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Weltreise anno dazumal

2006/01/08

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Japan - Australien - Neuseeland - Fidschi - USA

Hallo allerseits und viele Gruesse aus JAPAN

Hier sind die Eindruecke von meinen ersten Tagen in Japan. Wie Vincent Vega schon in Pulp Fiction sagte:
‘They got the same shit over here, but it`s the LITTLE differences!’
Ich fuehle mich richtig wohl hier. Die haben Broetchen, Toast, Kornflakes, ueberall Kleenex, Q-Tips, Oral-B-Zahnseide, suesse Kondensmilch in der Tube, Fernseher laeuft beim Essen, Bose -Anlage usw.
Heute war ein super Wetter: Sonnenschein und 16 Grad. Da haben wir gleich einen Ausflug an den Myagasa See im Fujigebirge gemacht. Als die Sonne weg war, wurde es aber wieder kalt. Auf dem Weg dahin haben wir irgendwo Nudeln gegessen mit Shrimps. Ich werde immer besser mit den Staebchen! Zuhause bei der Familie gibts ja auch Gabeln, aber ich versuche sie zu meiden.
Um den Couchtisch haben sie einen beheizten Teppich, sodass man immer schoen warme Fuesse hat :-)

Nozomi ist gerade fuer 2 tage auf geschaeftsreise, aber kommt heut abend wieder. ich habe mir eine schoene route zusammengestellt, die ich bald machen werde. ich will am donnerstag oder freitag also von hier losmachen in richtung sueden nach Kyoto, Hemeji und Nagoya. Da bleib ich dann bis zum 26. oder 27., weil wir dann mit der family in einem richtigen sushi restaurant vorbestellt haben. sushi ist naemlich nicht gleich sushi sagen sie. ueberhaupt ist hier alles sehr schoen, sehr sauber, leute nett usw. Hier fuehlt man sich richtig wohl wie in einer kleinen stadt am meer eben. dabei hat fujisawa 380000 einwohner und geht nahtlos in tokyo ueber. diese enge und laerm etc gibts echt nur in der innenstadt von tokyo. sonst ist es hier ganz normal. sieht man ja auch auf den Fotos.

ob sie hier hunde essen habe ich auch gleich am anfang gefragt, aber da koennt ihr mal sehn, wie unwissend wir sind. in china essen sie hunde aber in japan nicht. die haben vielleicht bloed bei meiner frage geguckt! hier ist es eigentlich wie bei uns! das wuerdet ihr nicht glauben. ich haette es mir auch totaaaaal anders vorgestellt, aber isses nich. Nur eben die kleinen Unterschiede. Wir essen frueh ganz normal toast, marmelade, yoghurt usw. na gut Abends als warmes essen gibts schon oft fish, krabben, tintenfish oder panierte austern. heute abend mache ich ein deutsches essen fuer sie: schnitzel mit kartoffeln und gemuese.

die machen mir echt alles recht, sind total lieb. ich muss fuer nix bezahlen.
ich sehe auch ueberhaupt keine touristen. bis jez bin ich ziemlich billig davon gekommen. da kann ich beruhigt meinen ausflug machen. wenn ich zurueck bin haben wir schon einen plan fuer tokio gemacht. da werden wir ins sony und nissan center usw und dann bei nozomis schwester dort schlafen und am nexten frueh zeitig auf den groessten fischmarkt der welt gehen.

die japaner die hier rumlaufen sind ganz normal oder haben die schuluniformen an. die richtig verrueckten gibt es in tokio innenstadt hat nozomi auch gesagt!

Neuste Neuigkeiten:
Seit 3 Tagen bin ich nunmehr wieder in Fujisawa. Meine Rundreise durch verschiedene Staedte im Westen war wirklich sehr gut und ich habe eine Menge gesehen und erlebt. Es ist wahnsinn, wieviel man im Alltag von der Kultur und dem etwas anderen Leben der Japaner mitbekommt. Heute will ich euch also mal an meinen Eindruecken, Erlebnissen und an Auffaelligkeiten teilhaben lassen, inside Japan sozusagen. Manchmal sind es nur kleine Dinge, die einem auffallen, aber die so anders und liebenswert sind. Das Wort "Japan" gibt es uebrigens in ihrer Sprache gar nicht und ist wahrscheinlich eine Erfindung Marco Polos. Das Land heisst eigentlich Nippon, gesprochen: Nippong.

Hier ist es ueberall total sauber. Weder Muell noch Laub noch anderer Dreck ist auf den Strassen zu finden. Es ist wie geleckt. Die Japaner selbst sind total hilfsbereit, lieb und friedfertig. Sie sind wahre Gourmets und geniessen ihr Leben. Die Einkaufszentren sind der Hammer an Glamour, Design- & Markenbewusstsein. Alles nur vom Feinsten. Das gilt auch fuers Essen. Nicht, dass ihr denkt, die essen nur Fisch. Die haben allerlei verschiedene Restaurants und sind dabei wahre Feinschmecker und Geniesser. Allein in Tokyo hat man die Auswahl unter mehr als 50 000 (!) Restaurants. In meinem Reisefuehrer steht, dass man hier auf keine kulinarische Geschmacksrichtung oder regionale Kueche mehr verzichten muss und mit dem Hang der Japaner zur Perfektion und Gesundheitsbewusstsein schmecken viele Gerichte in Japan zuweilen besser als in den Ursprungsregionen. Gestern waren wir beim japanischen BBQ, wo man am Tisch mit gluehenden Kohlescheiden grillt, Zunge, Schwein, Huehnchen, Kartoffeln, Gemuese usw, dazu ein traditionelles Sueppchen mit Seegras. Als Desert gibts alle erdenklichen Schlemmereien. In Geschaeften gibt es feinste teure Pralines oder belgische Schokolade etc. Ich komme mir hier manchmal wie ein Ossi vor, der gleich nach Maueroeffnung das erste mal im Westen im KDW ist und denkt, in einer anderen Welt gelandet zu sein! Die Preise sind natuerlich der Hammer.

Angezogen sind die meisten im edlen Zwirn und zeigen sich gerne mit Louis Vuitton, Lacoste und dergleichen. Vorhin war ich im groessten LV-Laden die Welt in Tokyo Roppongi Hills. Nozomi sagt, dass die Japaner 50% des Umsatzes von LV machen. Nicht nur in Japan sondern auch wenn sie nach Europa fliegen und shoppen gehn. Da kam doch glatt ein Typ mit seiner Schnalle im Ferrari an und sind erstmal grosskotzig bei LV shoppen gewesen. Naja, Ferrari is ja ok (warum soll man nicht zeigen, wenn`s einem gut geht ;-), aber hier schmuecken sich eben auch die einfachen Leute mit Designerkram, um mit der Masse mitzuhalten. In meinem Reisefuehrer steht, dass die Japaner es trotz der Wirtschaftskrise in ihrem Land fertig bringen, teuer zu shoppen und in den teuersten Restaurants zu speisen.
Also wo wir schonmal bei Tokyo sind: ich kann nur sagen, das ist echt der Wahnsinn. Riesengross und und beeindruckend und natuerlich viele Leute. Hier sieht man auch weit mehr Touristen als anderswo. Sonst bin ich ja ueberall fast der einzige gewesen, der keine "Schlitzaugen" hat. Im Sony-Center hab ich viele neue Sachen gesehn, die sie derzeit auf den Markt bringen. Die Preise sind hier allerdings gleich mit Europa, was es wiederrum fuer Japaner billiger macht, weil sie mehr verdienen. Da hatten sie auch den Robo-Dog. Der war schon irgendwie suess und wenn man sich laenger mit ihm beschaeftigt, koennte man fast denken er lebt.

Die Winter sind hier sehr mild, was wahrscheinlich am Pazifik liegt. Es geht nie unter null Grad und die Sonne schein den ganzen Tag. Die meisten Baeume und Straeucher sind immergruen, was ein tolles Bild ueberall im Land macht. Es kommt mir hier ueberhaupt nicht wie tiefster Dezember vor. Von wegen Schnee, Matsch, Laub, Dreck, Pfuetzen - gibts alles nicht.

In Staedten allgemein stehen an jeder groesseren Kreuzung, an Fussgaengerueberwegen und an Parkhausein- und ausfahrten Hilfspolizisten, die den Verkehr und die Fussgaenger regeln. Sehr nett. Auch, wenn irgendwo vielleicht in einer UBahnstation gebaut wird, stehen da Leute in Uniformen, die auf die Fussgaenger achten und dirigieren. Und das vorllaem auch am Samstag Abend um 21 Uhr! Echt super, nur wer bezahlt das alles? Die Japaner sind echte Workoholics. Sowas wie Wochenende scheinen vorallem die Serviceberufe ueberhaupt nicht zu kennen oder zu vermissen.

Unter der Woche sieht man ganz viele Schueler in ihren Schuluniformen herumlaufen. Jungs tragen Anzuege und Maedels Roecke und Kniestruempfe bis zu den Knien hochgezogen. Die anderen Frauen tragen kurze Roecke, kniehohe Pfennigabsatzstiefel und Netzstrumpfhosen, sodass sie mir wie Professionelle vorkommen. Teilweise koennen sie kaum laufen in den hohen Dingern. Leider kann man auch schwer deren Alter schaetzen, aber wahrscheinlich sind die meisten von ihnen auch noch sehr jung.

Vor vielen Geschaeften oder Kaufhaeusern bzw. UBahnstationen stehen Behaeltnisse mit Regenschirmen. Da nimmt man sich einfach einen weg, wenn es mal regnet und stellt ihn dann irgendwoanders wieder ab, wenn es aufgehoert hat. Finde ich echt praktisch. Dieses diebische Denken ist hier ueberhaupt nicht ausgepraegt. So kann man zB irgendetwas in einer Bar oder im Zug liegenlassen und bekommt es auf jeden Fall zurueck. Genauso, wie in den Elektroniklaeden zB in den Digitalkameras die Speicherchips oder -karten noch in den Geraeten sind. In Deutschland haette die sofort irgendwer mitgehen lassen.

Die Japaner sind wirklich lieb. Nicht nur, dass die Familie Sekiguchi mich umsorgt und sich fuer mich total verantwortlich fuehlt, sondern man merkt es ueberall. Sie laecheln auch viel haeufiuger Fremden im Alltag zu und meinen das auch so. Als ich letzten Freitag mit dem Zug 7 Stunden hierher zurueck unterwegs war, hatte ich meine Monsterreisetasche im Gang stehen, weil sie einfach zu gross und zu schwer ist als dass sie ins Gepaeckfach gegangen waer. In den Lokalzuegen ist ein staendiger Fahrgastwechsel, weil es das ultimative Verkehrsmittel hier ist, sodass sehr viele Leute ueber meine Tasche steigen mussten oder sich vorbeigezwaengt haben. Ich habe nicht ein einziges mal einen muerrischen Blick bekommen oder gar eine Bemerkung. Ich hatte eigentlich schon die ganze Zeit nur darauf gewartet, weil es bei uns doch nicht lange gedauert haette, bis irgendein verbitterter Typ sich wie eine Gosse verhalten haette und sich darueber brummelnd oder auch lautstark aufgeregt haette. (Ihr koennt mich gerne zurechtweisen, wenn ich falsch liege.) Aber da sind die Japaner einfach viel lockerer.

Die japanische Sprache ist wahrlich ein Wunder. Nicht, dass das Gesprochene Wort schon schwer genug zu lernen ist, aber dann sind da auch noch die Schriftzeichen. Es sind dabei auch nicht nur die japanischen Zeichen, sondern die Sprache ist sehr stark von chinesisch beeinflusst. Sobald ich denke, ich kenne wieder ein neues Zeichen, muss ich erfahren, dass es erstens mehrere Moeglichkeiten gibt, was es heisst oder dass man es verschieden ausprechen kann und zweitens es entweder ein japanisches Zeichen oder ein chinesisches ist und damit wieder eine andere Bedeutung oder Laut hat. Also begnuege ich mich damit, einfache Redewendungen zu kennen und auszubauen und hinter ein paar wenige Grundzuege der Sprache im allgemeinen zu steigen. Wenn man zB denkt, man kennt die Zahlen von 1-100 war das nur 5% des eigentlichen Zaehlens. denn die benutzt man nur ganz selten, zB wenn man Menschen zaehlt, die um einen herumstehen. Sobald man irgendwas anderes aufzaehlt (Servietten, Getraenke, Stifte, Autos, Tage, Monate, Alter in Jahren, usw.) werden den Zahlen noch andere Sachen angehaengt. Dafuer gibt es wiederum keine Regel, die man lernen koennte, sondern man muss es einfach wissen!
Das japanische Wort fuer "deutsch" heisst uebrigens "deutz".
Was allerdings auch interessant ist, dass wie bei uns es zur Mode geworden ist, auf saemtliche Lebensmittelpackungen irgendwelche auslaendischen Woerter oder Sprueche zu schreiben, nur weil es hipp ist. Man findet also neben English auch Franzoesisch und Deutsch. Aber wie bei uns, wissen nicht alle, was das zu bedeuten hat.

Wenn man ueber 65 Jahre alt ist und ein Auto lenkt, muss man hinten ein Zeichen ans Fahrzeug kleben, so wie in Deutschland ein "A" bei den Anfaengern.

Der Hochgeschwindigkeitszug "Shinkansen" ist wirklich gewaltig. Mit einer Nase wie ein Flugzeug fegt er ueber die Trassen. Man sieht ihn sehr oft, aber so schnell wie er vorbeifliegt, ist es mir noch nicht gelungen, ein Foto zu schiessen. Um in die Bahnhoefe reinzukommen, muss man ja immer einen Fahrschein haben, wie man es bei der normalen UBahn kennt und dann damit durch die Sperren gehen. Das Gleis fuer den Shinkansen hat allerdings nochmal eine separate Absperrung, sodass ich ihm auch im Bahnhof noch nicht erwischen konnte. Eine Fahrt damit darf ich mir nicht leisten. Hier ist eh alles wahsinnig teuer und Zuege und UBahn genauso aber der Shinkansen sprengt echt den Boden.

Apropos teuer. Die Japaner haben das zweithoechste Pro-Kopf-Einkommen auf der Welt, aber fuer einen Touristen ist das natuerlich trotz des zurzeit starken Euro fast der Ruin. Wenn ich nicht zwischendurch hier bei der Familie waere, wuerde ich es hier nur die Haelfte meiner Zeit aushalten koenne und dabei bin ich schon sehr sparsam und versuche, den Versuchungen des irrsinnigen japanischen Konsumverhaltens zu wiederstehn.
Im Supermarkt herrschen auch gepfefferte Preise fuer alles. Ein Apfel kann mal locker 2,20 EUR kosten und wenn man in einer Bar oder Restaurant ein kleines Bier bestellt, kostet es im Schnitt 4,50 Euro.

Als ich auf meiner Rundreise war, musste ich zwar Uebernachtung in Hostels bezahlen, aber bin letztlich billiger weggekommen als hier, wenn wir staendig in Tokyo sind. Dort sind die Preise einfach am hoechsten. Wir wohnen etwa 1 Stunde mit der SBahn von der Innenstadt entfernt und schon alleine das kostet mich jedesmal 18 Euro. Trotzdem kann ich ungemein sparen, weil ich bei ihnen wohne und nicht noch obendrein ein Hostel bezahlen muss. Es ist aber bei weitem nicht nur der finanzielle Aspekt, den mein Aufenthalt bei den Sekiguchis mit sich bringt, sondern vorallem der Einblick in die Kultur. Das fand ich ja damals in Amerika auch so fantastisch. Sobald man irgendwo mit bei Einheimischen leben kann, wird man sofort mit in alles landestypische einbezogen, sei es Essen, Braeuche, Sitten, Anichten usw. die man als Normaltourist sonst gar nicht so mitbekommt oder erst nach sehr langer Zeit dahintersteigt, warum sie zB dies oder jenes machen. Ich frage dann einfach nach oder sie erklaeren es von sich aus, warum das in Japan so ist. Ich haette schon viel frueher mal hierherkommen sollen. Es gefaellt mir wirklich super. Sie sagen auch, dass es ungewoehnlich ist, dass ich mich so schnell an vorallem das Essen gewoehnt habe und immer alles probiere. Es ist aber auch verdammt lecker. Woanders schmeckt es doch immer besser ;-) Als ich alleine unterwegs war, habe ich vieles im Supermarkt gekauft, wo ich nicht genau wusste, was es ist und es dann einfach probiert.

