Religiöser Rassismus??
Hallo zusammen,
letzte Woche ist mir etwas denkwürdiges passiert:
Eine Nachbarin (15 Jahre alt) kam zu meiner Schwester und ihrer Freundin nach Hause und sammelte Unterschriften.
Soweit nicht zu ungewöhnlich, wenn es sich dabei nicht um eine Unterschriftenaktion gegen den Bau einer Moschee in einem Stadtteil Kölns handeln würde.
Zwei Unterschriften bekam sie...meine jedoch nicht.
Daraufhin bekam ich die Frage gestellt: "Magst du die etwa?"
Auf meine Gegenfrage: "Wen meinst du mit die? Andersgläubige?" bekam ich ein 'Ja'.
Ich versuchte ihr zu erklären, dass mich der Bau eines Ortes der Gebete für Moslems nicht entsetzt. Daraufhin wollte sie mich davon überzeugen, dass man als "Deutscher" doch unmöglich dafür sein könne, dass "die" da einfach ihre "Kirche" hinbauen.
Ist dies eine Frage der Religionsfreiheit?
Ich denke, es schadet keinem Deutschen, keinem Christen, keinem Menschen, wenn ein Moslem in dem Land, in dem er sich entschlossen hat zu leben, auch in einer Einrichtung beten möchte, die traditionell dafür vorgesehen ist.
Auf der anderen Seite stellt man sich aber auch die Frage, warum es wiederum undenkbar wäre in einem islamischen Staat eine Kirche bauen zu lassen.
Gibt uns dieser Sachverhalt das Recht auch gegen eine Moschee in unserem christlich-geprägten Land zu stimmen??
Ich behaupte nein!
Nur weil andere Nationen so gut wie keine Religionsfreiheit aufweisen können heißt das doch nicht, dass wir unsere genauso über den Haufen werfen sollten, oder?
Gerade weil es in einigen anderen Ländern (noch) undenkbar ist, dass eine andere Religion ihre Gebetshäuser baut, sollten wir doch mit unserer Toleranz als gutes Beispiel vorangehn.
Wenn wir behaupten, dass wir ein Land sind, in dem Religionsfreiheit herrscht, dann aber dagegen sind, dass andere Religionen ihre Moschees, Synagogen oder Tempel bauen frage ich mich, wo wir die Religionsfreiheit und die Toleranz versteckt haben.
Ich wäre sehr an eurer Meinung interessiert!
Sollte man den Bau einer Moschee verhindern, weil man davon ausgeht, dass es keine Notwendigkeit gibt in einem christlichen Land ein islamisches Gebetshaus zu haben? Oder weil uns jemand davon überzeugen will, dass diese Einrichtung dazu genutzt würde, um Terroristen auszubilden?
Wenn wir den Bau dieser Moschee verhindern würden, sollten wir dann auch nicht jede schon existierende abreißen lassen? Wenn ja, sollte das dann auch für Synagogen gelten oder ist dies Tabu, weil die ach so politisch korrekten Christen im dritten Reich viele Fehler mit ihrer ignoranz gemacht haben und diese jetzt wieder gutmachen wollen?
Sind wir erst dann dazu verpflichtet andersgläubige Religionen zu akzeptieren und auch praktizieren zu lassen, wenn wir Jahrzente zuvor Tausende, wenn nicht gar Millionen von ihnen niedergemetzelt haben?
Ich denke, da muss man nochmal drüber reden...und ich hoffe das macht ihr jetzt mit mir ;)
Kommentare erwünscht :)
Gruß,
dayvid |
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Comments on 'Religiöser Rassismus??'
Refresh
Puh also....
ersma danke für deinen schönen Beitrag!
Ich finde ihn sehr sehr passend für die jetzige Zeit;)!
Weißt du david ich bin grundsätzlich sehr deiner Meinung, dass wir in unserem Land, in dem ja eig Religionsfreiheit herrscht, jede Glaubensrichtung die existiert auch unterstützen sollten!
Denn wozu existiert sonst dieses schöne Gesetz!
Für mich stellt sich nur die Frage, wo man dann die Grenzen zieht??
ich meine....
in unserem Land ist das Leben auf eine gewisse Art und Weise geprägt!
Wir haben uns an die Lebensumstände hier gewöhnt und angepasst!
