EM-Vorschau: Rumänien
Rumänien hat die Hammergruppe erwischt und muss sich mit den Niederlande, Italien und Frankreich messen. Trotzdem ist man guten Mutes, die Favoriten etwas zu ärgern. Schließlich hat Rumänien schon eine beeindruckende Qualifikation gespielt. Da verlor Rumänien nur eines von 12 Spielen. Gruppengegner war dabei schon die Niederlande. Und besonders gegen den Favoriten wusste die Mannschaft von Trainer Piturica zu überzeugen. Auswärts erkämpfte sich das Team ein torloses Remis, um im Rückspiel den Favoriten mit 1:0 zu besiegen. Ein deutliches Achtungszeichen!
Das Tor hütet Bogdan Lobont, der schon mit 21 zu Ajax Amsterdam wechselte und dort sieben Jahre spielte. Nach einem Jahr in Florenz kehrte er im Januar 2007 in seine Heimat zurück und spielt seitdem bei Dinamo Bukarest.
Die Defensive ist hochkarätig besetzt: Cosmin Contra (FC Getafe), Gabriel Tamas (AJ Auxerre), Stefan Radu (Lazio Rom), Razvan Rat (Schachtjor Donezk) und Cristian Chivu (Inter Mailand) bilden eine international erfahrene Abwehr, die es in sich hat. Alle bringen Erfahrungen von ausländischen Ligen mit und sind umworben (aktuell wird Rat bei diversen Bundesligisten gehandelt). Die Abwehrreihe steht sehr sicher, setzt aber auch immer wieder Akzente nach vorne. Besonders Chivu zeichnet sich hierbei durch seine Flankenläufe aus!
Im Mittelfeld sind eher noch unbekannte Namen aus der heimischen Liga gefragt. Florentin Petre (ZSKA Sofia), Mirel Radoi und Dorin Goian (beide Steaua Bukarest) scheinen gesetzt zu sein, genau wie Razvan Cocis von Lokomotive Moskau. Die Mittelfeldreihe steht kompakt und verschiebt gut. Sie stehen wohl im Schaufenster für die europäischen Vereine.
Der Sturm klingt schon wieder schillernder. Sturmführer ist dabei Adrian Mutu. Lange Zeit war er ja das schlampige Genie, das seine Qualitäten nicht wirklich ausschöpfen konnte. Doch beim AC Florenz hat er sich in dieser Saison zur Führungspersönlichkeit entwickelt und dabei nichts von seiner Torgefährlichkeit eingebüßt. 17 Treffer gelangen ihm in der Serie A. Diese Treffsicherheit soll er auch während der EM aufblitzen lassen. Neben ihm scheint Ciprian Marica gesetzt. Der 22-jährige vom VfB Stuttgart hat sich in seiner ersten Saison in der Bundesliga immer besser zurecht gefunden, auch wenn am Saisonende nur 2 Tore für ihn zu Buche standen. Dafür ist er läuferisch und technisch stark und reißt damit Lücken für seine Nebenleute – im Nationalteam eben Mutu. Marica ist im Übrigen der einzige Bundesliga-Legionär im Kader von Piturca, der Sergiu Radu (Stuttgart), Filipescu, Niculescu und Tararache (alle MSV Duisburg) in den Urlaub schickte.
Rumänien könnte die Überraschung der EM werden. Defensiv stabil, mit schnellen Spielern auf den Flügeln und Mutu im Sturmzentrum könnten sie so manchen Favoriten ärgern. Davon gibt es in der Gruppenphase ja genügend.
Trotzdem mein Tipp: Vielleicht können sie Frankreich ein Bein stellen. Aber die Niederlande lässt sich nicht ein zweites Mal überraschen und Italien sollte eine Nummer zu groß sein. Aus in der Vorrunde. |
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