Als ich jedenfalls auf meine Rundreise war und viele Sehenswuerdigkeiten besichtigt habe, ist es mir letzte Woche passiert, dass ich aus einem Tempel rausgeflogen bin. Ich trat ein und hab mich bissl umgeschaut und ploetzlich kommt eine Japanerin im traditionellen Gewand hinter einer Wand vorgeschossen und textet mich zu. Ich habe ganz freundlich fragend auf meine Schuhe gedeutet, weil ich dachte, dass sie meinte ich solle sie ausziehen, aber dann sagte sie "Japanese only" und hat mir die Tuer gezeigt und mir zu verstehen gegeben, dass ich ich schleunigst vom Acker machen soll. Die Sekiguchis konnten das auch nicht ganz verstehen als ich es erzaehlt habe. Naja, vielleicht stellen sie dort mal ein Schild auf, dass sie keine Fremden wollen. Vielleicht hatte sich aber auch nur kurz vorher ein Tourist danaben benommen. Das war allerdings wirklich das einzige mal, wo mir jemand so entgegen getreten ist. Ansonsten sind hier alle Menschen, wie schon erwaehnt, total nett und angenehm und das von ganzem Herzen.

Reis gibt es ja zu fast jeder Mahlzeit als Grundlage in einer kleinen Schale an der Seite. Zuhause mag ich keinen Reis. Hier ist er aber ganz anders. Er klebt zusammen und hat einen richtig guten Geschmack. Jeder hat einen praktischen Reiskocher. Das ist so ein Teil wie ein Brotbackautomat, wo man den Reis mit etwas Wasser reingibt und anschaltet. Nach einer Weile ist er fertig und man kann den ganzen Tag davon essen wie man lustig ist. Im Hostel in Kyoto, wo die tolle Kueche war, hatten sie natuerlich auch so ein Ding. Also bin ich los, um mir Reis zu kaufen. Es gibt ihn in Tueten von 1kg bis 10kg. 1kg kostet etwa 8 Euro und 10kg 35 Euro fuer mittlere Qualitaet. Ich wollte erstmal nicht so viel und habe Preise fuer einen kleinen Sack verglichen. Es stellte sich heraus, dass es im Supermarkt teurer ist, als in klitzekleinen Laeden, in denen nur Reis verkauft wird. Also bin ich in solch einen kleinen rein und zeige auf einen 1kg Sack. Ich konnte den alten Mann nicht verstehen und er mich auch nicht wirklich. Er hat mir dann nicht den abgefuellten fertigen Sack (Tuete) gegeben sondern mit einer Schaufel aus einem grossen Holzkasten rohen Reis in eine Tuete geschaufelt. Davon hat er dann 0,6kg abgewogen und ihn durch so eine Schreddermaschine laufen lassen bis der Reis von den Huellen befreit war. Dann hat er das Ding versiegelt und ich dachte nur: Mist, der Typ hat mich armen Touristen jez uebers Ohr. Wer weiss, was das fuer Reis in dem Kasten war und wieviel er jez dafuer verlangt! Ich wollte ihn dann dazu bringen, den Sack nochmal auf die Waage zu stellen damit ich ihm zeigen kann, dass es nicht 1kg war, weil ich wusste was 1kg auf japanisch heisst. Aber er ist nicht darauf eingegangen und ich dachte, dass ich in eine typische Touristenfalle getappt bin und er mich voll uebers Ohr haut und ich lieber haette in den verdammten Supermarkt gehen sollen. Dann wurde aber schnell klar, dass er mir die ganze Tuete Reis schenkt! Da war ich natuerlich echt von den Socken. Zum einen wegen der ungeheuren Freundlichkeit einem Fremden wie mir gegenueber, der seine Sprache nicht mal spricht und zum anderen weil es mir in diesem Moment so peinlich war, dass ich ihn in Gedanken schon als Verbrecher hingestellt hatte. Diese uebervorsichtige Haltung, die im Urlaub in einem fremden Land sonst durchaus gerechtfertigt ist, kann man also hier echt vergessen.
(Natuerlich gibt es auch Ausnahmen, wenn man in der Innenstadt von Tokyo von einem Lockvogel auf der Strasse mit einem Flyer in eine Bar mit freiem Eintritt gelockt wird, wo man dann 10 Euro fuer Bier bezahlt. Aber ich denke, sowas weiss man, steht in jedem Reisefuehrer und dass gibts ja wahrscheinlich in jedem Land.)

Nun noch etwas zum persoenlichen Alltag der Japaner: Sobald man ein Haus oder Wohnung betritt, muss man die Schuhe ausziehen. Ueberall gibt es dann Hauspuschen (Slipper genannt), die man anzieht. Sobald man dann aber auf den Teppich tritt oder gar auf ein Tatami floor (eine Art Bambusfussboden) muss man sie wieder ausziehen. Fuers Klo gibt es dann wieder andere Slipper, die davor oder kurz hinter der Schwelle stehen. So war es im Hostel und so ist es auch hier bei der Familie. In der ganzen Wohnung stehen also ueberall Puschen herum, je nachdem, wer sich gerade wo aufhaelt. Das ist echt lustig. Daher kommen auch die beiden Fotos im Album, wo ich im Hostel die Dinger trage.

Geschlafen wird auf dem Fussboden auf etwas 4-5cm dicken zusammenrollbaren Matratzen, Futons genannt. In der gesamten Wohnung gibt es also kein Bett. Tagsueber werden sie weggeraeumt. Ich schlafe auf zweien uebereinander. Ist voll ok. Besser als eine durchgelegene oder zu weiche oder zu harte Matratze, von der man dann den ganzen Tag Rueckenschmerzen hat.

In den Wohnungen heizen sie uebrigens immer nur dort, wo sie sich gerade aufhalten mit so einem kleinen Heizer/Klimageraet oder einem beheizten Teppich. Zentralheizung kennen sie nicht.

Die Japaner sind extrem reinlich. Sie baden jeden Abend ausgiebig. Ein jap Badezimmer sieht so aus, dass sie einen Wasserhahn (Mischbatterie wie an der Badewanne) in etwa 20cm Abstand vom Boden an der Wand haben. Da setzen sie sich dann auf einen kleinen 15cm hohen Plastikhocker davor und nehmen eine Plastikschuessel und waschen sich meist mit Seife. Davon nehmen sie so viel, dass sie komplett mit uebel viel Schaum eingeseift sind. Als ich im Hostel mal zum Duschen Abends kam, sass ein Japaner da und war kaum zu sehen, weil er so viel Schaum um sich hatte und der ganze Raum war vor lauter Wasserdampf wie eine Dampfsauna. Der fing dann auch gleich an, mich anzulabern, weil fuer sie das Baden auch eine nette Art des Zusammenseins ist. Sie uebergiessen sich dann staendig selbst mit den Schuesseln mit Wasser und seifen wieder und giessen wieder und schrubben usw. Danach steigen sie in eine Art Badewanne, die aber mehr ein Becken ist. Hier in der Wohnung passt da nur eine Person rein, aber im Hostel war da drin Platz fuer mindestens 5 Leute. Da sitzen sie dann und quatschen und blubbern und baden. Ich bin ja von Natur aus ein extremer Langduscher. Als ich im Hostel aber dann fertig war, sass der Typ immer noch vor seinem Wasserhahn und war noch nichtmal dazu uebergegangen, sich ins Becken zu begeben. Es gibt auch oeffentliche Baeder, wo man sich so zusammenhockt.
Ein weiterer Vorteil dieser Reinlichkeit ist, dass es in Bus und Bahn niemals nach ekligen ungewaschenen Koerpern riecht, wie man es manchmal in unseren Gefilden wahrnehmen kann.

Nochwas zu Essmanieren: wenn man in ein Lokal geht, bekommt man zuerst einen heissen Waschlappen gereicht, mit dem man sich die Haende oder ggf Gesicht abwischen kann. Der bleibt dann die ganze Zeit neben dir liegen als Serviette sozusagen. Bei der Familie hier zuhause liegen auch immer zwei Waschlappen auf dem Tisch fuer die Haende oder um mal schnell was Gekleckertes wegzuwischen.

Wenn man Nudelsuppe isst, hebt man das, was man mit den haschi (Staebchen) zu fassen kriegt aus der Bruehe an und schiebt es in den Mund und zieht dann mit einen sehr lauten Schluerfgeraeusch in den Mund rein. Das macht man ueberall so und ist voll normal. Ich meine nicht nur leicht dran saugen, dass die Nudeln in den Mund gleiten, sondern regelrecht einen richtig vollen Zug nehmen! Das muss man einfach mal erlebt haben. Ich habe da immer noch zu viel deutschen Anstand und mache es eher zaghaft.

Viele Gruesse und die besten Wuensche fuers neue Jahr!
Stef



10.1.04 letztes Zeichen aus Japan

So, dies ist mein letzter Bericht aus diesem schoenen Land, denn morgen fliege ich bereits weiter nach Australien. Es ist unglaublich, dass ich schon wieder 1 Monat hier bin.

Gestern und heute hatte ich das erste mal auf meiner Reise so richtigen Stress und Aerger, denn ich wollte einfach nur den Inlandsflug in Australien streichen lassen. Normal denkt man, es sollte kein Problem sein, aber STA und Quantas haben es leider zu einem fuer mich gemacht. Nach etlichen Emails, Telefonaten und Fehlinformationen habe ich mir nun heute den ganzen Tag damit versaut, an den Arsch von Tokyo zu gondeln und eine horrente Summe von insgesamt US$ 80 zu zahlen, damit man den kleinen Flug streicht und mir handschriftlich im Ticket rumkritzelt. Das Ticket ist eben ein super-guenstiger Schnaeppchenpreis und das lassen sie einen immer dann spuehren, wenn man irgendetwas von ihnen aus der Reihe will.

Alles in allem ist Japan einen laengeren Aufenthalt mehr als wert, das hat man ja sicherlich schon an meinen Schilderungen gemerkt. Ich wuenschte, ich waere schon viel eher mal hier gewesen und haette dann einen Grund gehabt, Japanisch zu lernen und bei diesem Besuch jetzt mit ihnen in der Landessprache sprechen koennen.

Wenn man aus einem englischsprachigen Land stammt, ist es ein Leichtes, hier einen Job als ALT (Assistant Language Teacher) zu bekommen. Ich habe sehr viele Leute getroffen, die grad mit der Uni bzw. College fertig sind und jetzt hier 1 oder 2 Jahre unterrichten und sich ein tolles Leben machen. Sie verdienen zwischen 2000-4000 EUR und bekommen manchmal sogar noch die Miete gezahlt.

Zur Miete bekommen uebrigens sehr viele Japaner, die in den Staedten leben, von ihren Arbeitgebern einen Teil hinzu, weil die Mieten hier astronomisch sind.

Benzin kostet dagegen nur 85 cent pro Liter. MwSt ist uebrigens 5% auf alles. Service wird ja hier gaaaaanz gross geschrieben. Sei es im Restaurant, im Supermarkt, im Strassenverkehr oder eben auch an Tankstellen. Da haben sie Einweiser, Zapfer UND Ausweiser.

Japan ist zwar extrem sauber, aber ansonsten scheinen sie mit der Umwelt nicht so sorgsam umzugehen. Mit Verpackungen sind sie nicht grad sparsam. Alles wird tausendmal eingepackt. Letztens habe ich mir irgendwelches Haehnchenfleisch am Spiess geholt (ist ein beliebter Snack), da hat sie mir einen einzigen Spiess in eine Plastikbox gesteckt, Gummi drumherum, durchsichtige Tuete drum mit Band zugeklebt und noch eine grosse Tuete zum Tragen. Ich dachte ich spinne! Mit Strom sind sie auch nicht sparsam. Sie sagen, dass er sehr billig ist. Na klar, der Grossteil der Elektrizitaet kommt ja auch aus Atomstrom in Nippon.

Die Fussgaengerueberwege sind lustig: Wenn es gruen wird, ertoent eine schoene Melodie. Manchmal gehen die Ueberwege nicht nur in 4 Richtungen, sondern auch quer ueber die Kreuzung. Die schalten dann alle zugleich auf gruen und dann stroemen die Menschen ueber die gesamte Flaeche. An vielen Strassenecken stehen junge Leute, die Zellstofftaschentuecherpackungen verschenken mit Werbung drauf. Man muss also nie welche kaufen. Ich hab schon viele fuer Australien gehortet.

Die vielen Spielhallen mit den ratternden Slot-Maschinen sind der Hammer. Es gibt sie an jeder Ecke und sie sind immer gut besucht. Am Morgen sollen sogar Schlangen von Menschen davor warten. (Wuerde ich nicht wissen, weil ich ja nie vor 10 aus dem Bett komme ;-)

Auf der anderen Seite sieht man in Tokyo an den grossen Bahnhoefen und unter Bruecken viele Obdachlose, die in Pappkartons "wohnen" und von der Stadt geduldet werden. Die haben sich teilweise richtige grosse Lager errichtet. Ist schon komisch anzusehen, wenn man aus einer Stadt wie Leipzig kommt und sowas nicht in der Art zu sehen bekommt. Ich muss mich dann immer zusammenreissen, dass ich nicht der einzige bin, der da so interessiert und mitleidsvoll hinglotzt, weil alle anderen einfach vorbeilaufen.

Apropos laufen, naja irgend eine Ueberleitung musste ich ja finden, ganz gross in Mode sind hier immer noch (oder schon wieder) die Converse Allstar "Chucks", die wir kurz nach der Wende getragen haben. Es gibt sie in allen Farben und Variationen. Ueberhaupt scheint sich hier niemand um Modetrends zu kuemmern. Sie tragen, was jeder will, egal, ob es zusammenpasst oder nicht. Na vielleicht ist ja gerade DAS der Trend!

Bei den Handys sind aber alle auf dem neusten Stand. Alle haben die Klappenhandys mit Kamera und einem ganzen Haufen Klimbim dranhaengen, "lucky charms". Obwohl alle Handys die polyphonen Klingeltoene haben, hoert man es so gut wie niemals irgendwo klingeln. Wahrscheinlich wuerde das bei dieser Masse an Handys so nerven, dass man da sehr ruecksichtsvoll ist und auf lautlos stellt. Verpassen tun sie aber trotzdem keinen Anruf oder email, weil die meisten ihren kleinen Freund immer in der Hand halten. Es ist echt ein lustiges Bild, wenn man sich in der UBahn umschaut. Dort kommen sogar Ansagen, dass man es auf lautlos stellen soll.

Heute musste Nozomi nochmal ganz schoen schwer schlucken als ich ihr erklaert habe, dass die Biene Maya aus Deutschland und nicht aus Japan kommt!!!

Eigentlich schade, dass ich nicht noch laenger hier sein kann! Am meisten werde ich das leckere Essen vermissen. Aber ich freu mich natuerlich schon auf den 5.Kontinent. In Cairns sind es gerade 32 Grad und hohe Luftfeuchte. Da werd ich wohl jeden Tag ins Meer Springen muessen und bei der Gelegenheit gleich meinen Tauchschein machen...

Schuess, der Horst.


