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Es ist immer dasselbe. Im Grossen wie im Kleinen. Ja, irgendwer hat mal gesagt, dass man alles Grosse auch im Kleinen wiederfindet, und dass man daher von den kleinen, anscheinend trivialen Dingen fast immer auf die grossen, mehr oder weniger weltbewegenden Ereignisse schliessen kann. Fast immer, wie gesagt. Und ich glaube, Herr oder Frau Irgendwer hatte damit recht.
Ich lese keine Zeitung und sehe mir auch nur selten irgendwelche Nachrichten-Sendungen an, so dass ich die meiste Zeit über nicht auf dem neuesten Stand in Bezug darauf bin, welches Land da grad mal wieder gegen welches andere Land in den Krieg zieht und warum, oder welcher Politiker gerade welche Lüge als die ultimative Wahrheit (nämlich seine) deklariert. Nein, von sowas habe ich keine Ahnung, zumindest nicht so viel, dass ich mich mit anderen darüber unterhalten kann, aber ich finde das auch nicht so schlimm. Nimm das alltägliche Miteinander um dich herum, multipliziere es mit...na, mit irgendeiner imposanten Zahl eben...und wenn du dir dann noch vorstellst, all die Menschen (inklusive deiner Wenigkeit) wären Völker, Länder, Staaten, Regierungen, Politiker, dann...naja.
Die Lieblingskollegin hatte ein Gespräch mit der PDL. Wegen der Chefin. Und die Chefin hatte ein Gespräch mit der PDL. Wegen der Lieblingskollegin. Und dann hatten beide ein Gespräch mit der PDL. Und nun herrscht Friede, Freude, Eierkuchen. Küsschen rechts und Küsschen links.
Die Chefin hat gesagt, daran, dass sie so sauer auf die Lieblingskollegin gewesen sei (Um Irrtümern und allgemeiner Verwirrung vorzubeugen, es ist nicht ihre, sondern meine Lieblingskollegin, und die beiden hatten in der letzten Zeit eine Menge Stress miteinander, weil die Lieblingskollegin jede Menge schlimme Gerüchte über die Chefin verbreitet haben soll...sogar an Tagen, an denen sie gar nicht in der Arbeit war, an Orten, an denen sie sich nachweislich gar nicht befunden hat und gegenüber Personen, denen sie überhaupt nicht begegnet ist.), sind ausschliesslich die anderen schuld. Jawohl. Die Anderen!
Die Anderen, das mal so nebenbei, sind ein Eingeborenenstamm, der versteckt im Intrigenwald lebt. Ab und zu kommt er angeschlichen und überfällt aus dem Hinterhalt völlig unschuldige Personen...wie eben die arme, arme Chefin, die ihre Informationen über die gerüchteverbreitetende Lieblingskollegin übrigens ausschliesslich von Stammesangehörigen der Anderen bezogen und diese ohne oder selbst nach Überprüfung des (zumeist durch Abwesenheit glänzenden) Wahrheitsgehalts geglaubt hat (Jeder glaubt halt, was er glauben will). Ausserdem hat sie ihrerseits, auch wenn sie das inzwischen vehement bestreitet, die Anderen, so im Sinne von "Rache, ob nun gerechtfertigt oder nicht, ist Blutwurscht!" mit Waffen in Form von falschen Informationen über die Lieblingskollegin versorgt. Mit verheerenden Folgen. Für die Lieblingskollegin. Und auch für ein paar völlig Ahnungslose, die einfach zur falschen Zeit am falschen Ort waren.
Damit soll nun aber Schluss sein. Sagt sie (die Chefin). Und die Lieblingskollegin glaubt das. Sagt sie. Obwohl das eigentlich nicht stimmt. Sowohl das, was die Chefin da von sich gegeben hat, als auch das "Ich glaub das"-Statement der Lieblingskollegin.
Und jetzt tun beide schrecklich nett miteinander. Zumindest dann, wenn sie zusammen in einem Raum sind, in dem sich zur selben Zeit auch noch andere aufhalten.
Sobald allerdings eine von ihnen besagten Raum verlässt...
