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Blog entries: 15. All Blog entries are sorted chronologically.

Kriegunfrieden

2008/01/18
| Comments: 0
Tags: No Tags available
Es ist immer dasselbe. Im Grossen wie im Kleinen. Ja, irgendwer hat mal gesagt, dass man alles Grosse auch im Kleinen wiederfindet, und dass man daher von den kleinen, anscheinend trivialen Dingen fast immer auf die grossen, mehr oder weniger weltbewegenden Ereignisse schliessen kann. Fast immer, wie gesagt. Und ich glaube, Herr oder Frau Irgendwer hatte damit recht.

Ich lese keine Zeitung und sehe mir auch nur selten irgendwelche Nachrichten-Sendungen an, so dass ich die meiste Zeit über nicht auf dem neuesten Stand in Bezug darauf bin, welches Land da grad mal wieder gegen welches andere Land in den Krieg zieht und warum, oder welcher Politiker gerade welche Lüge als die ultimative Wahrheit (nämlich seine) deklariert. Nein, von sowas habe ich keine Ahnung, zumindest nicht so viel, dass ich mich mit anderen darüber unterhalten kann, aber ich finde das auch nicht so schlimm. Nimm das alltägliche Miteinander um dich herum, multipliziere es mit...na, mit irgendeiner imposanten Zahl eben...und wenn du dir dann noch vorstellst, all die Menschen (inklusive deiner Wenigkeit) wären Völker, Länder, Staaten, Regierungen, Politiker, dann...naja.

Die Lieblingskollegin hatte ein Gespräch mit der PDL. Wegen der Chefin. Und die Chefin hatte ein Gespräch mit der PDL. Wegen der Lieblingskollegin. Und dann hatten beide ein Gespräch mit der PDL. Und nun herrscht Friede, Freude, Eierkuchen. Küsschen rechts und Küsschen links.

Die Chefin hat gesagt, daran, dass sie so sauer auf die Lieblingskollegin gewesen sei (Um Irrtümern und allgemeiner Verwirrung vorzubeugen, es ist nicht ihre, sondern meine Lieblingskollegin, und die beiden hatten in der letzten Zeit eine Menge Stress miteinander, weil die Lieblingskollegin jede Menge schlimme Gerüchte über die Chefin verbreitet haben soll...sogar an Tagen, an denen sie gar nicht in der Arbeit war, an Orten, an denen sie sich nachweislich gar nicht befunden hat und gegenüber Personen, denen sie überhaupt nicht begegnet ist.), sind ausschliesslich die anderen schuld. Jawohl. Die Anderen!

Die Anderen, das mal so nebenbei, sind ein Eingeborenenstamm, der versteckt im Intrigenwald lebt. Ab und zu kommt er angeschlichen und überfällt aus dem Hinterhalt völlig unschuldige Personen...wie eben die arme, arme Chefin, die ihre Informationen über die gerüchteverbreitetende Lieblingskollegin übrigens ausschliesslich von Stammesangehörigen der Anderen bezogen und diese ohne oder selbst nach Überprüfung des (zumeist durch Abwesenheit glänzenden) Wahrheitsgehalts geglaubt hat (Jeder glaubt halt, was er glauben will). Ausserdem hat sie ihrerseits, auch wenn sie das inzwischen vehement bestreitet, die Anderen, so im Sinne von "Rache, ob nun gerechtfertigt oder nicht, ist Blutwurscht!" mit Waffen in Form von falschen Informationen über die Lieblingskollegin versorgt. Mit verheerenden Folgen. Für die Lieblingskollegin. Und auch für ein paar völlig Ahnungslose, die einfach zur falschen Zeit am falschen Ort waren.

Damit soll nun aber Schluss sein. Sagt sie (die Chefin). Und die Lieblingskollegin glaubt das. Sagt sie. Obwohl das eigentlich nicht stimmt. Sowohl das, was die Chefin da von sich gegeben hat, als auch das "Ich glaub das"-Statement der Lieblingskollegin.

Und jetzt tun beide schrecklich nett miteinander. Zumindest dann, wenn sie zusammen in einem Raum sind, in dem sich zur selben Zeit auch noch andere aufhalten.
Sobald allerdings eine von ihnen besagten Raum verlässt...

Wie sich das im kleinen Alltagsuniversum nennt, fällt mir grad nicht ein. Aber wenn die Lieblingskollegin und die Chefin Staaten bzw. deren Regierungen wären, wenn man über sie in den Nachrichten berichten würde, dann würde man die Gespräche im Büro der PDL als "diplomatische Verhandlungen" bezeichnen, auch wenn da gelogen und geheuchelt wurde, dass sich die Balken bogen und der Stahlbeton rostete. Und das Ergebnis hiesse "Waffenstillstand". Oder so ähnlich. Auf jeden Fall nicht "Frieden".

Es würde mich gar nicht wundern, wenn sich beide jetzt verbünden. Einstweilen zumindest. Immerhin gilt es, ein paar Vergeltungsangriffe zu planen. Gegen die Anderen. Man könnte es ja "Kampf gegen den Terrorismus" nennen. Auf jeden Fall müssen ein paar Schuldige gefunden und bestraft werden. Und beide haben ja auch den einen oder anderen Staat... ich meine natürlich: Kollegen, der ihnen schon lange ein Dorn im Auge ist, wie man so schön sagt

Besagte Schuldige bleiben allerdings nicht untätig. Die einen haben ihrerseits mit diplomatischen Verhandlungen begonnen. Mit der Lieblingskollegin UND der Chefin (allerdings weiss die jeweils andere nichts davon) Die anderen weisen in öffentlichen Erklärungen sämtliche Vorwürfe sowohl von der einen als auch von der anderen Seite als falsch und ungerechtfertigt zurück. Darüberhinaus wurde allerorten damit begonnen, heftig aufzurüsten. Freilich nur zu Verteidigungszwecken.