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AUSTRALIA


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Hallo, heute bin ich genau 1 Woche in Australien. Zeit fuer ein Update. Als ich letzten Montag hier auf dem Flughafen in Cairns angekommen, war ich das milde trockene Winterwetter in Japan gewoehnt. Hier hat mich dann erstmal eine Wand von feuchter Hitze erschlagen, weil es gerade die "Regenzeit" ist. Temperaturen um die 32 Grad machen mir genauso zu schaffen, wie die Sonne zwischen den Regenguessen. Die Sonne ist nicht unbedingt heisser als bei uns, aber sie richtet viel mehr Schaden in kuerzerer Zeit aud der Haut an. Gerade im Wasser ist das noch gefaehrlicher. Gleich am ersten Tag hatte ich auf den Schultern kleinen Sonnenbrand. Die Naehe zum Aequator laesst die Sonne hier immer genau ueber einem stehen. Jez hab ich erstmal LSF 30 gekauft. Unter dem gehts gar nicht. Na gut, vielleicht steig ich bald auf 20 um, bin ja schon bissl braun.

Gleich 2 Stunden nach meiner Ankunft letzten Montag Frueh um 7 habe ich einen Trip in den Regenwald zu einem kleinen Wasserfall mitgemacht, wo wir uns in der morgentlichen Hitze gut abkuehlen konnten und den halben Tag verbracht haben. Das war natuerlich total komisch, weil ich ein paar Tage vorher noch Snowboarden war.

Mein Hostel ist recht nett. Ich hatte die ersten 4 Tage das Zimmer fuer mich alleine. Es gibt kostenloses Fruehstueck und einen Coupon fuer ein kleines Abendessen in einer Sports Bar in der Stadt. Leider geht das Fruetueck nur bis 9 und ich schaffe es nie vor 10 aus dem Nest zu kommen ;-) Ausserdem habe ich natuerlich jede Menge nette Leute aus der ganzen Welt getroffen. Hier sind echt viele junge Leute aus Israel. Die haette ich mir ganz anders vorgestellt. Macht echt Spass, mit denen rumzuhaengen und jeden Abend Party zu machen. Gestern haben wir zusammen ein israelischen Gericht mit viel Gemuese und Eiern gekocht, was man dann mit Brot isst. Es heisst Chachuka (keine Ahnung, ob man es so schreibt).

Eigentlich hatte ich ja nur 4 Naechte gebucht, aber ich habe erstmal fuer 1 Woche verlaengert. Die Nacht inkl. Fruehstueck usw kostet 10 Euro. Einen schicken kleinen Pool haben sie auch, sowie TV, Billard, na das uebliche Equipment eben.

Schwieriger als angenommen gestaltete sich die Suche nach einem Auto. Habe die ganze Woche ueber Autos angeguckt, aber meistens gab es Oelverlust oder andere Maengel und der Preis hat auch nie gestimmt. Ich hatte ja wegen Kombis geschaut. Die meisten werden mit volle Campingausruestung verkauft, also Zelt, etwas Geschirr, Kocher, Isomatte usw. Da im Moment keine Saison ist, gab es nicht viele Angebote. Ich wollte ja nicht mehr als max 2000 Dollar ausgeben. Als ich dann die Suche schon aufgegeben hatte und erstmal mit dem Bus nach Brisbane wollte, um in der grossen Stadt nach nem Auto zu suchen, hatte ich dann noch eine unverschaemte Idee: Ich habe jemandem mit einem Campingbus mit Kueche etc. fuer 3500$ einfach eine email geschickt, dass ich ihnen 1800$ dafuer geben wuerde, ohne die Hoffnung, dass die sich jemals auf diese Frechheit hin melden wuerden. Prompt bekomme ich eine email zurueck, dass ich vorbeikommen soll. Ich dachte, na gut, wenn ich dann dort bin sgaen sie mir, dass sie es nicvht fuer so billig weggeben koennen und ich gehe dann wieder. Aber tatsaechlich praesentierte mir das franzoesische Paaerchen einen Kleinbus Mitsubishi L300 Bj.83 in Superzustand ohne Rost, Super Reifen, super Motor, Kueche mit Spuele und Wasserhahn mit 65l Tank, Herd mit 2 Flammen und Oefchen/Grill, Haufen Geschirr, Toepfe, Bestteck, Matratze und noch einen Reisefuehrer von Lonely Planet obendrauf fuer wahrhaftig 1800$! Ihr Flug ging 2 Tage spaeter und sie mussten einfach verkaufen. Alle Australier, die im Hostel arbeiten, waren neidisch. Der eine wollte das Auto kaufen und teurer verscheuern. Ich war schneller. Jedenfalls weiss ich jez, dass ich wahrscheinlich kein Minus machen werde, wenn ich den Camper dann in Sydney weitergebe, ja sogar vielleicht noch etwas rausbekomme. Muss nicht sein aber waer echt super!

Am Samstag haben wir zu fuenft einen Ausflug in den Regenwald und die Tablelands suedlich von Cairns ca. 50 km weg gemacht. Man ist ja um so vieles flexibler hier mit eigenem Auto. Der Regenwald war der Hammer. Das ist voll in den Bergen und da war kein Mensch und es gab ueber 1000 Jahre alte Pine Trees. Das sind gewaltige mind. 100m hohe Baeume. Ausserdem war dort ein See, der aus einer Vulkanspalte entstanden ist. Trotz des Regens ist es ja immer ueber 30 Grad und wir gehen ueberall baden.

Gestern war ich den ganzen Tag auf dem Boot auf einer Schnorchel- & Taucjtour zum Great Barrier Reef, dem groessten und artenreichsten Wassernationalpark der Welt. Es gibt unendlich viele Stellen am Riff, wo die Boote hinfahren. Ich bin die meiste Zeit bis max. 4 Meter tief geschnorchelt, aber das Probetauchen mit Sauerstoffflasche hat mich so begeistert, dass ich diese Woche einen 4 Tage-Tauchkurs mitmache und meinen internationalen Tauchschein bekomme. Deshalb bleibe ich auch noch hier in Cairns. Bald fahre ich aber nach Townsville 340km suedlich an der Kueste. Dort mache ich den fortgeschrittenen Kurs mit und man kann zum 30m tief gelegenen Wrack eines 1911 gesunkenen Schiffes tauchen, an dem es inzwischen eine grosse Artenvielfalt gibt.

So, das wars erstmal. Muss noch paar Formalitaeten wegen der Ueberschreibung der Autozulassung auf mich in die Wege leiten. Gruss, Steffen.



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Heute bin ich genau 2 Wochen hier unten. Die Zeit vergeht im Flug! Erst gestern bin ich von meinem 5 Tage-Tauchkurs zurueckgekehrt, davon habe ich 3 Tage auf einem grossen Segelboot gewohnt. Habe bereits 9 Tauchgaenge hinter mir, davon sogar einen in der Nacht, weil da mehr Haie zu sehen sind. Jetzt besitze ich also einen internationalen Tauchschein und werde das dann vorallem im Tauchparadies Fiji im Mai voll auskosten. Das Great Barrier Reef ist natuerlich nicht zu schlagen. Das ist echt der Hammer! Werde wahrscheinlich entlang der Kueste nochmal tauchen gehn, wenn ich einen guten Deal finde; ist ja immer mit Boot und Essen etc. Heute habe ich letzte Vorbereitungen fuer meine Weiterreise getroffen. Man kann sich ganz schoen an einen Ort gewoehnen, aber es ist jez wirklich Zeit zum weiterziehen. Morgen Vormittag fahr ich also entlang der Kueste in Richtung Sueden nach Townsville. Unterwegs stoppe ich noch bei einer Krokodilfarm und an den groessten Wasserfaellen (300m) Australiens. Dort soll es laut Reisefuehrer auch gute Uebernachtungsmoeglichkeiten in der Natur geben, also werde ich schoen in meinem Camper schlafen und mir frueh ein paar Eier in die Pfanne hauen... Das wird das richtige Abenteuer und ich kann dabei jede Menge Kohle fuer Hostels sparen. Na ich bin mal gespannt. In zwei Wochen muss ich in Brisbane sein (ca.1800km). Dann kommt mich Anja besuchen und wir werden wahrscheinlich ins Landesinnere fahren.

Bin bis jez mit meiner Reise sehr zufrieden. Kosten halten sich in Grenzen, jede Menge Freizeit und auch jede Menge zu tun und erlebt. Ab morgen wird alles wieder ein bisschen anders und das macht es gerade so aufregend. Seid gegruesst vom Steffen.



**** G'day, mates! I weiss, das klingt ziemlich bescheuert, aber so reden die nunmal hier unten. Heute bin ich genau 1 Monat in Australien und schon wieder 2 Monate insgesamt unterwegs. Zum Glueck sind es ja jetzt nochmal 7 Monate also noch jeeeeeede Menge Zeit :-) Die ersten beiden Wochen war ich ja noerdlich in Cairns und habe die Waerme genossen und bin bissl tauchen gewesen, Regenwald etc. Die letzten beiden Wochen bin ich mit meinem Kleinbus 2000km bis hier nach Byron Bay gefahren, wo ich jetzt bin und fuer 2 Tage Wellensurfen probiere. Die erste Woche meiner Fahrt ist ein deutsches Maedchen mit mir mitgefahren. War ganz lustig und vorallem Benzinkosten und Essen teilen. In Arlie Beach sind wir dann noch auf einem Speedboat Trip auf den Whitsunday Inseln gewesen. Ihr hat es dann so gut dort gefallen, dass sie noch dort geblieben ist. Ich habe mir dann jemanden anderen als Mitfahrer gesucht und habe so Johannes aus Oesterreich kennengelernt. Wir liegen echt auf der gleichen Wellenlaenge und hatten schon jede Menge Spass auf dem Weg (siehe Fotos). Am Montag sind wir dann in Brisbane gewesen und haben Anja vom Flughafen abheholt. Ich glaube jetzt hat sie auch endlich das Jet-Lack ueberwunden und sich an die Affenhitze hier gewoehnt.

Dann sind wir weiter nach Nimbin gefahren, eine Hippiekommune und sind dort fuer 1 Tag geblieben. Da hatten wir zu dritt noch viiiiel mehr Spass. Da haben sie dir auf der Strasse hinterhergerufen, ob du was kaufen willst! Und nicht nur Gras war im Angebot...

Alles in allem ein netter Ort, den man mal gesehen haben muss, vorallem die Typen, die dort leben. Mit dem Bus unterwegs zu sein, ist absolut genial. Man ist total ungebunden und kann in der Wildness, von der es hier ja genug gibt, uebernachten. Einfach das Dach rausstellen und Matratze hochgeworfen. Jo ist ein sehr guter Koch. Vorgestern hatten wir selbstgemachte Chickenfajitas. Ich kann gar nicht alles schreiben, was wir so erlebt haben. Schaut euch einfach von Zeit zu Zeit die Fotos an, da schreibe ich dann immer aktuelle Ereignisse. Unsere Jeeptour nach Fraser Island war der Hammer. Es ist eine Insel 120x15km, die nur aus Sand entstanden ist, also eine riesiger Sandbank. Natuerlich gibts da jetzt jede Menge Urwald und Tiere. Wir hatten erst ueberlegt, ob wir eine Tour mitmachen, wo sie einen zu 11t in Jeeps rumkarren. Haben dann aber paar Dollar mehr investiert und hatten unseren eigenen kleinen 4WD und dem haben wir es aber gezeigt! Ich glaube ich hatte noch nie so viele blaue Flecke vom Gurt am Koerper ;-)

Morgen werden wir noch hier im Surfparadies Byron Bay surfen. Haben uns ein Brett fuer 2 Tage besorgt. Uebermorgen werden wir dann von Jo Abschied nehmen und in Richtung Mitte Australiens fahren. Das wird eine Megatour. Um nicht auf Dreckstrassen zu fahren, also kein Asphalt, was im Inneren Gang und Gebe ist, muessen wir wieder etwas nach Norden fahren und dann westlich. Ich denke bis in die Mitte nach Alice Springs und Uluru sind es locker 3000km. Von dort aus geht es 1600km nach Adelaide und dann die Suedkueste weiter nach Osten.

Morgen muss ich noch ein Lock im Auspuff stopfen lassen, aber das sollte kein Problem sein. Ich freu mich schon, wieder in die unberuehrte Natur ausserhalb der Ortschaften zu kommen. Brisbane (1,6Mio) war ein Schock nach 2 Wochen Wildniss und kleinen Klitschen. Aber man gewoehnt sich da sehr dran und faengt an, die grossen Staedte zu meiden. Hier ist es zum Glueck nicht sehr gross, aber irre viele Surfer unterwegs (natuerlich standesgemaess alle in Bullis).

So, wir gehen jez was kochen und dann gehts nochmal an den Strand, das Brett ausnutzen. Viele gruesse ins kalte Deutschland. Der Steffen.



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25.03.04 Nun bin ich also schon fast zweieinhalb Monate in Australien und dreieinhalb Monate insgesamt unterwegs. Viel Zeit ist seit meinem letzten Update vergangen. Ich hab sooooooooo viel in der Zwischenzeit erlebt, dass ich gar nicht so viel schreiben kann. Ich werde mich deshalb kurz fassen, um eine kleine Zusammenfassung zu geben. Wenn ihr zusaetzlich die Fotos anschaut, bekommt ihr auch noch andere Sachen zu erfahren.

Vor mehr als 6 Wochen haben sich Anja und ich von Johannes verabschiedet, der dann Richtung Heimat gereist ist. Das war in Byron Bay, dem Surfort an der Ostkueste. Seitdem bin ich mit Anja circa 5000km durch das Outback und 3000km die Suedkueste entlang gefahren. Als wir also von Byron Bay in Richtung Westen aufgebrochen waren, wurde die Reise 240km spaeter durch einen sehr sehr lauten Auspuff gestoppt, den wir ja schon in Byron reparieren lassen hatten! Ich traue echt keinem Mechaniker und hier bestaetigt sich das wieder. Wir kamen in der kleinen Stadt Toowoomba Samstag Mittag deshalb nicht mehr weiter. Natuerlich gibt es dort keine Werkstatt, die vor Montagmorgen etwas anpackt. Also legten wir einen unfreiwilligen Zwischenstopp in dieser Stadt ein, der letztendlich gar nicht schlecht war. Mal schoen im Kino bei "Last Samurai" mit Tom Cruise gewesen (war ja ein Muss, da ich ja jez halber Japaner bin ;-) und auch mal wieder schoen zum Mexikaner gegangen und geschlemmert. Spaetestens da ist mir auch bewusst geworden, dass ich hier in Australien viel zu viel Kohle ausgebe, als ich eigentlich geplant hatte.

Montag Vormittag wurde dann die Dichtung am Auspuff ganz gemacht und es wurde gesagt, dass es die ersten Typen falsch eingebaut hatten. So ein Pfusch! Also nochmal Geld abgedrueckt und dann weiter Richtung Outback gefahren. Was nun folgte waren Tage um Tage, die wir durch ganz verschiedenartige aber immer kargere und verlassenere Gegenden gefahren sind. Ich kann im Nachhinein eigentlich gar nicht mehr sagen, was eigentlich am Schlimmsten von allem war - die wahnsinnige Hitze, die stupide Kilometerschrubberei, die endlos langen Strassen durch die Einoede, die Millionen Fliegen, die einem sofort beim Aussteigen in die Augen und Nase kriechen wollen, die Massen von Ameisen oder die Muecken. Es war wahrscheinlich eine Kombination aus allem. Man kann sich echt nicht vorstellen, wie die Entfernungen hier sind und wie man sich fuehlt, wenn man mitten drin steckt. Wir waren zwischenzeitlich drauf und dran, wieder umzukehren! Den einen Tag ging es Anja schlecht, den anderen war ich dann am Boden. WIR HABEN DURCHGEHALTEN! Es gibt da eben auch nur ganz weinge Ortschaften oder Staedtchen, sondern ab und zu ein sogennantes Roadhouse. Das ist inmitten von nirgendwo eine Tankstelle mit einer Bar dran und wenn man Glueck hat auch eine abgefuckte Absteige mit dran. Dort haben sie einen dann schon beim Hereingehen dermassen schief angeguckt, dass wir nur schnell weiter wollten.

