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Kapitel 6

2006/09/28
| Category: FanFiction | Comments: 0
Tags: fanfiction
Nakki schaute ihn von der Seite an und bemerkte liebevoll, er (Larry) könne ihm alles anvertrauen. Ja, das konnte er und das wusste Larry auch. Nakki würde wie ein Grab schweigen. Es war ja auch nicht das erste und wohl auch nicht das letzte Mal, dass seine Endstation beim bandeigenen Keyboarder sein würde.
Er stand unschlüssig vom Fenster weggedreht und fühlte sich eingesperrt, wie ein Tier im Käfig...Jetzt wusste er, wie es all seinen Gefühlen in ihm gehen müsste...
Ganz kurz und knapp kam es von Larry- „Nakki, ich halt´s hier drinnen nicht mehr aus. Lass uns nach draußen gehen...! Bitte...“- Nakki wollte der Aufforderung wiedersprechen, weil er schon fror, wenn er aus dem Fenster schaute und die verschneite Welt nur begutachtete. Aber ein Blick zu Larry´s verzweifeltem Blick und den wieder aufsteigenden Tränen in seinen Augen ließen ihn weich werden.
Seufzend tat er es Larry gleich und zog seinen Wintermantel über und trat vor die Tür und musste auf Larry warten, der verzweifelt nach einer Packung Taschentücher suchte und sie schließlich auch fand.
Zu spät, Nakki...Das schoss demselben durch den Kopf, als er Jonne zielstrebig auf sich zukommen sah. Er versuchte, ein unbeschwertes Lächeln auf sein Gesicht zu zaubern und Larry zu verdecken, doch er wusste, dass das ein weiteres unmögliches Verfangen war.
Jonne schien etwas im Schilde zu führen, denn wenn es so war, fing er immer schon 3m von seinem Gesprächspartner an, zu reden. Wie zu diesem verschneiten Wintervormittag.
Und Jonne schien gar nicht zu bremsen zu sein...“Also Nakki, ich meine, wir sollten mal schnell in den Probekeller gehen- ich hatte grade so eine fantastische Idee zu einem Liebeslied und wollte-“. Schluchzen kam hinter dem Rücken von Nakki hervor. Das Wort „Liebeslied“ hatte ihn wie ein Pfeil im herzen verletzt und nun waren alle Dämme gebrochen. Und da Nakki Larry sehr gut kannte, wusste er, dass er jetzt schleunigst handeln musste, so sehr es Jonne auch wehtun würde, was er sagen würde.
„Jonne, ich habe jetzt anderes zu tun, was mir im Moment wesentlich wichtiger erscheint als dieses Lied...es gibt andere Dinge im Leben als die Karriere. Zumindest wenn es einem Freund nicht gut geht!“- das saß. Jonne stand wie angewurzelt auf dem Flur und starrte Nakki verständnislos an.
Doch diesen typischen Schmollblick von Jonne ignorierte Nakki gekonnt und zerrte Larry schnell in den Aufzug, damit Jonne nicht noch auf weitere Ideen kam und womöglich mitkommen wollte.
Unten angekommen kam ihnen ein total aufgelöster Ville entgegen, der nicht rechts und nicht nach links sah und auf den Aufzug zusteuerte.
Nakki fragte sich so langsam, ob er in einem Irrenhaus lebte oder warum heute alle irgendwie total durchdrehten.
Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als er Larry´s Hand, die sich an Nakki´s hand krallte, in seiner Jackentasche spürte. Er umfasste Larry´s eiskalte Hand und schenkte ihm ein beruhigendes Lächeln.
Während sie um den zugefrorenen Weiher im Park liefen, sprudelten die Probleme nur so aus Larry heraus....
„Weißt du, es ist einfach schlimm. In einem Moment bin ich mir über meine Gefühle im Klaren und schon Sekunden später weiß ich nur, dass ich gar nichts weiß... Du kannst dich ja noch an die Zeit erinnern, während ich, Jonne und Kris so miteinander unseren Spaß hatten. Ich weiß nicht, was ich für Jonne fühle. Freundschaft oder mehr, vielleicht auch gar nichts. Vielleicht Hass dafür, dass er so verdammt glücklich ist.“
„Und warum bist du so unglücklich...warum...du hast doch alles...“
„Nein“ schnaubte Larry, „ich habe Geld, ich habe ein paar Freunde und Massen von Fans. Aber ich habe niemanden, den ich wirklich liebe. In deren Arme ich mich geborgen und wohl fühle. Und gestern Nacht, da...“, er musste deutlich hörbar schlucken „da waren Jay, Kris und ich in dieser Bar. Und da war auch eine rothaarige Deutsche und ja, ich meine, nein ich meine nicht, ich weiß- oder auch nicht. Nein, ich denke, dass ich mehr Gefühle für sie hatte als sie für mich. Ich glaube, sie kannte mich auch nur wegen Negative und war deshalb so von mir angetan. Auf jeden Fall haben wir den Abend zusammen verbracht, sie lag in meinen Armen und ich habe diese Gefühl in meinem Herzen gespürt, das ich solange verloren hatte...ich habe eine so starke Zuneigung gespürt. Man kann dieses Gefühl einfach nicht beschreiben, das ich hatte, während wir im Kerzenschein umschlungen in der Bar saßen und uns in die Augen geschaut haben...Sie hat meinem herzen gezeigt, dass ich nicht eine Maschine aus Fleisch und Blut bin, sondern jemand, der Gefühle hat, Gefühle für ein weibliches Wesen...Sie hat mir all meine Ängste genommen gehabt...und dann wollte Kris weg. Total schnell. Ich weiß nicht warum. Aber...ich habe ihre Nummer nicht. Und nicht mal ihren Namen weiß ich. Sie hat ihn mir sicher gesagt, doch ich war angeheitert und...“