Wie sich das im kleinen Alltagsuniversum nennt, fällt mir grad nicht ein. Aber wenn die Lieblingskollegin und die Chefin Staaten bzw. deren Regierungen wären, wenn man über sie in den Nachrichten berichten würde, dann würde man die Gespräche im Büro der PDL als "diplomatische Verhandlungen" bezeichnen, auch wenn da gelogen und geheuchelt wurde, dass sich die Balken bogen und der Stahlbeton rostete. Und das Ergebnis hiesse "Waffenstillstand". Oder so ähnlich. Auf jeden Fall nicht "Frieden".
Es würde mich gar nicht wundern, wenn sich beide jetzt verbünden. Einstweilen zumindest. Immerhin gilt es, ein paar Vergeltungsangriffe zu planen. Gegen die Anderen. Man könnte es ja "Kampf gegen den Terrorismus" nennen. Auf jeden Fall müssen ein paar Schuldige gefunden und bestraft werden. Und beide haben ja auch den einen oder anderen Staat... ich meine natürlich: Kollegen, der ihnen schon lange ein Dorn im Auge ist, wie man so schön sagt
Besagte Schuldige bleiben allerdings nicht untätig. Die einen haben ihrerseits mit diplomatischen Verhandlungen begonnen. Mit der Lieblingskollegin UND der Chefin (allerdings weiss die jeweils andere nichts davon) Die anderen weisen in öffentlichen Erklärungen sämtliche Vorwürfe sowohl von der einen als auch von der anderen Seite als falsch und ungerechtfertigt zurück. Darüberhinaus wurde allerorten damit begonnen, heftig aufzurüsten. Freilich nur zu Verteidigungszwecken.
Und aus dem Intrigenwald hört man unheimliches Getrommel...
Das wird wohl nix mit dem Weltfrieden.
Schickt mir ein Raumschiff, bitte, ich will nach Hause. Read entry » |
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Als erstes wünsch ich euch allen hier noch schnell ein gesundes neues Jahr; immerhin haben wir noch Januar, da geht das schon in Ordnung. Ich hoffe, euch allen geht's gut, und falls es nicht so ist, bei dem einen oder der anderen, dann lasst euch sagen: keine Sorge, es geht immer weiter. Nicht gleich und auch nicht immer gleich in die gewünschte Richtung, aber es geht weiter. Auf jeden Fall. Und ich weiss, wovon ich hier schreibe. Auf diesem Gebiet bin ich sozusagen Spezialist.
Ich bin immer noch rothaarig, was ich der färbenden Haarkosmetik verdanke, weil Mutter Natur ja leider nicht mit sich reden liess, als ich damals quengelte, ich wolle rote Haare haben (ich glaube, sie sagte etwas in der Art von: "Nö!"), ich bin immer noch Altenpflegerin, weil das nun mal mein Beruf ist und mir ums Verrecken und trotz allem Frust, der mich bei der Ausübung desselben manchmal bis häufig befällt, kein anderer einfällt, den ich wenigstens halb so gern machen würde, und ich habe nach wie vor die Angewohnheit, mir über die seltsamsten und trivialsten Dinge im Leben (vorzugsweise in meinem eigenen) dermaßen "einen Kopf zu machen", als hätte ich nicht schon einen (Kopf, meine ich.)
Und sonst?
Nun, ich habe immer noch einen Mitbewohner, der nicht mein Freund ist (im Sinne von DER Freund) und inzwischen einen Freund (in eben erwähntem Sinne), mit dem ich nicht zusammen wohne, ich habe jetzt statt einer Drachin ein Rehlein als Chefin und frag mich manchmal, ob das tatsächlich eine Verbesserung ist, und ansonsten...nun, alles wie immer eben. Auf manchmal nervende, meist jedoch beruhigende Art und Weise. Read entry » |
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Ich bin krank. Schon wieder mal. Aber nein, keine Grippe oder Erkältung diesmal, auch keine Allergie.
"Sie hatten das ja schon mal", erinnerte man mich.
