All Blog entries from category My daily Nietzsche
Blog entries: 20. All Blog entries are sorted chronologically.
Tags: No Tags available
Die Welteroberer!
Wanderer zwischen den Welten, hier und da zuhause, vielleicht auch nirgendwo, in mir ruhend, aber auch von mir getrieben, im Streben nach Erfüllung, Schönheit, Edelmut, Wissen, Einblicken wie Ausblicken, die Liebe zu leben, das Leben zu lieben, und was weiss ich, möchte ich Euch heute zum Jubiläum – hi ho, die ersten 100 Einträge sind vollbracht ;) – einen quasi interdisziplinären Eintrag zur Kontemplation bieten:
Daily Nietzsche meets Graffiti meets Inconvenient Truth.
Die Sonne im Rücken, die neue Nouvelle Vague im Ohr, habe ich mich wieder einmal auf die Suche nach Graffiti gemacht … und ein schönes Exemplar in den Albauen zwischen Bundesstrasse, Schrebergärten und Industriegebiet gefunden (Photo anbei).
„So einen Scheiss photographiert man nicht!“, schreit mir der mit akkurat-arischer Frisur versehene Rentner zu, als er mit dem Fahrrad vorbeifährt durch diese Welt, die nicht mehr ist, wie sie früher war.
Zum Glück ist sie nicht mehr, wie sie war, denke ich mir - es ist mir aber zu blöde, um mit ihm zu diskutieren.
„Cool, saubere Arbeit“, rufe ich später den Künstlern zu, die ich zwei Unterführungen weiter bei einer neuen Arbeit überrasche, und sie freuen sich.
Die Welt erobern … das gilt es, jeden Tag, immer wieder von Neuem, unverzagt, mit aller Kraft!
Erobern aber nicht im Sinne von zerstören (kleiner Hinweis auf einen meiner letzten Beiträge: „ Apokalypse soon? (Mehr als eine) Rezension einer unbequemen Wahrheit “) … sondern eher wie das Erobern einer schönen Frau, mit der man das Leben gemeinsam erleben will… oder so ;)
… und so wünsche ich Euch Erfüllung bei der Eroberung Eurer Welt!
B.
P.S.: Zur besseren Lesbarkeit hier noch mal das Gedicht von Joseph von Eichendorff
Hoch über euern Sorgen
Sah ich vom Berg ins Land
Voll tausend guter Morgen,
Die Welt in Blüten stand.
Was zagt ihr träg und blöde
Was schön ist, wird doch Dein.
Wie Welt tut nur so spröde
Und will erobert sein. Read entry » |
Blog replies
- No related Blogs yet
2006/06/23 | Comments: 29
Tags: No Tags available
Heute gibt es Rückenwind von einem schlauen Kerlchen für Alle, die für das Gute kämpfen, das Besondere, das Aussergewöhnliche ..., und sich nicht mit Mittelmass, Geklüngel, Bequemheit, Politics, Dummheit ... zufriedengeben wollen;))
"Great spirits have always found violent opposition from mediocrities.
The latter cannot understand it when a man does not thoughtlessly submit to hereditary prejudices but honestly and courageously uses his intelligence."
Albert Einstein
P.S.: Und das gilt auch für Frauen;) Read entry » |
Blog replies
- No related Blogs yet
Tags: No Tags available
Nach längerer Abstinenz wurde es mal wieder Zeit für einen Daily Nietzsche … als Novum habe ich heute eine wie ich finde sehr schöne Anleitung eines Persers zum Zufrieden sein gewählt:
"I never complain about my fate. Once, I did not have shoes, and I complained to God. I went into church with a heavy heart and in the church I saw a man without both feet. So I thanked God that he had given me both feet, and that my only problem was that they were unshod."
Dieses Zitat stammt von Saadi, einem der bekanntesten persischen Poeten.
Einige Quellen nennen seinen vollen Namen Muslih-ud-Din Mushrif-ibn-Abdullah, andere Mosleh al-Din Saadi Shirazi, mir am besten gefallen hat Saadi Shirazi, Sheikh Mosleh al-Din … aber es gibt noch etliche weitere Permutationen hiervon;) …. und wie er mit logwaver Shah verwandt ist, weiss ich nicht;)))
Geboren etwa um 1.200 herum in der Stadt mit dem für jeden Grenzalkoholiker schönklingenden Namen Shiraz, starb er etwa 100 Jahre später (wann genau ist auch nicht ganz klar).
