Roboter und andere Gesellen
Daran, dass ich regelmäßig gegen Ende des Jahres meinen "Novemberblues" bekomme, habe ich mich im Laufe der Zeit ja inzwischen gewöhnt, dass er allerdings auf Gongschlag mit dem 01.11. einsetzt, ist doch ein Novum.
So ist meine Stimmung seit gestern total im Keller, und ich bin meiner Umwelt wirklich kaum zuzumuten. Nur zu gern würde ich ihr ja entgehen, nur leider ist im Moment viel "Umwelt" um mich herum, der ich einfach nicht entgehen kann.
Zuviel Umwelt bedeutet in unserem Fall, dass ich vor kurzem nicht nur meine Mutter besucht habe, wovon ich mich immer nur schwer erhole oder auch, dass wir eine Woche lang meine "Schwiegeromi" in den Ferien hier hatten, von den Freunden meines Sohnes, die hier ein und ausgehen ganz zu schweigen, nein, seit ein paar Wochen tummeln sich nun ca. 4 Tage pro Woche mindestens fünf zusätzliche Personen in unserem Hause, was sich langsam aber sicher doch bemerkbar macht, obwohl ich in dieser Hinsicht recht schmerzfrei bin. Oder mich zumindest dafür hielt ;-)
Wie es dazu kommt?
Nun, meine Tochter hatte sich nach den Osterferien entschieden, an einer von der Schule angebotenen Roboter-AG teilzunehmen. Da sie diesbezüglich null Erfahrung hatte, klang es für sie sehr interessant und spannend, zumal die AG von Schülern des 13. Jahrgangs geleitet werden sollte und nur am Rande Unterstützung von einem Lehrer hat.
Ein Teil der Beteiligten hatte letztes Jahr schon mit einem selbstgebauten Roboter an der Ausscheidung von Roboking teilgenommen. Dieses Jahr sind nun ein paar Neue dazugekommen, unter anderem eben auch Annika als zunächst einziges Mädchen. Die Reaktion der Kerls (echte Elektronikfreaks!!) war natürlich entsprechend, super, aber mein Mädel ließ sich nicht vertreiben, und am Ende waren sie dann tatsächlich von der Ernsthaftigkeit ihres Interesses überzeugt.
Sinnigerweise wurde beschlossen, diesmal nicht nur einen Roboter zu bauen, denn dann hätten ja zuviele nichts oder nur wenig zu tun, haha, sondern zwei.
Okay, denkt man sich, mit gemixten Teams (also alte Hasen und Neue) wäre das sicher machbar, aber so weit haben die Leiter bei der Gruppeneinteilung gar nicht gedacht und prompt fanden sich die Erfahrenen in der einen und die Anfänger in der anderen wieder. Perfekt.
Klar, dass inzwischen alle bei allen anfallenden Arbeiten mitmachen können, mal abgesehen von der Programmierung, die in bewährten Händen liegt und die das zweite Mädel, das noch dazugekommen ist, nun darin schulen.
Als Annika mit der Idee ankam, hatte ich absolut keine Vorstellung davon, wie zeitintensiv das werden würde... zunächst nur einmal nachmittags ein paar Stündchen in der Schule, das ging ja, dann siedelten sie zu einem Klassenkameraden um, weil sie dort besser bauen könnten.
Aus einem Nachmittag pro Woche wurden einige, und ca. drei Wochen der Sommerferien hat Annika fast ausschließlich dort verbracht.
Nach den Ferien wurde es auch nicht besser, und da ich es unzumutbar fand, dass die andere Mutter dauerhaft sechs Kinder mehr ertragen und zum Teil auch verköstigen mußte (sie haben selbst vier Söhne und zwei sind halt in der AG), habe ich angeboten, dass sie ja auch bei uns bauen könnten... Dussel, ich ;-)
Nach einer ausgiebigen Ortsbegehung wurde der Vorschlag für die letzten Wochen (am 23. geht es nach Chemnitz) angenommen.
So hocken sie also im Keller, in der Garage und in Annikas Zimmer und basteln und prökeln und programmieren. Sie sind wirklich alle nett, jeder auf seine je eigene Art, ich lerne im Vorbeigehen auch ihre Macken kennen und sehe, wie sie gemeinsam oder im Alleingang Probleme lösen oder auch heraufbeschwören.