Ja, ich hatte das schon mal. Der Allgemeinarzt nannte es "arbeitsbedingte physische und psychische Erschöpfung", der Psychiater nannte es "mittelschwere depressive Episode" und ich nannte es "Ich kann einfach nicht mehr!!!" Und ich konnte auch nicht mehr: eines grauenhaften Morgens vor ein paar Jahren, als ich mal wieder die einzige Fachkraft im ganzen Haus war und neben meiner Arbeit auf meiner Station noch über alle anderen Stationen gehen und da Medikamente austeilen und Insulin spritzen musste, schlug mir eine Bewohnerin, die sehr verwirrt und ausserdem auch noch Diabetikerin war, die Spritze aus der Hand, und als sie das zum dritten Mal machte, hätte ich sie fast geschlagen. Fast. Und ich fand, dass "fast" schon viel zu nah an "geschlagen" dran war.
Ich schleppte mich durch den Frühdienst und anschliessend zum Arzt, der mich erstens krankschrieb und zweitens an einen Neurologen überwies, der mich nicht mal ansah und mir auch nicht zuhörte, während er seine Diagnose erstellte, mit der er mich ein Zimmer weiter zum Psychiater schickte. Und auf einmal hatte ich eine "depressive Episode".
Ich fühlte mich nicht depressiv, nur sehr müde und kaputt und auch sehr wütend auf alles und jeden, und der Psychiater, der sehr nett war und ein bisschen aussah wie ein Hobbit, meinte, dass ein Burnout so ziemlich das selbe sei wie eine depressive Episode. Er verschrieb mir Tabletten, die ich nicht nahm, weil ich die schon aus der Arbeit kannte und ziemlich gruselig fand, und nach sechs Wochen schickte er mich auf meinen Wunsch hin wieder in die Arbeit, und so ganz nebenbei empfahl er mir eine Psychotherapie, damit ich mir mal alles "von der Seele reden" könne.
Die Therapie ging von Anfang an nach hinten los, weil ich schon beim ersten Gespräch das Gefühl hatte, in eine Schublade gestopft zu werden. Ich will nicht behaupten, dass es wirklich so war, aber ich hatte eben dieses Gefühl. Ich ging fast vier Monate hin, einmal die Woche, was der Therapeutin nicht gefiel, weil die Therapie natürlich nicht so intensiv war, wie sie sich das gewünscht hatte, was anders jedoch nicht möglich war, weil ich ja schon wieder arbeiten ging und mich die Gespräche schon nach ein paar Wochen dermaßen anstrengten und belasteten, dass ich kaum über den Arbeitstag kam. Ich brauchte meist zwei, drei Tage, um mich wieder zu beruhigen, dann kam das Wochenende und anschliessend fing ich schon wieder an, mich vor der bevorstehenden Gesprächsstunde zu fürchten.
Ich weiss bis heute nicht, ob die Therapeutin nun eine besonders fähige oder aber eine besonders unfähige war, Fakt ist, sie hatte ihre ganz eigene Vorstellung vom Ziel der Therapie. Wogegen auch an und für sich nichts einzuwenden war...nur war ihr Ziel ein völlig anderes als das meinige. Ich wollte nicht dahin, wo sie mich gern hingehabt hätte, und schliesslich hatte ich jede Stunde aufs neue das Gefühl, ich stünde in der Pflicht, meine geistige Gesundheit zu beweisen.
Wenn du deinem Therapeuten beweisen willst, dass du nicht verrückt bist, dann kann das recht amüsant sein. Aber wenn er dazu übergeht, an den Gitterstäben zu rütteln, hinter die du deine ganz privaten Dämonen gesperrt hast, dann wird es unter Umständen verflucht ungemütlich. Vor allem, wenn du es dir aus irgendeinem Grund nicht leisten kannst, dich mit ihnen zu befassen und nur eins willst: dass sie sich ruhig verhalten.
Es war nicht unbedingt falsch, was sie da tat, nur waren die Umstände nicht günstig, denn ich musste ja arbeiten gehen, und sie klappte nach 50 Minuten ihre Kladde und damit auch meinen "Fall" zu, ich aber musste den Tag überstehen und konnte das, was da auf einmal durch meinen Kopf spukte, nicht mal eben so in seinen Käfig zurück jagen.