Neben dem amerikanischen Autor und Philosophen Ralph Waldo Emerson, immer eine gute Quelle für schlaue Sprüche, faszinierten seine Schriften auch unseren Dichterfürsten Goethe, dessen Werk “West-Östlicher Divan“ auch von Muslih-du-Din Saadi stark beeinflusst wurde … und von der bezaubernden Marianne, Ehefrau des alten Frankfurter Bankiers Willemer, mit dem zusammen sie in der Frankfurtern sehr bekannten Gerbermühle wohnte.
Was ich bei der Suche nach seinen Geburtsdaten auf der Seite der Iran Chamber Society entdeckte ist, dass einer seiner Wünsche, alle Grenzen niederzureissen, heute am Eingang der Vereinten Nationen in New York eingraviert ist:
Of one Essence is the human race,
Thusly has Creation put the Base;
One Limb impacted is sufficient,
For all Others to feel the Mace.
Auf der Seite ist auch ein Link zum kostenlosen Download zweier seiner Hauptwerke in einer englischen Übersetzung.
Bitte hier klicken um zur Seite der Iran Chamber Society zu gelangen
Und noch ein Bild des Ururururururururururururururururururururururururururururururururururururururururenkels!? Read entry » |
Blog replies
- No related Blogs yet
Tags: No Tags available
Als Feedback zum letzten Eintrag - wer es vergass, wir hatten das beliebte Thema Steuern - habe ich von meinem Onkel folgendes nette Bildchen bekommen ... (am besten runterladen und auf Vollbildschirmanzeige anschauen)
Er hat das Arbeiten schon hinter sich, aber damit Deutschlands Frührentner kognitiv nicht zu schnell abbauen, bekommen sie auch noch Herausforderungen ... quasi PISA für Alte ;))
Also, es handelt sich hier um die Frage, wie man im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung einen Teil der Firmenpension nach § 22 Abs.5 (siehe
eben die Anlage) zu versteuern hat.
Gebt Euch den Text, es ist auf eine seltsame und surreale Art schon wieder lustig ... und wer das kapiert, der darf die Lösung gerne in die Comments schreiben ;)))
Have fun;) Read entry » |
Blog replies
- No related Blogs yet
Tags: No Tags available
Aus gegebenem Anlass heute mal einen Ringelnatz.
Denn wieder mal sitze ich bei meiner Lieblingsbeschäftigung und versuche mir dabei ganz arg einzureden, dass es ja eine notwendige weil gute Sache für die Allgemeinheit sei ... aber muss denn der Weg dorthin so steinig sein!?
Wovon ich rede?
Steuererklärung ...
Gibt es etwas ... wie soll ich es sagen ... Mühsameres???
Irgendwann gründe ich doch noch meine Stiftung ... BgB - Bürger gegen Bürokraten. Oder so;)
Aber bis dahin werde ich den Kopf nicht hängen lassen und sage mir guten Mutes, dass sich seit Hundert Jahren nichts geändert hat, und sich wohl auch in Hundert Jahren nichts geändert haben wird ... also warum eigentlich aufregen?
Und deshalb jetzt Joachim:
Wie mag er aussehen?
Wer hat zum Steuerbogenformular
den Text erfunden?
Ob der in jenen Stunden,
da er dies Wunderwirr gebar,
wohl ganz --- oder total --- war?
Du liest den Text. Du sinnst. Du spinnst.
Du grinst - "Welch Rinds" - Und du beginnst
wieder und wieder. Eisigkalt
kommt die Vision dir "Heilanstalt".
Für ihn? Für dich? - Dein Witz erblaßt.
Der Mann, der jenen Text verfaßt,
was mag er dünkeln oder wähnen?
Ahnt er denn nichts von Zeitverlust und Tränen?
Wir kommen nicht auf seine Spur.
Und er muß wohl so sein und bleiben.
Auf seinen Grabstein sollte man nur
den Text vom Steuerbogen schreiben.
P.S.: Warum fühl ich mich trotzdem irgendwie wie der Typ auf dem Fahrrad? ;)) Read entry » |
Blog replies
- No related Blogs yet
Tags: No Tags available
Frühling ist´s ... nicht nur im Kalender, auch hier bei logwave, schaut man sich all die freundlichen Willkommensgrüsse der letzten Tage an ein neues, freudiges Jahr an ...
