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All Blog entries from category Life and Death

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Beerdigung

2006/09/18
| Comments: 2
Hallo,

lang nix mehr gehört von mir...nicht ganz ohne Grund.
Die letzten Drei Wochen waren leider auch nicht die Besten...

Als ich vor drei Wochen von der Games Convention kam durfte ich erstmal in einem Gespräch mit meiner Mutter erfahren, dass meine 45-jährige Tante auf der Intensivstation liegt und schon einmal reanimiert werden musste...und danach in's Koma gefallen ist...und dann hieß es warten.

Mir war schon etwas länger klar, dass diese Tante nicht so lange leben würde, wie ein 'normaler' Mensch, da ihr Leben von Schicksalsschlägen und ihrer leider daraus erfolgten Alkoholsucht erschüttert wurde.
Ihr zweites Kind starb wenige Wochen nach ihrer Geburt an plötzlichem Kindstod...der Todestag des Baby's war der Geburtstag meiner Schwester. Den ungesunden Lebenswandel führte sie dann viele Jahre weiter...bis zum Jahr 2000...in 3 Tagen vor sechs Jahren ist Todestag meines Onkels, ihres Ehemanns, dem Vater ihrer ersten Tochter...und damit wurde alles noch schlimmer...nur noch selten gesehen und wenn dann auf Familienfesten wo der Alkoholrausch irgendwann nur noch peinlich sein konnte.

Auch der gut 9 Monate nach dem Tod meines Onkels geborene Enkelsohn konnte ihr nicht so viel Motivation geben den Alk an den Nagel zu hängen. Keine Frage: Sie hat ihren Enkel geliebt...wie sie ihre ganze Familie liebte, aber sie war alkoholiker und das ist nicht dasselbe als wenn du dasselbe auch empfindest wenn du nüchtern bist...ich weiß nicht wie sicher ich mir da bin/war...

Und dann kam sie irgendwann natürlich ins Krankenhaus nachdem sie zusammengeklappt war. Einige Tage auf Station...die Familie..mit Ausnahme von mir (ich war ja in Leipzig) ahnte meine Tante scheinbar schon, dass es zu Ende gehen könnte...also konnten sich alle nochmal 'verabschieden' als sie noch bei Bewusstsein war.

In der Nacht von Sonntag auf Montag (vor drei Wochen) erbrach sie sich und die ätzende Magensäure etc. verätze ihr nicht nur die Atemwege, nein, sie erstickte daran sogar...und wurde wiederbelebt.......

Seitdem ist sie nicht mehr aufgewacht und auch wenn es hoffnungsvolle Zeichen gab, so gab es DIE Hoffnung dann irgendwann doch nicht mehr...denn wenn man dir sagt, dass deine Mutter, Schwester, Tochter, Tante oder was auch immer eine Gehirnaktivität von 0,1% hast gibt es keine Hoffnung mehr...verabschieden konnte ich mich nicht...denn irgendwie ließ mich dieser Aspekt des Gehirntod-Seins innerlich ziemlich zweifeln, ob es da noch irgendetwas gibt, dass meine Worte vernehmen kann...ich glaube Geist und Gefühle arbeiten da effektiver, als Sprache.
Vergangenen Sonntag starb sie dann...es durfte nur eine Person dabei sein, weil meine Tante schon einen für immungeschwächte Menschen gefährlichen multiresistenten Keim hatte (MRSA) und damit in einem Krankenhaus natürlich erheblicher Schaden angerichtet werden könnte.
Ihr Herz hörte am 10.9 gegen 10 Uhr auf zu schlagen.



Ich habe aber eine, vielleicht nur zum Selbstschutz aufgestellte, Theorie: Als sie 'das erste Mal gestorben' ist, hat sie ihre kleine Tochter und ihren Mann gesehen und wollte einfach dort bleiben. Denn ich glaube sie wusste, dass sie ihre Alkoholsucht und unzufriedenheit mit sich selbst nie hätte überwinden können...mit ihrem Krankenhausaufenthalt und ihrem Sterben hat sie seltsamerweise aber genau das bewirken können, was sonst niemand in unserer Familie zu Stande hätte bringen können: Eine der 5 Schwestern hat wieder in die Familie gefunden...und das nach über 30 Jahren so gut wie Null Kontakt...seltsam was solche Situationen in Menschen auslösen.