Am Ende war ich soweit, dass ich nach der Stunde heulend auf der Treppe vor der Praxis sass und wartete, bis mich mein bester Freund dort abholte, weil ich mich nicht auf die Strasse traute, teilweise war ich nicht mehr in der Lage zu arbeiten, und irgendwann war aus dem, was mir doch eigentlich helfen sollte, mir mal alles von der Seele zu reden, etwas geworden, wovor ich mich fürchtete, weil es mich fast schon an Selbstmord denken liess. Als ich das der Therapeutin sagte, wurde sie richtiggehend sauer...und ich ging nicht mehr hin.
Soviel dazu.
Aber angefangen hatte "das", was ich "schon mal hatte", eigentlich schon fast ein Jahr vor der Sache mit dem Insulin.
Da war ein Bewohner verstorben, und das kam mir hart an, denn auch wenn wir aus medizinischer Sicht und im Sinne der Grundpflege keinen Fehler gemacht hatten, so hatten wir ihn doch elend verrecken lassen. Er war nach einem Schlaganfall aus dem Krankenhaus zu uns zurück gekommen, der Arzt meinte: "Der kriegt nichts mehr mit", doch Fakt war: er bekam sehr wohl noch was mit, hörte uns, konnte reden, wenn man sich die Zeit nahm, konnte sich bewegen, wenn man ihn liess. Aber ach, woher Zeit nehmen, wo keine ist. Und wie ihn lassen, wenn das eben jene Zeit kostete, die man gar nicht hatte. So lag er in seinem Einzelzimmer, mit PEG, und alle paar Stunden kam einer von uns rein, zum Waschen, Lagern, Frischmachen, und keiner von uns, keiner, auch ich nicht, hat noch mit ihm gesprochen. Er war noch da...und wir liessen ihn allein. Und irgendwann ist er gestorben. Ein Fall von vielen, von unzähligen.
Er starb an einem Morgen im August, es war brütend heiss, und das Rollo an seinem Fenster, das sich nicht schliessen liess, war kaputt, so dass ab Mittags die Sonne in sein Zimmer knallte. Sie konnten ihn nicht in die "Totenkammer" im Erdgeschoss bringen, wo es kühler gewesen wäre, weil die zu schmutzig war. Also liessen sie ihn oben, bis man ihn abholen würde, wie es bei uns üblich war, doch irgendwas lief schief, und als ich am nächsten Tag zum Nachtdienst kam, war der Mann immer noch da, und auf dem Flur in der Nähe seines Zimmers roch es schon mehr als nur unangenehm.
Das erste, was mir zu schaffen machte, war sein Aussehen: niemand hatte ihn noch mal gekämmt oder rasiert, dazu war einfach keine Zeit gewesen. Ausserdem war die Sondennahrung zurück gelaufen, weil der Mann flach im Bett lag. Ich will es nicht weiter beschreiben, es war jedenfalls ein schlimmer Anblick.
Und dann sagte der Spätdienst, dass die Angehörigen des Mannes im Urlaub gewesen seien und angerufen hätten: sie kämen irgendwann im Laufe der Nacht.
Also hab ich den alten Mann noch mal gewaschen, rasiert, ihm etwas neues angezogen und das Bett frisch gemacht. Das Zimmer war voller Fliegen, weil sich das Fenster nicht zumachen liess, sie krabbelten ihm in Mund und Nase, und die Hitze tat ihr übriges. Der Mann sah wirklich schrecklich aus, und ich fürchtete mich vor dem Moment, da seine Kinder von mir verlangen würden, dass ich mit ihnen hoch in sein Zimmer gehe, damit sie Abschied nehmen könnten. Die ganze Nacht über bin ich bei jedem Auto, das am Haus vorbei fuhr, zusammengezuckt.
Die Angehörigen kamen übrigens nicht. Der Pfleger hatte sie am Telefon missverstanden: sie hatten nicht gesagt, dass sie im Laufe der Nacht ins Heim kämen, sondern dass sie erst in der Nacht aus dem Urlaub zurückkehren würden.
Logisch, dass ich "mit den Nerven runter" war, denke ich. Ich versuchte, mit irgendjemandem darüber zu reden, darüber, wie ich mich fühlte, und auch darüber, was ich so dachte, über die Verantwortung gegenüber dem Leben und über die Würde, die zu behalten ein Mensch doch über den Tod hinaus verdient, aber niemand wollte darüber sprechen, jeder fühlte sich nur angegriffen, vielleicht auch, weil ich nicht die einzige war, die sich schämte und sich fragte, wie es nur hatte sein können, dass man einen Menschen so im Stich lässt, und schliesslich meinte eine Kollegin: "Was willst du machen? Hier geht es nicht um Würde oder Menschlichkeit, hier geht es einzig und allein darum, zu funktionieren."
