheinen, dass sie fast ein bisschen neidisch sind. Oder auch, weil sie das Angebot schlichtweg erschlägt. Eben wussten sie von so vielen Dingen noch nicht einmal, dass es sie gibt, und auf einmal befürchten sie, nein: sie sind davon überzeugt, dass sie nicht einen glücklichen Tag mehr OHNE sie erleben werden. Es gibt für jeden das EINE, das er sich mehr als alles andere wünscht, und das er unbedingt haben möchte. Etwas, was ihn dazu bringt, nicht nachzudenken. Über sich. Über andere. Etwas, das ihn dazu verführt, bei "Needful Things" Kunde zu werden.
Und natürlich lässt es sich über den Preis reden.

Denn hier wird getauscht. Eine Kleinigkeit... irgendwas, das du entbehren kannst.
Wie wäre es mit deiner Ehre? Mein Gott, kein Mensch braucht sowas heutzutage noch! Das selbe gilt für die Würde, die wird völlig überbewertet! Oder dein Gewissen? Wie, du brauchst dein Gewissen? Wozu denn? Weisst du eigentlich, wie viele Leute da draussen ohne herum laufen? Und ausserdem: du schläfst ohne auch besser, du wirst es sehen! Aber auch deine Seele wäre völlig okay. Mal im Ernst, an die glaubt doch eh keiner. Nicht mal du. Vermutlich gibt es die nicht einmal. Das ist doch ein Wahnsinns-Angebot, praktisch geschenkt! Gib schon her! Sei nicht blöd, so eine Chance kommt nie wieder!
Jeder hat irgendwas, das er nicht braucht oder entbehren kann. Achtung. Das Vertrauen anderer. Das Gefühl der Zufriedenheit beim Blick in den Spiegel. Seinen Sinn für Gerechtigkeit. Sicherheit.
Es gibt so viele Dinge, die besser zu sein scheinen als das, was wir schon haben. Und manchmal macht man vielleicht einen wirklich guten Tausch. Wenn man beispielsweise seine "Freiheit" oder Eigenständigkeit gegen Zweisamkeit eintauscht. Und sowieso die Nase voll davon hatte und sie nicht vermisst. Oder vielleicht vermisst, es aber nicht anders haben möchte. Oder wenn jemand seine freie Zeit und vielleicht auch sein privates Vergnügen für beruflichen Erfolg eintauscht. Es gibt Menschen, die wollen es wirklich so. Aber was ist mit dem, der für einen One Night Stand mit der Liebe und dem Vertrauen seiner Frau bezahlt, obwohl er das nicht vorhatte? Oder mit einem, der eine Dummheit gleich mit dem Leben bezahlt? Viele Dinge sind vom Umtausch ausgeschlossen. Fast alles eigentlich.
Wie: du willst deine Freunde zurückhaben? Weil die ehrlich waren. Gleich wird mir schlecht! Herzchen, komm mir doch nicht so. Du wolltest die Bewunderung doch um jeden Preis, nicht wahr. Naja, da hast du sie! Und jetzt, wo du mit der Horde verlogener Schleimer und Arschkriecher nicht mehr zufrieden bist, aus welchem Grund auch immer, willst du plötzlich deine Freunde wieder? Halloho? Das ist hier doch kein Wunschkonzert! Na und, was kann ich denn dafür, dass du jetzt nicht mehr glücklich bist. Du sagtest Bewunderung, nicht Glück! Man kann nicht alles haben, Schätzchen! So ist das Leben.

Man bezahlt fast immer mit irgendwas. Oft wird es einem nicht mal bewusst, und das ist auch gut und soll auch so sein. Trotzdem ist es vielleicht nicht verkehrt, sich so dann und wann Gedanken darüber zu machen, ob der Preis für etwas nicht schlicht zu hoch oder die Sache überhaupt nicht wert ist. Möglichst vorher. Denn manchmal bereut man es hinterher bitterlich, und die heissbegehrten "Zweiten Chancen", "Nächsten Versuche" und "Neuanfänge" gibt es immer nur so lange wie der Vorrat reicht.