Tiere haben wir jede Menge gesehen. Vorallem Kaengurus. Die meisten von ihnen liegen zerfetzt auf oder am Highway und verbreiten einen unumgaenglichen Verwesungsgestank. Teilweise waren oder wurden sie gerade von Greifvoegeln und anderem Getier bearbeitet. An der grossen Fliegenklatsche vor unserer Windschautzscheibe hatten wir eine ganze Sammlung von Insekten, die ich in dieser Groesse noch nie in meinem Leben gesehen hatte!

Einmal sind wir dann am Abend vom Highway runter und auf einer nicht-asphaltierten Strasse, was glaube ich 70% der Strassen in Australien ausmacht, gelandet, um einen Schlafplatz zu suchen. Dabei sind wir im Schlamm steckengeblieben und konnten weder vor noch zurueck! (siehe Fotos) Wir haben dann alles versucht, im Schlamm wadend BRETTER UNTER DIE Reifen zu legen und zu schieben, aber es ging nichts. Letztlich haben wir etwas auf den Weg geschrieben und den Bulli zum Kochen und Schlafen vorbereitet. Nach 2 Stunden, als es schon fast Nacht war, kam ein Farmer mit seinem grossen Pick-Up Allrad vorbei. Er meinte, dass er 20km auf diesem Schlammweg noch weiter wohnt und wir Glueck haben, dass er vorbei kam. Er hat dann ein Seil an unsre Anhaengekupplung gebunden und uns mit einem Satz ruecklinks wie an einem Schnipsgummi aus dem Dreck geschleudert. Also er weg war, wollten wir dann die 200m zueureck zur grossen Strasse fahren und waeren dabei fast nochmal steckengeblieben! Seitdem hatten wir tierischen Respekt vor Sand oder Schlamm.

Die erste grosse Stadt im Outback war Mount Isa. Eine sehr haessliche Stadt mit viel Industrie, aber fuer uns war es wie die Ankunft im Paradies, in der Zivilisation! Dort waren wir dann 3 Tage und haben es uns gutgehen lassen. Wir waren auf einem super Campingplatz mit schoen kaltem Swimmingpool, unserem eigenen Klo und Dusche, Schattenplaetzchen und Waschmaschinen. Im allgemeinen sind die Campingplaetze, d.h. die sanitaeren Anlagen und pools etc in abslout einwandfreiem Zustand. In Hosteln dagegen kann es schonmal schnuddelig sein. Ausserdem weiss man da nie, mit wem man in einem Zimmer ist, wenn man alleine reist. Also war der Bus unser bestes Zuhause und wir haben obendrein auch noch riesig gespart.

Von Mt.Isa aus war es nochmal ziemlich weit, bis zur eigentlichen Attraktion des Outbacks. Auf dem Weg dahin kamen wir noch in Tennant Creek vorbei, wo wir einen super Schlafplatz im hohen Gras hatten (siehe Fotos). Leider bemerkten wir nach dem Essen, dass ganz in der Naehe ein paar Aboriginies in einer Huette lebten und ein Feuer gemacht hatten und schon ziemlich besoffen waren. Das ist hier ein grosses Problem, v.a. im Outback. Sie werden dann aggressiv und man soll ihnen aus dem Weg gehen. Also sind wir dann so spaet Abends in einen Campingplatz gefahren, dass die Office schon geschlossen hatte. Man solle sich einen Platz innen suchen und dann am Morgen melden und bezahlen. Wir haben also schoen im Pool gebadet, fein geduscht und uebernachtet und sind dann am nexten Frueh einfach wieder rausgefahren ohne zu bezahlen. Hannes hatte uns davon schon erzaehlt, aber das erste mal scheut man sich irgendwie davor...

Wenn es im OUTBACK einmal regnet, kann das Wasser nicht so schnell im Boden verschwinden, weil alles so trocken ist. Deshalb sind viele Strassen oft ueberflutet und man muss sehr aufpassen. Entweder man beobachtet, wo jemand aneres durchfaehrt oder, weil ja manchmal ewig lange keine kommt, steigt man aus und testet die Tiefe und dann gehts langsam im 1.Gang durch. Das ging auch immer gut, bis auf einmal. Da haben wir nicht aufgepasst und sind mit voller Fahrt durch eine 100m lange Flut durchgebrettert. Das hat das Auto dermassen abgebremst und eine Fontaine gemacht, dass es schon irgendwo in meinem Hinterkopf feststand, dass es ein Nachspiel hat. Sobald wir aus dem Wasser herauskamen, fing der Motor an zu rucken! Da ist bestimmt Wasser in die Verteilerkappe geraten, dachte ich. Wenn man nicht viel Gas gegeben hat, ging es einigermassen, aber bei Anstrengung, hat er sehr gebockt und wollte stehenbleiben. Wir sind dann wie auf rohen eiern noch mindestens 700km gefahren, weil ja weit und breit nichts war, wo man haette nachschauen haette lassen koennen. (Entschuldigt mal bitte mein deutsch, das kommt schon wieder vom vielen Englischreden). Also haben wir es gerade so bis zum beruehmten Ayers Rock (Uluru) geschafft und dort ist er dann auch nicht wieder angesprungen. Das war aber gleich eine super Ausrede beim Park-Ranger, um direkt am Resort zu parken und zu campen. Am nexten Morgen ist er doch nochmal kurz zu sich gekommen und wir haben ihn dort ueber die Strasse zu einem Mechaniker gebracht. Dort auf dem Hof haben wir zwei Maedels aus Oesterreich kennengelernt, die uns dann netterweise im Kofferraum ihres Kombis mit an den Rock und zu den Olgas, einer Felskette mitgenommen haben und wieder zurueck. Der Ayers Rock ist ja das Wahrzeichen Australiens und eine Kultstaedte fuer die Ureinwohner. Es ist der groesste Felsbrocken aus dem Ganzen, den es auf der Welt gibt. Er ist 3km lang und 340m hoch. Er enthaelt viel Eisen und durch die Korrosion sieht er total rot aus. Das ist besonders beeindrueckend, wenn die Sonne auf- und untergeht. Da entstehen auch die meisten Fotos. Dort sind es immer um die 40 Grad im Schatten im Sommer. Leider kommt es dort in der Mitte Australiens wahrscheinlich 1mal in 10 Jahren vor, dass es bewoelkt ist. Und genau diesen Tag hatten wir erwischt, sodass der Fels nur grau war und wir ihn total Scheisse fanden! Am nexten Tag waren wir am Kings Canyon, der dort auch gleich um die Ecke ist (600km). Das war schon beeindruckender. Dort sind wir fuer 4 Stunden oben und innen herumgekraxelt.

Was sehr sehr schade ist: am Uluru und am Canyon haben sie richtige Touri-Resorts v.a. fuer die reichen Japaner gebaut und zocken mit den Preisen ab. Benzin war dort auch fast doppelt so teuer, wie an der Kueste.

Alice Springs, die groesste Stadt dort in der Mitte, ist ein dreckiges haessliches Loch, wo wegen der Aboriginies alle Schaufesnter vergittert sind usw. Da habeb wir es nicht einmal einen Tag ausgehalten und sind sofort weiter.

Vom Kings Canyon aus wollten wir nur noch so schlell wie moeglich aus dem Outback raus. Als Zwischenstation waren wir in Coober Pedy, einer Minenstadt, wo nach Opalen gesucht wird. Das sind diese bunten Steinchen. Jeder kann sich dort eine Lizenz kaufen und losbuddeln. Wir waren dort wieder auf einem genialen Campingplatz mit Salzwasserpool. Dort war ja ueberall nix los in der Hitze. Die Touristensaison beginnt dort erst im "Winter". Der Betreiber war ein ca. 60 Jahre alter Italiener, der schon seit den 50ern dort nach Opalen sucht. Frueher hat er wihl mal 60000$ gefunden und damit den Varavan Park finanziert. Er hat gemeinst, wir sollen auf keinen Fall eine Tour durch eine Mine machen, weil das alles gefaket ist. Stattdessen hat er uns mit seinem Schrotthaufen von Jeep auf eines der Minenfelder gefahren und uns was gezeigt. Leider konnten wir in die Mine nicht reingehen, weil sich da am Eingang ein Obdachloser eingenistet hatte und das war ihm zu gefaehrlich, falls er zurueckkommt wenn wir grad drin sind. Er faselte was von Axt im Schaedel, wenn er denkt, dass wir an seine Sachen wollen...

Also sind wir wie wild ueber die Felder gefahren und Anja wollte nicht mehr und fand das alles langweilig. Ich fand es aufregend und haette noch weiter nach anderen Stellen suchen koennen. Wir haben dann immer irgendwo was aufgehoben und er hat uns erklaert, was das fuer Minerale sind. Als wir zurueck waren, hat er Anja einen unreinen Opal geschenkt, der also nicht wirklich wertvoll ist aber immerhin, und mir zwei fossile Muscheln, die versteinert sind.

Coober Pedy ist uebrigens Australiens heissester Ort. Deswegen wahonen die meisten Leute dort unter der Erde. Die Eingaenge ihrer Wohungen bzw Haeuser liegen an einem Huegel und nach innen geht es dann unter die Erde in den Fels rein. Na, kommt das jemandem bekannt vor? Genau, die wohnen dort wie die Hobbitse! Wir waren dann bei einem netten Einwohner in seinem Haus. Da konnte man hin und klopfen, er hat uns dann fuer 3$ seine Bude gezeigt. Innen alles vom Feinsten, Big Screen TV usw. und natuerlich schoen kuehl. Die Hitze dort war echt der absolute Mega-Hammer und dabei war der Sommer schon im Ausklingen! Schaut mal auf die Fotos, da sieht man die Eingaenge der Wohnungen teilweise oder zumindest die kleinen Rohre auf den Huegeln, die fuer Luft sorgen.

Von dort Richtung Sueden wurde dann die Landschaft langsam wieder schoener und man kam der Zivilisation wieder naeher. Das Outback ist wirklich faszinierend, weil es einem so viel Nerven und Durchhaltevermoegen abverlangt, aber ich wuerde auf keinen Fall noch einmal durchfahren wollen.

Die Suedkueste Australiens war eigentlich der schoenste Teil der Reise bis jetzt. Das lag zum einen daran, dass ja hier grad der Sommer zuende geht und wir ueberall fast die einzigen waren und zum anderen, dass die Landschaft und die vielen kleinen Orte und Staedte entlang der Kueste sehr idyllisch und nett sind. Sei es Port Augusta, Innes Nationalpark, Adelaide, Great Ocean Road oder all die anderen Locations. Hier im Sueden sind es nur noch 20-25 Grad eben Herbst ;-) Und nachts ist es schon echt kalt im Bulli gewesen. Anja wollte dann immer eine N8 im Hostel spendieren. Als ich dann auch in der Nacht gebibbert habe, haben wir uns dann schoene Wolldecken besorgt. Hatten ja bis dahin nur ein duennes Laken zum zudecken.

Kurios ist noch, dass ich in Australien mindestens 5 oder 6 mal meine Uhr umstellen musste! Erstmal gibt es verschiedene Zeitzonen, weil das Land so gross ist. Das witzige ist, es ist glaube ich das einzige Land, wo es eine Zeitzone mit nur einer halben Stunde Zeitunterschied gibt! Yep, kein Scheiss! Die Zone haben wir einmal nach Westen am Anfang der Reise und dann nochmal auf dem Rueckweg nach Osten am Ende durchfahren. Dann machen manche (Bundes)staaten keine Sommerzeit mit, also wieder Uhr umstellen. Dann gab es noch den echten Wechsel auf Sommerzeit, dann die Haufen km, die wir in Breitengraden zurueckgelegt haben. Und so ging das die ganzen 3 Monate :-)

Eines meiner Highlights war wohl nachweislich das erste Formel 1 Rennen der neuen Saison in Melbourne. Eintritt war ca. 40 EUR. Das Ereignis hat mich echt super beeindruckt. Es ist ungeheuer laut und in den ersten Runden liegt so ein verbrannter Materialgeruch in der Luft, wie man ihn manchmal bei Europvar hatte, wenn irgendwer (?) die nagelneuen Autos bis zum Anschlag des Drehzahlmessers geriemt hatte...
Dass die Rennwagen auch richtig tief roehren und wie schnell die WIRKLICH an einem vorbeidonnern, bekommt man im TV ueberhaupt nicht mit! Man konnte teilweise nicht mal unmittelbar vor eine 90 Grad-Kurve ein Foto machen, weil die da auch nicht langsamer waren! Ueberall wurden Ohrenstoepsel verkauft. Am Ende des Rennens durfte man dann die Strecke stuermen und die 120000 Zuschauer sind alle eine Runde ueber die Strecke bis zur Start-und-Zielgeraden gelaufen. Die Strecke sah aus wie ein Streuselkuchen von den vielen Reifenstueckchen, die durch die wahnsinnigen Kraefte abgerieben werden. Alles in allem sind wir insgesamt 5 Stunden lang inklusive vor und nach dem Rennen auf dem Gelaende herumgelaufen, ohne das Renngeschehen wirklich mitzubekommen. Das geht eben nur im TV. Dafuer waren wir an einigen Stellen, wo die Autos echt 2 Meter vor unserer Nase hinter der Absperrung vorbeigejettet sind. Apropos Jet: kurz vor dem Start, hat noch ein Kampfjet 3 wahnsinniger Manoever ueber dem Albert-Park, wo die Rennstrecke ist, direkt ueber unseren Koepfen geflogen. U.a. mit der Nase das Duesenjets 45Grad in die Hoehe ganz langsam geschlichen und ein anderes mal mit einer so brutalen Kurve, dass wir dachten der schmiert ab und donnert in die umstehenden Hochhaeuser rein! Alles in allem natuerlich sowohl am Himmel als auch am Boden eine unheimlich sinnlose Benzinverschwendung, aber absolut GEEEEEIIIIIIL! Sorry!

Bis Sydney hatten wir auch noch eine verdammt gute Zeit an der Kueste entlang, wobei wir sogar mal direct mit dem Bulli am Strand uebernachtet hatten! Es war ein Riesenschock, in diese laute dreckige Grossstadt zu kommen. Anja ist sofort am Montagfrueh nach Deutschland zurueck geflogen. (Irgendeiner muss ja die Broetchen verdienen.) Und ich habe seit dem Tag gebetet, dass ich das Auto schnell verkaufen kann und wieder hier weg komme.
Das Ende vom Lied ist, dass ich fast eine ganze Woche in der 2.Etage einer Tiefgarage mitten im Nutten- & Partyviertel von Sydney (Kings Cross) verbracht habe, wo sich der Automarkt fuer Reisende befindet. Von Tag zu Tag sinkt der Mut, dass Auto zu verkaufen, weil es zurzeit sehr viele Leute gibt, die von hier wegfliegen und nicht viele, die kaufen wollen. Die Preise und die Hoffnung sinken jeden Tag mehr. Manche Leute haben mehrere tausend Dollar minus gemacht. Ich wollte einfach nur verkaufen und dort raus. Das einzige gute da unten war, dass e simmer fuer alle Bier gab, wenn jemand verkauft hatte… Also hatte ich am 5.Tag Glueck und den Bus verkauft. Wenn man nur den reinen Kauf- & Verkaufspreis ansieht, habe ich sogar 300$ gutgemacht. Abe rich hatte auch ungefaehr 700$ in Reperaturen und Kleinigkeiten investiert. Letztendlich sind wir damit ja auch gefahren und da gibt es nunmal laufende Kosten. Ich kann also zufrieden sein!
Trotzdem habe ich in Australien etwas ueber meinem Budget gelebt. Deshalb wollte ich meine restlichen 2 Wochen noch im Hostel mithelfen und dafuer kostenlos dort wohnen. Das ist hier so ueblich und haette mir 300$ sparen koennen. Leider hatten die schon jemanden und umziehen wollte ich auch nicht noch einmal. Kurzerhand habe ich einen anderen Job aufgetan, wo ich bei einer Firma arbeite, die anderer Leute Umzugskram faehrt (www.2men.com.au). Ich arbeite 5 Tage die Woche, 4-5 Stunden am Tag fuer 15$ die Stunde. Das ist sogar noch besser als nur fuer kostenlose Unterkunft zu arbeiten! Ich hab am Tag immer noch jede Menge Zeit, mir Sydney und Umgebung anzuschauen oder einfach nur in der Sonne herumzuhaengen.
Der Job ist auch deswegen gut, weil ich dadurch jeden Tag sehr weit in Sydney herumkomme, echte Sydneyer kennenlerne und in ihre Wohnungen und Haeuser reinschauen kann.