Der Winter schwindet, der letzte Schnee ist schon geschmolzen und auf dem Weg nach Holland ... die ersten Blumen spriesen, Vögel jubilieren, und überhaupt, bla bla ;))
Deshalb heute kein griesgrämiger Nietzsche, sondern lebensfrohe Grüsse aus Baden-Württemberg;))
Frühling läßt sein blaues Band
Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!
Eduard Mörike
Und ein schöner Hermann Hesse hinterher:
In dämmrigen Grüften
Träumte ich lang
Von deinen Bäumen und blauen Lüften,
Von deinem Duft und Vogelgesang.
Nun liegst du erschlossen
In Gleiß und Zier
Von Licht übergossen
Wie ein Wunder vor mir.
Du kennst mich wieder,
Du lockst mich zart
Es zittert durch all meine Glieder
Deine selige Gegenwart.
Und jetzt seid Ihr wieder dran mit Euren Oden an den Frühling ;)))
Read entry » |
Blog replies
- No related Blogs yet
Tags: No Tags available
Habe heute einen schönen Spruch gelesen ... Rückenwind für Alle, die auf der Reise sind ...
und wer ist das nicht!? ;))
"Ships are safest in a harbor. But that is not what ships are for."
In diesem Sinne: Reise, Reise, aufstehn ;) Read entry » |
Blog replies
- No related Blogs yet
Tags: No Tags available
"And this one goes out to ..." Maike, Ben und alle anderen unglücklich Verliebten ... vielleicht hilft das folgende Gedicht bei "der Anmache", wenn Slayers Tipps versagen!?
Es ist aber natürlich auch schön für jeden glücklich Verliebten hier;))
Also, nun eines meiner Lieblingsgedichte des hochverehrten Herrn Geheimrats Johann Wolfgang von Goethe ... denn siehe, Du lebst;)
Nähe des Geliebten
Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.
Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.
Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt.
Im stillen Hain da geh ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.
Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne.
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne.
O wärst du da! Read entry » |
Blog replies
- No related Blogs yet
Tags: No Tags available
Zur Nacht mal wieder ein paar Gedanken von Robert Gernhardt ...
Thema: Ich selbst
Selbstaussage
Ich mach mir nichts aus Marschmusik,
ich mach mir nichts aus Schach.
Die Marschmusik macht mir zuviel,
das Schach zu wenig Krach.
Selbstfindung
Ich weiß nicht, was ich bin.
Ich schreibe das gleich hin.
Da hab'n wir den Salat:
Ich bin ein Literat.
Und noch ein paar Zweizeiler zum Thema INdianer;)
Paulus schrieb an die Apatschen:
Ihr sollt nicht nach der Predigt klatschen.
Paulus schrieb an die Komantschen:
Erst kommt die Taufe, dann das Plantschen.
Paulus schrieb den Irokesen:
Euch schreib ich nichts, lernt erst mal lesen.
How .... und Gute Nacht!
Read entry » |
Blog replies
- No related Blogs yet
Tags: No Tags available
Mein intellektueller Beitrag, erstellt um 9 Uhr abends, sieht heute so aus:
Warum? Weil es in meinem Hirn so ähnlich leer aussieht. Ich fühle mich wie in einem der besten Lieder von Faithless: Insomnia ...
Aber ich hoffe, dass das heute Abend vorbei geht und ich endlich schlafen kann.
Der Grund? Jetlag. Kennt Ihr das auch?
Bin am Mittwoch um 5 Uhr früh in Kalifornien aufgestanden, habe gearbeitet, und bin dann nachmittags nach Deutschland geflogen ... 3 kurze Stunden im Flieger geschlafen (fand "Good night, and good luck" von und mit George Clooney zu gut ... und wer ist schon nachmittags müde;) ... und seitdem wach.
Gestern Nacht konnte ich einfach nicht einschlafen. Selbst der Pseudo-Kalte Krieg-Spionage-Thriller im TV von halb 3 bis 4 oder was auch immer konnte mich nicht einschläfern(erstaunlich, was sonst so um die Uhrzeit kommt) ...
Und nachdem ich mich 100 mal im Bett herumgewälzt hatte, bin ich dann einfach aufgestanden, um 4, halb 5 oder so, und habe gemütlich arbeiten angefangen. Hat auch was, in der Ruhe früh morgens.