Leider ist Annika selbst ein Grund für unterschwellige Spannungen, nicht nur wegen ihrer direkten Art, sondern wie sich im Laufe der Zeit herauskristallierte, wären zumindest drei der Jungs schon auch an einem intensiveren Kontakt jenseits der Roboter interessiert. Eindeutige Anträge hat sie erstmal mit dem Hinweis, dass sie doch zumindest bis zur Ausscheidung nicht einem den Vorzug geben könnte, weil das schlecht für den Teamgeist wäre, vertagt. Das wird noch richtig spannend ;-)
Das Nervigste an der Sache ist vor allem die doch sehr holprige Organisation (Männer???). Ob es um die Vereinbarung der Treffen geht, welche Teile bestellt werden müssen etc., die Diskussionen darüber dauern länger als die reine Arbeit selbst. Dass sie bisher überhaupt was geschafft haben, finde ich schon erstaunlich. Ob sie aber bis zum 23. auch nur annähernd fertig werden??
Wie dem auch sei, ich muss mich auf drei randvolle, tag- und abendfüllende Wochen + Enden einrichten, was angesichts meiner derzeitigen Stimmung sicher ein haariges Unterfangen wird.
Hiiiiiiiiiiiillllllllllllllllffffffffffeeeeeeeee... die Stimmung ist auch unter den Robos heute unter aller Sau ...
Kann ich (allerdings mit meinem Zottelfell, das hier immer im Weg rumliegt) vielleicht bei einem von Euch vorübergehendes Asyl beantragen?? Eine Scheune mit frischem Heu reicht schon und vielleicht ab und an ein warmes Süppchen ;-))) |
Comments on 'Roboter und andere Gesellen'
Refresh
Bei mir gibt es nicht nur Schokolade... ;-)
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oh, lieber Plato, sollte das ein Anflug einer Asylgewährung sein??
Dass du kulinarisch auf der Höhe bist, ist mir klar, aber dass Du auch so eine nette Scheune besitzt, wußte ich noch nicht... ;-)
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Scheune? Nicht wirklich, aber einen Schlafplatz würde sich sicher finden, auch ohne Ochs und Esel... ;-)
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Ah ja, liegt das jetzt an der Vorweihnachtszeit oder habe ich doch so ein bäuerliches Flair, dass Du eher an Stall denn an Scheune denkst ?? ;-)
Jedenfalls scheinst Du recht mutig zu sein, schließlich hast Du ja im Grund keine Ahnung, was Du Dir da möglicherweise auf den Hals holtest!!
Oder liegt das nur an dem Sicherheitsabstand, der zwischen unseren Wohnorten liegt???
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Mag sein dass ich schon so lebkuchengeschädigt bin, aber gelassen bin ich allemal, da könntest du mich gar nicht schrecken. Da kenne ich ganz andere die würde ich nicht einmal zur Türe einlassen... ;-)
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Ha. Das käme ja noch auf einen Versuch an!
Wirke ich echt so harmlos?? Schluchz...
Ist aber interessant, dass Du auf die Gelassenheit abhebst, von der gar keine Rede war und nicht auf den vermuteten Mut!
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Das hat nix mit Mut zu tun, so schröcklich sind deine Darstellungen von deinem Leben auch wieder nicht. Und dein Avatar jagt mir auch keinen Schrecken ein... :-D
Die Gelassenheit in vielen Lebenslagen ist hingegen eine meiner Stärken (für manche eine Schwäche weil nervig), im Notfall gibt es halt Baldrian in´s Essen, dann is auch Ruhe... :-)
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Ok, ok, bluffen gehört nicht zu meinen Stärken. Leider.
Mein Avatar soll auch niemanden einen Schrecken einjagen, sondern entspricht meinem ästhetischen Sinn - Katzenartige sind für mich einfach Anmut pur - und insbesondere meiner angestrebten Gemütsverfassung: schön satt und zufrieden an einer Stelle, die einen guten Überblick ermöglicht chillen und das Leben beobachten. Nur nicht zuviel Action ;-)
Gelassenheit ist immer eine Stärke, nur sind meist die anderen zu schwach, um sie ertragen zu können - ich habe damit auch so meine Probleme...
Das mit dem Baldrian würde ich aber lieber lassen, denn auf mich hat es definitiv die gegenteilige Wirkung. Da brauchst Du dann wohl eher hochdosiertes Valium. Doch das ist dann für mich nicht unbedingt ein netter Ausblick, denn "kaltgestellt" fühle ich mich hier auch oft genug ;-))
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