Heute durfte ich dann auf die dritte Beerdigung, die ich bisher erlebt habe...nachdem mein Opa im Februar dieses Jahres schon beerdigt wurde, ist dies nun also die zweite Beisetzung des Jahres 2006...hoffentlich auch die Letzte.

Heute habe ich auch das erste Mal eine Sargbeerdigung gesehen mit allem drum und dran...und den Sarg mitgetragen habe ich auch...Ehrensache als Patensohn...

Insgesamt ein durchwachsener Tag und ein Erlebnis, dass zwar nicht erfreulich, aber dennoch einschneidend ist.

Ich wollt diese persönliche Sache aber mit euch teilen und mir teilweise auch einfach mal ein wenig meiner Gedanken von der Seele schreiben :)

Ich wünsche euch allen dennoch eine schöne Woche. Ich hoffe euch hat der Septembermonat lieber als mich ;)
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Tod - Teil II

2006/07/06
| Comments: 6
Tags: No Tags available
Hallo,
nachdem ich bereits über den Tod geschrieben habe, möchte ich jetzt mal etwas über das, was uns danach
erwartet schreiben.

Und da ist ja schon die Frage: Erwartet uns nach dem Tod etwas?

Die Hinduisten und Buddhisten sagen ja!
In Zusammenhang mit der Reinkarnation steht das Karma. Ich persönlich habe mich mit der Vorstellung
angefreundet, dass Karma existiert. Darunter versteht man dann, dass sich jede Handlung und jeder Gedanke
auf den Akteur selbst auswirkt.
Somit sind Menschen, die sich im Laufe ihres Lebens unethisch verhalten, irgendwann diejenigen, welche
unter den Konsequenzen ihrer Handlungen leiden. Das eigentlich interessante für mich ist, dass es sich beim
Karma nicht um einen Gott dreht, der Gerechtigkeit walten lässt, sondern um das Individuum, dass selbst zu entscheiden
hat, wie er handelt.
Kausalität, ergo das Prinzip von Ursache und Wirkung, hat ebenso viel damit zu tun, wie die Konzeption der
Reinkarnation, also der der Wiedergeburt.

So könnte man vereinfacht sagen: Wer im jetzigen Leben böse ist, wird entweder noch im selben Leben dafür bestraft werden
(Schicksalsschläge oder ähnliches) oder aber im nächsten Leben dafür bestraft. So käme man dann eventuell als Mücke oder sowas wieder auf die Welt.

Wahrscheinlich freunde ich mich auch so gerne mit dem Gedanken an, dass die Welt wirklich nach dem
Karma-Prinzip abläuft, weil ich es gerecht fände, dass Menschen irgendwann das zurückbekommen, was sie anderen Leuten antun. Im selben
aber auch, dass Leute, die gute Intentionen haben und sich um das Wohl ihrer Mitmenschen mit reinem Herzen
sorgen und kümmern, irgendwann dafür belohnt werden, ohne im Vorraus an die Belohnung zu denken.

Mein Kritik- bzw- Fragwürdiger Punkt ist da aber folgender:
Ein behinderter Mensch, dem es ohne sein Mitwirken nicht möglich ist, die Moralität seiner Handlungen oder Gedanken festzulegen, kann doch nicht
zwingend in einem Teufelskreis gefangen sein, oder?


Auch für Christen gibt es ein Leben nach dem Tod. Dieses besteht, sehr simpel gehalten, aus Himmel oder Hölle.
Leider liegen mir simple Vorstellungen nicht, weshalb jedem ziemlich klar ist, dass ich die christliche
Lehre nicht vertrete.

Weiß jemand wie das im Koran beschrieben wird? Denn im Islam kenn ich mich leider garnicht aus.

Das als zweiter Teil meiner Tod-Gedankenreihe.

Auch diesmal wäre ich froh, wenn dazu jemand etwas schreiben könnte und mir vielleicht ein bisschen Licht in's Dunkel
bringen würde.
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JJ1 ist Tod!

2006/06/26
| Comments: 9
Tags: No Tags available
Hallo ihr Lieben,

als ich gerade von der Arbeit nach Hause kam und den ZDF-Teletext auufrief habe ich die Schreckensmeldung bekommen:

Unser liebster Braunbär JJ1, aka Bruno, aka der Bär, der nicht nur unsere Herzen erwärmte und uns immer wieder amüsiert hat, sondern auch bewusst gemacht hat, dass Tiere intelligent sein können wurde erschossen!!