Wobei ich die Lebensgeister beim Kaffee mit Rave around the World im TV weckte ... brachten altes Footage von Sony´s Rave on Snow 2005 ... nette Hintergrundberieselung zum Frühstück;)
Tja ja ... und jetzt ist der Kopf leer, der Magen auch, und hier stehen Blogs vom Essen;)
Wünsche dem geneigten Rezipienten nun einen schönen Abend!
B.
Und damit nach all dem Bla-Text noch was Lustiges kommt, hier mal wieder ein paar Sprüche von Robert Gernhardt.
Aufgabe: "Sag mal einen Satz mit Bochum und Köln".
Eine gültige Antwort wäre etwa: "Der Hund Bochum die Ecke, um zu pinköln."
Oder der Satz mit "Garant":
"Der Hase trägt den Kopfverband, seitdem er an die Wand garant."
Und aller guten Dinge sind Drei, also noch ein Satz, jetzt mit "Mandarin" bitte:
"Wir schafften uns den Beichtstuhl an, weil mandarin nett beichten kann." Read entry » |
Blog replies
- No related Blogs yet
Tags: No Tags available
So Gemeinde,
anbei ein wie ich finde sehr witziger Cartoon von John Darkow (im aktuellen Time Magazine) ... Eure Meinung!?
B.
P.S.: Und jetzt noch eine Frage an die Intellektuellen unter Euch in Deutschland, dem Land der Dichter und Denker;)
Erkennt jemand die Doppeldeutigkeit, den vielleicht eigentlichen Witz? Read entry » |
Blog replies
- No related Blogs yet
Tags: No Tags available
Nach einer längeren Pause (bin umgezogen, und DSL funktioniert immer noch nicht ... aber das Thema Kunderservice gehört hier nicht hin) heute mal wieder ein netter Spruch zum Thema Optimismus. Können wir alle nicht genug haben;)))
"Optimism is the essential ingredient for innovation.
How else can the individual welcome change over security, adventure over staying in safe places?"
Sagte Robert Noyce, einer der Gründer von Intel.
In diesem Sinne .... ein Toast auf den Mut, den Optimismus, die Welt zu verändern;)))
Read entry » |
Blog replies
- No related Blogs yet
Tags: No Tags available
Zum Ausgleich des gestrigen Nietzsche heute etwas Unterhaltsames, wiedermal von Robert Gernhardt, zum Kaffee ;)
Zwei Ausschnitte aus seinem Werk "Über Alles" ... der Erste über Kant .... das passt zu einem Nietzsche-Blog ... und der Zweite über .... mmmh, seht selbst, ich will die Pointe nicht vorwegnehmen;)
Kleine Erlebnisse großer Männer: Kant
Eines Tages geschah es Kant,
daß er keine Worte fand
Stundenlang hielt er den Mund
und er schwieg nicht ohne Grund.
Ihm fiel absolut nichts ein,
drum ließ er das Sprechen sein.
Erst als man ihn zum Essen rief,
wurd' er wieder kreativ,
und sprach die schönen Worte:
"Gibt es hinterher noch Torte?"
Ich sprach
Ich sprach nachts: Es werde Licht!
Aber heller wurd' es nicht.
Ich sprach: Wasser werde Wein!
Doch das Wasser ließ das sein.
Ich sprach: Lahmer, Du kannst gehen!
Doch er blieb auf Krücken stehen.
Da ward auch dem Dümmsten klar,
daß ich nicht der Heiland war.
Aloha ;) Read entry » |
Blog replies
- No related Blogs yet
Tags: No Tags available
Nach Sprüchen, Gedichten und Weisheiten Anderer, möchte der Autor dieses Blogs dem geneigten Rezipienten wieder einmal einen Beitrag anheim legen, der der kategorisierenden Deskription "im Betreff" wahrhaft gerecht wird:
Mit einem Auszug aus "Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne" aus dem Nachlass von Friedrich Nietzsche, 1873.