Also versuchte ich zu funktionieren. Bis es irgendwann eben nicht mehr ging.
Sowas kommt eben manchmal vor.
Und das war gemeint mit diesem:
"Sie hatten das ja schon mal". Read entry » |
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während du damit beschäftigt bist, andere Dinge zu planen.
...das hat so oder so ähnlich (unter anderem) mal John Lennon gesagt. Oder gesungen. Keine Ahnung. Hier verhält es sich ganz ähnlich wie mit dem Zitat: “Better to be hated for who you are than loved for who you’re not.”, das man gern dem Herrn Cobain zuordnet, und das ich von einem Type O Negative-Cover kenne. Und von Andre Gidè. Und von Goethe. Aber darum geht es ja auch nicht:vielmehr geht es um den Sinn der Aussage... das nur mal so nebenbei.
Leben ist das, was geschieht, während du damit beschäftigt bist, Pläne zu machen. Das bedeutet soviel wie: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Oder auch: Egal was du heute planst, du weisst nicht, was morgen ist.
Und irgendwie besteht fast das ganze Leben aus Plänen. Nicht dass es immer "nach Plan" läuft, aber wir planen doch eine Menge und sind dann mit der Verwirklichung dieser Pläne beschäftigt. Die einen planen, nach der Schule zu studieren und Arzt, Jurist oder Wasauchimmer zu werden. Der Plan anderer ist es, zu heiraten, eine Familie zu haben und ein halbes oder auch ganzes Reihenhaus. Die einen planen ihre Karriere, die anderen planen, als Aussteiger auf Bali zu leben und dann...nicht immer, aber doch oft genug, kommt alles eben doch ganz anders, eben weil "das Leben passiert". Manchmal kommt auch gar nichts anders, und man stellt irgendwann fest, dass man seine Pläne zwar in die Tat umgesetzt, aber auch irgendwie am Leben vorbei geplant hat.
Vor einer Weile hatte ich schon eine recht präzise Vorstellung von meinem Leben. Also, von dem Teil, der noch vor mir liegt, versteht sich. Ich bin ja ein hoffnungsloser Optimist, wenn es darum geht, daran zu glauben, dass alles nicht nur noch besser, sondern auch richtig gut werden könnte. Und nachdem die ersten 36 Jahre meines Lebens streckenweise nicht so toll waren, könnten die nächsten 36 Jahre doch noch richtig toll werden. Vorausgesetzt, mich überfährt nicht jemand aus Versehen beim Einparken und mir fällt kein Haus oder Flugzeug auf den Kopf.
Jedenfalls hatte ich vor, vergnügt (naja) und fröhlich (naja) in meinem Beruf zu arbeiten, der ja, man soll's nicht glauben, mein Wunschberuf ist, und zu dem ich, nachdem Plan A nicht so lief, wie er hätte laufen sollen, über viele Umwege im Rahmen von Plan B gelangte (plus ein bisschen Glück und einer Handvoll bemerkenswerter Zufälle) und mich irgendwann zur Gerontopsychiatrischen Fachkraft ausbilden zu lassen. Nebenberuflich und auf Kosten des Hauses, versteht sich, denn wenn ich so viel Geld hätte, mir diese Ausbildung selbst zu finanzieren, dann...hätte ich sicher was anderes damit angefangen. Nach Ablauf der Zeit, die man sich bei einer solchen Weiterbildung zu verpflichten hat bzw. automatisch verpflichtet, weil die, die sie finanzieren ja auch was von ihrem Geld haben wollen, in dem Fall halt eine qualifizierte Fachkraft, wollte ich dann eigentlich sehen, dass ich aus der Praxis raus und ins Theoretische rein komme. Vielleicht als Praxisanleiterin oder im Bereich der Fort-und Weiterbildung.