Und aus dem Intrigenwald hört man unheimliches Getrommel...



Das wird wohl nix mit dem Weltfrieden.

Schickt mir ein Raumschiff, bitte, ich will nach Hause.
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Immer noch

2008/01/18
| Comments: 2
Tags: No Tags available
Als erstes wünsch ich euch allen hier noch schnell ein gesundes neues Jahr; immerhin haben wir noch Januar, da geht das schon in Ordnung. Ich hoffe, euch allen geht's gut, und falls es nicht so ist, bei dem einen oder der anderen, dann lasst euch sagen: keine Sorge, es geht immer weiter. Nicht gleich und auch nicht immer gleich in die gewünschte Richtung, aber es geht weiter. Auf jeden Fall. Und ich weiss, wovon ich hier schreibe. Auf diesem Gebiet bin ich sozusagen Spezialist.

Ich bin immer noch rothaarig, was ich der färbenden Haarkosmetik verdanke, weil Mutter Natur ja leider nicht mit sich reden liess, als ich damals quengelte, ich wolle rote Haare haben (ich glaube, sie sagte etwas in der Art von: "Nö!"), ich bin immer noch Altenpflegerin, weil das nun mal mein Beruf ist und mir ums Verrecken und trotz allem Frust, der mich bei der Ausübung desselben manchmal bis häufig befällt, kein anderer einfällt, den ich wenigstens halb so gern machen würde, und ich habe nach wie vor die Angewohnheit, mir über die seltsamsten und trivialsten Dinge im Leben (vorzugsweise in meinem eigenen) dermaßen "einen Kopf zu machen", als hätte ich nicht schon einen (Kopf, meine ich.)
Und sonst?
Nun, ich habe immer noch einen Mitbewohner, der nicht mein Freund ist (im Sinne von DER Freund) und inzwischen einen Freund (in eben erwähntem Sinne), mit dem ich nicht zusammen wohne, ich habe jetzt statt einer Drachin ein Rehlein als Chefin und frag mich manchmal, ob das tatsächlich eine Verbesserung ist, und ansonsten...nun, alles wie immer eben. Auf manchmal nervende, meist jedoch beruhigende Art und Weise.
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Nieder mit dem Weihnachtsmann?

2006/12/02
| Comments: 3
"Immer mehr Bürger, Vereine und Pfarreien kämpfen für den echten, altbayrischen Nikolaus"
So hab ich das heute in der Zeitung gelesen. Und unter dieser Überschrift wurde der arme alte Mann mit dem Rauschebart dann beschimpft, dass die Fetzen nur so flogen. "Kommerz-Kasperl" hiess es da. "Riesen-Gartenzwerg" und "US-Wicht, der nur zum Packerl-Schleppen taugt." Oha. Und berichtet wurde, dass selbst die Zwergerl schon stolz Plakate hoch halten, auf denen steht: "Weg mit der Zipfelmütze!"

Mir ist es ja offen gestanden wurscht. Ich komme aus einer Familie, in der einem der Nikolaus in der Nacht zu sechsten Dezember den geputzten Stiefel mit Süssigkeiten vollgestopft hat. Und weil ich so ein braves Mädchen war, hat er sich meist auch nicht lumpen lassen und auch noch den zweiten gefüllt. Wenn ich meine Mutter allerdings fragte, wer denn der Nikolaus eigentlich sei, der, wenn man ihn denn in unserer Gegend zu Gesicht bekam, was doch eher selten der Fall war, als bärtiger Mann in braunem Mantel, dem Weihnachtsmann nicht ganz unähnlich, auftauchte, dann antwortete sie meist: "Der Helfer vom Weihnachtsmann". Jetzt dreht sich bei diesen Worten so manchem echt altbayrischen Nikolaus-Fan sicher der Magen um. Ich kann es nicht ändern.
Zu Weihnachten trat dann der Weihnachtsmann höchstselbst in Erscheinung. Meist hatte er schon während der Adventszeit den einen oder anderen Auftritt bei diversen Kinder-und Betriebs-Weihnachtsfeiern, aber am Abend des 24. Dezember gab er sich die Ehre und besuchte die kleine Red höchst selbst. Meist mit einer gehörigen Schnapsfahne, weil er ja überall einen zum Aufwärmen eingeschenkt bekam, und nicht selten in des Nachbarn Hauspantoffeln. Vielleicht taten dem Alten ja die Füsse weh, wer weiss. Stiefel können einen umbringen. Mir war es egal. Ich sah mit grossen blanken Augen zu ihm auf und brachte vor lauter Ehrfurcht kein Wort heraus. Von einem Lied ganz zu schweigen. Der Weihnachtsmann fragte mich meist, ob ich brav gewesen sei, was dann meine Eltern für mich beantworteten, weil mir ja vorübergehend die Fähigkeit des Sprechens abhanden gekommen war, und meist kam ich auf diese Weise viel besser weg, als wenn ich selbst hätte zugeben müssen, dass ich hier und da schon den einen oder anderen Ärger gemacht hatte. Danach stiess der Weihnachtsmann mit meinem Vater an und machte sich aus dem Staub, während ich darüber grübelte, wie es der Kerl bloss geschafft hatte, im Schlafzimmer meiner Eltern einen kompletten Plastikzoo aufzubauen, obwohl er die gute Stube nicht einen Moment verlassen hatte. Der Mann war toll. Aber möglich war ja, dass sein Helfer heimlich durch das Fenster eingestiegen war.
Was mich früher auch ein wenig verwirrte, war die Sache mit dem Knecht Ruprecht. Wenn der Weihnachtsmann zu unserer Schulweihnachtsfeier kam und ich dann vor ihm stand, wollte er ein Gedicht von mir hören, bevor er mir mein Geschenk überreichte. Meist hatte er zu diesem Zeitpunkt schon achtzehnmal ein geleiertes "Lieber, guter Weihnachtsmann..." über sich ergehen lassen müssen. Also hatte ich ein Einsehen, zumal ich damals schon wusste, dass der Weihnachtsmann aus Zeitnot auf Hilfsweihnachtsmänner zurückgreifen musste...und ich fand unseren Chemie-Lehrer schrecklich lieb. Also sagte ich mit meiner schönsten Schulgedicht-Rezitier-Stimme auf: "Vom tiefen (oder hiess es vom dunklen?) Walde, da komm ich her..." und insgeheim dachte ich an der entsprechenden Stelle dann immer: "Wer zum Geier ist dieser Knecht Ruprecht?"
Ich fragte meine Mutter und die antwortete: das ist auch der Weihnachtsmann. Hm.