Schweigend nahm Nakki Larry einfach in den Arm und versuchte Larry zu beruhigen, bevor wieder die Tränen flossen. Doch es ging einfach nicht.
Larry sah wieder das ganze Szenario vor sich- die Ledersitzbänke, das gedimmte Licht durch die orangenen Lampenschirme, die leise Musik im Hintergrund...Er fühlte ihren Atmen wieder an seinem Hals und sah ihr Lächeln, was wohl das schönste war, welches er bis jetzt gesehen hatte. Er fühlte, wie ihr Haar seinen Arm berührte, wie er ihren Duft in die Nase zog und ihn genoss...

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Kapitel 5

2006/09/28
| Category: FanFiction | Comments: 0
Tags: fanfiction
Larry lief blind durch die Flure des Hotels. Er wusste weder, was er machen sollte, noch wohin er gehen sollte. Oder vielleicht wusste er letzteres doch. Nakki. Bei ihm könnte er sicherlich zur Ruhe kommen und sich mal ganz normal aussprechen. Falls Monsieur nicht wieder einem seiner Hobbies nachging. Als ihm dieser Gedanke durch den Kopf schwebte, musste er unwillkürlich seufzen. Habe denn alle immer nur das eine Problem? Und was war das überhaupt für ein Hobby? Er schüttelte verächtlich den Kopf, nein, soweit würde es bei ihm nie kommen. Was vielleicht wohl auch daran lag, dass er niemals überhaupt so sein könnte. Ernüchternd.
In seine Gedanken vollkommen versunken prallte er gegen etwas menschliches. Doch sogar dieses Geschehen war nebensächlich für ihn, bis ihn diese Person am Handgelenk festhielt und immer fester zugriff.
„AUA! Was-“ – er schaute in das durchaus besorgte Gesicht vom Keyboarder. Nakki. Konnte er Gedanken lesen?! Oder war es wieder einmal nur Zufall?
„Du Nakki, ich...“- doch er kam noch nicht einmal soweit, den Satz zu beenden, denn Nakki beendete ihn für ihn „Du wolltest zu mir, oder? Sag bloß ich liege wieder einmal falsch?“
Larry schüttelte den Kopf. Nakki konnte wirklich Gedanken lesen. Sollte er sich freuen oder sollte er weinen? Moment, nein, weinen tat er immer noch. Denn wieder sah er eine Träne auf den Boden aufprallen und so zerschellen, wie es Jahre zuvor mit seinem Herzen geschah.
Wie im Trance bemerkte er, dass Nakki ihn sanft aber bestimmt in Richtung seines Zimmers schob und ihn auf dem Bett absetzte.
Er starrte immer noch vor sich hin und dachte zurück an den schmerzhaften Moment, der sich Jahre zuvor ereignet hatte. Der wohl schmerzhafteste und schlimmste Tag in seinem Leben. Er sah immer wieder den goldenen Ring auf das Laminat fallen und wegrollen. Der dumpfe Klang, als er am Boden ankam und sich eiernd von ihnen wegbewegte. Er spürte wieder die Starre seines Körpers, die Leere in seinem Kopf und den unsagbaren Schmerz in seiner Herzgegend. Es war vorbei gewesen. Jahre, in denen er sich für sie damals aufgeopfert hatte waren einfach so weggeworfen worden. Wie eine unbedeutsame Konservendose ohne Pfand. Das Klacken ihrer Highheels hallte in seinen Ohren nach und dann war es vorbei. Türe zu, sie weg, Liebe tot, Beziehung zu Ende.