So befasst er sich im zweiten Kapitel mit der Divergenz zwischen Vernunft und Intuition als Maximen des Handelns, die so unvereinbar aber wohl selten real existieren, und deren sich durch Erfahrung und Erkenntnis in ihrer Bedeutung auf das Individuum verschiebenden Anteile sehr anschaulich in "Homo Faber" beschrieben werden. Aber das ist jetzt ein anderes Thema ;)
"Es gibt Zeitalter, in denen der vernünftige Mensch und der intuitive Mensch nebeneinander stehn, der eine in Angst vor der Intuition, der andere mit Hohn über die Abstraktion; der letztere ebenso unvernünftig, als der erstere unkünstlerisch ist. Beide begehren über das Leben zu herrschen: dieser, indem er durch Vorsorge, Klugheit, Regelmäßigkeit den hauptsächlichsten Nöten zu begegnen weiß, jener, indem er als ein ,"überfroher Held" jene Nöte nicht sieht und nur das zum Schein und zur Schönheit verstellte Leben als real nimmt.
Wo einmal der intuitive Mensch, etwa wie im älteren Griechenland, seine Waffen gewaltiger und siegreicher führt als sein Widerspiel, kann sich günstigenfalls eine Kultur gestalten und die Herrschaft der Kunst über das Leben sich gründen: jene Verstellung, jenes Verleugnen der Bedürftigkeit, jener Glanz der metaphorischen Anschauungen und überhaupt jene Unmittelbarkeit der Täuschung begleitet alle Äußerungen eines solchen Lebens. Weder das Haus, noch der Schritt, noch die Kleidung, noch der tönerne Krug verraten, daß die Notdurft sie erfand: es scheint so, als ob in ihnen allen ein erhabenes Glück und eine olympische Wolkenlosigkeit und gleichsam ein Spielen mit dem Ernste ausgesprochen werden sollte.
Während der von Begriffen und Abstraktionen geleitete Mensch durch diese das Unglück nur abwehrt, ohne selbst aus den Abstraktionen sich Glück zu erzwingen, während er nach möglichster Freiheit von Schmerzen trachtet, erntet der intuitive Mensch, inmitten einer Kultur stehend, bereits von seinen Intuitionen, außer der Abwehr des Übels, eine fortwährend einströmende Erhellung, Aufheiterung, Erlösung.
Freilich leidet er heftiger, wenn er leidet: ja er leidet auch öfter, weil er aus der Erfahrung nicht zu lernen versteht und immer wieder in dieselbe Grube fällt, in die er einmal gefallen. Im Leide ist er dann ebenso unvernünftig wie im Glück, er schreit laut und hat keinen Trost.
Wie anders steht unter dem gleichen Mißgeschick der stoische, an der Erfahrung belehrte, durch Begriffe sich beherrschende Mensch da! Er, der sonst nur Aufrichtigkeit, Wahrheit, Freiheit von Täuschungen und Schutz vor berückenden Überfällen sucht, legt jetzt, im Unglück, das Meisterstück der Verstellung ab, wie jener im Glück; er trägt kein zuckendes und bewegliches Menschengesicht, sondern gleichsam eine Maske mit würdigem Gleichmaße der Züge, er schreit nicht und verändert nicht einmal seine Stimme, wenn eine rechte Wetterwolke sich über ihn ausgießt, so hüllt er sich in seinen Mantel und geht langsamen Schrittes unter ihr davon. "
Und jetzt wünsche ich einen zufriedenen Tag ... möget Ihr im Glück intuitiv empfinden, und im Unglück rational verarbeiten ... oder so ;))
b.
P.S.: Um den Unterhaltungswert von Nietzsche am Vormittag für den ein oder anderen zu Beginn noch, später vielleicht weniger geneigten Leser zu erhöhen, wird im virtuellen Literaturcafe heute jedem Besucher ein Kaffee gratis serviert.
Mmmmh, Till E., riechst Du den Duft!? Read entry » |
Blog replies
- No related Blogs yet
Tags: No Tags available
Angeregt durch eine Diskussion mit einem "Mit-PlayStation LIGA-ianer", AmnesiaSTA, gibt es heute wiedermal einen "klugen Spruch" in dieser Rubrik:
Dream the impossible ... and realize the possibilities
In diesem Sinne: Wild geträumt, und dann frohgemut ans Tageswerk, oder so;)
B.