Als ich vor ein paar Jahren nach München zog, machte ich eine merkwürdige Entdeckung: mir begegneten an einem sechsten Dezember mitten in der Stadt einmal der Heilige Nikolaus und...der Weihnachtsmann!!! Da hab ich nicht schlecht gestaunt. Und als man mir dann sagte, dass seien beides der Nikolaus gewesen, da dachte ich so bei mir: "Die spinnen, die Bayern!"

Dann musste ich mir sagen lassen, dass es den Weihnachtsmann überhaupt nicht gibt. Weil sich die Leute hierzulande ja die Geschenke von einem kleinen Kind anschleppen lassen. Dem Christkind. Und jedesmal, wenn am 6. Dezember ein als Weihnachtsmann verkleideter Nikolaus bei uns im Altenheim den Heimbewohnern eine Kleinigkeit überreicht hat, war ich ziemlich durcheinander. Schliesslich hatte ich mich kundig gemacht und festgestellt, dass es den Heiligen Nikolaus, jenen Bischof aus Myra ja wirklich gegeben hatte. Wieso also verkleidete sich der gute Mann dann als Weihnachtsmann und verwirrte mit seinem Auftritt meine alten Leute?
In der Folgezeit habe ich mich dann alle Jahre wieder mit allen möglichen Leuten gestritten, ob es den Weihnachtsmann nun gibt oder nicht. Ich bin da prinzipientreu: ein Christkind kommt mir nicht ins Haus, und daher lasse ich mir seither meine Geschenke von meinen Eltern herschicken, weil der Weihnachtsmann meinetwegen ja nicht extra mal einen Umweg nach München machen kann. Und die Geschenke meiner Eltern besorge ich...der alte Mann hat auch so genug zu tun.

Als ich dann aber heute die miese Hetze gegen den Weihnachtsmann lesen musste, hatte ich echt genug. Liebe Altbayern, die ihr in diesem Artikel den Weihnachtsmann so übel beschimpft und eine amerikanische Erfindung genannt habt, ich muss euch mal was sagen:

Ich weiss jetzt, dass der Knecht Ruprecht der Begleiter des Nikolaus ist. Und ich weiss auch, dass die ganze Schenkerei früher eben wegen des Nikolaus am sechsten Dezember statt gefunden hat. Ich weiss auch, dass die Schenkerei irgendwann aus irgendwelchen Gründen auf den 24/25. Dezember verlegt worden ist, was eigentlich bedeutet, dass es am 6. theoretisch gar nichts mehr gibt.
Also kommt eigentlich am 24. Dezember nicht der Weihnachtsmann, sondern der Nikolaus. Soweit so gut.
Aber: der Weihnachtsmann, diese angeblich amerikanische Erfindung, dort auch Santa Claus genannt, stammt eigentlich aus Europa. Die Europäer haben den Nikolaus eingesackt und mit nach Amerika genommen, wo vor allem die Niederländer, zu Ehren des Heiligen Nikolaus, der auch der Schutzpatron von Neu Amsterdam, dem späteren New York, war, das "Sinterklaasfeest" feierten. Später wurde daraus Santa Claus. Was bedeutet: der Weihnachtsmann IST der Nikolaus.
Und zum Schluss noch was: wenn ihr euch schon darüber aufregt, dass die Amis den Weihnachtsmann erfunden hätten, dann lasst euch eins gesagt sein:
Das Christkind gibt es nicht. Das hat der Martin Luther erfunden. Und nun seht doch zu, wo ihr dieses Weihnachten eure Geschenke herkriegt. Ich werd dem Weihnachtsmann petzen, was ihr über ihn erzählt habt. Und dann seht ihr alt aus! So!
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Nebel, Nebel, Nebel...

2006/11/29
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Tags: nebel  wetter
Manche mögen das Wetter ja gar nicht...
Ich schon...vor allem, wenn ich genau vor meiner Haustür sowas sehe...

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"Komm heim!"

2006/10/31
| Comments: 5
Blog reply on: Schaumzauber from redhead
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Als Thekla zu uns kam, aus dem Krankenhaus, da hiess es, dass es nur noch ein paar Tage dauern würde: sie hat nichts mehr gegessen, weigerte sich, ihre Medikamente zu nehmen und war so schwach, dass sie nicht mehr gehen konnte.
Aus den Tagen sind dann doch noch Wochen geworden, und Thekla hat sogar wieder gegessen, hat zugenommen, ist herumgelaufen und hat die Schwestern gescheucht, dieses und jenes zu erledigen, zu holen, zu tun. Aber obwohl es während dieser Wochen eine ganze Menge an guten Tagen gab, solche nämlich, an denen sie draussen auf dem Balkon sitzen und ihre geliebten Zigaretten rauchen oder sich sogar von Bekannten im Rollstuhl im Park herum fahren lassen konnte, hatte sie doch die meiste Zeit über nur den einen Wunsch: sterben zu können. Sie wollte nicht mehr, sie konnte nicht mehr, und sie sagte immer wieder, dass es unendlich schwer sei, länger leben zu müssen, als die Kraft reichen würde. Je länger "es" dauerte, um so mehr sah sie in ihrem Leben eine Strafe, bei der sie sich nach dem "Wofür?" fragte. Sie hat viel gebetet, zu Gott und vor allem zu ihrer Namenspatronin, von der sie sagte, dass die ihr immer geholfen und sie nie im Stich gelassen habe.

