Kapitel 1
Marie griff neben sich auf Bett- Leere. Ruckartig war sie hellwach. Immer noch verwirrt saß sie im Bett und wunderte sich, wo ihre beste Freunde Iulia hin war. Am Abend zuvor waren sich noch aneinander gekuschelt eingeschlafen. Und jetzt war sie weg. Einfach weg. In Luft aufgelöst. Als sie langsam aufstand und endlich begriff, wo sie eigentlich war, stutze sie. Alle Sachen von Iulia lagen noch am selben Ort wie gestern Abend. Oder täuschte sie sich? War es doch zu viel Alkohol gewesen? Nein, ausgeschlossen. Sie atmete tief durch und sah aus dem Fenster- es schneite immer noch. Oder schon wieder. Langsam drifteten ihre Gedanken ab- zurück zu letzter Nacht in der sie in einer Bar in Tampere saßen und plötzlich eine wunderbare Gestalt auftauchte. Was war das für eine Zeit gewesen- eine zumindest für sie unvergessliche...Wie warm doch sein Atem gewesen war und wie zärtlich ihr gegenüber...Wie er sie minutenlang in den Armen gehalten hatte und ihr tief in die Augen geschaut hatte...seine Augen...
Ein lautes Klopfen lies sie herumfahren und riss sie urplötzlich aus ihren Träumereien- nicht bemerkend, dass sie immer noch nur in Unterwäsche dastand, ging zur Tür und riss sie auf- in der Erwartung, Iulia vor sich zu sehen.
Doch dem war nicht so. Vor ihr stand ein eindeutig weibliches Wesen. Nein, Moment. Nicht weiblich. Alles zurück. NICHT weiblich- oh verdammt. Sie schlug der verdutzen Person auf dem gang die Tür vor der Nase zu, rannte zum Kleiderschrank und zog sich einen Bademantel über. Dann ging sie nervös-atmend zurück zur Tür und öffnete diese wieder.
Der Gegenüber grinste. Verständlich. Musste auch ein eindeutig amüsanter Anblick gewesen sein. Als das Grinsen kein Ende mehr nehmen wollte, wurde Marie ärgerlich- warum stand so ein femininer Typ vor ihrer Tür?!
Da sie eine sehr offene junge Frau war, zögerte sie nicht lange und fragte auch, was das Ganze überhaupt solle. Lachen. Na herzlichen Dank. Ihre Laune sank immer weiter. Zuerst die Gedanken an den letzten Abend, dann das Verschwinden der besten Freundin- und jetzt stand ein Bekloppter Finne vor ihrer Hoteltür, der nur doof grinsen oder lachen konnte.
Konnte ein Tag besser beginnen? Diese Frage stellte sie sich an diesem Morgen nicht das erste Mal- und natürlich: mit einer Aspirin gegen die verdammten Kopfschmerzen, und Larry neben sich anstatt des leeren Bettes. Ach Larry...diese Augen...dieses verzaubernde Lächeln hatte sie so in seinen bann gezogen, dass sie wirklich vergessen hatte, nach seiner Telefonnummer zu fragen. Typisch.
Sie stand träumend an der Tür, der Finne lachte immer noch...
Als dieser Mann, nein, Mann wollte sie ihn zu diesem Zeitpunkt noch nicht nennen, sie fragte, wo denn Iulia geblieben sei, stutze sie. Woher kannte dieser Typ Iulia überhaupt. Hatte sie ihn jemals zuvor gesehen?! Nein. Sie war sich sicher. Oder doch nicht.
Total irritiert machte sie eine Schritt zurück in ihr Zimmer und war schon wieder kurz davor, die Tür zuzuschlagen, als er seine Hand ausstreckte und sich mit „Ville Liimataien„ vorstellte. Sie nahm die zarte Hand in ihre und umschloss sie kurz. „Marie, schön dich kennen zulernen“ - mehr bekam sie nicht heraus. Sehr schnell sollte sie auch merken, dass ihr finnisch und sein Englisch nicht die Sprachen waren, durch die sie kommunizieren konnten.
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Blog kapitel 1: fanfiction
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