P.S.: Ich weiss leider nicht, von wem dieser Spruch ist. Von Nietzsche sicher nicht ;)
Ich selbst habe ihn vor Ewigkeiten in L.A. aufgeschnappt und muss immer wieder mal an ihn denken. Read entry » |
Blog replies
- No related Blogs yet
Tags: No Tags available
Angeregt durch den Beitrag meines hochverehrten Mit-logwavers Peter "maxpower" Weller, möchte ich die Rede des, man wagt es kaum, ob des Folgenden sich dies noch zu vergegenwärtigen, ehemaligen Kanzlerkandidaten Dr. Edmund Stoiber vom 16. Januar 2006 zum Thema "Transrapid" auch in geschriebener Form im Rahmen dieses Blogs verewigen, reiht er sich doch ob seiner Thomas Mann'schen Art der komplexen Satzkonstrukte, seiner Christoph Meckels "Licht" in den Schatten stellenden Fülle vivider Bilder wie zuspitzenden Analogien und der geradezu Kant´schen Rationalität seiner Analysen ein in die dieses unser Vaterland berühmt gemachte Reihe der grossen Dichter und Denker.
Doch genug der Vorworte, möge sich der geneigte Leser selbst einen Eindruck bilden ob der Sprachgewalt dieser deutschen Lichtgestalt literarischen Schaffens, des letzten Bewahrers klarer Gedanken und sprachlicher Feuerwerke.
Bühne auf:
"Wenn Sie vom Hauptbahnhof in München ... mit zehn Minuten, ohne, dass Sie am Flughafen noch einchecken müssen, dann starten Sie im Grunde genommen am Flughafen ... am ... am Hauptbahnhof in München starten Sie Ihren Flug. Zehn Minuten. Schauen Sie sich mal die großen Flughäfen an, wenn Sie in Heathrow in London oder sonst wo, meine sehr ... äh, Charles de Gaulle in Frankreich oder in ... in ... in Rom. Wenn Sie sich mal die Entfernungen anschauen, wenn Sie Frankfurt sich ansehen, dann werden Sie feststellen, dass zehn Minuten Sie jederzeit locker in Frankfurt brauchen, um ihr Gate zu finden. Wenn Sie vom Flug ... vom ... vom Hauptbahnhof starten - Sie steigen in den Hauptbahnhof ein, Sie fahren mit dem Transrapid in zehn Minuten an den Flughafen in ... an den Flughafen Franz Josef Strauß. Dann starten Sie praktisch hier am Hauptbahnhof in München. Das bedeutet natürlich, dass der Hauptbahnhof im Grunde genommen näher an Bayern ... an die bayerischen Städte heranwächst, weil das ja klar ist, weil auf dem Hauptbahnhof viele Linien aus Bayern zusammenlaufen."
Hier noch der Link von Maxpower
Profil von Maxpower
zum Mitschnitt der Rede:
Mitschnitt der Rede Read entry » |
Blog replies
- No related Blogs yet
Tags: No Tags available
Zum Wochenausklang etwas leichtes ... also lieber nochmal etwas Gernhardt, statt Kant. Oder?
Deshalb weitere Auszüge des Werkes "Körper in Cafés" von eben jenem Robert Gernhardt:
Kröten sitzen gern vor Mauern,
wo sie auf die Falter lauern.
Falter sitzen gern an Wänden,
wo sie dann in Kröten enden.
So du, so ich, so wir.
Nur - wer ist welches Tier?
...
Mein Körper ist ein schutzlos Ding,
wie gut, daß er mich hat.
Ich hülle ihn in Tuch und Garn
und mach ihn täglich satt.
...
Mein Körper hält sich nicht an mich;
er tut, was ich nicht darf.
Ich wärme mich an Bild, Wort, Klang,
ihn machen Körper scharf.
...
Mein Körper ist so unsozial.
ich rede, er bleibt stumm.
Ich leb' ein Leben lang für ihn.
Er bringt mich langsam um.
Einen schönen Freitag;) Read entry » |
Blog replies
- No related Blogs yet
Tags: No Tags available
Gedicht statt gedacht
Statt kluger Sprüche zum Nachdenken gibt es heute mal Gedichtetes zum Schmunzeln ;)
Es sind Ausschnitte aus dem witzigen Werk "Körper in Cafés" von Robert Gernhardt. Insbesondere beim Zweiten lohnt es sich, kurz darüber nachzudenken ... und dann zu schmunzeln;)
Ich bin das gänzlich Andere,
das wortentrückt Besandere,
stand stets und steh auch jetzt
hoch über Sprach - und Reimgesetz,
so durch und durch besonders:
Noch anders bin ich onders.