Im Automarkt und im Hostel habe ich wieder sehr viele nette Leute kennengelernt. Besonders mit denen aus dem Automarkt ist man zusammengewachsen und wir hatten eine verdammt gute Zeit miteinander. Sind natuerlich auch wieder viele Deutsche dabeigewesen. Matthias, Daniel und Laura hatten einen echten VW Bulli von 1975, in den ich mich verliebt habe. Wir haben sehr oft in der “Bulli-Lounge” gechillt und unser Abschiedabend im Bulli am Strand war unvergesslich! Der Bulli war soooo gemuetlich und relaxed; so richtig zum Wohlfuehlen. Ich wollte mir ja eh schon immer mal einen Bulli in Deutschland kaufen. Nun ist es klar.

Wenn man so viele Leute kennenlernt, fangen die Gespraeche ja immer gleich an: woher kommst du? Wo warst du schon ueberall? Wie lange bist du schon hier? Wo gehts als naechstes hin? usw. Irgendwann wird dann auch nach dem Alter gefragt. Ich lasse mich dann immer schaetzen. Meistens sagen sie, dass ich so um die 23/24 bin! Letztens musste ich da wieder herzlich lachen und da dachte jemand, sie haben mich zu alt geschaetzt und sich schnell auf 20 verbessert! Das geht natuerlich runter wie Oel. Aber ich hab mich ja auch gut gehalten! Kein Wunder, wenn die alle immer saufen und rauchen! Prost!

In diesem Sinne, seid lieb gegruesst von mir und lasst mal was von euch hoeren. Irgendwie hat man ja doch manchmal bissl Heimweh…



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Neuseeland - New Zealand


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Einen schoenen Ostermontag wuensche ich euch aus Christchurch vom Suedteil Neuseelands. Nachdem ich die letzten beiden Wochen in Sydney noch gearbeitet habe und mir dann noch ein paar schoene Tage gemacht habe, war es an der Zeit, nach Neuseeland aufzubrechen. Es ist immer total bloed, nach so langer Zeit in ein neues Land zu kommen, v.a. wenn es auch noch so kalt ist wie hier. Es sind um die 10Grad und Sonnenschein. Nachts ist es bestimmt kaelter. Die ersten Tage habe ich in und um Auckland auf der Nordinsel verbracht und bin dann mit einem guenstigen Inlandsflug hier herunter nach Christchurch geflogen. Das ist eine sehr schoene englische Stadt (siehe Fotos). Bin jez seit 2 Tagen hier und werde morgen mit der Tranz Alpine Eisenbahn ueber die Berge von Mittelerde an die Westkueste fahren. Von dort aus geht meine Rundreise mit dem Bus weiter. Ich habe ein Ticket gekauft, wo man ueberall aussteigen kann und ein paar Tage spaeter wieder weiterfahren kann (Route siehe Fotos). Also werde ich an verschiedenen Orten ein paar Tage verbringen und am Schluss wieder hier landen und meinen Weg nach Auckland machen von wo aus ich weiterfliege.
So langsam gewoehne ich mich an NZ. Die Landschaft ist natuerlich ueberwaeltigend und auch sonst ist es sehr nett und ruhig.

Die letzten beiden Wochen bin ich nun mit dem Bus ueber die Suedinsel gereist und habe so einiges erlebt. Angefangen habe ich ja mit der Tranz Alpinen Eisenbahn, die mich ueber beeindruckende Landschaft an die Westkueste nach Greymouth gebracht hat. Zugfahren macht ja sowieso Spass. Dort war es sehr ruhig und abgeschieden und ich habe es mir 2 Tage lang gutgehen lassen: viel Schlaf, Wandern, Fotos, Shopping usw.

Dann kam der Tag, an dem ich in den Kiwi-Bus eingestiegen bin. Kiwi werden uebrigens die Neuseelaender genannt, nach dem Vogel, den es nur hier gibt. Nach einem Stop in der Mitte von Nirgendwo mit Uebernachtung sind wir am nexten Tag als erstes zum Goldschuerfen gefahren. Dort habe ich dem Fluss tatsaechlich ein paar Goldschueppchen entlocken koennen und sie in ein kleines Gefaess gefuellt bekommen. Bei dieser ganzen Aktion habe ich mir nicht nur die Haende im eiskalten Flusswasser abgefroren, sondern auch 20 Stiche von den beruehmten Sandfliegen dort an der Westkueste eingefangen. Die jucken mehr und bleiben laenger als Mueckenstiche.

Am nexten Tag kamen wir zum Franz Josef Gletscher, damals von den "Entdeckern" nach dem oesterreichischen Koenig benannt. Bis danhin hatte ich ja ziemlich die Schnauze voll von Neuseeland, aber als wir dann mit Ausruestung und Steigeisen auf den Gletscher geklettert sind, hat sich das Blatt gewendet. Das war wirklich ein super Erlebnis. Schade nur, dass diese Touren immer so eine Geldabzocke sind, sonst haett ich gerne noch eine groessere Tout oder mit Hubschrauber gemacht.

Die meisten aus dem Bus sind dann schon am nexten Morgen weitergefahren. Das ist natuerlich nicht der Sinn des Tickets. Also bin ich noch einen Tag laenger dortgeblieben und habe am darauffolgenden Tag eine super-geile Wanderung fuer mich alleine unternommen. Sie ging durch den Wald in den Bergen ueber Stock und Stein, durch Baeche und ueber Haengebruecken und Baumstaemme und dauerte 7 Stunden. Danach war ich halb tot, aber die Natur und Ruhe hat mich fuer alles entschaedigt. Auf dem Rueckweg wollte ich 2x eine Abkuerzung versuchen, bin aber jedesmal nicht weitergekommen. Einmal vom Wasserfall und einmal vom ziemlich reissenden Gletscherfluss gestoppt und musste immer wieder umkehren. Naja, der Versuch war es wert. Das war Riesenspass. Die Luft ist die ganze Zeit sehr kalt, aber durch die Sonne und das bergaufklettern schwitzt man staendig, sodass ich nunmehr seit 2 Wochen eine fette Erkaeltung habe. (Ab heute hab ich Antibiotika fuer meinen Hals geschluckt.)

Vom Gletscher ging es dann mit dem nexten Bus und anderen Leuten ueber einige Fotozwischenstopps nach Wanaka weiter. Das ist ein kleines Staedtchen von Seen und Bergen umgeben. Bald faengt dort die Skisaison an. Dort habe ich auch fast 2 volle Tage verbracht und zwei nette Canadier kennengelernt und in einem super Hostel gewohnt. Nachdem man manchmal in sehr grossen Jugenherbergen abgestiegen ist, sind solche kleinen familiaeren, gepflegten Hostels eine Wohltat!

Von dort aus ging es weiter nach Queenstown, einer sehr idyllisch gelegenen aber sehr touristisch-kommerziell ausgerichteten kleinen Stadt.

Dann wieder zurueck nach Christchurch, von wo aus ich ja mit dem Zug abgefahren war und von dort habe ich mir nicht den Stress antun wollen, einen Weg auf die Nordinsel nach Auckland zu finden, sondern hab einen billigen Flug inkl. kostenloser Flughafenuebernachtung ;-) genommen.

Hier in Auckland bin wieder in dem netten kleinen viktorianischen Hostel abgestiegen, wo ich schon am Anfang war. Ich hatte dem Hausherren Campbell schon gemailt, er soll sich mal schlau machen, wo und ob ueberhaupt die Formel 1 uebertragen wird, weil er auch keinen TV im Hostel hatte. Er war dann so nett und hat mich zu meiner riesen Verwunderung fuer den Preis eines Mehrbettzimmers in ein Einzelzimmer mit Doppelbett und Kamin gelassen und mir einen eigenen TV besorgt, damit ich Mitternacht mein Rennen geniessen kann. Da war ich echt baff und sehr dankbar. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich bei ihm schon vom letzten Mal einen Stein im Brett hatte, weil ich ihm gleich nach meiner Ankunft vor 3 Wochen ein Computerproblem an seinem PC beseitigt habe und das kann ich ja zeimlich gut :-)

In Neuseeland wurden ja so ziemlich alle Extremsportarten erfunden, die man so kennt. Man kann also hier in jedem Ort ohne Ende Water Rafting, Fallschirmspringen, Bungy Springen, Paragleiten usw. Is alles nich ganz billig, aber immer noch weniger und bessere Bedingungen als anderswo. Und so kam es dann auch, dass ich gestern von der Harbour Bridge hier in Auckland mit einem Gummiseil um die Fuesse runtergesprungen bin :-))) Das war echt super. Der Sprung ansich geht alles schnell vorueber, aber der Moment, kurz bevor man abspringen soll, ist echte Nervensache. Ich war mir sicher, dass ich es machen will, aber zwei Sekunden bevor man springt und am Abgrund steht, war ich mir nicht mehr so sicher. Dann aber einfach die Augen geschlossen und kopfueber ins Nichts gesprungen. Dass man den ganzen Weg nach Unten am Schreien ist, hab ich nicht mehr unter Kontrolle gehabt...

Ich kann das nur weiterempfehlen! Man muss das wenigstens einmal im Leben gemacht haben, seinen inneren Schweinehund zu ueberwinden. Naja und bezahlt hat man schliesslich auch schon im Vorraus dafuer! Normal haette der Sprung uebrigens 125$ gekostet, aber weil die grad ein Jubilaeum haben, konnte man nur im Internet fuer einen bestimmte Zeit fuer sage und schreibe 45$ buchen! Das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Die haben auch ein Video gedreht, das echt toll aussah, aber leider nochmal genausoviel gekostet haette. Das musste ich dann ablehnen. Dafuer haette ich ja glatt nochmal springen koennen. Frechheit. Eigentlich viel mehr noch eine Frechheit, das Video trozdem zu drehen und es dir noch zu seigen, obwihl ich schon am Anfang gesagt hatte, dass ich keins will. Da greifen bestimmt viele doch noch mal in die Tasche. Wenn es digital gewesen waer und nicht nur eine VHS haette ich's aber echt auch genommen, hehe. Na Hauptsache ich hab den unvergesslichen Moment im Geherne.

In diesem Sinne, macht's gut! Morgen Frueh flieg ich nach Fiji.

Der Steffen

PS: Ich gebe zu, dass NZ mit der Kaelte und einer fetten Dauererkaeltung der Tiefpunkt meiner Reise war. Jetzt geht’s wieder aufwaerts!


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Bula aus FIJI


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Nach 2 Wochen auf der Hauptinsel von Fiji (Viti Levu) moechte ich euch nun endlich wieder an meiner Weltreise teilhaben lassen. Internet gibt es hier nur in den groesseren Staedten zu vernuenftigen Preisen und dann auch noch sehr langsam, sodass die Unmengen Fotos nur schleppend zu sehen sein werden. Fiji ist wirklich in jeder Beziehung unglaublich! Ich habe so viele Erlebnisse und Eindruecke schon in dieser kurzen Zeit und ohne ueberhaupt auf eine der anderen 320 Inseln gekommen zu sein - bis jetzt. Schon als ich von Neuseeland hier auf dem Flughafen ausgestiegen bin, war es so schoen mollig tropisch warm und eine 3-Mann-Kombo hat in Roecken fuer die Neuankoemmlinge am Gate ein Gitarrenstaendchen gespielt. Von da an hatte ich dieses breite Grinsen im Gesicht, was man hier automatisch den ganzen Tag hat, weil alles
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Comments on 'Weltreise anno dazumal'
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helgesmutter helgesmutter
2006/01/09
...in Fiji so entspannt ist. Die Begruessung heisst ganz laut "Bula" mit eben diesem breiten Grinsen. Jeder, der einem auf der Strasse entgegenkommt, gruesst. Das Leben ist hier, mal abgesehen von angenehmen Temperaturen zw. 25-30 Grad, super bequem und relaxed. Ein typischer Ausdruck hier, der den Nagel auf den Kopf trifft, ist "Fiji-Time", d.h. die Uhren gehen hier anders! Es gibt fuer nichts wirklich feste Zeiten und alles braucht eine Weile. Normalerweise kann man so etwas als Deutscher nicht lange ertragen, aber wenn man schon eine ganze Weile unterwegs ist (sorry), dann ist man wirklich sehr entspannt dem allen gegenueber :-)
Die Natur hat neben dem Bombenwetter wirklich sehr viel zu bieten: Traumstraende, Palmen, Cocosnuesse & Papaya am Strassenrand, Berge, trop. Urwald, Baeche, Fluesse, Wasserfaelle, Korallenriffe usw.
Mein erstes Hostel war etwas ausserhalb der Stadt Nadi, welche selbst ziemlich dreckig und laut ist, aber interessant und viele Maerkte hat. Das Hostel liegt genau am Strand. Die Nacht kostet unglaubliche 5 EUR und das beinhltet schon ein kleines Fuehstueck! Am Ufer liegt ein Katamaran vor Anker, dessen Besitzer ich gleich am ersten Abend kennenlernte: ein Schweizer namens Hans, der schon seit 15 Jahren die Welt umsegelt und hier und da Gueter kauft und wieder verkauft oder ein paar Leute fuer einen Segeltrip mit an Board nimmt, um zu leben. Ein sehr relaxter Typ, mit dem ich mich auf Anhieb prima verstanden habe und er hat mich gefragt, ob ich mit ihm segeln wolle. Ich wollte erstmal die Insel kennenlernen, also haben wir uns fuer irgendwann spaeter verabredet (Fiji-Time) , damit wir fuer 1 Woche zu ein paar unbewohnten Inseln segeln koennen und ich wuerde dann fuer den gleichen Hostelpreis auf dem Boot mit leben. Darauf freue ich mich schon. Hoffe, das es noch klappt. Wenn nicht, ergibt sich schon was anderes Interessantes.

Hier leben ja die Haelfte Fijianer und die andere Haelfte Inder (in der 4.-5. Generation). So kommt es auch, dass ich oft indisch esse.