Empfand er immer noch etwas für sie, obwohl sie ihn so verletzt hatte? Möglich. Aber das war die Vergangenheit und Larry kämpfte verzweifelt dagegen an, wieder von all den starken Gefühlen überrollt zu werden. Nein, das wollte er nicht. Er hatte schon genug Probleme, Bitte nicht auch noch diese alten Kamellen wieder. NEIN!
Er fühlte wie Wärme von Nakki´s Armen um seine Oberkörper und entspannte sich langsam. Sein tränenverschleierte Blick schweifte durch das Zimmer und blieb an seinen Händen hängen. Der Ring. Dieser Ring war für all sein Unglück verantwortlich. Das Gegenstück für den Ring, der auf den Boden fiel. Der Ring, der das Beziehungs-Aus sichtbar machte. Er stand auf, löste sich unsanft aus Nakki´s Umarmung, ging mit zwei fest entschlossenen doch zur gleichen zeit unsicheren Schritten zum Fenster, öffnete es und warf den Ring aus dem Fenster. Er fiel in den Schnee. Geräuschlos. Es war zu Ende. Diese Geschichte sollte nun für immer beendet sein und ein neues Kapitel seines Leben sollte beginnen. Er schloss das Fenster mit einem Ruck und versuchte sich einzureden, alles sei wieder im Lot. Doch es ging nicht. Er konnte es nicht, wenn er alleine war- und jetzt, wo Nakki ihn wieder so liebevoll besorgt beobachtete ging es erst recht nicht. Nein, Nakki sollte die Wahrheit erfahren, eine Wahrheit, von der er selbst noch nicht wusste, wie wahr sie überhaupt war...

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Kapitel 4

2006/09/28
| Category: FanFiction | Comments: 0
Tags: fanfiction
Larry wachte langsam auf, da sich Jonne mal wieder unter die Dusche gestürzt hatte und es nicht einsah, auch so früh am Morgen nicht davor zurückzuschrecken, während des Duschens schrecklich klingende Cover-Versionen von Musicalkünstlern von sich zu geben.
Was für ein Morgen! Wacht man mit einem Brummschädel auf, ist das schon schlimm genug. Aber wird man dann auch noch davon (!) geweckt, ist die Laune im roten Bereich.
Auch nach fünf verzweifelten Minuten, die Larry damit verbracht hatte, seinen Kopf unter das Kissen zu legen und somit nichts mehr zu hören, hörte er immer noch dieses verzerrte Gesinge. Das war zu viel für seine Laune. „Verdammt noch mal Jonne, halt endlich deine Klappe oder du solltest dir überlegen, wie du den Duschkopf wieder aus deinem Magen herausbekommst!“- Stille. Na endlich. Warum nicht gleich so? Aber soweit würde er Jonne auch noch erziehen...mit der zeit kommt Rat und Erfolg. Aber bei Jonne war er sich da nicht so sicher, als er ihn in der Dusche beobachtete. Wollte er ihn überhaupt zähmen?