Drei Jäger nahmen Sonntagabend die Fährte des Intelligenzbären auf und erschossen am Montagmorgen aus 150 metern entfernung den 2 Jahre alten Braunbär.

Das bayrische (!) Umweltministerium verteidigte den Mord an ihm und bezeichnete ihn als unausweichlich, da sich Bruno wohl Mountainbikern und Wanderern auf Nächste Nähe genähert hatte......

Jetzt wird der Bär untersucht, ausgestopft und ins Münschener Museum "Mensch und Natur" befördert, um da ausgestellt zu werden.

Ich möchte diese Entscheidung hier mal ganz klar verurteilen. War nicht immer die Rede von Betäuben? Aber jetzt ist er auf einmal pseudo-gerechtfertigt erlegt worden...deppen-bayrische Intelligenz (sind ja nicht alle Bayern)
Wer Anteilnahme, Frust oder irgendwas anderes zum Thema loswerden mag, kann dies in den Comments tun...
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Tod - Teil I

2006/06/18
| Comments: 5
Tags: No Tags available
Hallo zusammen,

es gibt zwar keinen bestimmten Anlass dafür, aber ich möchte diesmal wieder etwas ernsthafter bloggen.

Es geht um den Tod. Insbesondere darum, ob man vor dem Tod Angst hat oder nicht. Ob man daran glaubt, dass mit dem Tod alles endet
oder ihm die Wiedergeburt folgt.

Suizid, Reinkarnation, Nirvana.

Ich habe schon Tage erlebt, an denen ich irgendwie im Gefühl hatte, dass es sehr gut möglich wäre, dass ich
jeden Moment, ohne dies zu planen, sterben könnte. Sei es durch einen Verkehrsunfall, ein Verbrechen oder sonstwas.
Und meistens dachte ich in diesen Momenten: "Hey...du bist zwar jung, aber wenn du jetzt sterben würdest,
wäre das für dich persönlich nicht mal tragisch." Also mitunter ein Moment, an dem ich keine Angst vor dem
Sterben verspürt habe. Wo ich nur dachte: "Wenns jetzt vorbei sein soll, dann ist es halt so" Denn egal ob heute oder erst
in 50 Jahren...sterben werden wir eh alle...und schmerzhaft wird es für uns oder unsere Mitmenschen
eh in jedem Fall sein.

Auch in einigen Depriphasen, wo man sich gedacht hat, dass alles schrecklich ist und das Leben
keinen Sinn macht kommt man zu sehr unterschiedlichen Gedanken bezüglich des eigenen Ablebens.
Ich habe mir oft die Frage gestellt, wer bei meiner Beerdigung an meinem Grab stehen würde. Wer würde wirklich trauern?
Wem wäre es gleichgültig? Würde sich überhaupt jemand darum kümmern?

Zwei sehr verschiedene Auffassungsarten.

Mit meiner Mutter beispielsweise könnte ich niemals über meine Gedanken an den eigenen Tod reden.
Vor ein paar Jahren habe ich im Internet mal eine Seite besucht, auf der man sich 'ausrechnen' lassen konnte,
wieviele Tage man noch zu leben hat und dan welchem Datum man stirbt. Als ich dies meiner Mutter ohne mir
vorher darüber Gedanken zu machen sagte, kamen ihr die Tränen.

Wie also legt sich unsere Einstellung zum Tod fest? Kommt es darauf an, wie man sich gerade fühlt, oder kann
man wirklich eine dauerhafte Position diesbezüglich einnehmen?

Kurt Cobain, Sänger der Band Nirvana sagte mal:
"It's better to burn out, than to fade away"

Ich finde diesen Satz sehr passend. Zwar hat er noch einen einen Suizidrechtfertigenden Beigeschmack, aber
in einer gewissen Hinsicht teileich diese Konzeption.

Lieber Ausbrennen, als vor sich hinflackern. Denn wer möchte schon lange Leben und eigentlich nur
vor sich hinvegetieren? Dann lieber kurz und intensiv leben, oder?

Dies als erster Teil dieses für mich wirklich interessanten Themas.
Ich würde mich freuen, wenn einige von euch ein paar Worte finden würden und etwas zu dem Thema beisteuern.
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