Berlin
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Da das nächste PlayStationLIGA MASTERS (http://www.playstationliga.de) am 06. Mai in Berlin stattfindet, wurden augenblicklich Erinnerungen in mir wach, als ich die News las.
Um diesen Finalevent der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wurde der Austragungsort natürlich ideal gewählt, aber die deutsche Hauptstadt selbst.. naja.
Ich persönlich hasse Berlin! Im Folgenden werde ich darum gegebenenfalls den Namen der Stadt passenderweise durch das Synonym "Drecksstadt" ersetzen.
Zwei mal wurde mir bereits die Qual auferlegt, diese Drecksstadt zu bereisen.
Das erste mal vor Jahren mit der Familie. Ein Horrortrip. Baustellen an jedem Eck, das Geld des Westens fließt in den hoffnungslos heruntergekommenen Ostteil. Nur die Botschaften anderer Nationen und das eigene Regierungsviertel sind Nobelbauten, Museen die einzigen anschaulichen Gebäude - ein Armutszeugnis für eine Millionen-Hauptstadt. Schutt und aufgerissene Bürgersteige prägen das Stadtbild.
Der Grund meines zweiten Berlinbesuchs war die Studienfahrt, damals zum Ende des 12. Schuljahrs. Zwar wurde diese zum ersten Mal bei unserem Jahrgang abgeschafft, aber wir ließen uns dieses gemeinsame Erlebnis nicht nehmen. Letztlich umso besser für uns, denn gerade deshalb ging es für unsere Truppe in völliger Eigeninitiative während der offiziellen Schul- und Unterrichtszeit und gänzlich ohne Begleitung eines Lehrkörpers in den Osten Deutschlands. Die Drecksstadt selbst: Hässlich wie eh und je. Allein die Kameraden haben für das ein oder andere lustige Highlight gesorgt, für welches die Metropole selbst allein nie im Stande gewesen wäre. An diesem Punkt bedauere ich sogar, dass ich nur ein Bild unten an diesen Blog anhängen kann.
Eine Woche hielten wir uns in Berlin auf. Internet, Stadtführer, Befragung der Einheimischen, keiner konnte uns mit irgendeiner Partylocation für die Abende überzeugen. So ein erbärmlich mikriges Nachtleben hätte ich nicht einmal dieser Drecksstdat zugetraut. Lounges und Bars, klar. Das hat es natürlich wie in jeder Stadt auch hier massig. Aber die richtige Partylocation habe ich schwer vermisst. Da gibt es bei uns in Baden-Württemberg an jeder Dorfstraßenecke mehr vollbesuchte Clus mit tollen DJs. Was haben wir nur bei der Suche falsch gemacht? Oder war das "Matrix" am Warschauer Platz wirklich die einzige Location, wo in jenem Sommer etwas los war? Wobei dort auch die Musik abgesehen vom Techno/House Floor größtenteils eher durchwachsen war. Wenigstens waren die Käfige auf dem Hauptfloor recht amüsant. Immerhin ein kleiner Lichtblick. Als kompromisslos positiv kann ich bei unserem einwöchigen Besuch nur das H2O am Alexanderplatz hervorheben. Da war es dank des "Rock it"-Programms ganz nett. Und gerade hier sollte auch meine einprägsamste Berlin-Erinnerung statt finden. Besser gesagt: von hier aus.
Mit ungefähr 16 Leuten waren wir an diesem Abend im H2O, der Rest war auf hoffnungsloser Suche wo anders unterwegs. Unsere Jugendherberge lag ca. 7 Kilometer entfernt. Gegen 3 h verließen unsere Jungs und Mädels den Club, nur ein einziger Kumpel und ich genossen noch die Slipknot-Tracks und Ähnliches am frühen Morgen. Diese erfreuliche Änderung des Musikstils wollten wir uns nicht entgehen lassen. Was wir allerdings nicht wussten: die bereits Zurückgegangenen erwischten den letzten Zug 'gen JuHe. Eine hinweisende SMS hatte ich wohl überhört. Als wir um 4 h dann auch den Club verließen, bemerkten wir das Unheil. Kein Zug, keine U-Linie fuhr mehr in den nächsten Stunden in unsere heimische Richtung. Und ich dachte wir wären in einer Großstadt am Wochenende.. Also machten wir uns vor, dass wir schlau wären. Wir hatten zwar keine Ahnung, in welche Richtung es genau geht, aber wenn der Zug immer ankommt, könnten wir das auch. Also folgten wir den Bahnlinien. Kilometer um Kilometer.. bis.. plötzlich standen wir direkt vor der Spree. Wir hatten uns durch müllüberhäuftes Gebüsch und durch Gassen mit den Untersten der Gesellschaft gekämpft, nur um jetzt vor einem Fluss zu stehen, die Schienen mehrere Meter über uns per Brücke das Gewässer überquerend. So viel zum Thema "wir wären schlau".. Fast eine halbe Stunde durften wir am Flussufer entlang stiefeln, bis wir endlich eine dämliche Fußgängerbrücke fanden. Nun ging es aber wie geplant weiter. Unter den Linden, unter Umwegen vorbei an der teilweise mit Straßenblockaden abgeriegelten US-Botschaft (Danke USA..), bis hin zum Potsdamer Platz. Das reisende Touristen jedoch auch mal in der Nacht auf's Klo müssten, daran hatte natürlich auch niemand gedacht. Keine aufgeschlossene öffentliche Toilette weit und breit. Alle U-Bahnstationen mit Gittern von der Außenwelt abgetrennt. Also ging es schweren Schrittes unter entsetzlich drückender Blase weiter. Wobei es sicherlich auch niemand gestört hätte, wenn man die Drecksstadt etwas bewässert hätte.