Wenn es um die Sache mit der Dusche ging, hätte die Antwort nicht klarer ausfallen können: „Ja!“
Und in anderen Belangen? Er schaute auf die Wundheilsalbe auf dem Waschbecken-Schränkchen und musste grinsen. Nein, er wollte ihn nicht zähmen, da er diese Gefühle nicht missen wollte. Ohne ging es einfach nicht.
Er fühlte sich zurückversetzt zum letzten Mal und fühlte Jonne´s Fingernägel wieder auf seiner empfindlichen Rückenhaut entlang kratzen, er sah ihn wieder vor sich- so zierlich und zerbrechlich, mit dem unverwechselbaren Lächeln eines Engels...eines unschuldigen. Doch unschuldig war keiner der Beiden.

Ein Aufschrei von Jonne brachte ihn unsanft wieder in seine Welt zurück. Jonne stand verängstigt an der Kopfseite der Badewanne- an der Fußseite saß....eine Spinne. Und Jonne hatte panische Angst vor diesen Viechern, was Larry noch nie hatte verstehen können, was wohl auch zum Teil daran lag, dass er es auch noch nicht hatte versucht zu verstehen. Es war einfach absurd.

Wie konnte man nur- weiter konnte Larry nicht mehr denken, da es ihn mitnahm anschauen zu müssen, wie Jonne sich panisch an den Duschvorhang krallte, um möglichst weit weg von der Spinne zu kommen und nicht auszurutschen.
Larry konnte einfach noch nicht handeln, so sehr war er mit seinen Gedanken über Jonne´s Körperbau beschäftigt, die ihn schon seit Tagen nicht mehr losließen...
Obwohl ihn die letzte Nacht in der Bar, mit diesem süßen rothaarigen Mädchen, doch auf andere Gedanken gebracht hatte...wie schön war es, sie im Arm zu halten und ihren Atem zu spüren...wie- „AAAAHHHHH, Larry!! Steh nicht so rum, mach doch endlich was!!!“ – oh Herrgott, Jonne und sein Problem namens Spinne hatte er total aus den Augen verloren gehabt. Und da sich genannte Spinne langsam zu Jonne vortastete, war Eile geboten.

Larry hechtete zu der Badewanne und trug die Spinne liebevoll zum Fenster, öffnete dieses und setzte die Spinne auf die Fensterbank. Er hoffte inständig, dass sie verschwunden wäre, bis Jonne seine nächste Zigarette rauchen würde, wie er es immer tat, wenn er solch Situationen unverletzt überlebt hatte.

Larry war nach dieser Aktion entnervt und fragte sich, warum er es sich immer noch antat, mit Jonne auf einem Hotelzimmer zu leben. Anstrengend, daran zweifelte wohl niemand, der Jonne kannte.
Er setzte sich erschöpft auf das ungemachte Bett und seufzte. Ja, warum war er eigentlich immer so alleine. Nein, Jonne war ja noch da. Aber das war etwas ganz anderes. Diese Gefühle überkamen ihn so oft, dann fragte er sich, was er falsch gemacht hatte, dass Gott ihn so leiden lies. Er dachte an den romantischen Abend in der Bar zurück...Sein Schicksal hatte gewollt, dass er sie trifft. Doch das Schicksal hatte auch gewollt, dass er noch nicht einmal ihren Namen wusste. Gott wollte ihn leiden sehen. Das wurde ihm nicht das erste Mal klar. Er hatte in der Vergangenheit vieles falsch gemacht und das wusste er auch. Doch war dies der Grund, ihn so zu quälen?
Er legte den Kopf auf den Schreibtisch vor ihm und schloss die Augen. Er versuchte verzweifelt die Tränen, die ihm in die Augen stiegen, zu verdrücken. Doch es gelang ihm nicht. Noch nie war er gut darin gewesen, Gefühle zu verheimlichen und seine Emotionen auszublenden.
„LARRRYYYY!!! Wo sind meine Zigaretten? Kauf dir gefälligst selbst welche! Ich ernähre hier doch nicht die ganze Nation mit den Dingern!“ – Stille. Jonne sah sich um und sah einen Larry, den er in diesem Zustand schon sehr lange nicht mehr gesehen hatte. Verzweifelt.
Als Larry Jonne´s Blicke auf seinem Rücken spürte, stand er auf und verlies schweigend und ohne Jonne eines Blickes zu würdigen aus dem Raum. Tränen liefen über sein Gesicht und tropfen auf den kalten Marmorboden des Hotels.
War es denn nur ein Flirt gewesen? Für eine Abend oder würden noch mehr dazukommen?!