...und klar: best things in life are for free. Meistens. Wenn man sie nicht gerade getauscht hat....
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Märchenhaftes

2007/01/14
| Category: Gedanken einer Pellkartoffel | Comments: 1
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Einst lebte eine Drachin, vor der alle im Drachenland zitterten. Jeder sprach davon, wie böse und grauenerregend diese Drachin war, und alle waren sich einig: wenn die Drachin brüllte, dann wurde die Milch in den Kühen sauer und die Spatzen fielen tot von den Dächern. Die Drachin brüllte gar oft, und so waren das schlimme Zeiten voll sauer gewordenen Milchkühen und toter Spatzen. Ach ja, und natürlich voller Zittern und Schlottern.
Doch eigentlich war die Drachin gar keine Drachin. Es war nur eine dicke böse Frau, die irgendwann mal einen Zauberspruch gelesen hatte. Vielleicht in einem Glückskeks beim Asia-Snack um die Ecke. Oder auch in einem Buch. Vielleicht hatte sie ihn auch nur irgendwo so nebenbei aufgeschnappt. Niemand weiss das mehr so genau. Doch sie wusste diesen einen Zauberspruch, und wenn sie ihn aufsagte, dann verwandelte sie sich nicht etwa in einen Drachen, nein, sie machte die anderen nur glauben, dass sie einer wäre. So überzeugend wirkte dieser Zauber, dass selbst die Kühe drauf reinfielen. Die Spatzen sowieso, und natürlich auch die meisten Menschen. Und weil sich alle vor ihr fürchteten, hatte sich die dicke böse Frau bald ein eigenes Reich aufgebaut, in dem sie schaltete und waltete, wie es ihr nur gefiel. Und ihr gefiel vor allem, dass sich jeder fürchtete. Vielleicht hätte ihr auch etwas anderes mehr gefallen, aber wenn man nur einen einzigen Zauberspruch kennt, darf man nicht wählerisch sein...
Eines Tages jedoch ging irgendwas schief. Magie ist, wie jeder weiss, der wenigstens den ersten Teil von "Harry Potter" gesehen hat, eine merkwürdige Sache. Vor allem aber ziemlich unzuverlässig. Möglicherweise haben auch Zaubersprüche ein "Best Before", so dass der Zauberspruch der dicken bösen Frau sein Haltbarkeitsdatum überschritten hatte und seine Wirkung verlor. Woran auch immer es lag, auf jeden Fall machte es "puff!" und "paff" und auf einmal kuckten alle ziemlich blöd aus der Wäsche, weil jeder sehen konnte, dass die schreckliche Drachin überhaupt keine Drachin war. Die Kühe merkten es zuerst und stellten unverzüglich die Produktion von saurer Milch ein. Dann bekamen es die Spatzen mit und hörten mit dem Tot-vom-Dach-fallen auf. Die Menschen waren freilich wieder einmal die letzten, die feststellten, dass der Drachen mit dem fürchterlichen Gebrüll eigentlich nur eine dicke Frau mit einem schlechten Charakter und einer sehr unangenehmen Stimme war. Menschen sind ja nicht so besonders helle, wie jeder weiss, deshalb brauchten sie eben ein bisschen länger. Und weil Menschen ausserdem Gewohnheitstiere sind, ist das Märchen an dieser Stelle auch noch nicht zu Ende sondern geht noch ein Stück weiter. Wohin? Nun, wir werden sehen...
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Filosofisches: Leben und Lernen und Lügen

2007/01/06
| Category: Filosofisches | Comments: 2
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Okay. Dieser Eintrag ist...schwere Kost. Oder auch nicht. Nicht unbedingt sinnvoll. Aber auch nicht völlig sinnlos. Je nachdem. Unsortiert sowieso. Ich denke vor mich hin. Typisch Red halt.
Gerade wollte ich jemandem noch eine reinhauen. Jetzt habe ich beschlossen, es zu lassen. Bringt nichts. Ihm nicht. Mir schon gar nicht. Daher habe ich mich auf der Tastatur ausgetobt.