Und diesen Plan fand ich auch ganz gut, zumal ich ja weder einen Mann noch eine Familie hatte, und weder das eine noch das andere war in meinem weiteren Leben wirklich vorgesehen. Es gibt Menschen, die wollen eine Familie...ich will keine. Und beziehungstechnisch bin war ich ja ein absolutes Muffel. Drei Jahre berufsbegleitende Ausbildung plus drei anschliessende "Pflichtjahre", kein Problem und vor allem auch kein Stress, denn es gab ja nur mich und den Mitbewohner. Dann wär ich 42, und meine lieben Mitmenschen hätten das Verkuppeln meiner Person mit beziehungswilligem Mannsvolk aus ihren Freundes-und Bekanntenkreisen vielleicht endlich aufgegeben und mich als hoffnungslosen Fall abgehakt. (alle beziehungslosen ÜbervierzigerInnen nehmen das bitte nicht persönlich...)
Leider hat es in den letzten Jahren nicht geklappt, was diese Ausbildung angeht, es kam immer was dazwischen, zuletzt, als ich die Zusage schon in der Tasche hatte, dann eben der Abriss des Heimes, in dem ich bis dahin gearbeitet hatte, nun ja. Shit happens.
Und jetzt haben sie mir tatsächlich diese Ausbildung angeboten. Beginn im November. Interesse?
Aber das Leben passiert, während man damit beschäftigt ist, Pläne zu machen, und dann kommt es eben anders, als man denkt, und auf einmal steh ich da und hör mich sagen:
"Nein, tut mir leid. Kann nicht."
Mein Gott, ich weiss noch nicht mal, ob ich nächstes Jahr noch hier bin oder ganz woanders, und selbst wenn ich mich darauf einliesse, drei lange Jahre fernbeziehungstechnisch zwischen hier und ganz woanders hin und her zu pendeln, so weiss ich doch auf jeden Fall, dass ich das nicht noch drei weitere Jahre aushalten würde, und das müsste ich dann ja. Und überhaupt, berufsbegleitende Ausbildungen sind praktisch, weil man zur Schule geht und gleichzeitig seine Brötchen verdient, aber sie machen das Leben doppelt so anstrengend... und irgendwie...ich meine...nö.
Ich bin gerade dazu übergegangen, zur Abwechslung mal wieder das Leben geschehen zu lassen. Einfach so. Ungeplant.
Und das ist ziemlich aufregend! Read entry » |
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ist Redhead ab Sonntag die Drachin los!!!
Das garstige Schuppentier wird auf eine andere Station versetzt. Zwar wäre man es gern ganz los, aber leider geht sowas eben nicht so einfach...aber wurscht erstmal...
Hach... sie ist weg. Ist das Leben mal wieder schön...!! Read entry » |
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doof.
Vor allem aber anstrengend.
Merke: wenn man wie doof auf Wolke sieben herumhüpft, kann es schon mal sein, dass man runterfällt und sich derb das Herz verstaucht. Im schlimmsten Fall kann man sich selbiges auch brechen, aber auch in meinem Leben muss ja nicht immer gleich das Schlimmste passieren. Zumindest bin ich geneigt, daran zu glauben. Oder es zu hoffen. Oder mich diesbezüglich eben so zu verhalten, wie es verliebte Menschen tun, und verliebte Menschen, so habe ich festgestellt, tun eine Menge seltsamer und absolut unlogisch anmutender Dinge, und zwar mit grosser Ernsthaftigkeit. Verliebte Menschen benehmen sich auch ziemlich merkwürdig. Was ihnen nicht bewusst ist. Eben weil sie verliebt sind. Jawohl.
Eigentlich müsste an dieser Stelle nun ein Eintrag über eine Freundin folgen, die schrecklich schlimm verliebt ist und gerade an Herzschmerz vor sich hin leidet. Verliebte Menschen brauchen ja keinen besonderen Grund, um an Herzschmerz vor sich hin zu leiden. Die tun das gewissermaßen chronisch. Das dumme Ding ist so gaga, dass es durch seine riesengrossen rosa Brillengläser kaum noch geradeaus sehen kann. Und wenn irgendwas nicht so läuft, wie es auf Seite hunderteinundzwanzig jedes beliebigen Kitschromans beschrieben ist, dann nimmt sie sich das furchtbar zu Herzen. Dann heult sie die halbe Nacht, spammt ihrem Süssen die Mailbox zu und sieht am nächsten Morgen aus, dass man meinen möchte, sie hat gerade erfahren, dass in dem Auto, auf das sich der Elefant gesetzt hat, bevor das Flugzeug drauf gefallen ist, ihre ganze Familie drin war. Und jeder, der sie anruft, wirft unmittelbar nach der Begrüssung verstohlen einen Blick auf die angezeigte Telefonnummer, weil man sich ja nur verwählt haben kann...denn dieses schluchzende Etwas kann uuuunmöglich die Person sein, die man anrufen wollte.