Und wie weit sind wir bereit uns umzustellen und zB Forderungen von den Vertretern der anderen Religionen zu akzeptieren??
mal krass gesagt:
würden wir denn damit einverstanden sein, dass die Moslems hier ihre tempelartigen Moscheen bauen und oben auf dem Turm ein Mueezin zum Gebet ruft?
hm...
weißt du ich finde, hier in Deutschland(und auch in den meisten anderen Teilen dieser Welt) müsste ein grundlegender Bewusstseinswandel vonstatten gehen, damit und bevor die Kommunikation, der Dialog und die Harmonie zwischen den Religionen verbessert werden würde!
ich finde gewisse Ansätze dazu sind bereits vorhanden...
aba es sind wie gesagt nur Ansätze;)
leider
aba was nicht ist kann ja noch werden :):)
Ich finde es grundsätzlich wünschenswert, dass überall auf der Welt alle Religionen ihre Zeremonien, Gottesdienste,Gebetshäuser oder Tempel errichten dürfen und ihren Gewohnheiten und Überzeugungen nachgehen können...!
Doch die Frage ist für mich wie gesagt immer noch:
Wie ist das vereinbar mit den bisherigen Lebensgewohnheiten und den Überzeugungen der Mehrheit in der Bevölkerung, die nicht diesen Religionen, die sich gerne entfalten möchten, angehören?
tja...
ich bin sehr gespannt auf deine Antwort
:):):)
liebe Grüße
Stefan
:):):)
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Hi Stefan,
du hast Recht...wir haben bestimmte Gewohnheiten in unserem Land...die mit einem Muezzin, der zum Gebet ruft nicht vereinbar wären.
Aber das krasse Beispiel das du angeführt hast bringt mich wieder zu 'ner Frage: Wieso denkt man besonders bei religiösen Themen daran, dass man, sofern man anderen mehr Freiheiten (sprich den Bau einer Moschee) zugesteht, die eigene Kulturgeschichte (und Zukunft) zerstört bzw. beschädigt?
Ich denke man kann eine Grenze ziehen, in dem man sicherstellt, dass niemandem auferlegt wird mitzubekommen, wie welche Religion ihre Gottesdienste hält. Es sei denn man möchte es selbst.
Ich bin nur erstaunt, dass sich Menschen darüber empören, obwohl es nicht die erste Moschee in Deutschland bzw. Köln ist. Doch selbst dann wäre meine Meinung keine andere.
Ich stimme dir auch zu, dass es wünschenswert wäre, wenn überall auf der Welt alle Religionen ihre Zeremonien ausrichten dürften, wie es ihren Gewohnheiten und Überzeugungen entspricht.
Es ist definitiv ein schmaler Grat...jedoch finde ich ist man in Deutschland ziemlich oft den "christlichen Vorstellungen" ausgesetzt...warum also nicht Gleichheit für alle? Aus Gewohnheit? Sind wir zu faul uns neu auszurichten? Wenn ja dann sollte man die Chance wohl aufgeben, dass es wirklich noch viele Menschen gibt, die ihren Horizont erweitern wollen.
Ich werde darüber noch etwas nachdenken und mal ne Nacht drüber schlafen...vielleicht bringt das neue Erkenntnisse.
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ich finde, man sollte solchen menschen,
wie sie da bei dir an der tür nach unterschriften fragten, ihre überfremdungsgefühle nicht übel nehmen.
will man es aber doch, so sollte man dann auch - finde ich - soweit gehen und sein eigenes, diesbezügliches wollen einer eingehenden prüfung unterziehen.
ist es die eigene toleranz auf die man sich so etwas zu gute halten will?
oder ist's das, medial ja allgegenwärtige, schüren von ängsten, daß sich nazi-deutschland wiederholen könnte wenn nicht jeder einzelne aufpasst und vor seiner haustüre den anfängen wehrt?
klar ist, man sollte es muslimen ebenfalls nicht übel nehmen, wenn sie auch in deutschland ihren religiösen bedürfnissen nachgehen möchten.
ebenso finde ich 'wer wird das bezahlen?' eine durchaus legitime und politisch betrachtet durchaus in den bereich des korrekten einordnbare frage.
bei uns in der nähe gibt es einen muslimischen kulturkreis. der hat, mangels einer moschee, kurzerhand selbst die initiative ergriffen und ein ansonsten leerstehendes gebäude gemietet und dort ihre 'zentrale' eingerichtet.