Neulich habe ich diese Formulierung gelesen: "Die Schule des Lebens". Und erst einmal habe ich gelacht. Was für ein abgedroschener Spruch!
Andererseits...Leben bedeutet ja irgendwie tatsächlich Lernen. Die ganze Zeit. Bis zuletzt. Viele Menschen tun so, als gäbe es den Tod nicht und machen sich keine Gedanken ums Sterben, sie weigern sich beharrlich, den Tod als etwas Unvermeidliches anzusehen und verschliessen sich vor der Tatsache, dass nun einmal gilt: "Das Leben ist endlich" - und dass der Tod in Schönschrift darunter schreibt: "quod erat demonstrandum".

Ja, Leben ist Lernen. Wenn man mal bedenkt, was man so alles lernen muss, sobald man auf diese Welt kommt. Der reinste Horror. Verglichen mit dem Pensum eines Kindes von der Geburt an bis, sagen wir mal zum Kindergarten-Alter, ist jedes Hochschulstudium ein Spaziergang. Wir lernen Atmen und Schlucken und Greifen, das Erkennen und Unterscheiden von Dingen und Menschen. Mindestens zwei Sprachen. (Schliesslich sind die ersten Vokabeln, die wir lernen solche Dinge wie "Happa-happa" "Mammamm", "A-a" und "Dada"...und gerade wenn wir sie wirklich gut beherrschen, bringt man uns bei, dass es da um Essen und Ausscheidung geht, und dass ein Hund kein Wauwau ist, sondern "wauwau" sagt
...mein Bruder antwortete auf die Frage: "Und, wie macht der Wauwau?" nach einem kurzem Überlegen staubtrocken mit "Hundhund".). Wir lernen Aufsitzen und Umkippen, Aufstehen und Hinfallen, Laufen und Rennen. Und mittendrin machen wir die Bekanntschaft mit der Bedeutung des Wortes "Aua!"
Aua = scharfspitzheiss. Und der Boden, wenn man drauffällt. Wir lernen Vertrauen oder/und Angst zu haben. Wir lernen etwas über Traurigkeit und auch über das Gefühl, einsam zu sein. Irgendwann lernen wir, dass nicht nur andere Zwerge da sind, mit denen man spielen kann, wenn man mag, sondern auch, dass es Regeln zu geben scheint. Nicht alles ist meins! Und nicht immer bekomme ich, was ich haben will. Manche Kinder lernen, dass man teilen soll. Andere lernen, dass man mehr hat, wenn man seins behält und das der anderen noch dazu nimmt. Manche Kinder lernen, dass sie alles kriegen, wen sie nur laut genug schreien. Andere machen die Erfahrung, dass sie ihren Eltern brülltechnisch ihre Lunge samt Kehlkopf und Stimmbändern an den Kopf werfen können, ohne dass die auch nur müde mit der Wimper zucken.
Und so geht das die ganze Zeit weiter und weiter.
Anstrengend wird es, wenn wir Dinge lernen müssen, die uns keiner so wirklich erklären kann. Du lernst zu lieben. Dass Liebe ein völlig verrücktes Gefühl ist, das weh tun oder schön sein oder beides gleichzeitig sein kann. Und dass du plötzlich auf dich gestellt bist. Weil uns niemand mehr sagt, was richtig oder falsch ist. Oder wenn wir erfahren, dass das, was wir bisher gelernt haben, irgendwie nicht zutrifft. Dass unsere Sicht auf die Dinge eine andere ist als die, die man uns bis dahin als die einzig wahre, richtige Sichtweise dargestellt hat. Bis eben war noch alles klar und einfach: schwarz war schwarz und weiss war weiss. Und auf einmal befindest du dich in einer Welt voller Grautöne. Alle sind so - Und du bist anders. Alle sind anders aber du bist eben so. Alle sind wir aber du bist allein. Mädchen liebt Junge und Junge liebt Mädchen ... und Mädchen liebt Mädchen und Junge liebt Junge??? Man hat dir beigebracht, dass Lügen falsch und schlecht ist. Sogar bestraft wird. Aber plötzlich machst du die verwirrende Entdeckung, dass genau die Menschen, die dir das beigebracht haben, trotzdem lügen. Sie lügen einander und andere an. Und dich. Und sie kommen damit durch. Warum das so ist, kann dir keiner erklären. Statt dessen lernst du, dass eine Lüge manchmal "besser" ist, als die Wahrheit. Für dich. Für andere. Für alle. Vielleicht lernst du jetzt auch, dass man, wenn man selbst lügt, ob nun aus Notwendigkeit oder vielleicht auch aus Gewohnheit, anderen Menschen nicht mehr vorbehaltlos vertrauen kann. Vielleicht lernst du, damit zu leben. Vielleicht auch nicht. Vielleicht lernst du stattdessen, dass der Mensch eine Menge zu ertragen vermag. Und dass er zu Unglaublichem fähig ist. Wenn man ihn lässt. Oder wenn er will.
Manche Menschen hören irgendwann mit dem Lernen auf. Ich weiss nicht, warum das so ist, aber es ist so. Vielleicht haben schon ihre Eltern irgendwo aufgehört, Fakt ist: manche Menschen nehmen das, was sie vom Leben wissen oder das, was sie darunter verstehen und beharren darauf, dass nichts darüber geht. Ihre Wahrheit ist ihre Bibel. Und wenn die ganze Welt zum Teufel geht, sie werden sich an ihre Bibel halten.