Vor drei Tagen hat Thekla aufgehört zu essen. Sie sagte, ihr sei so, als habe sie sich eine Grippe "eingefangen", aber einen Arzt wollte sie nicht, nur in Ruhe gelassen werden und schlafen. Ihre Tochter meinte, als ich ihr erzählte, dass sich die Mutter schwach fühle und glaube, krank zu werden, mit nachsichtigem Lächeln: "Aber das meint sie doch immer..."
Vorgestern sagte Thekla zu einer der Pflegerinnen, dass sie sich nicht mehr kümmern müsse; sie würde jetzt zu ihrem Vater gehen.
In der letzten Nacht war sie zwar schwach, fühlte sich aber gut, und als die Nachtschwester das erste Mal nach ihr sah, schlief sie tief und fest. Und irgendwann gegen Morgen hatte sich Theklas letzter grosser Wunsch dann erfüllt.

Erst vor ein paar Wochen las ich auf einer Trauerkarte einen Spruch, den ich in den letzten Tagen meist im Sinn hatte, wenn ich an Thekla dachte. Ich hab es nicht so mit Gott und noch weniger mit der Kirche, aber diesen Spruch finde ich einfach schön. Er macht Sinn, wenn man mit Alten zu tun hat und sie gewissermassen das letzte Stück des Weges begleitet.


Als Gott sah, dass der Weg zu lang, der Berg zu steil und das Atmen zu schwer wurden, nahm er sie in die Arme und sagte "Komm heim!".
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Schaumzauber

2006/10/20
| Comments: 2
Gestern war ich die "Badefee". Ich mach das nicht gern, weil Baden hier eine Hochgeschwindigkeits-Aktion ist und man sagt, dass es schneller ginge als das Waschen am Waschbecken. Ich gehöre zu den Leuten, für die ein Bad etwas Schönes ist, das man zelebriert; ein Luxus halt. Aber für diesen Luxus braucht es Zeit, und Zeit ist hier ebenfalls Luxus und nahezu unerschwinglich. Die meisten Bewohner mögen das allwöchentliche Pflichtbad nicht besonders. Auch Thekla nicht. Und Thekla steht auf meiner Liste.
Zur Zeit ist sie nicht so gut drauf. Physisch hat sich ihr Zustand sehr gebessert: sie wiegt jetzt 51 kg, fast sechs Kilo mehr als bei ihrem Einzug, als wir sie "zum Sterben" aus dem Krankenhaus bekamen, wo sie nichts mehr gegessen hatte und vor Schwäche nicht mehr laufen konnte. Inzwischen läuft sie mehr als uns lieb ist. Und isst wie eine siebenköpfige Raupe: sogar der Nachtdienst wird herum geschickt, um Essbares aufzutreiben.
Aber geistig baut sie zunehmend ab...und das schlimmste ist: sie merkt es. Der Versuch, sie neulich morgens anzuziehen, endete beinahe handgreiflich und mit bösen und hässlichen Worten ihrerseits, und als ich eine Stunde später ins Zimmer komme, steht sie heulend am Waschbecken und schlägt sich die Haarbürste immer wieder auf den Kopf, weil sie "so gemein und ungezogen" zu mir war. Wo sie mich doch gar nicht verdient hat! Ich kann sie gar nicht beruhigen. Es ist zum Heulen.

Thekla will nicht baden. Muss es sein? Kann's nicht ausfallen? Bitte?
Ihr ist schlecht und sie hat Schmerzen und schlechte Laune und überhaupt ist das ein schlechter Tag, mit all dem Nebel...und wo sie doch auch eine erkältete Blase und so geschwollene Füsse hat? Warum ist die Schwester, dieses Balg, die blöde Pute, heute bloss so hartherzig? Kommen Sie nur erst in mein Alter, dann werden Sie schon sehen. Sie jammert und schimpft und weint. Nein, sie will nicht! Neinneinnein!!!
Ich überrede Thekla am Ende doch. Genaugenommen schwatze ich sie in Grund und Boden und bugsiere sie unter dem Geplapper in den Rollstuhl und aus dem Zimmer. Trotzdem: bis ich sie im Badezimmer habe, grollt sie. Dann sieht sie die Wanne und all den (normalerweise nicht üblichen) Schaum, und warm ist es da auch...und als ich sie endlich drin habe, in der Wanne und im Schaum und natürlich im Warmen, da hellt sich ihr Gesicht auf: "Also, ich geb ja zu, dass ich gehofft hab, es könnte noch was dazwischen kommen, aber eigentlich...ist es ja doch ganz nett. "
Und eigentlich hab ich es eilig, und eigentlich werd ich das bitter bereuen, aber als sie fragt, ob wir noch mal heisses Wasser nachfüllen können und die Haare vielleicht auch ein zweites Mal waschen, da kann ich nicht anders und tu so, als hätten wir alle Zeit der Welt. Oder doch wenigstens so viel Zeit, wie ein richtiges Vollbad braucht. Sie planscht herum und ich hocke auf dem Wannenrand, während wir uns über Männer unterhalten ("Ich war kein Kind von Traurigkeit, vielleicht, weil ich keinen Vater hatte, wissen Sie, da hab ich den Männern schon manchmal übel mitgespielt") und über ihre Tochter (Sie erzählt mir, dass sie gerade in Irland studiere und da einen Mann kennen gelernt habe, und als ich frage, wie alt ihre Tochter, von der ich weiss, dass sie hier und Ende Fünfzig ist, denn sei, sagt sie: "Sie wird jetzt 23...") und über meine Haarfarbe, die sie "schrecklich hübsch" findet. Und als ich sie dann wieder aus der Wanne hole, seufzt sie: "Sie haben ja sogar das Badetuch vorgewärmt...hach!" Naja...ich hatte es verbotener Weise auf der Heizung abgelegt...
Eine halbe Stunde später bin ich zeitlich hoffnungslos in den Miesen und weiss, ich werd mit der Arbeit bis zum Mittag nicht mehr fertig, aber was soll's. Thekla liegt in ihrem frisch bezogenen Bett und findet die 08/15-Bettwäsche hübsch. Vergessen sind die schlechte Laune, die geschwollenen Füsse und auch, dass sie gerade noch sterben wollte, nur um der bösen Schwester zu entgehen. Sie erklärt den Tag, der sich nach dem morgendlichen Nebelgrau wie aufs Stichwort auch tatsächlich noch in einen der Kategorie "Goldener Oktober" verwandelt hat, für besonders schön und mich feierlich zu seiner Retterin.
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1.) "Komm heim!" from redhead

