Aufklärung
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Hier ein Auszug aus dem Buch von Walter Moers "Schöner leben mit dem kleinen Arschloch", erschienen im Eichborn-Verlag. Nach so viel Obst wird es mal Zeit für klare Worte.
Die Faszination der Menschen für Geschlechtsteile ist so anhaltend wie unerklärbar, keinem anderen Körperteil wird auch nur annähernd so viel Aufmerksamkeit gewidmet. Ein Ellenbogen z. B. kann von makelloser Schönheit sein — er wird niemals ein solches Hallo verursachen wie ein Penis oder eine Vagina, obwohl diese bei objektiver Betrachtung aussehen wie radioaktives
Gemüse aus dem Weltall. Es wird wohl ein ewiges Geheimnis der Schöpfung bleiben, wieso die Geschlechtsteile nicht die Erscheinungsform von etwas haben, das das Auge erfreut, etwa die eines Alpenveilchens oder einer mundgeblasenen Vase aus dem Harz. Das männliche Glied gilt als der Mercedes unter den Geschlechtsorganen. In erregtem Zustand erreicht ein normalgewachsenes männliches Glied eine Länge von 60 Zentimetern und wiegt ungefähr 3 Kilo. Aber selbst ein Glied von nur 40 Zentimetern kann bei feuchter Witterung noch zeugungsfähig sein. Das männliche Glied kann exakt 950mal ejakulieren, das entspricht ziemlich genau einem halben Eimer.
Der männliche Samen besteht aus Gehirnzellen, die über den Hippotalamus und das Rückenmark an die Hoden geleitet werden. Bei jeder Ejakulation verliert der Mann ungefähr 5 Milliarden Gehirnzellen, das ist doppelt so viel wie bei einer Vollnarkose.
Ganz wesentlich für die Produktion von Samen ist die Potenz. Die Potenz eines Mannes setzt mit der Pubertät ein und steigert sich von dort an kontinuierlich bis ins hohe Alter. Als Faustregel gilt:
Ein Mann kann pro Tag so oft ejakulieren (abspritzen), wie er Jahre alt ist. Liegen Ihre Werte darunter, sollten Sie sich Sorgen machen. Wahrscheinlich haben Sie Hodenkrebs.
Das weibliche Glied (auch Klitoris oder Kitzelchen genannt) ist im Vergleich zum männlichen eigentlich kaum erwähnenswert. Von Natur aus zwergenhaft und zurückgeblieben, verbirgt es sich gerne unter zwei Hautlappen, den Schamlippen, die oft von prächtigem Bartwuchs umstanden sind.
Die Beschaffenheit und Ausdehnung der Schamlippen bestimmen die sexuelle Attraktivität einer Frau maßgeblich. Männer bevorzugen mächtige, raumgreifende Schamlippen. Man kann übrigens die Größe der Schamlippen einer Frau bestimmen, ohne sie nackt gesehen zu haben: multiplizieren Sie einfach die Länge ihrer Ohrläppchen mit der Breite ihrer Oberlippe, und Sie haben die Quadratzentimeterzahl der Schamlippen.
Zwischen den Schamlippen liegt die Vagina. Sie ist innerlich gelagert und weitgehend unerforscht. Man vermutet, daß sich dort eine Art geheime
Kommandozentrale verbirgt, die das Schicksal des Universums steuert oder so, will das alles aber auch gar nicht so genau wissen.
Begegnet ein geschlechtsreifes männliches Glied einer Vagina im freien Sexualwettbewerb, kann es zu einem Geschlechtsverkehr kommen. Die Samenvermittlung kann auf die abenteuerlichste Art und Weise praktiziert werden, je nach Interessenlage, Einkommen und Religionszugehörigkeit.
Vorher allerdings möchte das Weibchen heftig umbalzt werden. Wenn Sie einer Frau nachhaltig imponieren wollen, dann legen Sie vor dem Rendezvous ein möglichst prunkvolles Gewand und einen Kopfputz aus Frischgeld an, das signalisiert soziale Sicherheit.
Führen Sie die Frau in ein Restaurant. Sobald Sie am Tisch sind, setzen Sie Ihre »Markierung«, indem Sie rund um den Platz der Dame urinieren. Damit haben Sie Ihre Besitzansprüche angemeldet und Ihr »Revier« festgelegt.