Blablabla...wie komme ich darauf? Ich habe mich neulich mit jemandem unterhalten. Über "Schule des Lebens" und über Wahrheit und Lüge. Wir kamen auf keinen gemeinsamen Nenner. Ich wusste, er hatte unrecht. Er dachte anders darüber. Ich dachte darüber nach.
Und stellte fest: nicht nur er hatte Unrecht. Ich auch. Der Unterschied war nur, dass er auf dem, was er für die Wahrheit hielt, beharrte. Es ist so, weil ich weiss, dass es so ist. Punkt.
Während dessen lernte ich, dass es ganz anders ist. Und komischerweise weiss ich es jetzt besser und er hat irgendwie trotzdem immer noch "Recht".

Wenn man einem Kind beibringt, dass die Farbe blau rot heisst, wird dieses Kind sagen und glauben, dass der Himmel rot ist. Es ist seine Wahrheit, und solange es nicht weiss, dass blau blau ist, wird es darauf beharren, dass der Himmel rot ist. Es lügt nicht. Es weiss es nur nicht besser. Erst dann, wenn es gelernt hat, dass die Farbe des Himmels blau ist, und immer noch auf rot beharrt, wird die Wahrheit zur Unwahrheit. (Angesehen davon, dass wir natürlich auch wissen, dass der Himmel eigentlich nicht wirklich blau ist, sondern nur so aussieht, weil...jajajaja...)

Es gibt sie tatsächlich, jene drei Wahrheiten: deine, meine und die eine, wirkliche Wahrheit. Wenn jemand etwas glaubt, von dessen Wahrheit er überzeugt ist, dann ist es für ihn wahr. Zur Lüge wird es erst, wenn er wider besseren Wissens daran festhält. Ich glaube, das ist der Grund, warum manche Menschen das Lernen irgendwann aufgeben. Weil sie es zu verwirrend finden, die eigene Wahrheit ständig korrigieren zu müssen.
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Tags: polizei
Heute abend hab ich einen der Busse Richtung Heimat verpasst und beschlossen, in der Viertelstunde, die ich noch hätte warten müssen, schon mal ein Stück zu laufen. Also auf und davon und ab durch den Park. Dort ist es zwar ziemlich finster, aber es fahren ein paar Streifenwagen in regelmässigen Abständen durch. Eine dieser Streifen bin ich wohl aufgefallen. Denn erst fuhr sie an mir vorbei. Und dann kam sie zurück. Fuhr vorbei. Kehrte um und fuhr ein bisschen neben mir her. Als die beiden netten Polizisten sich anscheinend davon überzeugt hatten, dass ich nicht im nächsten Moment eine Axt aus meiner Tasche ziehen und einsame Jogger, alte Frauen mit kleinen Hunden und verliebte Pärchen damit anfallen würde, fuhren sie weiter. Und kamen wieder zurück. Nachdem man sich nun schon so oft gesehen hatte, kam man nicht umhin, sich bei jeder erneuten Begegnung freundlich anzugrinsen.
Und dann kam mein Bus. Viel zu spät übrigens. Der Busfahrer hatte es daher offensichtlich eilig und war wild entschlossen, mich zu übersehen. Kann ja auch leicht passieren, wenn da so eine einzelne Person still und starr unter der Laterne am Wartehäuschen steht. Ich meine, woher soll man denn wissen, ob die mitwill? Vielleicht will die da übernachten. Vielleicht steht die auch nur gern nachts an einsamen Parkstrassen neben der Bushaltestelle. Vielleicht will die ja auch den Bus überfallen! Da tritt man doch lieber aufs Gas.
Während ich noch (zugegebenermaßen) dämlich meinem Bus nachsah, kam die Streife gerade wieder zurück. Der Wagen überholte den flüchtigen Bus und setzte sich davor. Bremste. Der Bus bremste auch. Und kam daraufhin in Windeseile und im Rückwärtsgang zurück zu meiner Haltestelle gedackelt. Wow!
Danke, Jungs.
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goodbye & hello