Thekla hinter den Gardinen

2006/10/12
| Comments: 3
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"Ich danke Gott, dafür, dass er mir Sie geschickt hat." Sagt sie. Immer wieder. Und das nur wegen einer lausigen Zigarette und einer Viertelstunde Auszeit vom Warten auf Morgen.
Thekla ist weit über Achtzig. Eigentlich sollte sie nur "Kurzpflege" sein, aber es sieht nicht so aus, als käme sie bald wieder heim.
Sie ist Bewohnerin und ich bin Pflegerin, aber in dieser abendlichen Viertelstunde auf dem Balkon ihres Zimmers, versteckt hinter den zugezogenen Gardinen, sind wir so etwas wie Freundinnen, die gemeinsam etwas wundervoll verbotenes tun: wir rauchen heimlich eine.
Die Thekla hinter den Gardinen ist eine andere Person als jene Frau G., die in der Pflege schwierig ist und deren Eigensinn tagsüber Zeit und Nerven kostet. Das ist nicht ihr Fehler. Vielmehr ist es ein Denkfehler. Daran gewöhnt und darauf trainiert, dass die alten Leute hier müssen, wie wir wollen, scheitern wir regelmässig an Thekla, die weder will, wie sie soll...noch muss. Wir stolpern über unsere eigene Unflexibilität...aber wir arbeiten daran, und wer weiss?
Die Thekla hinter den Gardinen ist eine wundervolle Frau. Sie sitzt da, in ihren Bademantel und eine Decke gehüllt und findet es wunderschön, im Dunkeln da draussen auf dem Balkon zu sitzen, die Zigarette zwischen den Fingern und den improvisierten Ascher auf dem Schoss...und jemanden zum Reden gegenüber. Und ich finde sie selbst wunderschön. Das Alter war nicht gerade rücksichtsvoll im Umgang mit ihrem Äusseren, aber in dieser Viertelstunde kann ich sehen, dass Thekla einmal eine schöne Frau war...und immer noch ist. Da sitzt ein ganzes Leben vor mir.
In dieser Viertelstunde scheint sie immer völlig klar, trotz bestätigter fortschreitender Demenz und trotz Morphium. Sie redet. Vom Krieg. Vom Fliegeralarm und wie sie in die Luftschutzkeller gerannt sind, wenn sie die Sirenen gehört haben. Sie macht mir die Sirene vor, diesen auf und abschwellenden Ton, den ich aus Filmen kenne. Sie erzählt mir, wie "da drüben" alles gebrannt hat. Und dass sie die Häuser "da hinten" mit gelöscht hat. Sie ist von hier, aus diesem Ort.
Thekla denkt über ihr Leben nach. Dass ich so gut zu ihr sei, obwohl ich sie doch gar nicht kennen würde. Und ach, sie sei so schlecht gewesen. Sagt sie. Doch, sie sei kein guter Mensch gewesen, so dann und wann, aber sie habe versucht, gut zu sein. Und nun warte sie auf's Sterben. Und das zöge sich so. Den darauf bezogenen Lieblingsspruch meiner Mutter "Die Lebensuhren werden da oben gestellt",mag sie und findet: "Eine sehr kluge Frau, Ihre Frau Mutter".
Thekla macht sich Gedanken. Ins Fegefeuer wird sie wohl kommen, ganz sicher, aber in die Hölle vermutlich nicht, nicht wahr? Gott wird schon ein Einsehen mit ihr haben, schliesslich habe er ja mich geschickt, die ich weiss, wieviel so eine Zigarette wert ist, was das hier, diese Viertelstunde auf dem abendlichen Balkon bedeutet. Man braucht ja gar nicht viel, um vollkommen selig zu sein. So wie jetzt. Hinter den Gardinen.
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1.) Schaumzauber from redhead

Stippvisite

2006/10/09
| Comments: 2
Ich habe hier lange keinen Dummsinn mehr verzapft, hier nicht und auch nicht anderswo, und das ist ungewöhnlich für mich; genau genommen sogar beunruhigend...bin ich am Ende krank geworden? Werd ich jetzt erwachsen und widme mich den wichtigeren Dingen? Oder ist dieses Nicht-Bloggen der Beweis dafür, dass ich nicht nur weniger Leben als Blogs habe, sondern nicht mal eins für ein Blog?

Die Antwort (auf alle Fragen) lautet: NÖ!

