Nach den Festivals
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Da die großen Open-Air Rock-Festivals ja meistens 3 Tage gehen, hieß es für uns immer Donnerstag abend losfahren, in der Nacht die Zelte aufbauen, um am Morgen schon gemütlich zu grillen und später auf dem Festival-Gelände zu stehen, wären die große Masse noch in den Autoschlangen zu den Zeltplätzen verharrt.
Demnach waren wir auch jeweils verhindert freitags am Schulunterricht teilzunehmen, und die Entschuldigungen nach der Rückkehr von Festivals standen nun an! Mit unserem Alter waren wir in der glücklichen Lage uns selbst entschuldigen zu dürfen. Es gab bei uns immer so Zettel, wo wir Fehlzeiten und Grund draufschreiben und dem Fachleherer zum Unterschreiben vorlegen mussten. Ein Kumpel von mir schrieb da kurzerhand beim Physiklehrer als Begründung auf den Zettel "Soundexperimente auf dem Nürburgring", und nach dem Southside auf den Wisch für den Gemeinschaftskundelehrer "Bei Konzerten von SOAD lern ich mehr von Politik als in der Schule"! :D
Nach dem Ring fuhren wir Montag morgen los, und ich nahm mir fest vor, direkt danach noch in den Mittagsunterricht zur Doppelstunde Latein zu gehen. Stau soweit das Auge reichte brachte mich jedoch um diesen "Genuss". Da die Noten eh schon kurz vor der Abgabe standen, wollte mein Lateinlehrer gar keinen solchen Entschuldigungszettel mehr vorgelegt bekommen, sondern er erfragte lediglich am nächsten Morgen mündlich den Grund meiner Abwesenheit.
Lehrer: "Wo warst Du denn gestern?"
ich: "Ich stand im Stau.."
Lehrer: "2 Stunden lang?!"
ich: "Nein, 4 Stunden - einmal auf der A5, dann auf der A81 und am Ende auf der A8!" :D
Besonders lustig war's auch nach dem Southside. Da sind wir direkt die Nacht hindurch nach dem letzten Konzert heimgefahren. Da man sich vorstellen kann, dass zeitweise auf den Parkplätzen nix mehr ging, kamen wir dementsprechend spät und nach 3 Tagen Bangen und Luftgitarre recht matt nach Hause. Doch wir mussten heim, denn an diesem Montag morgen wurden die schriftlichen Abi-Noten in einer geschlossenen Runde vom Co-Rektor mitgeteilt, auf die wir fast 2 Monate gewartet hatten. Daraus ergab sich dann, in welchen Kursen wir später unser mündliches Abi ablegen würden.
Jedenfalls - wie es ja kommen musste - verschlief ich etwas und schob schon voll die Panik, als ich mit dem Auto zur Schule heizte - in Rekordzeit! Ich kam zur Tür herein, versuchte das Keuchen zu unterdrücken, um wenigstens etwas lässig mit meiner Mütze und dem drangepickten Slipknot-Pin zu wirken. Der Co-Rektor war gerade bei meinem Namen in der Liste angelangt. Er nahm's gelassen. Puh! Die Klassenstufe schmunzelte. Ich blickte in die Gesichter und stellte fest, dass nur einer von meinen Kumpels, die am WE mit auf dem Southside waren, auch in der Runde saß - wie ich später feststellte, war er nur kurz vor mir eingetroffen. Der Rektor liest weiterhin die Liste runter. Ein Schüler nach dem andern tritt hervor und bekommt die Noten gezeigt. Wieder öffnet sich die Tür. Der nächste meiner Männer kam schnaufend herein. Doch es muss sich wohl herumgesprochen haben: Die Respektsperson, mein Co-Rektor, entgegnete blos trocken: "Ach, lass mich raten: Auch auf diesem Festival gewesen?" :D
Jaja, die tolle Schulzeit! Ich muss echt sagen, ich hatte allgemein super Lehrkräfte erwischt. Die allermeisten sehr menschlich und Humor verstehend.
So auch mein Matheprof zum Beispiel, bei dem am Ende nur noch vier Leute in den Unterricht kamen, da der Rest schwänzte, weil er sicher wusste, in Mathe eh kein mündliches Abitur abzulegen (ich selbst war auch nur respekthalber da, um den armen Lehrer nicht völlig allein im Zimmer reden zu lassen. Abwesenheit ohne driftigen Grund war noch nie mein Ding.). Jedenfalls saßen wir Übrigen treuen wissbegierigen Schüler in der ersten Reihe, packten unser Hefe-Glas aus, während der Lehrer uns die vernetzte Matheatik näherbrachte und hier und da durchdacht über Probleme in der Welt und der Politik sprach, und tranken gemütlich unser Bier. Er sagte kein Wort hierzu, aber das ist jetzt schon wieder eine andere Geschichte.. |
Comments on 'Nach den Festivals'
Refresh
Tja ja ... die Schulzeit. Denke mal, bei deiner Bank sehen die das nicht ganz so locker, wenn Du morgens das Hefeweizen auf dem Tisch stehen hast ... aba woisch was, wärsch halt zum schaffä zu Dinklacka gangä;))
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hrhr.. wenn Du wüsstest. Der Bank-Post kommt morgen ;-)
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na da bin ich aber gespannt ;))
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Oh bevor ich's vergess: noch eine kurze Erläuterung zum Pic.
Das war am Ring, als 'Die Toten Hosen' den Überraschunsheadliner dargestellt haben. Letzte Band am letzten Tag auf der Centerstage. Jedoch hatte sich schon am frühen Vormittag rumgesprochen, dass wohl die Hosen der angekündigte Überraschungsheadliner seien. 'Wir sind Helden' hatten dadurch als "Vorband" einen schweren Stand. Eigentlich waren sie die letzten Artists auf der Bühne, abgesehen von diesem Überraschungsact. Doch statt zu jubeln, standen hauptsächlich Fans mit Hosen-Flaggen im Publikum. Spechchöre "Wir woll'n die Hosen sehn!" übertönten die Helden. Und da es eben doch noch keine volle Gewissheit gab, wurden auch Gesänge des Hosen-Klassikers "Wünsch Dir was" angestimmt (na, wer hat's wohl eingeleitet? :D).
Jedenfalls zeigt das Bild nun Sänger Campino, der per klassischem Stage Dive beim Lied "Walkampf" ("Zieht den Wal zurück ins Meer") in die Menge sprang - mitten auf den aufgeblasenen Gummiwal, den ein Fan mitgebracht hatte und der seine Runden auf den Händen der Masse drehte!
Ich selbst müsste irgendwo 2-3 Meter neben diesem Bildausschnitt gestanden haben.
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