2007/01/02
| Category: twillightzone: Leben und so | Comments: 1
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Liebes 2006!
Das ist so typisch für die schusselige Red: dass sie mal wieder zu spät dran ist. Du bist weg und ich habe mich nicht einmal von dir verabschiedet, und das, obwohl wir immerhin ganze 365 Tage miteinander verbracht haben...
Trotzdem möchte ich mich noch bei dir bedanken.
Ich weiss, ich habe viel an dir herumgemeckert. Du konntest es mir oft nicht recht machen. Und wenn ich gesagt habe, dass du langweilig, anstrengend oder gar schrecklich wärst, dann trag es mir nicht nach. Denn natürlich warst du auch interessant und aufregend und schön. Du hattest Humor. Und du warst immer für eine Überraschung gut. Vor allem aber bist du immer weitergegangen. Das ist etwas, das ich ganz besonders an dir schätzte.
Ja, ich habe viel an dir herumgekrittelt und gemeckert, und ich danke dir, dass du nicht Gleiches mit Gleichem vergolten hast. Du hast an keinem einzigem Tag gesagt: die Red mag ich heute nicht!
Alles in allem, mein liebes 2006, war es doch eigentlich eine ganz schöne Zeit, die wir beide miteinander hatten. Wir haben viel erlebt und durchgemacht. Und ich werde mich noch lange an dich erinnern. Versprochen!

Und danke für diese besondere Stunde an deinem letzten Tag. Das mit dem Biergarten... also wirklich, das war eine grandiose Idee!

Herzlich
Red

Liebes 2007!
Bitte entschuldige die Verspätung, mit der ich mich bei dir melde und sei nicht vergnatzt, weil ich dich nicht gebührend begrüsst habe. Wie du vielleicht von deinem Vorgänger schon weisst: die Red hat es nicht so mit Terminen. Sie kommt immer zu spät. Trotzdem freue ich mich, dass du da bist.
Ich denke, wir werden gut miteinander auskommen. Ich habe keine guten Vorsätze, mit denen ich dir auf die Nerven gehen kann, und auch keine grossartigen Erwartungen an dich. Du bist da und ich bin da, und ich denke, da machen wir jetzt einfach das beste draus.
Ja, du hast ein bisschen hektisch angefangen! Aber da mach dir mal nichts draus. Der erste Tag ist immer etwas seltsam, für alle. Da ist man nervös und kennt sich noch nicht aus. Aber ich kann dir versprechen, dass sich das ganz schnell legt. Das kriegst du schon hin!
Auf jeden Fall: herzlich willkommen, 2007!

Herzlich
Red
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Ich seh zuviel fern.

2006/12/28
| Category: Gedanken einer Pellkartoffel | Comments: 2
Tja nun. Weihnachten ist nicht ganz so verlaufen, wie Red sich das vorgestellt hatte, was jetzt nicht so schlimm ist, weil Red zu den Weihnachtsmuffeln gehört. Erstens musste Mitbewohner Nachtdienst schieben, weil sage und schreibe sechs KollegInnen krank geworden waren...und dann war auch noch Red krank und lag die meiste Zeit lahm (im Sinne des Wortes) in der Gegend rum. Oder auf der Couch im Wohnzimmer. Vorm Fernseher.