die so eingerichtete immobilie dient ihnen auch dazu, um dort ihre religiösen feierlichkeiten abzuhalten.
sicher, es ist keine mosche. und wäre ich praktizierender christ, käme ich mir sicher auch komisch dabei vor, gottesdienste in irgendwelchen 'hinterzimmern' abhalten zu müssen.
aber letztlich wäre ich bestimmt froh darüber es überhaupt ohne androhung von strafverfolgung tun zu können.
ich finde es bedenklich, wenn es bürgerinitiativen gibt, die muslimen ihr bedürfnis nach religionsausübung streitig machen und aus diesem grund das im grundgesetz verankerte recht der freien religionszugehörigkeit absprechen wollen; so begrenzt die mittel und wege dazu auch sein mögen.
ebenso bedenklich finde ich es, wenn menschen, die sich die mühe machen ihrem gefühl der überfremdung durch die anwednung rechtsstaatlicher mittel anstelle von unlegitimierter gewaltanwendung ausdruck verleiehen, lediglich müde belächelt oder gar als ewig gestrige oder gar rechtsextreme eingestuft werden.
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tatsache ist, daß es in deutschland viele gläubige muslime gibt, und noch mehr kommen werden (eu-beitritt der türkei). also brauchen sie gebetshäuser. warum nicht? unser demokratieverständnis und eventueller christlicher glaube sollten soweit gefestigt sein, es akzeptieren zu können. man sollte aber akzeptanz nicht mit ignoranz verwechseln, wie es mal ein politiker ausdrückte. ich hab mal neben einer kirche gewohnt, und das viertelstündliche glockengedöns hat mich auch genervt.
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@david:
Hallo!
Also ich finde wir denken da genau gleich!
Was ich übrigens mit dem Bewusstseinswandel andeuten wollte, ist nichts anderes als das, was du in deiner Antwort aufgegriffen hast :)!
"Wieso denkt man besonders bei religiösen Themen daran, dass man, sofern man anderen mehr Freiheiten (sprich den Bau einer Moschee) zugesteht, die eigene Kulturgeschichte (und Zukunft) zerstört bzw. beschädigt?"
...
"...warum also nicht Gleichheit für alle? Aus Gewohnheit? Sind wir zu faul uns neu auszurichten?"
Ich finde dass es in einer reifen und weitsichtigen Gesellschaft kein Problem sein dürfte, ein Arrangement zwischen den verschiedenen Religionen zu finden, ohne einzelnen auf den Schlips zu treten ;)
...Aber solange der Großteil der Bevölkerung(das meine ich jetzt global, also nicht nur auf Deutschland bezogen) immer noch in bestimmte Glaubens-, Werte- und Gefühlsmuster verstrickt sind, wird es immer zu Konfrontation und Hass kommen anstatt zu Akzeptanz und Harmonie!
Die Religion ist ein Thema, das in unserem Mensch - sein sehr stark verwurzelt ist!
Aufgrund dessen ist für eine Änderung im Umgang miteinander auch ein grundlegender Wandel oder besser gesagt eine grundlegende Weiterentwicklung unseres Bewusstseins und der Wahrnehmung notwendig!
Solange die Menschen sich noch mit ihrer Religion identifizieren und glauben sie verteidigen zu müssen, weil sie Verlustängste haben, dann wird es keine Verbesserung in diesem Bereich geben!
Verstehst du wie ich das meine??
Solange diejenigen Menschen die sich einer Aussöhnung der Religionen in den Weg stellen, nicht an sich arbeiten möchten und verstehen lernen, dass es nichts zu verlieren sondern nur etwas zu gewinnen gibt, wird sich nichts bewegen!
Glauben in einem selbst kann ma nicht auslöschen!
Es ist in dir! Ein Teil von dir!
Und kein Teil außerhalb von dir, den man dir wegnehmen könnte!
Und wenn sie das begriffen haben, werden sie auch Veränderungen im Außen zustimmen und die anderen Religionen in ihrer Realität akzeptieren und damit umzugehen wissen ;)
denn sie können nicht verlieren sondern nur gewinnen
:):):)
liebe Grüße
Stefan
:):):)
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ich schreibe weniger als ihr ;)
ich glaube das hat ein Rassistischen hinter Grund
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