Ich bin nicht krank geworden, weil Krankwerden für gewöhnlich Gesundsein voraussetzt, und diese Voraussetzung mir momentan irgendwie fehlt: mir geht es nicht schlecht, aber gut ist was anderes, denn zum einen scheint mein Immunsystem vor einiger Zeit ein Schild ins Fenster gehängt zu haben, auf dem zu lesen ist : "Out Of Order", zum andern...naja, seien wir ehrlich: Red wird nicht erwachsen, sie wird höchstens alt. Und bevor ich jetzt bei den Rückenschmerzen anfange und bei ...was auch immer aufhöre, lassen wir das lieber. Und was das Leben angeht, nun ja. Es ist klein, es ist alltäglich und mitunter nervtötend gleichförmig....aber es ist meins. Vom Umtausch ausgeschlossen und ohne Rückgabegarantie. Haltbar bis: siehe Deckel...

Leben passiert, während wir mit anderen Dingen beschäftigt sind. So heisst es. Good old John Lennon hat es wohl mal noch eine Spur härter formuliert und gemeint, dass das Leben passiere, während wir damit beschäftigt wären, andere Dinge zu planen, was ja bedeuten würde, dass wir, so beschäftigt mit dem Planen von Plänen nicht zum Leben leben kämen. Oder so. Ja.
Ich für meinen Teil kann mit einigermaßen guten Gewissen sagen, dass ich mein Leben lebe, während es passiert. Und meist passiert es ziemlich planlos. Pläne waren noch nie so mein Ding. Mein Leben passiert, wie gesagt, und es passiert, ob ich das nun will oder nicht. Es hat seinen eigenen Plan und verfolgt ihn, mit mir oder auch ohne mich.

Ich bin seit über einer Woche wieder in der Arbeit und weiss gar nicht, wie ich beschreiben soll, was gerade auf meiner Station passiert. Die Chefin ist nicht da, weil sie ihre Überstunden am Stück abbauen und währenddessen Supervision über sich ergehen lassen muss, und wir sind nicht nur auf uns gestellt, sondern haben die schwierige Aufgabe zu bewältigen, bin Januar so etwas wie ein Team zu werden. Ich weiss nicht so recht, wie das gehen soll, aber ich weiss, dass wir das schaffen müssen, denn wenn die Drachin nach Ablauf dieser Schonfrist wieder kommt und wir nicht bewiesen haben, dass sie die Wurzel allen Übels auf dieser Station war und ist, dann gnade uns Gott: die Drachin wird's nämlich nicht tun. Im Gegenteil. Wenn wir versagen, endet das, was vor ein paar Wochen recht vielversprechend angefangen hat, nämlich in einem metaphorischen Blutbad.

Ansonsten gibt es nicht viel zu erzählen. Nicht dass Altenpfleger nicht immer was zu erzählen hätten, denn das haben sie durchaus; angefangen von den kleinen Seltsamkeiten des Heimalltags über die üblichen netten und mitunter skurrilen Anekdötchen...und nicht zu vergessen der Klatsch und Tratsch, der gewissermassen alles zusammen hält. Aber es ist doch immer dasselbe.
Ich würde nicht so weit gehen, zu behaupten, dass ich meine Chefin vermisse. Oh nein, das tue ich nicht. Von mir aus kann sie gern wegbleiben und nie wieder kommen. Oder wiederkommen und dann wieder verschwinden, möglichst für immer. Aber ich komme mir gerade vor wie sich ein Actionheld fühlen mag, wenn nach zweieinhalb Stunden wilder Verfolgungsjagden und Kloppereien plötzlich der Abspann läuft und er, die jüngst gerettete Schöne im Arm, sich fragt: "Und was jetzt?" Alltag? Friede, Freude, Eierkuchen???
Die Ruhe nach dem Sturm ist immer auch die Ruhe vor dem Sturm. Das ist ein Fakt. In meinem Leben jedenfalls.
Und mir ist aufgefallen, dass ich nicht weiss, was ich in der Ruhe zwischen zwei Stürmen machen soll.
Obwohl das so ja eigentlich nicht stimmt.
Ich trau dem Frieden einfach nicht.

Aber was soll's. Im Augenblick jedenfalls bin ich damit beschäftigt, Sturmschäden zu beheben. Von denen gibt es einige. Die letzten acht Tage in der Arbeit waren wirklich hart. Härter als die letzten acht Monate mit der Drachin. Denn die Drachin hat mich behandelt, als sei ich der letzte Depp, und ich gebe zu, dass ich, harmoniebedürftig, wie ich nun mal im Grunde bin, und wissend, dass man, wenn man denn kein Sprinter ist, der in Nullkommanix das Ziel erreicht, seine Kräfte einteilen muss, um ebenfalls anzukommen, mich nicht dagegen gewehrt habe, wie ich es hätte tun sollen oder müssen...oder vielleicht auch gekonnt hätte. Frei nach dem Motteo: Bist du ein Bröckchen Drachenfutter, dann tu, wie das Drachenfutter es tut. Und ich habe mir immer gesagt, dass es okay ist, für einen Deppen gehalten zu werden, solange man nicht wirklich einer ist. Aber die Zeit unter dem Regiment meiner despotischen Drachin ist nicht spurlos an mir vorbei gegangen. An keinem von uns, freilich, aber ich spreche ja nur für mich, und ich muss sagen, es ist verflucht anstrengend, sich plötzlich Anforderungen an die eigenen Fähigkeiten gegenüber zu sehen, wenn bis dahin die einzige Anforderung an einen die war, eben jene Fähigkeiten zu vergessen und zu tun, was einem gesagt wurde.
Auf einmal soll ich nicht tun, was gesagt wird. Ich soll sagen, was getan werden soll. Und ich muss gestehen, dass ich mich daran erst wieder gewöhnen muss...
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Auf die Tags bin ICH ja mal gespannt...