Busse verkehren ueberall und nirgends. Fahrplan gibt es nicht wirklich und Haltestellen auch nicht. Man haelt die Busse ohne Fenster einfach irgendwo an, wie es gerade passt. Ganz oft wird man aber auch von Leuten hinten auf dem Pickup oder LKW mitgenommen. Da sitzen dann meist schon jede Menge Schwarze und begruessen einen ganz lautstark "BULA" und schon kommt man ins Gespraech. Die sprechen ja alle Fijian oder Indisch, aber die offizielle Sprache ist Englisch und das kann ich ja ein bisschen ;-)

Nachdem ich also die Umgebung, Hans' Schiff und die Stadt angeguckt hatte, wollte ich dann irgendwann weiter, wusste aber nicht wohin und wie. Die meisten Touristen hier sind zw. 20-30 Jahren und nur auf einem kurzen Zwischenstopp zw. Neuseeland und USA fuer ein paar Tage Strandgammeln und Saufen (Englaender) hier und buchen irgendwelche teuren Insel-Hopping-Bootstouren mit ein paar Uebernachtungen. Das ist nicht so mein Ding. Da kann ich auch nach Ibiza fahren. Wie es der Zufall will, lernte ich spaeter eine Israelin kennen (Eshchar), die auch ueber 1 Monat in Fiji bleibt. Also haben wir beschlossen vom ueblichen Tourismus weg aufs Geradewohl mit einem dieser klapprigen, stinkenden, ueberfuellten Busse auf die Nordseite der Hauptinsel zu fahren. Nach 2 Tagen in einem Ort dort haben wir uns ein paar Gastgeschenke besorgt und sind am nexten Tag ins Landesinnere gefahren und sind einfach irgendwo im Urwald, wo die Strasse nicht mal mehr asphaltiert und nur noch einspurig war, in einer Ansammlung von Huetten rausgesprungen und haben uns vorgestellt. Da waren wir naturelich sofort der Mittelpunkt. Im Reisefuehrer stand alles beschrieben: Man soll dem Dorfoberhaupt bzw. Dorfaeltesten um Erlaubnis bitten, in der Siedlung zu bleiben und ihm ein Geschenk (sevusevu) vorlegen. Das sind zermahlene Wurzeln, die sie in einer Zeremonie als Getraenk den ganzen Abend (oder sonst auch bei wichtigen Entscheidungen) schluerfen. Wenn er das Geschenk akzeptiert, bekommt man eine Gastfamilie. Das alles war viel unkomplizierter als gedacht und imm Handumdrehen waren wir bei einer Familie willkommen. Eigentlich nur Vater, Mutter und Baby, aber am nexten Tag war ein Fest, so eine Art nachtraeglicher Hochzeit mit einem etwas weiter entfernten Dorf, wo die Frau (21) herkommt und deshalb war die ganze bucklige Verwandtschaft schon anwesend, um alle Vorbereitungen zu treffen und es wurde eine lange Nacht. Die haben kein Strom und kein fliessendes Wasser. Sie erzaehlen sich gern "Geschichten" und quatschen einfach nur gesellig. Alle luemmeln in dem Hauptraum der Huette auf selbstgeknuepften Matten aus Palmenblaettern herum. Wir waren natuerlich eine willkommene Informationsquelle und Abwechslung aus der westlichen Welt und mussten viel erzaehlen...
Dann spaeter nachts wurde ich zum Sohn des Oberhaupts in seine Huette gerufen und er hat das Geschenk angenommen und wir haben das Zeug mit eben dieser Zeremonie heruntergespuelt. Das fuehre ich euch mal vor, wenn ich wieder da bin. Leider wird man von dem Zeug nicht benebelt, man bekommt nur eine etwas taube Zunge und Mund, deshalb rauchen sie nebenbei noch Selbstangebautes. Fuer Alk sind sie nicht so, ist auch viel zu teuer und der nexte Laden waere eh 2 Stunden mit dem Bus entfernt.

Mein schwarzer Bruder (Gastbruder) Amini hatte uns schon am Nachmittag mit seinen Freunden und Cousins an den Fluss nah der Siedlung genommen und waehrend 2 von ihnen mit Macheten Bambusbaeume gefaellt und ein Floss (Billibilli) gebaut haben, waren wir scwimmen, haben uns zeigen lassen, wie man Krabben mit der Hand faengt und sie dann in einer halben Cocosschale geroestet und gegessen und bissl was geraucht. Dann mit dem Floss zurueck ueber ein paar kleine Stromschnellen ins Dorf (siehe Fotos).
In dem Fluss wird auch jeden Morgen anstelle eine Dusche gebadet, natuerlich Maenner und Frauen getrennt. Ueberhaupt machen sie viel in Grueppchen die Maenner fuer sich und die Frauen.

Am nexten Tag war das grosse Fest. Das ganze Dorf ist ins andere Dorf gezogen und hat Unmengen an Geschanken in Form von Matten, Kerosin fuer Lampen und Wahlzaehne (ihr Heiligtum) mitgenommen. Das Fest erklaere ich bei den Fotos dann naeher. Gegipelt hat es dann in einem grossen Festessen von allen moeglichen traditionellen Speisen. Erzaehl ich auch alles mal spaeter, was es da so zu essen gab...

Am nexten Tag war es dann auch wieder viel ruhiger, weil die Verwandten wieder weg waren. Etwas mehr Zeit, um ihr Leben besser kennenzulernen. Sie leben sehr einfach und einfach anderes. Essen auf einer Art Tischdecke auf dem Boden (fast alles selbstangebaute Gemuese, Wurzeln und Fruechte) , kochen ueber dem offenden Feuer, kein TV, kein Telefon. Sie sind richtig schoen abgekapselt. Er arbeitet allerdings fuer das Busunternehmen, was jeden Tag durch das Dorf kommt und faehrt also oft in die Stadt, d.h. sie lesen auch Zeitung und wissen, was los ist, kennen alle neuen Errungenschaften, haben auch einige Sachen wie Radio, batteriebetriebenes Keyboard usw. Viel lernen sie aus Buechern und von Reisenden und anderen Dorfmitbewohnern Mund-zu-Mund.
Die meisten Fijianer laufen barfuss auch in den Staedten. Sie haben extrem breite, ausgelatschte, verhornte Fuesse, sodass es ihnen nichts ausmacht, wo unsereiner dahinstakselt.
Sobald wir im Dorf Durst hatten, brauchten wir nur einen Ton zu sagen und sie haben uns sofort eine Cocosnuss vom Baum geholt und sie mit der Machete aufgehackt. Sie wissen, dass ihr Wasser dort fuer uns nicht so gut ist. Normalerweise haben sie im Dorf eine Wasserleitung, aber die wurde vor 4 Wochen bei der grossen Ueberschwemmung dort unten zerstoert. Ich weiss nicht, ob man das in Europa ueberhaupt mitbekommen hat. Als ich noch in Neuseeland war, war es jedenfalls steandig in den Nachrichten. Es wird einige Zeit dauern, um die Leitung wieder in Stand zu setzen (Fiji-Time), aber sie brauchen sie ja auch nicht wirklich dringend. Auf dem kleinen separaten von Wellblech umkleideten Klo wird mit einem Eimer Regenwasser nachgespuelt. Das erinnerte mich an unseren ersten Garten.
Sie sind so gastfreundlich, sie haben immer wieder gesagt, das wir es sofort sagen sollen, wenn wir etwas wollen. Meist haben sie auch beim gemeinsamen essen gewartet, bis wir gegessen hatten und dann haben sie erst zugelangt. Das war schon komisch, weil man sich da nicht traut, wirklich viel zu essen.Einmal sah es so aus, als waere nicht genug da. Ein anderes mal gab es dann aber wieder reichlich.

Die Fijianer sind allesamt sehr religioes und zwar christlich. Erst vor ca. 150 Jahren kamen Missionare hier her und haben ihnen Cannibalismus abgewoehnt, Englisch und Schreiben beigebracht und sie bekehrt. Es ist unglaublich, mit jemandem zu sprechen, der mit soviel Nachdruck und Glauben, Ruhe und Zuversicht dir Auge in Auge versichert, dass das, was in der Bibel geschrieben steht, tatsaechlich wahr ist und genauso passieren wird. Die haben damals wirklich ganze Arbeit geleistet!

Die Sterne sind hier weit ab der Zivilisation wieder umwerfend. Man sieht die Milchstrasse wie einen gewaltigen breiten Teppich, eine unheimliche Masse an Sternen.

Nach 2 Tagen (sie wollten uns gar nicht mehr gehen lassen) wollten wir dann wieder mal eine heisse Dusche, etwas Grossstadtluft schnuppern und auch mal wieder Privatsphaere haben. Sie sind wirklich sehr nett, aber die Kultur und das Dorfleben ist eben so, dass sie staendig um einen herumhaengen auch beim Umziehen. Das ist bissl ungewohnt.
Solche warmherzigen einfachen ehrlichen Menschen habe ich echt noch nie kennengelernt. Alleine ihre Gesichter sprechen Baende zu dir und man sieht, dass es nicht gekuenstelt ist. Sie haben alles mit uns geteilt, Haus, Essen, Leben und uns sehr viel von ihrer Sprache beigebracht, womit man an anderer Stelle jetzt wieder schnell einen Verbuendeten hat z.B. auf dem Markt, weil sie merken, dass du wirklich interessiert bist und kein Pauschali bist.

Wenn ich am Ende meines Fiji-Aufenthalts noch Zeit habe, gehe ich sie nochmal besuchen. Ist ein paar Stunden mit dem Bus, aber das ist sehr billig. Auf jeden Fall musste ich ihnen verpsrechen, ihnen alle Fotos zu schicken, die ich dort geschossen habe. Das ist fuer sie das Groesste.

Nach ein paar Tagen rumhaengen in der Hauptstadt Suva, sind wir an der suedlichen Korallenkueste zum tauchen gefahren. Esh hat auch am Anfang ihrer Reise den Tauchschein gemacht. Im allgemeinen habe ich bisher extrem viele Israelis unter den Reisenden getroffen. Die scheinen alle Kohle zu haben ;-) Sie hat schon 20 Tauchgaenge, ich erst 10. Das Tauchen war wieder super! Eigentlich ist die Stelle vor einer kleinen Insel namens Beqa fuer Haie bekannt, aber wir haben leider (oder zum Glueck ;-) keine zu Gesicht bekommen. Dafuer sind wir in 22m Tiefe zu einem Schiffswrack getaucht, das schon mit kleinen Korallen ueberwachsen war und wo sich schon alle moeglichen bunten Fische dran getummelt haben. Die Sicht ist bei dem guten Wetter hier selbst in dieser Tiefe sehr gut, teilweise 50m weit. Allerdings war sehr starker Sehgang an der Oberflaeche und mir war schon auf dem kleinen Tauchboot bis dahin zu der Tauchstelle in der Lagoon ziemlich uebel. Im und unter Wasser ging es dann auch wieder weg. Hatte aber auch etwas Respekt, da mein letzter Tauchgang schon wieder 3 Monate in Australien her war und ich noch nie mit anderem Equipment als dem von der Tauchschule getaucht bin. Aber der Tauchfuehrer ist immer da und checkt dich und fragt unter Wasser, ob alles ok ist. Der 2.Gang am Nachmittag nach einem kurzen Mittagessen auf dem Boot war dann viel entspannter.
Heute sind wir weiter westlich und uebermorgen wollen wir gleich nochmal tauchen gehen. Am Freitag fliegt Esh ab. Es ist immer ganz gut, jemanden als Reisekumpan fuer eine Weile zu haben.
Am WE will ich dann sehen, ob ich Hans treffen kann oder ich fahre mit einem Fischerboot oder eine Faehre selbst zu einer anderen Inselgruppe.


Heute ist es mal wieder Zeit fuer ein neues Update meiner Reise. Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell die Zeit in Fiji vergangen ist.

Als ich wieder zurueck in Nadi ankam, war ich gleich noch 2x tauchen. Die beiden Tauchgaenge waren noch viel besser als die anderen beiden ein paar Tage zuvor an der Beqa Lagune. Diesmal haben wir sogar einen Hai gesehen (Riffhai mit weisser Spitze an der oberen Flosse). Zuerst hat er ganz ruhig auf dem Meeresgrund in etwa 30m Tiefe geschlafen und dann ist er aufgewacht und gemuetlich unter uns durchgeschwommen. Er war ungefaehr 2m lang. Das war ein irre guter Tauchgang, bei dem wir noch einen Haufen andere coole Fische gesehen haben u.a. natuerlich Nemo, der ist ueberall. Mein Lieblingsspruch beim Tauchen ist glaube ich, wenn man in die Taucherbrille spuckt, damit sie nicht beschlaegt: "The greener, the cleaner!" Ein Tagesausflug mit 2x Tauchen und kleinem Lunch kostet hier ca. 60 EUR, also Schnaeppchen.

Ich hatte dann noch einen super Sonntag mit Hans in der Stadt und auf seinem Boot. Nach ein paar Tagen im Hostel in Nadi hatte ich dann aber die Nase wieder voll von den ganzen Paar-Tage-Touristen, meist saufende englische 20Jaehrige und bin deshalb mit dem nexten Bus die Suedkueste wieder zurueck in die Hauptstadt Suva gefahren. Suva ist mit 170 000 Einwohnern die groesste Stadt im Suedpazifik, aber bei weitem nicht so touristisch wie Nadi nahe dem Flughafen und somit viel angenehmer. Im Bus hat mal wieder jemand sein Fruehstueck hochgebracht, sodass es im ganzen Bus ziemlich gestunken hat und ich auch kurz davor war. Irgendwie hat bis jetzt bei jeder Busfahrt hier jemand gegoebelt. Die Fijis koennen das anscheinend auch net ab.

In Suva war ich dann laenger als ich eigentlich geplant hatte. Es war einfach schoen, dort etwas Zeit zu verbringen. Dann hab ich mich aufgerafft, zu einer anderen kleinen Insel zu fahren, die westlich der Hauptinsel liegt, Ovalau. Fuer eine relativ kleine Entfernung musste ich fast eine ganze Tagesreise unternehmen – Bus, Faehre, Bus. Auf dem Weg dorthin habe ich Sabine aus Wien getroffen. Sie war schon 2 Monate in Fiji und hatte die letzten 5 Wochen auf einer anderen Insel fuer einen sagenhaften Preis ihre Dive-Master Ausbildung gemacht. Die Stadt oder vielmehr Ort, wo wir hin wollten, ist Levuka, die ehem. Hauptstadt von Fiji. Die aufregenden Tage sind dort laengst Vergangenheit und es ist nunmehr ein kleiner beschaulicher Ort mit einer uralten Ladenstrasse und einer Fischfabrik. Ein Muss ist das aelteste Hotel von Fiji - The Royal Hotel, 1860. Das hatte echt ein cooles Flair und die Dormbetten waren wieder nur 5,50 EUR pro Nacht. Im Inneren die Insel ist ein alter Vulkankrater in dem ein legaendaeres Dorf liegt, Lovoni. Es galt ueber Jahrhunderte als unbesiegbar und wurde nur durch eine List ueberwunden. Ein Dorfbewohner macht eine 4stuendige Tour durch den Urwald zum Dorf hin und erklaert dabei die Heilkraefte der verschiedenen Pflanzen am Weg, u.a. gibt es da eine Heilpflanze gegen AIDS und Brustkrebs. Man lernt also selbst nach 6 Jahren Medizinstudium noch etwas Banhbrechendes dazu :-) Naja, sicherlich gibt es viele Sachen, die die koerpereigene Abwehr bei kleinen Infekten und Unwohlsein unterstuetzen. Dann gab es ein traditionelles Fijian Essen in seiner Huette. Apropos Unwohlsein. In der nexten Nacht wache ich auf und mir ist kalt und heiss und ich kippe auf dem Klo fast um. Dann hab ich mir die Seele aus dem Leib gekotzt. Leider war es damit nicht vorbei, sondern ich bin stuendlich wieder aufgewacht und hatte Hitzewellen, dann kamen die Kopf- und Gliederschmerzen. Den ganzen nexten Tag habe ich mit Fieber im Bett gelegen und die Damen vom Hotel sagten, dass im Radio gesagt wurde, dass ein Virus in Fiji umgeht und dass es auch noch 2 andere Gaeste haben. Na wenigstens war es keine der schrecklichen Krankheiten, die im Reisefuehrer stehen. Das war das erste Mal auf meiner ganzen Reise, dass ich wirklich krank war. Zwei Tage spaeter war es wieder gut und nur eine verstopfte Nasennebenhoehle ist noch geblieben. Deshalb konnte ich auch nicht mit auf die Lost Island fahren. Naja, es hatte eh geregnet. Ja, das gibt es hier auch.

Auf dem Rueckweg zur anderen Insel und in die Naehe des Flughafens hab ich dann nochmal eine Nacht in dem Dorf uebernachtet, wo mein Fijian Bruder wohnt. Die haben sich natuerlich voll gefreut und ich hatte ein Foto fuer sie entwickelt und sie haben mir eine dieser Matten aus Blaettern geschenkt, die sie in den Huetten als “Teppich” haben. Ich hatte mir schon vorgenommen, in Nadi vor meiner Abreise noch eine grosse Holzmaske zu kaufen und hab dann prompt auf dem Markt eine Handgeschnitzte fuer einen gut ausgehandelten Preis bekommen (siehe Fotos).