Dann ruft diese schrecklich verliebte Person irgendwann ihren Angebeteten an, der ja eigentlich schuld ist an dem ganzen Herzschmerz und so weiter, und... siehe da, auf einmal ist alles wieder gut und wunderbar...
und schon hüpft sie wieder wie ein Kamikaze-Engelchen auf Wolke sieben herum...
So ein dusseliges Huhn!
Zu blöd nur, dass ich das grad selber bin. Sonst würd ich mich kringeln vor lachen.... Read entry » |
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wenn du dir gerade im Bad die weissweinverseuchte Seele aus dem Leib gekotzt hast und Schatz dich trotzdem küsst (bäks!)
Liebe ist auch, wenn Schatz dich ein "geiles Moped" nennt und du ihn nicht sofort erschiesst. (Bitte???)
Die Dietrich hatte noch nen Koffer in Berlin... ich hab neuerdings noch ne Zahnbürste in Gelsenkirchen...
Tja nu! Der Rotschopf, bis unlängst noch überzeugtes Single-Weibchen und seit kurzem abartig glückliche Fernbeziehungs- Hälfte, war ja gerade für ein paar Tage bei Schatz. Jetzt ist der Rotschopf wieder daheim und denkt die ganze Zeit darüber nach, wie er - also ich - möglichst bald wieder zu Schatz zurück kommt.
Der Rotschopf überhört an dieser Stelle mal das Gröhlen aus Lieblingskollegins Richtung...
Schatzens Mama kennengelernt, von Schatzens Papa mit Weisswein abgefüllt worden (der Plan war, Weisswein zu trinken, weil ich den überhaupt nicht mag, damit ich nicht ZUVIEL davon trinke...aber ab dem fünften Glas war es dann irgendwie egal...*hicks*), mit der Gina "von hinter der Theke" Party gemacht (freilich erst nach Ende ihrer Schicht) bis sich keine von uns mehr daran erinnern konnte, wer von uns zuerst gegangen ist. Nicht viel von der Stadt gesehen *öhm*...weil das Wetter zu schlecht war *öhm*... und festgestellt, dass Schatz pervers gut kochen kann *platz*, und mir in der Disziplin "Haushalt und Putzen" eindeutig überlegen ist *schäm*.
Und dann hat der Rotschopf auf der Heimfahrt bis Duisburg geheult. Wenn ich nicht dabei gewesen wäre, würde ich es nicht glauben...!!! Read entry » |
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Da schreibt mir mein Grosser neulich aus dem Internet-Café so gegen elf Uhr abends, dass er kurz nach Mitternacht zuhause sein und darauf warten würde, dass ich ihn anrufe, und so nebenbei knallt er mir noch vor den Bug, dass er sich gerade meinen Namen aufs Handgelenk hat tätowieren lassen (einen meiner Nicknames, versteht sich, denn ich würd den Mann nicht nur für blöd halten, er wäre es auch, hätte er sich meinen richtigen Namen irgendwohin tätowiert: das war vielleicht vor fünfzig Jahren mal romantisch oder ist es nach fünfzig Jahren Zusammensein...aber es ist definitiv nicht meine bevorzugte Art der Romantik, wars nie und wird es nie sein)
Na gut, denk ich mir, dann ruf ich ihn halt noch mal an vorm Schlafengehen, aber: er ist nicht daheim. Nicht kurz nach Mitternacht und auch nicht lange nach Mitternacht, und ich weiss nicht, soll ich mir schon wieder Sorgen machen oder sauer werden. Doch mit dem Sauerwerden ist es ja so eine Sache. Schalke ist - Überraschung - trotz allem (wieder) nicht Meister geworden, und wer da Fan ist, der trauert ein bisschen. Oder auch ein bisschen mehr. Naja. Vor allem, wenn er aus Gelsenkirchen kommt.