...
Dich will ich loben: Häßliches,
du hast so was Verläßliches.
Das Schöne schwindet, scheidet, flieht-
fast tut es weh, wenn man es sieht.
Wer Schönes anschaut, spührt die Zeit,
und Zeit meint stets: Bald ist's soweit.
Das Schöne gibt uns Grund zur Trauer.
Das Häßliche erfreut durch Dauer.
Und? N schönen Tach noch;)) Read entry » |
Blog replies
- No related Blogs yet
Tags: No Tags available
Ich kann, weil ich will, was ich muss.
Ein schöner Ansatz, um glücklich zu sein. Oder was meint ihr?
Hat zumindest bei einer witzigen, lieben, aufgeschlossenen und zufriedenen Dame funktioniert,
die im Juni ihren 85. Geburtstag feiern wird.
Und dass in einem deutschen Leben, das 1921 begann, nicht nur Sonnenschein war, ist nicht verwunderlich. Aber ob man schliesslich die Sonne im Herzen trägt ... liegt an einem selbst.
Euch einen zufriedenen Tag!
P.S.: Ja, der Autor dieses Blogs nimmt sich die Freiheit, sich weder am DAILY noch am NIETZSCHE des Betreffs sklavisch zu halten. Und deshalb heute einen Immanuel Kant. Read entry » |
Blog replies
- No related Blogs yet
Tags: No Tags available
Nachdem sich einige hochverehrte logwaver-Kollegen im Sinne eines intellektuellen Fitness-Studios bereits der Thematik "Physikalische Wunder" angenommen haben, möchte ich hiermit in loser Folge eher philosophische Anregungen liefern;)
Starten wir mit einem freundlichen, aufgeschlossenen älteren Herrn und seinen Gedanken zur Virtualität:
Wie die „wahre Welt“ endlich zur Fabel wurde.
Geschichte eines Irrthums.
1. Die wahre Welt, erreichbar für den Weisen, den Frommen, den Tugendhaften, - er lebt in ihr, er ist sie.
(Älteste Form der Idee, relativ klug, simple, überzeugend. Umschreibung des Satzes „ich, Plato, bin die Wahrheit“.)
2. Die wahre Welt, unerreichbar für jetzt, aber versprochen für den Weisen, den Frommen, den Tugendhaften („für den Sünder, der Buße thut“).
(Fortschritt der Idee: sie wird feiner, verfänglicher, unfaßlicher – sie wird Weib, sie wird christlich . . . ).
3. Die wahre Welt, unerreichbar, unbeweisbar, unversprechbar, aber schon als gedacht ein Trost, eine Verpflichtung, ein Imperativ.
(Die alte Sonne im Grunde, aber durch Nebel und Skepsis hindurch; die Idee sublim geworden, bleich, nordisch, königsbergisch.)
4. Die wahre Welt – unerreichbar? Jedenfalls unerreicht. Und als unerreicht auch unbekannt. Folglich auch nicht tröstend, erlösend, verpflichtend: wozu könnte uns etwas Unbekanntes verpflichten? . . .
(Grauer Morgen. Erstes Gähnen der Vernunft. Hahnenschrei des Positivismus.)
5. Die „wahre Welt“ – eine Idee, die zu Nichts mehr nütz ist, nicht einmal mehr verpflichtend, - eine unnütz, eine überflüssig gewordene Idee, folglich eine widerlegte Idee: schaffen wir sie ab!
(Heller Tag; Frühstück; Rückkehr des bon sens und der Heiterkeit; Schamröthe Plato´s; Teufelslärm aller freien Geister.)
6. Die wahre Welt haben wir abgeschafft: welche Welt blieb übrig? die scheinbare vielleicht? . . . Aber nein! Mit der wahren Welt haben wir auch die scheinbare abgeschafft!
(Mittag; Augenblick des kürzesten Schattens; Ende des längsten Irrthums; Höhepunkt der Menschheit;
INCIPIT ZARATHUSTRA.)
Quelle: Nietzsche, Friedrich: „Götzen-Dämmerung“; aus: Nietzsches Werke, Achter Band, S. 108f (Kröner, Stuttgart, 1921)
Wohl bekomm´s ;) Read entry » |
Blog replies
- No related Blogs yet
|
|
|