Das einzige, was mir in Fiji mit der Zeit auf den Nerv gegangen ist, war das Essen. Leider gibt es in den Hostels nicht wie in Australien oder NZ die Moeglichkeit, selbst zu kochen, d.h. man muss staendig was bestellen oder auf die Suche gehen und dann findet man meist nur indisch, Burger oder Fish’n’Chips, also sehr einseitig und nicht grad gesund. Ich haette echt sterben koennen fuer eine frische Gemuesepfanne. Selbst wenn man haette kochen koennen, haette man auf dem Markt auch nicht wirklich etwas Schmackhaftes oder eine wirkliche Auswahl bekommen.

Fiji war trotzdem eines der Highlights meiner Reise, das kann ich jetzt sagen. Es gibt wahnsinnig viel su sehen und zu unternehmen. Und wenn man nicht irgendwelche vorgefertigten ueberteuerten Touri-Trips bucht, kommt man richtig preiswert davon. Ich habe in 1 Monat genau die Haelfte von dem ausgegeben, was ich mir als Limit gesetzt hatte und dafuer war ich auch noch 4x Tauchen und habe ein grosses Souvenier gekauft (Kannibalenmaske siehe Fotos).


Ich bin 3 Tage eher von Fiji nach L.A. geflogen, damit es mit Scott's Plaenen zusammenpasst. Um Daten meines Flugtickets waehrend der Reise zu veraendern, zahlt man jedesmal mind. 25 US$ plus sonstige Gebuehren des jeweiligen Landes. Also sollte ich in Fiji dann, wenn ich am Flughafenterminal einchecke und mein geaendertes Ticket in Empfang nehme, 50Fiji$ zahlen (ca.25EUR). Naja, wie die Fijis halt so sind (Fiji-Time), haben die das natuerlich total vergessen und mich nicht abkassiert, hehe :-)

Etwas ist mir in Fiji noch extrem aufgefallen: Alle Einheimischen (Fijians und Inder) haben super weisse schoene Zaehne. Ist schon wahnsinn, wie man sich die Beisserchen in unserer Zivilisation durch Zuckergenuss kaputt macht, der ja quasi ueberall drin ist!

Hier noch eine kurze Anekdote vom Flughafen bei der Abreise. Normalerweise nehme ich immer alle spitzen und scharfen Gegenstaende aus dem Handgepaeck heraus und stecke sie in die grosse Tasche, weil man sie sonst weggenommen bekommt. Diesmal hatte ich aber 2 Nagelfeilen, ein kleines schweizer Taschenmesser und eine groessere Schere im Handgepaeck. Nachdem sie dreimal meinen kleinen Rucksack durchleuchtet hatten, musste ich schliesslich die Schere abgeben. Die feilen haben sie mir gelassen und das Taschenmesser gar nicht erst bemerkt!!! Mit diesen "Waffen" durfte ich dann an Bord des 2 etagigen Jumbo-Jets nach L.A.! Soviel zum Thema Sicherheit am Flughafen in Nadi/Fiji.

Hier noch fix mein kleiner Wortschatz Fijiisch ( so, wie man es ausspricht), fuer alle, die mal hier herkommen:

Bulaaaa - Hallo, Willkommen
winaka (wakalewu) - Danke (schoen)
tu loh - Entschuldigung (wenn man vorbei will)
sota tale - bis bald
morthey - Auf Wiedersehen
timbi - Dealer
kana - essen
kana lewu - iss mehr!
ijo - ja
wara winaka - nein danke (ich hab bereits genug vom Joint gehabt ;-)
jandra - Moin
bongih - N'Abend
bumbu - Oma
billibilli - Floss
sulu - trad.Rock (Kleidung!)
sewusewu - Geschenk fuer Chief (meist Kava)
tanjabat - Danke auf indisch





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USA


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Wow, ich kann es kaum glauben, dass ich schon wieder 4Wochen in den Staaten bin und Fiji schon so lange hinter mir liegt!

Es war ziemlich gut, nach 1 Monat Inselleben wieder in die altbekannte Zivilisation zu kommen. Prompt war auch der erste Anlaufpunkt vom Flughafen aus der IN'N'OUT BURGER. Die gibt es nur im Westen der USA und machen wahrhaftig die schmackhaftesten Burger ueberhaupt, sogar besser als Wendy's! Am ersten WE bin ich gleich mit meinem neuen Freund Scott, den ich in Japan kennengelernt hatte, und seinen Freunden nach San Luis Obispo (SLO) noerdlich von L.A. gefahren, wo sein altes College ist, und ein super Party-WE verbracht. Die darauffolgende Woche habe ich in L.A. mit Sight Seeing und bissl Privatsphaere zugebracht, u.a. Hollywood Zeichen (Scott wohnt gleich um die Ecke in Hollywood), Sunset Boulevard, Hollywood Blvd. mit Walk of Fame. Los Angeles hat ein nettes Flair, aber die dauerhafte Dunstglocke ueber der Stadt wuerde mich verrueckt machen! (siehe Foto mit dem braunen Himmel!) Scott ist 27 und unterrichtet eine 8.Klasse in einer Mittelschule in South Central L.A. also im Mexikanerviertel, Dort sind so viele Schueler, dass das Schuljahr in Etappen ablaeuft: 4 Monate Schule, 2 Monate frei, 4 Monate Schule, dann wieder 2 Monate frei, d.h. die Lehrer haben vier Monate bezahlten Urlaub als Teilzeit. Er springt manchmal in seiner freien Zeit fuer einen anderen Lehrer ein und macht so nochmal 1000$ pro Woche extra! Nicht uebel. Mal davon abgesehen, dass arbeiten mit Kindern eh Spass macht. Stimmt's, mein Seppel!?

Da ich in Fiji so sparsam leben konnte und da ich meine eigene Musik wirklich vermisse, habe ich mir ein ipod (mp3 player) mit 20GB geleistet. Hatte ein paar CDs mit mp3s mit und hab sie dann bei Scott gleich auf den Player gezogen. Seither kann ich immer und ueberall die Kopfhoerer in die Ohren stoepseln und mich zurueckziehen. Das kann nach so einer langen Zeit etwas ganz Besonderes sein!

Fuer 1 Woche bin ich dann mal mit dem Bus nach San Francisco gefahren und hab dort in einem super-schicken Hostel gewohnt. Frisco ist, glaube ich, bis jetzt meine Lieblingsstadt in den Staaten - ueberschaubar, alte Strassenbahnen und viele Busse fuer wenig Geld zum rumgondeln, Hafen, Bucht, Beach, nettes Wetter etc. In der Woche habe ich mich dort mit ein paar Leuten getroffen, die ich in SLO kennengelernt hatte und wir waren beim Konzert von Velvet Revolver im alten Warfield Theatre. Das sind 3 Typen von Guns'n'Roses u.a. Slash, dann der Saenger von Stone Temple Pilots und einer von Suicidal Tendencies. Das Konzert war echt genial! Sie haben auch alte GNR Songs gespielt und wir hatten ziemlich gute Plaetze.

Natuerlich habe ich den ganzen Touristenkram in S.F. gemacht - Golden Gate Bridge, Fisherman's Warf, Twin Peaks, Castro (Schwulen- & Lesbenviertel), Peer 39, Chinatown etc.
Spaeter die Woche war ich dann noch mit anderen Leuten in verschiedenen Sportbars, weil die L.A. Lakers im Endspiel der NBA (Basketball) waren und haben die Spiele mit angeschaut. Trotz des Monsterplayers Shaq O'Neill haben sie aber gegen die Detroit Pistons die Meisterschaft verloren. Mmmmh, Meisterschaft klingt komisch in deutsch...
Ist aber immer wieder erstaunlich, wie begeistert die Amis ueber Sport sind. Noch viel erstaunlicher ist, dass Fans von BEIDEN Teams durcheinander sitzen und sich total vertragen! Ganz normal.

Auf dem Weg zurueck nach L.A. habe ich mich dann wieder mit Scott und seinen Freunden in SLO uebers WE getroffen, um den Uni-Abschluss von 2 Nachzueglern zu feiern. Es war echt wahnsinnig unkompliziert, wie ich in ihrer Mitte aufgenommen wurde, als ob ich schon immer mit von der Partie gewesen waere.

Die nexte Woche zurueck in der Stadt der Engel waren wir dann noch am Malibu Beach, bei Pink's Hot Dogs, das es seit 1939 gibt und immer eine Warteschlange hat und wo schon alle moeglichen Beruehmtheiten essen waren (keine Ahnung warum, weil die Dinger ekelhaft waren und ungesund, siehe Fotos!). Dann gabs noch Karaoke im "Brass Monkey" und eine Rundfahrt durch's Villenviertel in Beverly Hills und Belair. Naja, das war der Hammer!

Calofornia ist wirklich ein netter Platz zum Leben. Nextes mal muss ich unbedingt noch nach San Diego und ausserdem bissl meine Surfkuenste von Australien auffrischen ;-)

Was mir allerdings nach dem ausgewogenen Neuseeland und den einfachen aber gluecklichen Fiji-Inseln in L.A. und S.F. aufgefallen ist, sind die vielen Bettler und die Nach-Nahrung-im-Muell-Wuehler. Ich denke mal, je reicher die Stadt und je mehr reiche Leute dort leben, desto mehr Arme und Obdachlose gibt es, als ob das Gleichgewicht mehr verschoben wird.

Hier noch ein kleiner Schocker: ein paar Tage bevor ich weitergefahren bin, hat ein Typ ein paar Blocks von Scotts Wohnhaus entfernt zwei Leute in deren Haus umgebracht und dabei einem 90jaehrigen Mann den Kopf abgeschnitten!

Bye Bye Cali. Nach 3 Wochen Kalifornien habe ich mich dann in ein Shuttle nach Las Vegas gesetzt, das bloss ungefaehr 5 Stunden entfernt ist. Auf dem Highway sind vor uns eine zeitlang ein paar Rocker auf ihren Maschinen durch die Wueste gecruised. Das sah ziemlich laessig aus. Vegas liegt ja angeblich in der Wueste. In Wirklichkeit ist es mehr eine Steppenlandschaft bzw Steinwueste mit grossen Gebirgszuegen und natuerlich extrem heiss und trocken. Als ich aus den klimatisierten Bus ausgestiegen bin, hat mich fast der (Hitz)schlag getroffen! Es waren mal locker 42 Grad (und das ist Celsius!). Zum Glueck haelt man sich aber oft irgendwo im Klima auf, sodass es gar nicht so extrem erscheint.

Gleich am ersten Nachmittag nach meiner Ankunft haben mich meine Bekannten, die hier wohnen, durch einige der vielen Hotels mit Casinos gefuehrt und mir alles gezeigt. Checkt einfach die Fotos! Es ist ziemlich schwer zu beschreiben. es ist unglaublich, wie riesig die Gebaeude sind und wie herausgeputzt , glaenzend, sauber die ganze Stadt ist. Jedes Hotel hat im Inneren eine kleine Stadt mit einem grossen Casino, grosse Raeume fuer Shows (Sigi & Roy) und Conventions, Restaurants, ganze Ladenstrassen, wilde Tiere, Blumengaerten usw. Jedes dieser Hotels hat ein anderes Thema und ist danach gebaut worden z.B. New York New York, Caesar's Palace - altes Rom, Venetian mit Gondeln usw. Das alles sieht aus wie im Heidepark Soltau oder Disney Land, nur viel groesser und echt!
Am Abend waren wir bei Big Dog's, einer Bar, in der ihr Sohn Marc als Barkeeper arbeitet. Auf der Bar gibt es eingelassene Bildschirme fuer Video-Poker. Solange man spielt (so ist es in jeder Bar), trinkt man alles umsonst! In kurzer Zeit hatten Jerry und ich 40$ verspielt. Zwischendurch war es mal das Doppelte, aber am Ende war doch alles weg. Tja, so wurde diese Stadt gebaut und waechst von Tag zu Tag. Zum Glueck war es nicht meine Kohle! Ich werde hier keinen einzigen Dollar verspielen! Marc hat mir einen Schnaps nach dem anderen eingeschenkt und die habe ich dann mit hausgebrautem Bier heruntergespuelt. Am Ende war ich so angetuedelt, dass ich in der nexten Bar beim Karaoke, wo ein Austin Powers Double DJ war, nichtmal singen versuchen wollte. (Ich glaube ich habe nach 6 Monaten ernsthafte Probleme mit meinem Deutsch)

Eines der Dinge, die ich diesmal waehrend meines USA Besuchs unbedingt machen wollte, war einen Mustang zu fahren. Anstatt beim Haendler im Verkehr mal um den Block zu kurven, habe ich mir bei Hertz einen schwarzen 2004 Mustang mit 190 PS fuer 3 Tage uebers WE gemietet und habe ihn zum Grand Canyon in Arizona und zum Zion Nationalpark in Utah gepruegelt, was insgesamt 1200km waren. Der Grand Canyon ist natuerlich ein Wahnsinnsteil. Hab paar gute Fotos gemacht. Leider kann man es gar nicht so einfangen und man selbst sieht ja auch nur einen kleinen Teilausschnitt des ganzen. Der Zion NP war auch etwas ganz besonderes. Am besten mal die Fotos anschauen wer will, da stehen dann naehere Beschreibungen. Ich will nicht alles doppelt schreiben. Auf dem Weg vom G.C. zum Zion NP ist sogar ein Coyote vor mir ueber die Strasse gelaufen! Der ganze Trip war ein unglaubliches Naturerlebnis und die Freiheit im Mustang hat noch mehr dazu begetragen.

Ich bin ja nachweislich ein grosser Autonarr. Und wer Interesse hat, liest meinen kurzen Fahrtbericht (ansonsten einfach zum nexten Abschnitt springen):

Mietpreis fuer 3 Tage: 95$
Kaufpreis neu: 18,341$ also ca. 15000$, dafuer bekommt man hier einen Mustang, bei uns einen Fiat Punto!
Farbe: Ich haette zwischen 5 verschiedenen Farben waehlen koennen, unglaublich fuer eine Autovermietung und total auf den Kunden bezogen, Service ist hier eben schon immer anders. Ich wollte schon weiss nehmen, wie mein Alfa, aber dann sagt die Dame mir, dass der schwarze NAGELNEU ist und erst 960 Meilen drauf hat, also war die Entscheidung gefallen!
Motor: V6, 3,8 Liter, 190 PS
Ausstattung: Automatik, Klima, Traktionskontrolle (wer braucht denn sowas?), gutes Soundsystem "Mach", Neufahrzeuggeruch und alles moegliche elektrisch verstellbar. Bordcomputer fuer Temperatur usw fehlt aber!
Hoechstgeschwindigkeit: 190km/h entspricht 120mph, dann war die Maschine leider elektronisch abgeriegelt, die Schweine goennen einem aber auch garnichts!
Fahreigenschaften: vom Motor haette ich mir etwas mehr versprochen. Im 1. und 2.Gang kam er nicht so recht aus dem Knick. Wahrscheinlich bissl zu schwer. Wenn man auf dem Highway allerdings nochmal richtig aufs Gas getreten ist, hat er in den 3. runtergeschaltet und dann einen sehr kraeftigen Zug entwickelt und die 3,8 Liter haben unter der Motorhaube getoest! Die Lenkung und das Fahrwerk schwimmen ein wenig. Fuer einen Sportwagen (oder sollte ich lieber Pseudo-Amerikanischer-Sportwagen sagen) koennte alles etwas straffer und praeziser gehen! Vielleicht wuerde es etwas tiefergelegt auch schon tun. Aus dem Motor koennte man anstatt viel Hubraum lieber etwas mehr Spritzigkeit herausholen, vielleicht ein Turbo oder einfach mehr Drehzahl zulassen und natuerlich eine Handschaltung! Die Legende Mustang ist heutzutage nichts Besonderes mehr. Jeder faehrt einen. Bissl enttaeuscht war ich vom Fahrverhalten und der Performance schon, aber nichts desto trotz hat er unheimlich Spass gemacht!!! Hier muss man ja nicht so sehr aufs Benzin achten. Vom Verbrauch war ich dann auch trotz forscher Fahrweise und Dauerklimaanlage sehr begeistert: 10-12 Liter! Na gut, es war nicht viel Verkehr und meist Langstrecke aufm Highway.
Schlafeigenschaften: eine Nacht habe ich am Grand Canyon im Mustang gepennt. Ich dachte mir, ich klappe die Sitze um und mache mich lang. Nix da. Die Sitze gehen grad mal bis zur deutschen Cool-Fahr-Position zurueck, falls ihr wisst, was ich meine. Sehr weit fuers Sitzen aber nicht weit genug zum Liegen. Das war natuerlich ein Schock! Ich hab dann alles moegliche probiert, Fuesse im Kofferraum durch die Ruecksitzbank hindurch usw. Letztendlich habe ich die Sitze ganz vor geschoben und mich auf den Ruecksitzen zusammengerollt.