2006/09/15
| Comments: 0
Die säk'sche Lorelei


Ich weeßnich, mir isses so gomisch
Un ärchendwas macht mich verstimmt.
S'is meechlich, das is anadomisch,
Wie das ähmd beim Mänschen oft gimmt.
De Älwe, die bläddschert so friedlich,
Ä Fischgahn gommt aus dr Tschechei.
Drin setzt'ne Familie gemiedlich,
Nun sinse schon an dr Bastei.
Un ohm uffn Bärche, nu gugge,
Da gämmt sich ä Freilein ihrn Zobb.
Se schriecheltn glatt hibsch mit Schbugge,
Dann schtäcktsn als Gauz uffn Gobb.
Dr Vader da unten ihm Gahne
Glotzt nuff bei das Weib gans entzickt.
De Mudder meent draurich: „Ich ahne,
Die macht unsern Babbah verrickt.“

Nu fängt die da ohm uffn Fälsen
Zu sing ooch noch an ä Gubbleh.
Dr Vader im Gahn dud sich wälsen
Vor Lachen un jodelt: „Juchheh!“
„Bis schtille“, schreit ängstlich Ottilche.
Schon gibbelt ganz furchtbar dr Gahn,
Un blätzlich versinkt de Familche….
Nee, Freilein, was hamse gedan!

Lene Voigt/De Säk'sche Loreley
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Irrgs...

2006/05/19
| Comments: 0
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Gerade ist in meiner Teetasse so ein geflügeltes Langbein ertrunken...wie heissen die denn? Sehen aus wie Monstermücken...igitt!

Das ist auch sowas, was ich am Sommer nicht mag: Insekten. Und Schnecken. Vor allem die mit nix an...
Alles, was da so krabbelt und fliegt und kriecht und hüpft und summt und brummt und sirrt. Oder achtbeinig durch die Gegend starrt.
Und da kann ich noch froh sein, dass ich nicht in Neuseeland wohne, wo es die absoluten XXL-Spinnen gibt.

Aber ich hatte mal eine Kollegin, die hielt sich Spinnen als Haustiere. Vogelspinnen. Und Wollspinnen. Die war ganz vernarrt in diese Viecher. "Meine Lieblinge" hat sie immer gesagt und: "Medea, mein kleines Schätzchen". Einmal hat sie so eine Vogelspinnentier auch mal mitgebracht, und ich hab es mir auch über den Arm laufen lassen. Das war auch überhaupt nicht so schlimm. Vogelspinnen sind irgendwie kompakt und...plüschig. Aber ich find Spinnen grundsätzlich gruselig. Wenn ich eine in meinem Zimmer sehe, muss mein Mitbewohner immer ran und sie aus meinen vier Wänden rauskomplimentieren. Was meist mit dem Tod des Achtbeiners endet.
Bäh...und jetzt schwimmt so eine Flügelspinne in meiner Tasse...
Ghost? Hallo? Hilfe?
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Freundinnen müsste man sein

2006/05/17
| Comments: 4
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...was für mich und die Inbox hier absolut nicht zutrifft.
Was muss ich tun, um meine Mails hier lesen zu können? Betteln? Bitten? Lieb Kucken? Drohen? Ein Lied singen?
....
???
Und ausserdem:
Ich hab ja bei slayer gelesen, dass das "Buddy adden" gelegentlich nicht funktioniert, aber...so genau wollte ich das doch gar nicht wissen...*grmpf*
wo ich doch von sowas nix versteh und immer gleich denke, ich hätte was kaputt gemacht *ichwarsnich*
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NICHT SEIN WOLLEN.
EINFACH SEIN.
ALLEN WIDRIGKEITEN ZUM TROTZ!

Bei mir zumindest funktioniert das.
Ja, ich weiss, da könnte man jetzt dagegen halten: ABER...
Ich kenne beide Seiten. Und die weniger angenehme kenne ich besser, als mir lieb ist *mirsoleidtu*. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass man gegen das Unglück mitunter nichts tun kann. Schicksal, Pech...was auch immer: shit happens. Ich kann mich nicht erinnern, dass mein Leben bei der "Vergabe" von schlechten Dingen einmal gesagt hätte: ach, du magst das nicht? Kein Problem...dann pack ich das wieder ein.
Humor ist, wenn man TROTZDEM lacht.
Glück auch.
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Und noch mal mit Gefühl

2006/05/15
| Comments: 1
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Und dann war da noch....
der Blog zum Thema Chat

