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Kapitel 4

2006/09/28
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Tags: fanfiction
Larry wachte langsam auf, da sich Jonne mal wieder unter die Dusche gestürzt hatte und es nicht einsah, auch so früh am Morgen nicht davor zurückzuschrecken, während des Duschens schrecklich klingende Cover-Versionen von Musicalkünstlern von sich zu geben.
Was für ein Morgen! Wacht man mit einem Brummschädel auf, ist das schon schlimm genug. Aber wird man dann auch noch davon (!) geweckt, ist die Laune im roten Bereich.
Auch nach fünf verzweifelten Minuten, die Larry damit verbracht hatte, seinen Kopf unter das Kissen zu legen und somit nichts mehr zu hören, hörte er immer noch dieses verzerrte Gesinge. Das war zu viel für seine Laune. „Verdammt noch mal Jonne, halt endlich deine Klappe oder du solltest dir überlegen, wie du den Duschkopf wieder aus deinem Magen herausbekommst!“- Stille. Na endlich. Warum nicht gleich so? Aber soweit würde er Jonne auch noch erziehen...mit der zeit kommt Rat und Erfolg. Aber bei Jonne war er sich da nicht so sicher, als er ihn in der Dusche beobachtete. Wollte er ihn überhaupt zähmen?

Wenn es um die Sache mit der Dusche ging, hätte die Antwort nicht klarer ausfallen können: „Ja!“
Und in anderen Belangen? Er schaute auf die Wundheilsalbe auf dem Waschbecken-Schränkchen und musste grinsen. Nein, er wollte ihn nicht zähmen, da er diese Gefühle nicht missen wollte. Ohne ging es einfach nicht.
Er fühlte sich zurückversetzt zum letzten Mal und fühlte Jonne´s Fingernägel wieder auf seiner empfindlichen Rückenhaut entlang kratzen, er sah ihn wieder vor sich- so zierlich und zerbrechlich, mit dem unverwechselbaren Lächeln eines Engels...eines unschuldigen. Doch unschuldig war keiner der Beiden.

Ein Aufschrei von Jonne brachte ihn unsanft wieder in seine Welt zurück. Jonne stand verängstigt an der Kopfseite der Badewanne- an der Fußseite saß....eine Spinne. Und Jonne hatte panische Angst vor diesen Viechern, was Larry noch nie hatte verstehen können, was wohl auch zum Teil daran lag, dass er es auch noch nicht hatte versucht zu verstehen. Es war einfach absurd.

Wie konnte man nur- weiter konnte Larry nicht mehr denken, da es ihn mitnahm anschauen zu müssen, wie Jonne sich panisch an den Duschvorhang krallte, um möglichst weit weg von der Spinne zu kommen und nicht auszurutschen.
Larry konnte einfach noch nicht handeln, so sehr war er mit seinen Gedanken über Jonne´s Körperbau beschäftigt, die ihn schon seit Tagen nicht mehr losließen...
Obwohl ihn die letzte Nacht in der Bar, mit diesem süßen rothaarigen Mädchen, doch auf andere Gedanken gebracht hatte...wie schön war es, sie im Arm zu halten und ihren Atem zu spüren...wie- „AAAAHHHHH, Larry!! Steh nicht so rum, mach doch endlich was!!!“ – oh Herrgott, Jonne und sein Problem namens Spinne hatte er total aus den Augen verloren gehabt. Und da sich genannte Spinne langsam zu Jonne vortastete, war Eile geboten.

Larry hechtete zu der Badewanne und trug die Spinne liebevoll zum Fenster, öffnete dieses und setzte die Spinne auf die Fensterbank. Er hoffte inständig, dass sie verschwunden wäre, bis Jonne seine nächste Zigarette rauchen würde, wie er es immer tat, wenn er solch Situationen unverletzt überlebt hatte.

Larry war nach dieser Aktion entnervt und fragte sich, warum er es sich immer noch antat, mit Jonne auf einem Hotelzimmer zu leben. Anstrengend, daran zweifelte wohl niemand, der Jonne kannte.
Er setzte sich erschöpft auf das ungemachte Bett und seufzte. Ja, warum war er eigentlich immer so alleine. Nein, Jonne war ja noch da. Aber das war etwas ganz anderes. Diese Gefühle überkamen ihn so oft, dann fragte er sich, was er falsch gemacht hatte, dass Gott ihn so leiden lies. Er dachte an den romantischen Abend in der Bar zurück...Sein Schicksal hatte gewollt, dass er sie trifft. Doch das Schicksal hatte auch gewollt, dass er noch nicht einmal ihren Namen wusste. Gott wollte ihn leiden sehen. Das wurde ihm nicht das erste Mal klar. Er hatte in der Vergangenheit vieles falsch gemacht und das wusste er auch. Doch war dies der Grund, ihn so zu quälen?
Er legte den Kopf auf den Schreibtisch vor ihm und schloss die Augen. Er versuchte verzweifelt die Tränen, die ihm in die Augen stiegen, zu verdrücken. Doch es gelang ihm nicht. Noch nie war er gut darin gewesen, Gefühle zu verheimlichen und seine Emotionen auszublenden.
„LARRRYYYY!!! Wo sind meine Zigaretten? Kauf dir gefälligst selbst welche! Ich ernähre hier doch nicht die ganze Nation mit den Dingern!“ – Stille. Jonne sah sich um und sah einen Larry, den er in diesem Zustand schon sehr lange nicht mehr gesehen hatte. Verzweifelt.
Als Larry Jonne´s Blicke auf seinem Rücken spürte, stand er auf und verlies schweigend und ohne Jonne eines Blickes zu würdigen aus dem Raum. Tränen liefen über sein Gesicht und tropfen auf den kalten Marmorboden des Hotels.
War es denn nur ein Flirt gewesen? Für eine Abend oder würden noch mehr dazukommen?!

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