Stunde für Stunde wurde es heller. Der Morgen graute. Und endlich: Die U-Bahnstationen öffneten wieder. Wir gingen also hinab und bestiegen die erste Bahn am Sonntagmorgen, um so die letzten Kilometerchen zurückzulegen. Gegen 7 h waren wir endlich am Ziel angelangt: unsere Jugendherberge. (Nur ein Kamerad von uns kam noch später heim. Er war nochmal nach dem Discobesuch zu Fuß losgezogen um seinem Hobby, der Fotografie, zu fröhnen und ein paar schicke Aufnahmen zu machen.)
Was für eine Berlin-Odysee!
Was übrigens wiederum richtig cool am Ausflug war, dass ich doch tatsächlich einen THPS-Kollegen aus München, den ich ein Jahr zuvor beim Activision-THPS-Finale in Düsseldorf persönlich kennenlernen durfte, in der Kaffeeteria im Kanzleramt (?) in Berlin zufällig wiedergetroffen habe.
Zum Schluss noch ein typisches Bild eines Berliner Wohnblocks, in diesem Falle direkt hinter dem prunkvollen SONY-Center, wo auch das besagte PS2-Ligafinale stattfindet.
(Der oben besagte Kumpel und Fotografietalent hat es noch etwas nachbearbeitet und die Wiesen künstlich "nachgegrünt", damit es wenigstens nicht ganz so trist aussieht, wie es eigentlich war.) |
Comments on 'Berlin'
Refresh
Das ist ein klasse Bild. Und ein toller Eintrag.
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Hab den Eintrag jetzt aber nochmal nachbearbeitet und Fehler bereinigt. Jezt lässt er sich besser (und mit weniger offenen Fragen am Ende) lesen.
Aber wenn Du das Bild magst, dann schau dir mal das hier an. Hat er auch in jener Nacht nach der Disse geschossen und in der JuHe am Labtop nachbearbeitet (ich weiß nicht wann wir letztlich ins Bett gekommen sind):
http://www.gude.grafikfirma.de/_tobi_b/BrandenburgerTor_silber2.jpg
Wie gesagt, er ist ein Fotografie und Photoshop-Talent. Aus jedem Bild - wenn auch noch so unscheinbar - macht er ein (manchmal auch skuriles) Meisterwerk!
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Oha, das Berlin so ist, wie du es beschreibst, hätte ich NIE gedacht.
Jetzt hab ich echt voll den anderen Eindruck gegenüber Berlin. Echt krass!
Freu mich aber dennoch auf's Masters, und trotzdem darauf, die Stadt zu sehen. Dachte echt immer, das es ne hochmoderne Stadt ist, bzw. das alles irgendwie renoviert wurde...!
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Von dem Blog soll sich ja auch keiner die Vorfreude auf's MASTERS nehmen lassen. Nur mit zu großen Erwartungen an die Stadt selbst sollte niemand anreisen, sofern er sich nicht zu sehr für kulturelle Bauwerke und Museen interessiert ;)
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LOL, bei der Suche nach neuen Locations in Berlin für das MASTERS WE bin ich eben positiv überrascht worden.
Das "K17" hört sich schonmal gut an, jedoch am ersten Freitag des Monats nicht ganz soo wie an den anderen WEs..
Slaughterhouse hört sich auch nett an, allerdings wie es scheint nur Samstags geöffnet.
"Rock it" hat 'ne neue Location und bietet jetzt jeden Dienstag ein ansprechendes Programm.
Und als ich mich tiefer reingeklickt hab, bin ich auf 'ne Bildergallerie (36 Pics) gestoßen, die einzige vom Sommer 2004, als die DJs im H2O zu Gast waren. Ich bin überzeugt davon, dass dies genau der Abend war, an dem wir dort gerockt haben. Gleich mal Profil erstellen, um die Pics begutachten zu können.. Vielleicht finde ich mich ja wieder, als wir um 4 h die Fläche leer gebangt hatten und nur wir noch drauf waren..
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