Fazit:Alles in allem hat es aber tierischen Spass gemacht und der Wagen wuerde mir als Zweit- oder Drittfahrzeug gut zu Gesicht stehen ;-)

Alle Spielverderber und Oekos duerfen hier wieder weiterlesen! Als ich das erste mal vor 11 Jahren in den USA war (oh shit, bin ich alt), hat das Benzin genau ein Viertel von deutschen Preisen gekostet! Ich habe keine Ahnung, was passiert ist, ob die Amis jez mehr an die Umwelt denken oder sie von der gesamtem Oelwirtschaft gezwunden werden, aber jez kostet es nur noch die Haelfte von unserem Preis! In 2 Jahren haben sie uns eingeholt! (Und dann fangen sie wahrscheinlich auch an, Smarts zu fahren...)

So, genug davon. Gestern haben wir eine erneute Runde auf dem Las Vegas Blvd, dem sogenannten Strip zu Fuss gedreht. Es ist viel zu viel, um es alles hier zu beschreiben. Am besten die Fotos anschauen und die Kommentare lesen zu den einzelnen Stationen.

Heute war ich mit Jerry im "besten Bordell des Westens", der beruehmten Chicken Ranch. In ganz Nevada ist es legal ausser direkt in Vegas. Wir mussten unbedingt mal hin und ein paar Fotos schiessen. Die haben sogar einen Souvenir-Shop und natuerlich eine Speisekarte (www.chickenranchbrothel.com/menu.html). Checkt mal die Muttis auf der Seite aus! Eine heisst Eden (check ihre Fotos!) und sass an der Bar und hat mit uns gequatscht. Sie hat erzaehlt, dass die Maedels von ueberall her aus den Staaten stammen, immer fuer ca. 2Wochen arbeiten, dann wieder fuer ne Weile nach Hause gehen/fliegen, sodass die Besetzung immer mal wechselt. Preis estanden keine da, haengt auch davon ab, was man fuer Sonderwuensche hat, aber Jerry meint, es ist eher ein teueres Freudenhaus und dass die Girls in zwei Wochen zo viel verdienen wie andere in 2 Monaten! Hallooo!

So, ich halte euch weiter auf dem Laufenden! Hab uebrigens die ganze Zeit in California und Vegas noch keinen Regen gehabt. Ach, was fuer ein Leben... Jaja, ich weiss, dass man da ziemlich neidisch werden kann, aber ich sage nur eins: wirklich JEDER kann eine Weltreise machen! Ein bisschen Kohle ansparen und dann einfach los. Ich bin jez durch die erfahrungen und durch das Treffen von so vielen anderen Travellern so weit, dass man echt auch ohne Geld losmachen kann. etwas Startkapital, dann billig leben, ab und zu arbeiten, dann weiter. Das ist der meiste Spass und die besten erlebnisse ueberhaupt! Die einzige und wirklich grosse Huerde ist, dass man den Mut dazu haben muss, sein Leben fuer diesen Zeittraum zuhause zu unterbrechen und v.a. materielle Sachen daheim aufzugeben. Wenn man zurueck ist, kann man das alles wieder nach und nach anschaffen. Ich bereue keinen einzigen Tag meiner Reise und bin stolz, dass ich so entschieden habe.

Bald bin ich wieder da. Ich werde wahrscheinlich schon Anfang August zurueckfliegen. Erstens ist das Geld bald alle und ich will nicht arbeiten, und zweitens kommt auch langsam das Gefuehl in mir auf, dass meine Reise zum Ende kommt. Ich freue mich schon tierisch auf mein weiteres Leben im guten alten Leipzig, mit einer neuen Bude, einem Job ab Oktober, lieben Freunden und meiner Anja.


Drei ganze Wochen war ich in Colorado. Das war eher relaxed. Ich hab es mal genossen, mich bei Freunden und Verwandten einzuquartieren und auch mal ein paar Tage rein gar nichts zu machen.

Zuerst hab ich meine Cousine und ihren Ehemann besucht. Wie es der Zufall will, wohnen sie 15min von meinen alten Gasteltern entfernt. Sie haben auch einen 9Monate alten Hund, Bucksin Charlie, ein gelber Labrador mit hellbrauner Nase und Augen, ein ganz Suesser (siehe Fotos). Anita geht immer ins deutsche Geschaeft einkaufen. Vor 5 Jahren, als ich mit Sepp hier war, haben wir dort mal ein Schwarzbrot bestellt, das irre teuer war. Die sind mittlerweile gewaltig expandiert und nun gibt es dort alles jeden Tag zu kaufen, von Wurst ueber Schokolade und Brot und Broetchen. Ja, nach so einer langen Reise ist das was ganz Besonderes. Ich hab dann auch meinem Gastvater Rich ein kleines Koerbchen mit deutschen Leckereien zu seinem 60.Geburtstag zusammengestellt. Ich glaube allerdings, dass sie von der Blutwurst und Suelze und Harzer Kaese nicht so ganz ueberzeugt waren. Naja wer kann es ihnen veruebeln?!

Mein Gastbruder Greg wohnt mit seiner jungen Familie auch gleich um die Ecke, und somit hat es mit den Babies um mich herum angefangen. Sein Sohn Atticus ist aber auch ein suesser kleiner Fratz!

Das traditionelle Feuerwerk zum 4.July haben wir dann von der Veranda aus angeguckt und hatten vorher jede Menge BBQ und selbstgemachtes Eis.

Dann bin ich fuer ein paar Tage zu meinen Gasteltern gezogen. Da hat sich nicht allzuviel im Haus veraendert, sodass mir alles noch sehr vertraut vorkam.Gleich am nexten Tag tat ich, worauf ich mich schon lange gefreut hatte, meine Zeitkapsel ausgraben, die ich vor 10 Jahren fast auf die Woche genau in den Bergen verbuddelt hatte. Erst hatte ich die Stelle nicht finden koennen und war schon bissl enttaeuscht, aber dann war ich richtig und im Handumdrehen hatte ich den Erdnussbecher aus der Erde. Ich hatte es zwar zugeleimt, aber trotzdem war der Inhalt etwas vermodert. Nach dem Trocknen habe ich dann alles in Augenschein genommen und es waren ein paar sehr lustige Erinnerungen an meine Schulzeit hier dabei :-)

Hier in Colorado ist es normalerweise sehr trocken und warm im Sommer. Dieses Jahr spielt irgendwie das Wetter auf der ganzen Welt verrueckt und so kam es, dass es wohl hier im Mai sehr heiss war und dafuer im Juni ungewoehnlich oft geregnet hat. Als ich da war, war das Wetter ueberwiegend warm, nur manchmal Abends gabs einen Schauer und einmal auch einen wahnsinnigen Wolkenbruch. Da bin ich grad auf dem Highway gewesen und ausgerechnet auch noch selbst gefahren. Es hat so stark geregnet und gehagelt, dass die Leute auf dem Standstreifen anhalten mussten. Der Highway war ein Fluss.

An einem Abend waren wir alle auf der Flying W Ranch. Das ist ein altes Western Dorf und eine grosse Ranch, wo man in alle kleinen Holzhaeuser reinkann, die mal Schule, Gefaengnis, Post usw waren. Am Abend gibts dann richtiges Cowboy Essen von schaebigen alten Alu-Tellern wie bei Terence Hill mit viel Bohnen und Speck, einer gebackenen Kartoffel, Apfelmus und natuerlich jeder Menge Beef. Und dann ziehen die Cowboys auf der Buehne ihre Show ab, reissen Witze und singen. Das war mal wieder lustig.

Dann wollte ich unbedingt nach Denver meine Freunde besuchen, die ich von meinem Praktikum im Krankenhaus damals kannte. Ich habe bei meinen lieben Bekannten Orlin & Bea gewohnt, die gerade letztes Jahr von ihren super-geilen Haus am See in ein noch schoeneres gezogen sind. er ist immer mal wieder arbeitslos und sie hat einen Buerojob. Beide haben aber eine gesunde Lebenseinstellung und es ist ja auch nur eine Frage von kaufen und verkaufen. Bei ihnen fuehle ich mich immer sauwohl. Sie sind fast 60 und total jung im Herzen und relaxed und Spass. Ihre Tochte hatte gerade zwei Wochen zuvor geheiratet. Ich war eingeladen aber hatte eh keine Clamotten fuer diesen Anlass also hatte ich mir in Vegas mehr Zeit gelassen...
Mit Orlin war ich dann im kleinen Staedtchen Golden, wo auch das beruehmte Elite-College fuer Ingenioere, School of Mines, ist und haben dort die kostenlose Tour durch die Coors Bier Brauerei gemacht. er hat fuer die ueber 20 Jahre als PR Manager gearbeitet, bis sie ihn im Zuge der Kuerzungen rausgehauen haben. Er sieht es aber postitiv als Chance, noch etwas anderes in seinem Leben zu machen. Die Fuehrung ging 20min, wir sind dann noch 2 Stunden in der Bar gesessen und haben alle Biere gekostet. Zum Glueck musste ich nicht das Auto zurueckfahren ;-)

Ausserdem hab ich in Denver noch ein paar andere Freunde besucht. Das war mal wieder gut, sie nach langer Zeit wiederzusehen und alles auf den neusten Wissensstand zu bringen. Zurueck in Colorado Springs war ich dann noch ein paar Tage bei den Bakers und bei meiner Cousine. Da gabs dann noch ne grosse BBQ-Party. Eine Freundin von Eden ist auch dagewesen und wir haben noch gemeinsame Freunde besucht, die mittlerweile auch ein Baby haben. Ach, und die Freundin von Eden hat auch ein Baby und Eden ja auch. Babies ueber Babies.

Jetzt bin ich in Kansas City. Hier bleib ich nur fuer ein paar Tage und morgen gehts schon weiter nach Dallas. Heute war ich irgendwo Mittagessen und da kommt ploetzlich die Kellnerin und legt einen Zettel neben mich. Als ich hinguck, erkenne ich mein Gesicht als Karrikatur beim Essen und sie deutet auf einen alten Mann ein paar Tische weiter. Der hatte auf sein Mittag gewartet und einfach mal ein Bild von mir gemalt. Das passiert einem echt nicht alle Tage und ich bin gleich rot angelaufen. Ich denke mal, er war von meiner Nase angetan... Sonst gibt es hier in Kansas/Missouri nichts weiter Aufregendes, ausser, dass es hier schweine-heiss ist.


Die letzten paar Wochen in Texas (Dallas/Fort Worth/Mansfield) waren auch recht nett. Ich habe sehr viel Zeit mit den beiden Babys - Bert & Jude - von Eden & Liz verbracht. Es ist ja etwas anderes, ob man ein Baby nur immer mal zu sehen bekommt oder ob man zwei Wochen 24h ständig zusammen ist. Die gewöhnen sich ja total an einen und ich hatte echt jede Menge Freude mit den Hosenscheißern. Apropos, bei Bert habe ich auch die erste Windel in meinem Leben gewechselt und das auch gleich unter erschwerten Umständen, weil er nämlich nie stillhält...
Eden arbeitet als Manager bei einem Mexikaner. Da waren wir dann natürlich sehr oft zum kostenlosen Mittagessen :-) Kostenlos ist geil (bin ja ein Ossi) und mexikanisch, da steh ich ja eh drauf!

Der Mann von Eden war auch immer mal da, aber mit ihm habe ich weniger Kontakt gehabt. Ed trennt sich gerade von James und will eine Scheidung und er sieht mich als Eden'S Komplitzen. Früher hatte ich mich mit ihm eigentlich gut verstanden, aber jez ist er sehr kühl und macht sein eigenes Ding.
Mein Freund Dave, den ich aus Colorado von vor 10 Jahren kenne und der danach auch 3 Jahre in Deutschland gelebt hat und uns in Köln und Leipzig auch schon besuchen kam wohnt jetzt mit seiner deutschen Frau Silvia auch in Texas. Also kamen sie uns mal übers WE besuchen und wir hatten eine Menge Spaß. Kino, Futtern und einen ganzen Nachmittag mit James GoCart fahren. Am nexten Tag hatte ich tierischen Muskelkater, aber es hat sau-mäßig viel Spaß gemacht. Da gab es verschiedene Rennbahnen, zB eine, auf der man wie auf dem Eis fährt und um die Kurven und natürlich in alle anderen schlittert und sich ständig dreht. Ist auch billiger als in Deutschland. Da könnte man das nie 4 Stunden im Dauerbetrieb machen, da würde man ja arm bei werden!

Tja, wer es noch nicht gesehen hat: das auf dem letzten Bild ist der Seppel. Und da bin ich auch schon wieder in Gohlis angekommen. Es war nochmal ein strapaziöser Rückflug mit Überhang in London und Kohldampf, aber dann bin ich sicher - und das ist ja alles, was zählt - in Hannover gelandet und nach einer Wischi-Waschi-Zollbefragung wegen meiner Holzmaske aus Fiji haben sie mich durchgelassen und mein Seppel hat mich begrüßt :-)


Die Weltreise war wirklich der Hammer! Ich kann es kaum in Worte fassen und erst recht fällt es schwer, alles zu erzählen, weil es eben so viel zu erzählen gibt. Bevor ich nach USA gelangt bin und auch mal bissl nichts gemacht habe, war ich ja jeden Tag der Reise unterwegs und habe extrem viel gesehen, erlebt, Leute kennengelernt etc. Es ist unglaublich, wie locker und entspannt man durch die Welt reisen kann. Ich habe wirklich überhaupt keine schlechten Erfahrungen oder Erlebnisse gehabt - außer, als Anja von Sydney abgeflogen ist und ich in der großen Stadt ohne sie meine Reise weiter bestreiten musste :-(

Ich werde jetzt oft gefragt, wo es denn am Schönsten gewesen sei. Meine Standardantwort darauf ist natürlich, dass man das nicht sagen kann, denn jeder Ort auf dem Weg war für sich etwas Besonderes und auf unterschiedliche Arten schön. Das kann man nicht miteinander vergleichen. Ich kann nur sagen, dass vielleicht Australien, Neuseeland und USA ja schon näher an die westliche Kultur und Leben herankommen und dass eindeutig das Leben in Japan und auf den Fiji-Inseln etwas aus der Reihe gefallen ist und deshalb besonders für mich war. Ach Quatsch! In Australien war es so super-geil, ich muss unbedingt wieder hin und noch mehr sehen und mit dem Campingbus unterwegs sein...

Eines kann ich allerdings auch noch ganz klar feststellen: Das wirklich BESTE auf meiner Reise war, dass ich keinen wirklichen Zeitplan hatte und dadurch total flexibel war. Erst so kann man total entspannt an die weiteren Ereignisse herangehen und in den Tag und das Land hineinleben, einfach das tun, was als nextes kommt oder wonach einem der Sinn steht, andere Reisende oder Einheimische fragen und dann danach weitergehen. Es ist ein wahnsinnig anderes Gefühl, in einem Urlaub nicht die nexte Woche zu kennen, nicht einmal die nexten Tage und schon gar nicht das Ende der Reise im entferntesten zu sehen! D