...und das erinnert mich an meine Zeit im Chat und an "Dumm_Hässlich_Pleite"? Oder hiess er "Dumm_Alt_Pleite"? Ich weiss es nicht mehr, Fakt ist, dass ich mich gern daran erinnere, wie er in unserem Lieblingschat auftauchte, irgendwann in den frühen Morgenstunden, wo wir nach unserem Blödelmarathon irgendwie nicht klarkamen mit diesem Nickname. Und uns schlicht und ergreifend weigerten, mit ihm zu chatten, weil ihn niemand anzuschreiben wusste. Und dann maulte er, dass wir niveaulos seien. Und er ja nuuuuur in unseren Chat gekommen sei, um sich von der allgemein schlechten Meinung über unseren ach so niveaulosen Chat zu überzeugen...besser gesagt davon, dass diese Meinung ihre Berechtigung hatte.
Da war auch noch Biggi_DD, die mich anflüsterte und mir eröffnete, sie würde immer blöd von Kerlen angemacht. Und ich, ganz naiv und neu, wie ich nun mal war, hab nicht verstehen können, wieso. Naja, ich dachte auch, dass "DD" irgendwie auf ihren Wohnort gemünzt sei. An Doppel D dachte ich nicht. Als sie anfing, die Kerle im Chat anzumaulen und mich ebenso, weil ich nicht mit ihr flüstern wollte, da wurde mir klar, dass ich noch sehr viiiiel zu lernen hatte. Was ich nie begriffen habe, ist die Sache mit den seltsamen Nicks. Wenn du dich Uschi_00 nennst, darfst du nicht sauer sein, wenn die Leute bei deinem Erscheinen erst mal aufs Klo gehen. Und ich fand die Begrüssungszeremonien immer so ermüdend, wenn ich in einen Chat kam und mit meinem "Hallo miteinander" nicht schnell genug war:
Mops: Hallo Red
Mietz: Hallo Red
Flocki: Hi Red
Red: Hallo Mops, Mietz und Flocki
Inzwischen hatte Mietz den Chat schon wieder verlassen und zweihundertachtunvierzig Leute hatten geschrieben: Hallo Red. Davon kannte Red nur siebenundzwanzig. Ist natürlich übertrieben, aber nicht sooooo doll.
Chatten ist nicht mein Ding. Ich red gern und viel mit Leuten, die ich kenne, und ich blödel auch gern mal mit Leuten, die ich nicht kenne, aber im Grunde strengt es mich einfach nur an. Doch ich gönne jedem, dem es gefällt, diese Art der Kommunikation. Ich komme mit ein paar Sachen aber nicht klar. Die da wären Nickwandler und "Ich tu so, als wär ich toll, das aber ganz schlecht". Es macht keinen Spass, sich mit jemandem zu unterhalten, der dir an drei verschiedenen Tagen in fünf verschiedenen Chats begegnet....
immer unter anderem Namen, und der dich dann beschimpft, du würdest mit falschem Nick da sein. Und das nur, weil dir irgendwo zwischen Edamer1 und Tilsiter5 klar wird, dass du dich immer mit dem selben Käse unterhältst. Ausserdem blüht im Chat mitunter die Paranoia. Und die Menschen können seeeeeehr seltsam sein.
Bei meinem letzten Ausflug in die Chatworld war es aber schön. Da hockte ich mich als Gast auf den Besucherbalkon (da sassen acht Leute, aber keiner aus dem Chat hat mal rübergewinkt....tststs...) und sah zu, wie sich Faramir74 mit Galadriel_2 und der_Hobbit über einen Kinofilm unterhielten. Zur selben Zeit im gleichen Raum heulte sich die Mondgöttin beim Vandalen aus, weil Orion253 nichts von ihr wollte. Feivel sass in der Ecke und machte nur ab und an "dumdidum", vermutlich wartete er oder sie auf den Rest der Mäusegang. Und dann kam noch jemand, mit dem keiner reden wollte. Interessant, interessant...


Es muss wohl an der miesen Stimmung liegen, die derzeit bei mir in der Arbeit herrscht, dass ich momentan übertrieben harmoniesüchtig zu sein scheine...ich hab gerade selbst noch mal mein Profil gelesen...das hab ich ja wohl nicht ernst gemeint, von wegen, dass ich hier nicht bloggen würde, wie mir danach zumute ist...
Also, es ist natürlich sehr nett, dass ich gestern nacht oder heute früh "gewarnt" wurde, was das Posten alter Einträge angeht...und dass man mir sagte, das "sähe man hier nicht gern". Ich habe jetzt den ganzen Tag darüber nachgedacht, artig noch mal gelesen, was hier so zu diesem Thema geschrieben wurde und mich dann gefragt...das ist jetzt nicht wirklich euer Ernst?
Nachdem ich mich mein ganzes Leben lang gegen Leute gewehrt habe, die mir sagen wollten, was ich wie und wie ich was nicht zu tun habe, was ich besser lassen sollte, weil das "nicht üblich" sei oder eben nicht gern gesehen würde, werde ich damit ganz bestimmt nicht HIER und JETZT damit aufhören oder mir den Spass an einem meiner Lieblingshobbies verderben...
Wisst ihr, ich arbeite auf einer Station, die von einer wahren Despotin geführt wird. Als ich da anfing, und ich KANN meinen Job, da hiess es von allen Seiten: "Du, mach das NICHT SO...das mag sie nicht." "Oh, lass das lieber, das sieht sie nicht gern." "Uuh, wenn du das so machst, wird das aber Ärger geben." Man riet mir, mich anzupassen, und es "so zu machen", wie es eben üblich sei. Um des lieben Friedens willen...
Tja...ich schätze, ich tue hier das, was ich auch da tat und immer noch tue:
ich lass es einfach darauf ankommen.
Herzlich Red
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Es lebt! Und es mäkelt! Tstststs...

2006/05/14
| Comments: 6
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Wow...ich habe noch gar nicht ausgepackt und schon die Nachbarn vor der Tür...wie schön!
Ja nun...ich schätze, in den nächsten Tagen werde ich meinen ganzen "alten Kram" hier hineinschleppen (ich kann doch nix wegwerfen) und mich hier häuslich einrichten. Und dann...tja, dann werde ich tun, was man so tut in einem Blog.
Ich oute mich am besten gleich als Trivialbloggerin der schlimmen Sorte...und zwar jener schlimmen Sorte, die sich an einem Sonntagmorgen wortreich über das Seelenleben einer Pellkartoffel auslässt, wenn ihr danach ist. Wobei ich zugeben muss: DANACH WAR MIR NOCH NIE. Aber...man weiss ja nie...

Oups...ich hab es gerade erst gesehen...hier erscheint tatsächlich JEDER neue Blogeintrag EINES Blogs auf der Startseite...das ist ein bisschen unpraktisch bei Vielbloggern, aber irgendwas ist ja immer...

Aber weil ich so exorbitant toll und unwahrscheinlich nett bin und weil "Neuanfang" praktisch mein zweiter Vorname ist, verzichte ich hier auf meine normalerweise lebenswichtige "alte Tapete". Es wird mich schwer traumatisieren (Red in einem neuen, leeren Blog...*kraiiisch*)und ich erwarte umfassende psychologische Betreuung, damit das klar ist!!!
So...krieg ich jetzt nen Lolli? Bitte?
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Ich bin die Neue...

2006/05/14
| Comments: 5
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ich komm jetzt öfter.
Habe ich zumindest vor.
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