Treten und beißen Sie jeden, der es verletzt (bis auf den Kellner).Loben Sie jetzt die Beckenbreite der Frau, spekulieren Sie lautstark über ihre Gebärfähigkeit. Verblüffen Sie sie mit der Kenntnis der Quadratzentimeterzahl ihrer Schamlippen. Frischen Sie bei Gelegenheit die Markierungen auf. Schwenken Sie jetzt Ihr Gemächt herum, annoncieren Sie sein Gewicht und seine Länge und fordern Sie jeden geschlechtsreifen Mann im Lokal zum Schwanzvergleich. Prahlen Sie mit dem Markennamen Ihrer Unterhose und der Anzahl Ihrer Kabelprogramme. Bestellen Sie die Rechnung und fordern Sie den Kellner zum Schwanzvergleich.
Sobald Sie die Dame Ihres Herzens in Ihre Wohnung gezerrt haben, beginnen Sie mit dem Vorspiel. Wenn Sie selber kein Instrument beherrschen, spielen Sie ihr einfach irgendeine Platte vor, stecken Sie dann Ihr Glied in ihre Vagina und spritzen Sie schreiend Ihren Samen hinein. Oralsex meint Vögeln mit dem Mund. Man unterscheidet zwischen Cunnilingus und Fellatio, je nachdem, wer gerade muß. Haben Sie schon mal einen Ameisenbär gesehen, der über eine Termitenkolonie herfällt? Genau so.
Nehmen Sie die Harnröhre Ihres Partners so tief wie möglich in den Mund und versuchen Sie dann, »Generalkonsulat« zu sagen. Eine eher beklagenswerte Folgeerscheinung des Geschlechtsverkehrs. Würdeloseres motorisches Verhalten als beim Orgasmus wird sonst nur noch bei alternden Schwermetallmusikern und in Tanztherapiegruppen beobachtet. Versuchen Sie möglichst darauf zu verzichten, oder, wenn es schon sein muß, nehmen Sie wenigstens eine möglichst lässige Haltung ein. Gefühlskälte und Körperbeherrschung sind heutzutage Trumpf.
Nach vollzogenem Austausch der Geschlechtsmittel sind Männer oft sehr schmusig und zärtlichkeitsbedürftig, während Frauen eher grob und abweisend sind. Springen Sie über Ihren eigenen Schatten, seien Sie zärtlich zu Ihrem Mann! Blasen Sie ihm ins Ohr, produzieren Sie einen Lippenfurz auf seiner Brustwarze, kneifen Sie ihn in die Hoden und stecken Sie ihm den Finger in den Po - er braucht das jetzt. Frauen hingegen schätzen es, wenn man sie direkt nach dem Vögeln nach der Uhrzeit fragt.Ein tadellos vollzogener Geschlechtsverkehr führt nach unserem Schöpfungsplan in der Regel zum »Wunder des Lebens«. |
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Comments on 'Aufklärung'
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also doch frauenversteher ;))))
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Ich frage danach eben immer nach der Uhrzeit... :-))
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nett finde ihc auch die idee mit generalkonsulat ... werde mich beim nächsten besuch köstlich amüsieren, und keiner weiss warum;)) guut, kaum einer, ausser ein paar hunderttausend moers lesern;))
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-)))) *kopfschüttel,grins*
Ich für meinen Teil würde euch von solchem Balzverhalten abraten: Revier markieren? -)))
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Ich liebe Moers, deswegen auch ein wenig Werbung hier. Er ist ein sehr kreativer Mensch der auch vielen Kindern Lesestoff geschenkt hat, wer kennt denn nicht den ollen Käptn Blaubär? Der ist ebenfalls aus seiner Feder.
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ok, korrigiere die hunderttausenden auf millionen;)))
wobei, ide käptn blaubeer leser mit generalkonsulat wahrscheinlich nichts anfangen könnnen;))
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Ich finde vor allem seine Bücher mit dem kleinen Arschloch genial. Absolut lesenswert. Oder "Adolf, die Nazisau"... an diese Art von Humor traut sich wohl nur ein Moers ran... :-)
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