Ich ruf also so gegen halb drei auf seinem Handy an, und siehe da: ein quietschvergnügter, zwar nicht weg- doch unüberhörbar angeschossener Kerl geht ans Telefon, der Lärm im Hintergrund verrät die Kneipe, und er freut sich erst mal zwei Minuten lang darüber, mich zu hören, erzählt mir, dass er bis vor zwei Stunden im Internet-Café war und...ähm...jaha, daha fällt ihm ein, dass es inzwischen doch ein bisschen lange kurz nach Mitternacht ist, und dass er eigentlich nach Hause wollte, aber: "Hier auf Melmac gehen die Uhren anders, Schatz!" Super!
Ich geb ihm eine halbe Stunde, um zu Hause aufzuschlagen, falls er noch mit mir reden möchte, und siehe da, er hat zwar seine Einkaufstüten in der Kneipe stehen lassen, was er erst merken wird, wenn er die eingekauften Lebensmittel im Kühlschrank vermisst, aber er hat es tatsächlich geschafft, denn als ich dreissig Minuten später noch mal bei ihm anrufe, ist er zuhause. Nicht ganz nüchtern, wie gesagt, aber auch nicht im Schalke-Kummerkoma. Ich denk mir, hey...was willst du? Könnte schlimmer sein.
Und dann kriegen wir uns in die Wolle. Weil er meint, dass ich sauer bin. Was ich nicht bin. Was er nicht glaubt. Und weil er es fad findet, dass nicht zugebe, dass ich sauer bin, und weil ich es nervig finde, dass er mir unterstellt, ich sei sauer, obwohl ich nicht sauer bin...und weil ich ganz sicher nicht so tun würde, als sei ich nicht sauer, wenn ich sauer wäre (hoho...da kennt der Herr mich schlecht!)... BIN ich am Ende sauer, und er spielt die beleidigte Leberwurst, weil er findet, dass ich überhaupt keinen Grund habe zum sauer-sein!!!
Ähm ja. Gibt es irgendwo ein Handbuch: "Vom Langzeit-Single zum (Fern-)Beziehungsmenschen in zwei Wochen"??? Ich könnt sowas jetzt ganz gut brauchen. Read entry » |
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Red bittet hiermit darum, ihre derzeit (guter Witz, Red) weniger als sporadische Anwesenheit hier zu entschuldigen, da sie gerade beschäftigt ist. Und zwar sehr.
Damit, sich zu verlieben.
Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt (ich weiss jetzt auch nicht genau, was gerade...)
und wie immer herzlich
ich
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Die Überschrift ist zugegebenerweise nicht sooo originell und auch schon ein bisschen abgenutzt, aber sie passt trotzdem ganz gut...
Frollein Red, dieser Tage noch winterlich dunkelbeschopft kämpft nach wie vor gegen grausliche Drachen und die Sonne, wobei es bereit ist, sich mit Letztgenannter zu arrangieren (Clärchen meint es ja nicht böse), während es der Erstgenannten weiterhin mit unverminderter Herzlichkeit eine Bettpfanne um die Ohren hauen möchte. Was es nicht darf, denn das Hauen von Drachen mit Bettpfannen ist verboten. Obwohl das so eigentlich nirgendwo geschrieben steht...
Für all jene, die sich an Frollein Red und dessen Chef-Drachin erinnern, sei erwähnt, dass der Drachenkampf langsam aber doch bemerkbar Fortschritte macht. Die Drachin droht mit ihrem Anwalt, die Chef-Etage hat die interne Drachenangelegenheit an höhere Instanzen weitergeleitet und das niedrige Fussvolk hält tapfer die Hoffnung am Leben, die ja bekanntlich immer zuletzt stirbt...
...denen, die das hier lesen und nicht wissen, was es bedeuten soll, sei gesagt: macht nix.
Und allen, den Wissenden wie den Ahnungslosen wünsche ich einen schönen Sonntag. Mit Betonung auf Sonn(e)...
Man liest sich...
herzlich Red
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