"Neulich im Nachtdienst hab ich gesehen, dass ein Film mit Tom Waits lief." Sagte gestern Ghost. Ach ja? Was spielte er denn für eine Rolle?
"Ach, ich weiss nicht genau. Ich glaub, so einen Waffenhändler. Also jetzt nicht jemanden, bei dem du haufenweise Uzis kaufst. Eher so einen kleinen Ganoven..."
Ach...?
Lieber Ghost, der Film hiess "Bram Stoker's Dracula" und alles, was man von Renfield kriegen konnte, waren tote Fliegen!!! Was immer du nimmst, wenn du Nachtdienst hast...nimm weniger!!!

Ich hab mir mit Ghost "Die Stadt der Verlorenen Kinder" angesehen. Mal wieder. Immer wieder gern. Zum einen, weil der Film schön (ist relativ) ist. Zum anderen, weil ich ja eben einen seltsamen Geschmack in Sachen Männer habe: Ron Perlman. Schmacht...

Gestern kam auf ZDF der erste Teil von "Salem's Lot". Es gibt nicht viele gute King-Verfilmungen. Diese ist vermutlich eher mittelprächtig. Mittelprächtig Unterkante. Aber naja. Und irgendwie gab es den Film doch auch schon mal??? Hm, "Shining" gibts ja auch zweimal. Und ich frag mich, ob irgendwer diese Remakes braucht? Ja? Nein? Also ich nicht. Jack Nicholson wird für alle Zeiten mein Jack T. bleiben. Auch wenn Stephen King den selbst als Besetzung nicht toll fand. Ich schon.
Übrigens verwirrt es mich, wenn ich in einer King-Verfilmung einen Schauspieler sehe, von dem ich weiss, dass er in einer anderen schon gestorben ist. Was jetzt auch nicht wirklich für den Schauspieler spricht, oder? Ich meine, gute Schauspieler bringen einen dazu, zu vergessen, dass sie nur Schauspieler sind. Glaube ich zumindest...

Und weil wir schon mal dabei sind...bei den Schauspielern, die in Filmen sterben...und weil ja Weihnachten war und Weihnachten nicht ohne mindestens einen Winnetou-Film auskommt...erinnert sich noch irgendwer an den brasseligen Winnetou-Mehrteiler, in dem ein alternder Pierre Brice durch die Gegend galoppierte und ständig Heldentaten vollbrachte? Ich hab das nie überwunden! Ich meine, er wurde UMGEBRACHT! In Teil drei. Von Film uuund Buch! Ich wurde mit einer halben Beruhigungstablette und einem waschechten Heulkrampf ins Bett verfrachtet, weil sie meinen indianischen Helden gekillt haben, und dann hoppelt er da faltig durchs Gelände???? Okay, Gojko, der DEFA-Film-Indianer ist auch immer wieder aufgestanden, aber... wegen dem sind keine kleinen Mädchen hysterisch zusammengebrochen, und keine Mama hat fassungslos gestammelt: "Aber...aber ...das können die doch nicht machen???" wie es meine tat, als Mr. Spock vorübergehend den Geist aufgab (was er ja im Grund nicht tat, weil sein Geist ja dem von Pille auf den Geist ging...und okay, Spock war kein Indianer)...weil sie wohl fürchtete, die Tochter würde angesichts des heldenhaft verendenden Lieblings-Vukaniers ähnlich wie bei Winnetou heulend zusammenbrechen (aber die Tochter war für den Scheiss denn doch zu alt, und ausserdem: wenn die Trekkies nicht wollen, dass Spock stirbt, dann stirbt der auch nicht!!!)

Und überhaupt, wiiieso werden Filme nach Büchern gedreht und haben dann eine andere Handlung??? Dass der kleine Junge in Kings "Cujo" überlebte, obwohl er im Buch die Ewigen Enten füttern geht, hab ich ja noch verstanden. Aber wieso gibt es in "Frühstück bei Tiffany" ein Happy End? Und wieso stirbt Irvings Simon Birch, der kleine Kerl mit DER KOMISCHEN STIMME in "Kleiner Held ganz gross" schon als Kind??? Halloho?
Und wieso hat Peter Jackson Haldir gekillt? Konnte er Aragorns Verwandte nicht finden oder was?
Hm...
Ich glaub, ich seh zuviel fern...
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