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Kapitel 3

2006/09/28
| Category: FanFiction | Comments: 0
Tags: fanfiction
Marie blieben drei Sekunden, um das ganze Ausmaß der Situation zu begreifen und sich anschließend so zu fühlen, als wäre die Decke auf sie gestürzt.
Sie aus dem Augenwinkel die hysterisch schreiende und weinende beste Freunde, mit dem anderen Auge Ville, der sie von sich wegstieß und anfing wild zu gestikulieren. Doch es sollte nicht helfen.
Marie lag wie geschockt im Bett und fühle Panik in sich aufsteigen- in dem selben Bett, indem sie noch vor ein paar Augenblicken Ville so nah bei sich gespürt hatte.
Nach diesen drei Sekunden- er herrschte geschockte und gelähmte Stille, nachdem man laut und deutlich das ins Schlosskrachen der Tür vernehmen konnte. Schweigen. Marie schaute Ville fassungslos an, der aus dem Bett stürzte und sich anzog.
Marie wollte etwas sagen, doch es ging nicht. Sie saß da, als hätte man sie eingefroren. Vollständig.

Sie öffnete den Mund, versuchte ein zweites Mal etwas hervorzubringen- doch mehr als ein leises „Ville, ich...“ kam dabei nicht hervor. Die Stille quälte Marie, sie saß da, schaute Ville zu, wie er seine Sachen zusammenklaubte. Tränen liefen über ihre Wangen, über die Wangen, die noch vor Minuten vor Lust geglüht hatten. Sollte das die bittere Wahrheit sein? Hatte ihr Schicksal sie schon wieder eingeholt und gefangen genommen? Das konnte doch nicht wahr sein! Das durfte einfach nicht so sein, wie es war. Nein. Sie musste sich nur einmal aufbäumen, sich gegen ihr gottsverdammtes Schicksal wehren- einmal zeigen, dass sie es nicht mit sich machen lässt. Doch sie war ein weiteres Mal gescheitert. Sie hatte aufgehört zu zählen, wie oft dies in ihrer dunklen Vergangenheit schon geschehen war.
Doch das zählte nicht, sie musste retten, was zu retten war. Und das war genauso schwer, wie in versplittertes Glas wieder zusammenzusetzen. Unmöglich. Ausweglos.

Sie hörte, wie die Tür ein weiteres Mal zuschlug. Noch mehr Stille. Einsamkeit machte sich breit. Schuld. Sie war wieder einmal schuld. Schuld dafür, dass ihr Umfeld leiden musste. Und das nur, weil sie sich einfach nicht beherrschen konnte.

Immer noch saß sie im Bett und starrte die Kalkweiße Wand ihr gegenüber an. Sie schaute auf ihre Hände, so zart und doch so zerstörerisch. Wie konnte das sein?!
Ihre Tränen ignorierend fuhr sie die Narben an ihren Armen entlang...Narben der Einsamkeit und Verzweiflung...Jetzt wusste sie, warum Ville zu ihr gekommen war, warum er nach Iulia gefragt hatte. Weil da etwas war, was mehr als nur Sex war, etwas was größer als die Sprachbarrieren war. Etwas, was sie im Einvernehmen mit Ville zerstört hatte. Ohne es überhaupt zu wissen oder zu ahnen.

Woher auch- sie waren doch die ganze Zeit zusammen gewesen- in der Bar, nach der Bar, im Hotelzimmer...
In der Bar? War sie überhaupt fähig gewesen, als sie in Larry´s Armen lag, an jemand anderes zu denken als an ihn? Sie versuchte sich zu erinnern. Nein, in ihren Gedanken und Erinnerungen gab es nur ihn, Larry, sein Lächeln, seine Augen...seine Nähe, eine Nähe, in der sie sich so geborgen gefühlt hatte...Das Lächeln und diese Augen, konnte dies jemals jemand übertreffen oder auch nur die gleiche Wirkung erzielen, wie er es bei Marie an jenem Abend geschafft hatte?!
Wie gerne hätte sie ihn jetzt bei sich gehabt, jemand gehabt, der sie einfach nur umarmt ohne etwas zu fragen. Der sie so nimmt, wie sie war. Tat er das denn? Konnte man das nach dem Abend sagen? Ja, man konnte. Durch Marie´s Augen gesehen.


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Kapitel2

2006/09/28
| Category: fanFiction | Comments: 0
Dann standen sie wieder im Türrahmen und wussten einander nichts mehr zu sagen.
Marie wurde nervös und wollte unbedingt wissen, warum Ville Iulia kannte. Und wie er bitteschön mit ihr kommunizieren konnte, obwohl er kaum Englisch sprach. Nun ja, bei manchen Aktivitäten brauchte man auch nicht mehr als die Körpersprache, das sollte sie am Besten wissen.
Da sie das Gefühl hatte, dass sie hier noch stundenlang stehen würden, wenn sie jetzt nicht endlich was unternahm, zerrte sie Ville ganz einfach in ihr Zimmer und drückte ihn auf das Doppelbett. Schweigen. Warum waren diese Finnen immer so feminin und schweigsam?! Aber das sollte eigentlich ihr kleinstes Problem sein. Sollte. War es aber nicht. Es war auch nicht so, dass sie keine feminin aussehenden Männer mögen würde. Marie liebte sie, und deshalb war sie auch zu diesem Zeitpunkt an genau diesem Ort.
Ihr Gedanken drifteten ab...weit weg von ihren Sorgen und den Probleme, die sie zu hause in Deutschland hatte. Zu Hause- was für ein Ausdruck für die Welt, von der sie dort umgeben war. Nein, dahin wollte sie nicht mehr zurück...

Sie zuckte zusammen, denn sie spürte eine Hand langsam ihren Rücken herabwandern...eine weiche und warme Hand, die sich ihren Weg scheinbar von alleine suchte. Deren „Besitzer“ schon lange nicht mehr Herr dieser Hand war, denn er war dabei, Marie den Kopf zu verdrehen. Ihren Kopf zu verdrehen, um danach genauso lautlos und lachend davon zuschwinden, wie er in ihr Leben getreten ist und ihren Tag nach und nach ruinierte...

Doch sie lies sich fallen, konzentrierte sich auf die Wege der Hand auf ihrem Rücken, dem Rücken auf dem von Kindheit an so viel Last gepackt wurde...
Sie genoss diese zärtlichen Berührungen und schloss ihre Augen, spürte Ville´s warmen Atem immer näher an ihrem Gesicht. Sie erfreute sich der ersten Berührung der Lippen, die nicht die letzte bleiben sollte, als gäbe es nichts Vollkommeneres als seine Lippen hier auf ihren zu wissen...Sie vertraute ihm, obwohl sie ihn erst eine Viertelstunde kannte, sie vertraute der Person, die sie zuerst als Frau verkannt hatte und fast den Fuß gebrochen hatte...aber manchmal wendete sich das Blatt auch in ihrem Leben zum Guten. Hoffte sie zumindest. Doch ihren Verstand, der sie in diesem Moment so hätte denken lassen können, war längst auf das Eine fixiert. Sie griff nach seinem Shirt, doch bei dem Versuch, es mehr oder minder schnell auszuziehen, zeriss es. War das von Interesse? Nein, also hinweg damit...Während sie noch lange mit seinen aus Stofffetzen bestehenden Shirts beschäftigt war, hatte er seine Hände unter Marie´s Bademantel wandern lassen und diese entledigten sie gerade ihres Bademantels. Alles zog an Marie vorbei, wie in einem Traum.
Doch dieser Traum sollte nicht mehr lange andauern. Die Tür wurde aufgerissen und eine total schockierte Iulia im Jogginganzug stand vor dem Bett, indem Marie und Ville prächtigst zu Gange waren.

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Kapitel 1

2006/09/28
| Category: FanFiction | Comments: 0
Tags: fanfiction
Marie griff neben sich auf Bett- Leere. Ruckartig war sie hellwach. Immer noch verwirrt saß sie im Bett und wunderte sich, wo ihre beste Freunde Iulia hin war. Am Abend zuvor waren sich noch aneinander gekuschelt eingeschlafen. Und jetzt war sie weg. Einfach weg. In Luft aufgelöst. Als sie langsam aufstand und endlich begriff, wo sie eigentlich war, stutze sie. Alle Sachen von Iulia lagen noch am selben Ort wie gestern Abend. Oder täuschte sie sich? War es doch zu viel Alkohol gewesen? Nein, ausgeschlossen. Sie atmete tief durch und sah aus dem Fenster- es schneite immer noch. Oder schon wieder. Langsam drifteten ihre Gedanken ab- zurück zu letzter Nacht in der sie in einer Bar in Tampere saßen und plötzlich eine wunderbare Gestalt auftauchte. Was war das für eine Zeit gewesen- eine zumindest für sie unvergessliche...Wie warm doch sein Atem gewesen war und wie zärtlich ihr gegenüber...Wie er sie minutenlang in den Armen gehalten hatte und ihr tief in die Augen geschaut hatte...seine Augen...

Ein lautes Klopfen lies sie herumfahren und riss sie urplötzlich aus ihren Träumereien- nicht bemerkend, dass sie immer noch nur in Unterwäsche dastand, ging zur Tür und riss sie auf- in der Erwartung, Iulia vor sich zu sehen.
Doch dem war nicht so. Vor ihr stand ein eindeutig weibliches Wesen. Nein, Moment. Nicht weiblich. Alles zurück. NICHT weiblich- oh verdammt. Sie schlug der verdutzen Person auf dem gang die Tür vor der Nase zu, rannte zum Kleiderschrank und zog sich einen Bademantel über. Dann ging sie nervös-atmend zurück zur Tür und öffnete diese wieder.
Der Gegenüber grinste. Verständlich. Musste auch ein eindeutig amüsanter Anblick gewesen sein. Als das Grinsen kein Ende mehr nehmen wollte, wurde Marie ärgerlich- warum stand so ein femininer Typ vor ihrer Tür?!
Da sie eine sehr offene junge Frau war, zögerte sie nicht lange und fragte auch, was das Ganze überhaupt solle. Lachen. Na herzlichen Dank. Ihre Laune sank immer weiter. Zuerst die Gedanken an den letzten Abend, dann das Verschwinden der besten Freundin- und jetzt stand ein Bekloppter Finne vor ihrer Hoteltür, der nur doof grinsen oder lachen konnte.
Konnte ein Tag besser beginnen? Diese Frage stellte sie sich an diesem Morgen nicht das erste Mal- und natürlich: mit einer Aspirin gegen die verdammten Kopfschmerzen, und Larry neben sich anstatt des leeren Bettes. Ach Larry...diese Augen...dieses verzaubernde Lächeln hatte sie so in seinen bann gezogen, dass sie wirklich vergessen hatte, nach seiner Telefonnummer zu fragen. Typisch.
Sie stand träumend an der Tür, der Finne lachte immer noch...

Als dieser Mann, nein, Mann wollte sie ihn zu diesem Zeitpunkt noch nicht nennen, sie fragte, wo denn Iulia geblieben sei, stutze sie. Woher kannte dieser Typ Iulia überhaupt. Hatte sie ihn jemals zuvor gesehen?! Nein. Sie war sich sicher. Oder doch nicht.
Total irritiert machte sie eine Schritt zurück in ihr Zimmer und war schon wieder kurz davor, die Tür zuzuschlagen, als er seine Hand ausstreckte und sich mit „Ville Liimataien„ vorstellte. Sie nahm die zarte Hand in ihre und umschloss sie kurz. „Marie, schön dich kennen zulernen“ - mehr bekam sie nicht heraus. Sehr schnell sollte sie auch merken, dass ihr finnisch und sein Englisch nicht die Sprachen waren, durch die sie kommunizieren konnten.

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